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Lkw-Überholverbot: Klagen wurden abgewiesen

Ein Kieler Transportunternehmer hatte gegen das Lkw-Überholverbot auf Autobahnen geklagt. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat am heutigen Donnerstag die Anträge abgewiesen.

Das oberste deutsche Verwaltungsgericht entschied, dass es an den kritisierten Verboten auf der A8 in Bayern und der A7 und A45 in Hessen nichts auszusetzen gebe. Die Richter bestätigten damit zwei Urteile aus den Vorinstanzen.

Der Transporteur hatte beklagt, es fehlten die rechtlichen Voraussetzungen für die Verbote: Der Nachweis einer bestehenden lokalen Gefahr.


WebReporter: Jolly.Roger
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Urteil, Klage, Autobahn, Lkw, Überholverbot
Quelle: nachrichten.t-online.de

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9 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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23.09.2010 18:05 Uhr von Jolly.Roger
 
+9 | -1
 
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Verkehrsregeln und -schilder sollen auch den Verkehrsfluss regeln, da ist auch nicht immer eine definitive Gefahrensituation dahinter. Es muss nicht an jeder Kreuzung eine Ampel stehen. Rechts vor Links tuts doch auch. Nur gehts mit Ampeln meistens besser für alle...
Ein Elefantenrennen nützt genau einem Fahrer, behindert aber u.U. Dutzende PKWs.
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23.09.2010 18:24 Uhr von Spafi
 
+9 | -5
 
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Gefahr? Wenn es danach ginge, dürften LKWs nie wieder überholen. Sobald ich mehr als 50km auf der Autobahn unterwegs bin, muss ich grundsätzlich mindestens eine Vollbremsung hinlegen, weil wieder ein LKW direkt vor mir ausschert. Wenigstens haben die Richter diesmal richtig entschieden
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23.09.2010 19:46 Uhr von mario_o
 
+10 | -5
 
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Der andere Blickwinkel: Anfangs war ich auch total für ein LKW Überholverbot, bin aber nach einigen Unterhaltungen (u.a. mit Brummifahrern) nun strikt dagegen. Die Gefahrensituationen durch ausscherende LKWs sind meines Erachtens nach längst nicht so oft zu sehen wie Gefahrensituationen durch unachtsame, unerfahrende und absolut blinde Autofahrer.
Ein LKW Fahrer bekommt von jeder Seite Druck, egal ob Arbeitgeber, Polizei (natürlich sind Kontrollen nötig, kosten aber Zeit) oder dem Empfänger der Ware. Für uns PKW Fahrer mögen 2km/h nix ausmachen, gemessen an der täglichen Strecke, die ein LKW Fahrer zurücklegt, machen 2km/h allerdings sehr wohl was aus.
Dass alle LKWs 80 fahren ist auch nur in der Theorie zu. Tolleranzen, die von einigen nunmal mehr oder minder ausgenutzt oder gar überschritten werden, lassen Spielraum zu. Von den osteuropäischen LKWs muss ich garnicht anfangen.
Dazu kommt noch die unterschiedliche Ladung, die einige, leistungsschwache LKWs an starken Anstiegen auch schonmal unter 80kmh zwingt.

Mit einem generellen Überholverbot für LKWs wäre die rechte Spur quasi dauerhaft dicht. Zudem würden die Fahrer unnötig unter Zeitdruck leiden, die Firmen würden versuchen an Stellen zu sparen und ihre Fahrer zu weniger Pausen drängen... im Endeffekt leidet der Verkehrsfluss und die Sicherheit durch sowas nur noch mehr.

Der richtige Ansatz ist schon auf dem Weg: Für LKWs wird immer mehr Sicherheitstechnik vorgeschrieben und neuere LKWs bremsen besser als jeder 0815 Autofahrer.
Dieser Weg muss nur auch in Osteuropa akzeptiert und kontrolliert werden. Außerdem werden Autobahnen immer weiter ausgebaut, es gibt immer mehr Fahrspuren und mehr Platz für jeden Verkehrsteilnehmer.
Ein LKW Überholverbot, durch welches viele Fahrer u.a. nur zu weniger Pausen gezwungen werden, hätte genau den gegenteiligen Effekt. Es ist wegen der immer besseren Infrastruktur auch nicht zeitgemäß.
Einzig über ein Verbot auf zweispuren Autobahnen könnte man nachdenken, allerdings ist da erfahrungsgemäß sowieso wenig los.

Meiner Erfahrung nach sind diejenigen, die nach einem LKW Überholverbot schreien, auch meist die, die mit 140 die linke Spur blockieren oder selbst durch ewig dauernde Überholvergänge und Missachtung des Rechtsfahrgebotes negativ auffallen. Diese Leute sind dann meist auch die, die in Baustellen plötzlich anfangen schnell zu fahren ;p
Soll kein Angriff an meine Vorposter sein. Ich bin nur auch recht häufig auf der AB unterwegs und musste in meinem Leben schon deutlich öfter wegen PKWs Gefahrenbremsungen durchführen als durch LKW.

