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Wolfgang Franz: "Wir haben keine Krise des Euro"

Der Vorsitzende des deutschen Rates der Wirtschaftsweisen, Wolfgang Franz, hat sich zur Debatte um die Zukunft der Gemeinschaftswährung Euro geäußert. In der Tageszeitung "Welt am Sonntag" räumte Franz allerdings ein, dass es in einzelnen Staaten eine Krise gebe.

Grund für seine Aussage ist der Blick auf die Leistungsbilanz im Euro-Raum. Die ist seiner Meinung nach "in etwa ausgeglichen". Statt der Währung die Schuld zuzuweisen, sollten die Geschäftsbanken ihre Risikobereitschaft kritisch überprüfen, empfahl der Wirtschaftsfachmann.

Der "EU-Rettungsschirm" sei letztlich ein Bankenrettungsprogramm, auch und vor allem für deutsche und französische Banken. So gut der Ansatz eines permanenten Krisenmechanismus sei, so kritisch sei das Verfahren. Dabei entschieden "potenzielle Sünder" über "aktuelle Sünder", kritisierte Franz.


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WebReporter: Rheinnachrichten
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Euro, Krise, Währung, Wirtschaftsweiser, Wolfgang Franz
Quelle: www.n-tv.de

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12 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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02.01.2011 13:00 Uhr von Rheinnachrichten
 
+4 | -9
 
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Das wird den Linken nicht gefallen, was der Finanzexperte da sagt. Es mag am massiven Lobbyismus der Banken und ihrer Spitzenverbände liegen, dass sich die transnational aufgestellten Geldhäuser bislang recht erfolgreich einer internationalen Finanzkontrolle entzogen haben.

Am Euro selbst liegt es nicht, das zeigt die Leistungsbilanz. das Fehlverhalten einiger sollte nicht dazu führen, der Institution "Euro" das Vertrauen zu entziehen. Hier liegt wohl der "Hase im Pfeffer".
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02.01.2011 13:04 Uhr von Realist92
 
+21 | -1
 
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Für diesen reichen Schnösel gibt es eh keine Krise.
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02.01.2011 13:19 Uhr von Geistige_Inkontinenz
 
+10 | -0
 
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Bankenrettungsprogramm, das Unwort des Jahrzehnts.
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02.01.2011 13:19 Uhr von muhkuh27
 
+14 | -0
 
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hehe: Es hatte auch niemand die Absicht, eine Mauer zu bauen.
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02.01.2011 13:20 Uhr von datenfehler
 
+2 | -15
 
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02.01.2011 13:21 Uhr von Alice_undergrounD
 
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es wird doch sowieso: nur mehr gelogen xD
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02.01.2011 13:26 Uhr von Realist92
 
+2 | -1
 
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@datenfehler: Für wen dann?
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02.01.2011 16:10 Uhr von napster1989
 
+2 | -0
 
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Klar: Genau so wenig das gesamte Finanzsystem nicht auf kurz oder lang ne Krise haben wird.... heile welt spielen...
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02.01.2011 16:52 Uhr von iscariot
 
+2 | -0
 
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gestern: waren die heiligen drei könige bei mir. die meinten auch das wir keine krise des euro hätten.
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02.01.2011 18:25 Uhr von hofn4rr
 
+1 | -0
 
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leistungsbilanz: >> Grund für seine Aussage ist der Blick auf die Leistungsbilanz im Euro-Raum. Die ist seiner Meinung nach "in etwa ausgeglichen". <<

von ausgeglichen kann garnicht die rede sein.

2007 hat es eu-weit etwa 200 milliarden euro außenhandelsüberschuß gegeben, also ein deutliches plus.

was daran nicht ausgeglichen ist, ist die tatsache, das von dieser summe deutschland alleine über 190 milliarden euro überschüße bei der handelsbilanz erzielte.

unter dem strich tragen wir die hauptlast für alle unannehmlichkeiten was der euroraum mit sich bringt.
darunter auch die teils grottenschlechte handelsbilanz anderer eu-länder, die außer schulden nichts zustande bringen.

ab mitte dieses jahres sollte es soweit sein, für eine währungsreform, wobei unterschiedliche währungszonen des euros noch das kleinste übel darstellen dürfte.
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02.01.2011 20:32 Uhr von internetdestroyer
 
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Früher: wurde auch der Satz ausgesprochen:"Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten!" Und so verhält es sich auch mit der Totgeburt genannt "Euro"
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16.01.2011 09:12 Uhr von Jummi
 
+0 | -0
 
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Der Franz, der kanns ;-): "Wenn sich nichts ändert, ist der Euro gefährdet«
Schuld ist Deutschlands Exportstärke – die aber erst durch Lohndrückerei möglich wurde. Gespräch mit Axel Troost


Axel Troost ist Ökonom und finanzpolitischer Sprecher der Linksfraktion im Bundestag
Ein Gespenst geht um in Europa – der Zusammenbruch der Einheitswährung Euro. Ist für Sie die Bedrohung real?


