20.09.10 11:22 Uhr
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Schweden: Nach offenem Wahlausgang - Koalition mit Rechtsnationalen?

Nach der Reichstagswahl in Schweden ist weiter offen, wer in Zukunft das Land regiert. Zwar konnte die moderate Sammlungspartei von Premierminister Fredrik Reinfeldt ihr Ergebnis auf 30 Prozent verbessern, die bisherige Koalition verlor jedoch ihre absolute Mehrheit.

Dies liegt vor allem an den sogenannten "Schwedendemokraten" denen erstmals der Einzug ins Parlament gelang. Die Rechtspopulisten hatten vor allem mit den Themen Zuwanderung und Ausländerpolitik Wähler gewonnen.

Da die Grünen eine Koalition mit Reinfeldts Mitte-Rechts-Regierung ablehnen, ist es nicht unwahrscheinlich, dass dieser eine Koalition mit den Schwedendemokraten eingeht. Die Zeitung "Aftonbladet" schrieb, Reinfeldt werde nun von Rassisten abhängig sein. Dies sei ein "Albtraum-Szenario".


WebReporter: Mapmuh
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Politik, Wahl, Schweden, Koalition
Quelle: www.sueddeutsche.de

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9 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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20.09.2010 11:22 Uhr von Mapmuh
 
+4 | -6
 
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Und wieder mal rutscht ein Land weiter nach rechts. Warum ist es nur so einfach unter dem Deckmantel "das wird man ja wohl noch sagen dürfen" billige Hetze zu machen und damit auch noch Erfolg zu haben?
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20.09.2010 11:43 Uhr von shadow#
 
+3 | -3
 
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@Autor: Das dürfte daran liegen dass man heute keine Lösungen oder sinnvollen Diskussionsansätze mehr braucht, um die geistig einfacher Gestrickten um sich zu scharen.
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20.09.2010 11:50 Uhr von tfs
 
+6 | -3
 
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Tja warum denn nur "Warum ist es nur so einfach unter dem Deckmantel "das wird man ja wohl noch sagen dürfen" billige Hetze zu machen und damit auch noch Erfolg zu haben? "

Wahrscheinlich weil auch dort die Probleme real sind, weil sie Alltag sind und die Menschen die Schnauze voll haben, und wenn ihnen sonst keiner entgegen kommt, dann reichen sie eben dem nächst besten die Hand der sie irgendwie zu verstehen scheint, und in diesem fall sind das wohl die Rechtspopulisten.

Wenn die Damen und Herren der demokratischen und linken die Ängste, Sorgen und Probleme der Menschen ernster nehmen würden, dann hätten die rechten auch weit weniger Zulauf, ist im grunde eine ganz simple Rechnung.

[ nachträglich editiert von tfs ]
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20.09.2010 12:21 Uhr von misantroph
 
+2 | -6
 
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@tfs: guck mal nach schweden, bei denen ist integration ein erfolgsmodell. in manchen regionen liegt die beschäftigungsrate bei 90%, jeder migrant bekommt so etwas wie einen tutoren, der die sprache des ankömmling beherrscht, am ankunftstag zur seite gestellt, der die leute über die schwedische lebensart aufklärt und sprachkurse und dergleichen vermittelt. aber viele leute bekommen es eben schon mit der angst zu tun, wenn die hautfarbe des gegenüber ein paar nuancen dunkler ist.
und im gegensatz zu hier und dem rest von europa sieht die schwedische politik auch eine bringschuld der gesellschaft. und siehe da, es klappt.
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20.09.2010 12:59 Uhr von MrsHebadesher
 
+2 | -4
 
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Dies und das: @tfs: Nur weil man Probleme hat, wählt man rechts?! Stimmt zwar leider, aber für mich ein vollkommen unlogischer Schritt. Dumme Parolen und keine realistischen und umsetzbaren Konzepte.