Schaut also bitte beim nächsten Mal ein wenig über den Tellerrand und bildet euch dann eure Meinung. Wenn man die Sache aus dem Blickwinkel der LKW Fahrer sieht, kann man mMn auch schonmal über ein länger andauerndes Überholverbot nachdenken.

Die im Artikel erwähnten Stellen kenne ich nicht, da kann ich leider nichts zu sagen.
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23.09.2010 19:58 Uhr von ThreepH
 
+4 | -1
 
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Auch wenns mir weh tut, ich muss mario_o tatsächlich recht geben. Ich selbst bin eher für ein Verbot, weil cih es oft genug erlebe und auch selbst öfters als 5 mal bereits von einem ausscherenden LKW beinahe zur Seite gedrückt wurde. Einmal konnte ich rechtzeitig bremsen, einmal musste mein Kotflügel dran glauben, die anderen Male hat mich meine Hupe gerettet. Aber die oben von mario genannten Argumente sind nicht ohne, dennoch würde ich gerne einen Kompromiss sehen, der wenigstens auf 2 spurigen Autobahnen reduziert ein generelles Überholverbot vorsieht. Das kann man gezielt entschärfen indem man invers denkt: an einigen Stellen, zB Bergen mit drei Spuren oder langen geraden das Überholen explizit erlauben, auf 3 Spuren ebenfalls erlauben, oder ähnliches.
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23.09.2010 22:24 Uhr von mario_o
 
+1 | -0
 
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berechtigt: Ja, soweit korrekt, bis auf die Tatsache, dass die Theorie aufhört wo die Praxis anfängt... ;) Hätte wäre wenn gilt hier leider nicht. Es wird halt immer Leute geben, unabhängig davon ob PKW oder LKW Fahrer, die im Straßenverkehr Fehler (manchmal auch beabsichtigt) machen.
Ich denke auch ehrlichgesagt nicht, dass ein Überholverbot wirklich von allen so eingehalten wird... Zeit ist eben Geld.
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23.09.2010 23:55 Uhr von Schwertträger
 
+2 | -0
 
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Ein GENERELLES Verbot ist unsinnig, wie fast alles, was GENERELL udn ohne Ausnahmen daher kommt.

Da wir uns ja nun mal entschieden haben, den Großteil unserer Güter just in time über Autobahnen transportieren zu lassen, müssen wir nun auch die Infrastruktur dafür schaffen. Sprich: Vierspurige Autobahnen, deren rechten beiden für Lkws kein Überholverbot beinhalten und zwei weitere, die von Lkw nicht befahren werden dürfen.

Auf zweispurigen Autobahnen darf nur an bestimmten Stellen überholt werden und die Dauer von Überholvorgängen wird an solchen Stellen vermehrt überprüft (keine zehn-Minuten-Überholvorgänge). Würde schon etliches lösen.

Das meiste sehe ich wie mario_o, inklusive der Tatsache, dass ich unter´m Strich mehr gefährliche/ärgerliche Situationen durch Pkw hatte, als durch Lkw.
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23.09.2010 23:59 Uhr von Schwertträger
 
+3 | -1
 
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@berechtigt: >Wehe man fährt Bergab 80 dann wird von den "Kollegen" gehupt , gedrängelt , beim überholen Stinkefinger gezeigt ect.<

Schön, dass Du gerade das Bergab-Beispiel bringst. :-)
Wie sieht es bergauf aus?

Wenn da der schwer beladene Vordermann auf 40 km/h runtergehen muss, möchtest Du mit Deinem leeren 400 PS-Monster sicher gerne vorbei. Oder?
Wäre das ein so unberechtigter Wunsch? Oder ein Vorteil durch Mogelei?


Sicher macht auch auf dreispurigen Autobahnen ein Lkw-Überholverbot den Pkw-Verkehr flüssiger. Logisch. Aber zu welchem Preis?
DAS ist das, was mario_o gesagt hat. Und es stimmt.
Bitte mal weiter als bis zum eigenen Tellerrand denken.
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24.09.2010 03:16 Uhr von start-world
 
+0 | -1
 
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wenn alle LKW ein Überhohlverbot haben sollten dann sollten auch alle PKW eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 100 km/h haben. und schon haben wir eine schöne ruhige Autobahn und wir LKW Fahrer haben endlich wieder auch ein wenig Spaß wenn der Mercedes oder Porsche Fahrer endlich sehen wie es ist nicht vorwärts zu kommen :-)
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24.09.2010 09:11 Uhr von Jolly.Roger
 
+2 | -0
 
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Anti-Generell: Generelle Verbote sind schon mal generell für die Tonne.

OK, es mag Ausnahmen geben.
Aber nicht bei LKW-Überholverboten.
Auf zweispurigen Autobahnen bin ich dafür, zumindest in der Hauptverkehrszeit (meistens 7-19 Uhr).
Auf drei- oder mehrspurigen Autobahnen ist das doch unsinnig. Da ärgere ich mich eher über die, die es nicht schaffen die beiden LKW zu überholen.

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