Wenn sich nichts ändert und die Regierenden so weitermachen, ist der Euro zumindest mittelfristig gefährdet.
Die Staatsschulden könnten zum Kollaps der Währung führen. Wie kam es dazu?


Eine Reihe von Ländern sind massiver Spekulation ausgesetzt. Man kann aber die Lage beispielsweise Griechenlands und Irlands überhaupt nicht miteinander vergleichen. Athen hatte schon lange ein Haushaltsproblem. Bis zur Finanzkrise war Irland davon aber gar nicht betroffen. Dort hat erst die folgende Bankenrettung die momentanen Schwierigkeiten verursacht. Portugal und Spanien sind möglicherweise die nächsten Opfer der Spekulation. Ohne die ständigen Versuche, diese Länder mit Finanzwetten in den Ruin zu treiben, hätten wir die heutigen Probleme aber nicht. Nun benötigen wir einen Schutzschirm.
Woher kommen denn die Mittel der Spekulanten? Erst vor zwei Jahren mußten die Nationalstaaten doch die Finanzmärkte aus einer drohenden Implosion herauspauken.


Soviel Geld wurde in der Finanzkrise nicht vernichtet, denn nach wie vor kreisen täglich viele Billionen Dollar um den Globus und suchen nach spekulativen Anlagen. In den letzten beiden Jahren hat sich außerdem wieder viel überschüssiges Kapital aufgebaut. Die Händler an den Finanzmärkten interessiert es dabei gar nicht, ob sie früher vielleicht einmal von den Nationalstaaten gerettet wurden.
Also verwenden die Kapitalmarktakteure die Rettungsgelder der Staaten, um gegen die Defizite zu spekulieren, die durch die Schutzschirme erst entstanden sind?


Das wäre zu kurz gegriffen. Gerettet wurden zunächst die großen Geschäftsbanken. Die Spekulation geht eher von Hedgefonds und sonstigen institutionellen Anlegern aus, die nach Schnäppchen jagen.
Über die Finanzmärkte wird derzeit viel diskutiert. Einige Ökonomen machen aber die deutsche Außenhandelspolitik für die Defizite im Euro-Raum verantwortlich. Stimmt das?


Sicher. Die Geldtransfers bilden nur die Oberfläche, die wahren Ursachen liegen in der unausgeglichenen europäischen Handelspolitik. Einige Länder – wie Griechenland – haben riesige Defizite. Besonders die Bundesrepublik hat diese Staaten aber mit ihren Exporten erst in Schwierigkeiten gebracht. Im Rahmen einer Solidargemeinschaft wäre es deshalb nur vernünftig, wenn die BRD an der Finanzierung der Krisenkosten beteiligt würde.
Die Bundesregierung stellt die Exportüberschüsse aber als ein Zeichen der Stärke dar ...


Natürlich ist es eine Stärke der deutschen Wirtschaft, gute Produkte herzustellen. Auf diese Arbeitsleistung darf man auch stolz sein – nicht aber auf das Lohndumping, das Deutschland betreibt. Über viele Jahre wurde der verteilungsneutrale Spielraum – also Inflationsausgleich plus Produktivitätszuwachs – nicht ausgeschöpft. Dadurch sinken die Lohnstückkosten, während die europäischen Nachbarn ihre Arbeitsbevölkerung am Wohlstandszuwachs beteiligen. Die Exportstärke hängt also an der Lohndrückerei.
Von allen europäischen Staaten hat die BRD die geringsten Lohnstückkosten. Wenn aber die Lohnkosten pro Stück fallen, steigt der Gewinn. Wie wirkt sich das auf die Preise aus?


Im Inland steigt der Profit. Gegenüber dem Ausland werden die deutschen Güter aber relativ billiger, weil dort die Löhne verteilungsneutral gestiegen sind. Damit sind deutsche Produkte gegenüber griechischen, aber auch französischen oder anderen Waren konkurrenzfähiger.
Was kann die schwarz-gelbe Bundesregierung tun, um die Löhne real wieder steigen zu lassen? Immerhin herrscht hierzulande Tarifautonomie.


Direkt einmischen kann die Regierung sich nicht. Mit der Fortführung von Agenda 2010 und Hartz IV hat sie die Belegschaften und Gewerkschaften so geschwächt, daß diese keine wirksamen Tarifkämpfe führen konnten. Deshalb brauchen wir einen gesetzlichen Mindestlohn, um eine Untergrenze für das Lohnniveau zu schaffen. Den Gewerkschaften muß es gelingen bessere Tarife durchzusetzen. Tatsächlich benötigte Abschlüsse von rund fünf Prozent werden wir aller Voraussicht nach leider nicht erleben."

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