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Medizinstudenten: Nur ganz wenige wollen Hausarzt werden

Einige Gremien starteten eine Umfrage unter deutschen Medizinstudenten hinsichtlich ihrer zukünftigen Berufsplanung.

Man fand dabei heraus, dass nur 38 Prozent der Befragten bereit wären, eine Tätigkeit als Hausarzt auszuüben. Jedoch waren zirka 75 Prozent von 12.000 Befragten bereit, eine Facharztpraxis zu eröffnen.

50 Prozent waren mit dem ungünstigen Abrechnungssystem der Krankenkassen, das ihnen finanzielle Nachteile bringen kann, unzufrieden und würden es sich gründlich überlegen, überhaupt eine Praxis zu eröffnen.


WebReporter: fuxxy
Rubrik:   Gesundheit
Schlagworte: Student, Medizin, Hausarzt, Medizinstudent
Quelle: www.aerztezeitung.de

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9 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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21.09.2010 11:09 Uhr von Canay77
 
+2 | -4
 
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komisch: Alle Hausärzte meckern wegen der Bezahlung, aber alle haben ein teures Auto, Haus, machen paar mal im Jahr Urlaub, Kinder auf Privatschulen etc.

Ich will auch so schlecht verdienen wie die.

[ nachträglich editiert von Canay77 ]
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21.09.2010 11:29 Uhr von Pils28
 
+6 | -2
 
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Für ein Jahrzehnt Ausbildung, Weiterbildungen: Unternehmerisches Risiko des Selbstständig machens und dazu eine 60-100 Stundenwoche.
Also dafür verdienen sie viel zu schlecht.
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21.09.2010 11:35 Uhr von harass0r
 
+3 | -0
 
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hab bei der umfrage auch mitgemacht: mich überrascht dass die Zahl noch so hoch ist (38%), wenn der Prof im hörsaal mal fragt wer alles Allgemeinmedizin machen will melden sich max 5-10% der Studenten..

klar verdient ein hausarzt nicht "schlecht" im vergleich zu einem Versicherungskaufmann oder whatever.. wäre auch leicht unfair nach 11 Jahren Ausbildung. Im Vergleich mit den Kollegen gibts aber Gehaltsunterschiede um den Multiplikator 4, und Kinder+Hausärzte sind an unterster Stufe.

Problem ist aber eher weniger das Geld, weswegen man immer von fachfremden Kritikern als Raupe Nimmersatt dargestellt wird, sondern vielmehr die unglaublcihe Bürokratie. 7-16 Uhr reguläre Arbeitszeit und danach gut und gern bis 20 uhr unbezahlte Überstunden nur für Schreibarbeit.. von Nachtdiensten und eiglt verbotenen Doppeldiensten mal garkeine Rede... kein anderes europäisches Land belastet seine Ärzte so sehr, kein Wunder dass die meisten (mein Bekanntenkreis) mit dem Gedanken spielen ins Ausland zu gehen... Schade aber wahr

[ nachträglich editiert von harass0r ]
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21.09.2010 11:49 Uhr von Dracultepes
 
+3 | -1
 
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Für das Studium und die Arbeit verdienen sie noch zu wenig.
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21.09.2010 12:33 Uhr von saber_
 
+3 | -4
 
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warum denkt die allgemeinheit (und vor allem aerzte selber) das ihr studium so hart sei?!

im medizinstudium muss man quasi fast "nur" ein buch in die hand nehmen - es durchlesen - sich die meisten inhalte merken - die meisten inhalte wiedergeben koennen -> fertig!

ich will damit nicht sagen dass das nicht schwer waere... aber wenn jemand sowas studiert, dann sollte es ihm ja auch spass machen... und dann ist "schwer" auch nurnoch relativ...

aber inhaltlich ists ein witz...

in meiner familie hatten wir diese diskussion schon endlose male... von wegen medizin sei das non plus ultra und so ultraschwer etc etc etc... und mein maschinenbaustudium sei ein witz, da ich ja nie was lernen wuerde


danach hab ich den betroffenen personen direkt mal eine pruefung aus der technischen mechanik gegeben... sie mir einen teil einer pruefung aus der radiologie....

zugegebenermaßen hab ich fuer jede frage relativ viel zeit gebraucht, aber am ende hab ich noch jede der mir gestellten fragen beantworten koennen.... ich hab einfach in den entsprechenden buechern gesucht bis ichs fand.....

andersrum kam es trotz teamarbeit und jeder zur verfuegung stehender fachliteratur zu keinem erfolgreichen loesungsansatz der gestellten frage... das lag dann wohl daran das man bei den ingenieurwissenschaften eben die loesungen selber herleiten muss... deswegen muss man die sachen verstehen um sie loesen zu koennen... deswegen muss man nicht viel lernen wenn mans verstanden hat (ausser ueben damits schneller geht evtl)

soviel zum thema medizinstudium ist schwer....

und bezahlung ist auch in ordnung.... auch das haben wir gegengerechnet und wochenstundenbereinigt hat der praktizierende arzt immernoch paar euro mehr pro stunde bekommen als ein ingenieur... obwohl die verantwortung bei weitem nicht so gross ist wie beim ingenieur...


