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29.12.10 06:12 Uhr
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Köln: Neue Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft zum Archiveinsturz

Am 3. März 2009 tat sich in Köln ein großes Loch auf. Das Stadtarchiv war in eine unterirdische Baugrube gestürzt und hatte das historische Erbe der Domstadt und mit ihr zwei Menschen unter sich begraben. Nun verkündete Günter Feld, seines Zeichens Oberstaatsanwalt, neues zur Ursachenforschung.

Ein von der Staatsanwaltschaft eingesetzter Gutachter kam im Zuge seiner Recherchen zu der Einschätzung, dass zwischen den fehlenden Stahlträgern an den Baustellen der Nord-Süd-Stadtbahn und dem Einsturz selbst kein Zusammenhang besteht.

Warum die Häuserfront vor 21 Monaten in die Tiefe stürzte, steht damit jedoch noch nicht fest. Neueste Erkenntnisse dürften noch auf sich warten lassen. Zunächst müssen noch die restlichen, unterhalb des Grundwassers befindlichen Archivreste geborgen werden. Erst dann könne man weiter untersuchen.


WebReporter: Rheinnachrichten
Rubrik:   Brennpunkte / Schlagzeilen
Schlagworte: Köln, Staatsanwaltschaft, Ursache, Einsturz, Stadtarchiv
Quelle: www.wdr.de
Meinung des Autors zum Thema:
 
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In meinem Kölner Herz spiegeln sich Trauer und Schmerz
ach herje, wie tut das weh......

Ein dunkler und denkwürdiger Tag und ein weiteres ausgesprochen mühsames Kapital in der Aufarbeitung.

Eines zeigt diese Meldung sehr deutlich. Die meisten Medien - auch der Quellgeber - waren vor rund einem Jahr allzu eilfertig, dem fehlenden Stahl die Schuld für das Unglück anzulasten. Diese Theorie ist vom Tisch, nun geht die Suche weiter.

Die Restaurierung kostet übrigens rund 400 Mios, nur so am Rande.
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5 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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29.12.2010 09:14 Uhr von Didatus
Die Theorie der fehlenden Stahlträger ist vom Tisch? So wünschen sich das die Verantwortlichen vielleicht. Da hat doch mal wieder der Kölsche Klüngel zugeschlagen. Ich glaube davon kein Wort. Die Stadt hat sich zu sehr für die Nord-Süd-Bahn eingesetzt, als dass sie es jetzt zulassen könnten, dass ihr Imageprojekt auf einmal Tote und eingestürzte Häuser verzeichnen muss. Da werden dann mal eben Gutachten manipuliert und ein Oberstaatsanwalt eingesetzt, der auch die Meinung der Verantwortlichen vertritt. Es wurde doch von Anfang an gemauschelt. Das stinkt einfach nur noch zum Himmel.
Kommentar ansehen Das wird ausgehen wie überall   
 
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29.12.2010 11:20 Uhr von Python44
wo Stadt und Land in der Verantwortung stehen und ihre Sachen selbst untersuchen dürfen. Da wird jahrelang ermittelt und doppelt solange für nichts prozessiert, denn am Ende gibt es sowieso nie einen Schuldigen der zu betsrafen wäre. Dafür sorgen schon die Seilschaften in der Politik - egal ob Köln, Duisburg oder Kaprun !
Kommentar ansehen Didatus   
 
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29.12.2010 11:28 Uhr von Rheinnachrichten
Dein Post verrät den Frust nicht nur der Kölner Bevölkerung. Aber die müssen am meisten drunter leiden, 400 Mios wird der "Driss" kosten und er wird aus dem Kölner Etat (und aus Spenden, wenn sie denn kommen) finanziert werden und das über einen Zeitraum von geschätzten 30 Jahren.

Ich will die Argumente mal wohlwollend betrachten, deshalb der Reihe nach.

Du schreibst:
"Die Theorie der fehlenden Stahlträger ist vom Tisch? So wünschen sich das die Verantwortlichen vielleicht."

Wen meinst Du damit: Die Stadt Köln, die KVB, der Generalübernehmer, die beauftragten Subunternehmer. Bedenke: Jeder hat unterschiedliche Interesse, wobei KVB und Stadt schon versuchen, ihre Position abzustimmen, damit sie am Ende nicht alles zahlen müssen. Aber da gibt es noch den Baukonzern Bilfinger & Berger, der mit anderen Bauunternehmen und vielen "subs" die Röhre durch den Untergrund errichtet.

"Da hat doch mal wieder der Kölsche Klüngel zugeschlagen."