denn wo der arzt die verantwortung fuer paar patienten traegt, dort traegt der ingenieur die verantwortung von allen leuten die mal das nutzen was er da so macht.... die bruecke ueber die taeglich 100 000 autos fahren, das auto das ne millionen mal im jahr vom band laeuft, der mixer mit dem millionen hausfrauen ihren teig ruehren.... und zugleich auch noch finanzielle verantwortung... denn ein kleiner fehler koennte millionenverluste nach sich ziehen.


und zum thema selber:

das keine sau hausarzt werden will liegt wohl an der tatsache das man dafuer quasi wissenstechnisch auf einem stand bleibt.... und ein hausarzt muss nicht viel wissen in seiner arbeit... paar symptome richtig interpretieren und zum geeigneten spezialisten ueberweisen... oder eben aus nem medikamentenpool von 30 verschiedenen medikamenten waehlen koennen....

der normale akademiker ist aber bestrebt immer mehr wissen zu wollen... daher streben auch die meisten eine spezialisierung an... weil man eben ein gebiet hat das einen richtig interessiert und wo man dann auch was werden will...
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21.09.2010 13:48 Uhr von Pils28
 
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@saber_: Habe zufällig Maschinenbau vor Medizin studiert.
Schwer zu vergleichen was schwerer ist. Klar Mechanik und Mathe sind nicht zu verachten. Aber ansonsten musst du Mechanik und Mathe eigentlich nur einmal verstanden haben und fertig ist die Laube. Während du in Medizin sehr viel Wissen anhäufen musst. Also pro Semester, würde mal schätzen, so zweitausend Seiten mehr doer weniger auswendig lernen.
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21.09.2010 15:13 Uhr von saber_
 
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@Pils28: natuerlich ists schwer zu vergleichen...das eine baut auf logik und verstand auf, waehrend das andere quasi eine ansammlung von daten ist die man eben im kopf haben muss....

aber nur weil das eine eben viel lernarbeit erfordert heissts noch lange nicht das es schwerer ist als andere sachen... und es heisst auch nicht das man dadurch meinen sollte am ende mehr zu verdienen....

fuer den einen ists schwer - fuer den anderen ein kinderspiel... sollte nun derjenige dems schwerer fiel auch mehr geld verdienen oder was?

jeder normale mensch sollte wissen worauf er sich beim studium einlaesst... auch was fuer chancen er danach hat... und die durchschnittsgehaelter sind auch bekannt... wenn man davon ausgeht das man etwas aus eigenem interesse macht sollte das alles also kein problem sein...

man weiss schon vor dem studium wieviel hausaerzte oder fachaerzte verdienen... warum also beschweren?
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21.09.2010 18:56 Uhr von Silber
 
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@saber: Der Vergleich mit der Schwierigkeit bringt doch nichts. Jedes Fach steht für sich, hat seine Berechtigung und beides sind gleichwertige Universitätsstudiengänge. Wer gut in Mathe ist, dem geht das Ingenieursstudium gut von der Hand. Für jemand dem Mathe Schwierigkeiten bereitet, ist das Medizinstudium einfacher, da man mit einer Grundintelligenz und genügend Fleiß die Massen an Stoff gut lernen kann. So gesehen braucht man fürs Ingenieursstudium mehr mathematisches Verständnis, womit ich es schwieriger als das Medizinstudium finde :-)



Allerdingsist der Vergleich der unterschiedlichen Verantwortungen nicht so simpel, wie du es darstellst. Sicherlich muss man als Ingenieur selten alleine Entscheidungen in Extremsituationen treffen, die in einer ganz persönlichen Beziehung zu seinem Gegenüber stehen und unmittelbar zu fatalen Konsequenzen führen. Und wenn man solch eine Extremsituation noch nicht erlebt hat, kann man nicht darüber urteilen. Sei es der Gefäßchirurg, der nach 20 Stunden Dienst morgens um 5 bei einer gerissenen Aorta um das Leben einesPatienten kämpft, sei es während eines Geburtsstillstandes, wo eine Entscheidung in Sekunden gefällt werden muss, die über das Leben von Mutter und Kind entscheidet, sei es der Notarzt, der zu einem reanimationspflichtigen Kleinkind gerufen wird und die Eltern neben drann total durchdrehen oder ein Arzt auf Intensivstation, der einem Patienten erklären muss, dass er Ihn jetzt für die künstliche Beatmung sedieren muss und er mit hoher Wahrscheinlichkeit nie wieder aus dieser Beatmung aufwachen wird...usw.

Glaub mir, ich fände es erträglicher ein zumeist gemeinschaftliches Risiko, dass eine Maschine oder ein Gebäude sicher funktioniert, zu tragen. Damit will ich die Verantwortung nicht schmälern, aber ich finde sie ist auch nicht einfach zu vergleichen.
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23.10.2010 16:17 Uhr von cookies
 
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Studium vs. Haftung: Ein Medizinstudium mag bis zum Examen vllt. sehr lernorientiert sein, aber Erfolg wird ein Arzt nur haben, wenn er auf Bais seines Wissens korrekt diagnostizieren kann. Darin unterscheiden sich eben gute Ärzte von Auswendiglernern.

Allerdings werden auch mehr Ärzte wegen -behandlungsfehelern verklat als Ingenieure. Bei einer zusammengebrochenen Brücke kann man immern och die Schuld auf das Material schieben. Bei einer OP niemals!

Weshalb sollte sich jemand hier niederlassen, wenn er nicht gut bezahlt wird und trotzdem das volle Risiko trägt?

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