Nun ja, das ist ein pauschaler Vorwurf, den man nicht entkräften kann. wobei: Es gibt den "guten Klüngel" (nennt sich wahlweise auch Netzwerk/Vereinsleben/Geschäftspartner/Vertrauen) und den "bösen Klüngel" (der was mit Korruption zu tun hat). wie wohl der Verdacht bleibt.

"Ich glaube davon kein Wort."
Das Kernproblem: Das Vertrauen ist weg, egal was jetzt erzählt wird. Selbst die Wahrheit würde beim Volk schlecht ankommen. Man stelle sich vor, die Staatsanwaltschaft stellt das Verfahren gegen Unbekannt ein, weil sie die Ursache nicht finden kann. Dann werden sämtliche Zivilverfahren möglicherweise ebenfalls eingestellt. Fatal oder?

Und dann:
"Die Stadt hat sich zu sehr für die Nord-Süd-Bahn eingesetzt, als dass sie es jetzt zulassen könnten, dass ihr Imageprojekt auf einmal Tote und eingestürzte Häuser verzeichnen muss. Da werden dann mal eben Gutachten manipuliert und ein Oberstaatsanwalt eingesetzt, der auch die Meinung der Verantwortlichen vertritt."

Lustig: Weil genau das trifft es nicht wirklich. Dass die gestohlenen Eisenbügel als Ursache wegfallen, ist eher ein Argument gegen die Stadt. Denn für den Eisenklau war in erster Linie der Bauausführende verantwortlich und das war eben nicht die Stadt. Ihr oblag nicht einmal die (hoheitliche) Bauaufsicht. Das war die KVB (eine Aktiengesellschaft der Stadtwerke). Aber die Gewähr, dass genügend Stahl verbaut wurde, lag bei der ARGE und damit bei den privaten Bauunternehmen. Der Oberstaatsanwalt hat der Stadt jedoch ein Argument für ihre Rechtsposition vom Tisch gewischt.

"Es wurde doch von Anfang an gemauschelt. Das stinkt einfach nur noch zum Himmel."

Auch das lässt sich nur ausgesprochen mühsam entkräften, weil es einfach so pauschal ist. Allerdings ist das deutsche Baurecht recht komplex. Es sieht gerade bei Großprojekten umfangreiche Planungs- und Beteiligungsmodi vor. So gibt es auch in einem Planfeststellungsverfahren die Möglichkeit, Einspruch zu erheben oder daraus gar einen Protest zu formieren. Das ist in Köln - wie in vielen anderen Städten auch (Stuttgart 21/Hamburg-Elbphilharmonie/Berlin-Stadtschloss) - eben nicht geschehen.

Wenn dann wirklich gebaut wird, motzen viele, weil sie glauben, es wäre ad hoc und im Schnellschuss durchgeboxt worden. Das aber ist definitiv nie der Fall. Solche Neubauprojekte haben immer eine lange Vorlaufzeit mit verschiedenen "checks", die bestanden werden müssen. Nur bekommt sie der gemeine Bürger nicht mit, weil er sie weder aufmerksam verfolgt noch sich damit beschäftigen will oder sie schlicht nicht versteht. Rollen die Bagger, sind Frust und Entsetzen groß. Mindestens genau so groß ist aber auch die Unwissenheit vieler.

Wer sich die Mühe nicht machen will, der muss an Verschwörung glauben, weil alles andere ja viel zu kompliziert ist. Das wird hier nicht anders sein.

Übrigens: Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sind keineswegs vorbei. Zunächst einmal muss der Gutachter an die Unglücksstelle (in großer Tiefe und unterhalb des Grundwasserspiegels). Bei Schnee und Eis geht da gar nix. Also müssen wir mit unserer Verschwörungstheorie im neuen Gewand noch ein klein wenig warten.

Allerdings scheint der große "Rund-um-Schlag" - unabhängig davon, wen dieser trifft, ausgesprochen gut beim "Volk" anzukommen. Nur straf- oder zivilrechtlich ist das völlig irrelevant!
Kommentar ansehen Kölscher Klüngel   
 
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29.12.2010 11:49 Uhr von artefaktum
Wahrscheinlich wird man zum Ergebnis kommen, dass es keine Ursache für den Zusammensturz gibt. ;-)
Kommentar ansehen @Author: Es tat sich kein "Loch" auf!   
 
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13.01.2011 17:19 Uhr von Schwertträger
Das Stadtarchiv ist mehr oder weniger seitlich in die Baugrube abgerutscht.
Wo sollte denn auch ein "Loch" unter dem Stadtarchiv plötzlich herkommen?

Bitte nichts dazuerfinden! Der Fall ist auch so schon kompliziert genug.

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