@misantroph: Schweden war die letzten Jahre durchgängig ein Erfolgsmodell. Sei es in puncto Arbeitslosigkeit oder Bildung (vgl. PISA). Daher stimme ich die voll und ganz zu. Wieso du dafür negative Bewertungen bekommst, verstehe ich nicht: sachlich, logisch, stimmig und wahr.
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20.09.2010 13:06 Uhr von tfs
 
+5 | -0
 
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RE: misantroph: Ich habe da schon öfters "hin geguckt", tatsächlich bin ich dort auch ab und zu mal zu Besuch bei Verwandten, und ich kann dir versichern das Integration in Schweden vielerorts alles andere als ein Erfolg ist, auf dem Papier hört sich das immer ganz toll an, aber vorletzten Sommer beim Besuch in Malmö habe ich mich gefühlt wie in Berlin-Neukölln oder Hamburg-Harburg.

Das erste mal war ich vor ungefähr 20 Jahren in Schweden, da war ich noch ein Kind, aber ich kann mich gut Erinnern dass das Stadtbild ein gänzlich anderes war, und die wenigen Migranten auf die man traf (sofern man sie als Kind den überhaupt also solche wahr genommen hat) waren nett und freundlich. Was mir heute als Erinnerung im Kopf bleibt sind die zum größten Teil aus Migranten bestehenden, pöbelnden Jugendgruppen an den Bahnhöfen, ganz wie zu Hause, und auch dort genügt bereits ein Blick um die Meute aufzuhetzen.

[ nachträglich editiert von tfs ]
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20.09.2010 13:11 Uhr von tfs
 
+3 | -2
 
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RE: MrsHebadesher: Nein, viele wählen Rechts weil sie Probleme haben die ansonsten keiner ernst nimmt. Der Schritt ist in sofern logisch was die Absehbarkeit angeht, als das der Mensch nunmal ein Herdentier ist, wenn ihn sonst keiner haben will dann wird er sich selbst solchen Gruppierungen anschließen die nichts mit seinen Überzeugungen zu tun haben.

Das gilt natürlich nicht für alle, aber auf das Groß der Menschen trifft es nunmal zu. Ich persönlich zähle mich im übrigen nicht dazu, bevor ich rechts wähle wandere ich aus :)

[ nachträglich editiert von tfs ]
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20.09.2010 13:39 Uhr von MrsHebadesher
 
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@tfs: Für den letzten Absatz erstmal ein +.

Mag sein, dass die Rechten die Probleme ernst nehmen, aber wie wollen die diese denn lösen?
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20.09.2010 14:10 Uhr von tfs
 
+1 | -0
 
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RE: 20.09.2010 13:39 Uhr von MrsHebadesher: Nunja, ich würde nicht unbedingt sagen das sie sie ernst nehmen, zumindest nicht so wie sich das die vielen, nennen wir sie mal "Protest- und Angstwähler" so vorstellen. Die Rechten tun gern so und benutzen diese Themen für sich, um ihre verdrehte Idiologie voranzutreiben, und sie verfolgen letztlich ganz andere Ziele, zumindest die Hardliner an der Spitze.

Diese eingans erwähnte "simple Rechnung" ist nach unten hin natürlich immer schwieriger aufzulösen, schließlich sind die Probleme und Ursachen, wenn auch im großen und ganzen ähnlich, im Detail sehr unterschiedlich, aber ich denke vielen Menschen wäre schon geholfen wenn man endlich mal die Kneifzangen weglegen würde, und die Probleme beim Themen wie Ausländer-, Sozial- und Bildungspolitik offen ansprechen würde (und damit meine ich nicht so einen Unsinn wie die fröhliche Inquisitions-Sprechrunde bei Beckmann, oder Paolo Pinkas und sein moralischer Zeigefinger), und insbesondere nicht jeden als Nazi verdammt wenn er sich speziell zu ersterem äußert, ansonsten macht sich Frust und Resignation breit, und das geht irgendwann in eine "du behandelst mich wie Scheiße, dann benehme ich mich auch wie Scheiße" Haltung über, und sei es nur unbewusst. Vorallem darf so etwas aber nicht nach 2 Monaten wieder in der Versenkung verschwinden, so wie es über Jahre hinweg gang und gebe war, die Menschen sind ja nicht blöd, die stehen auch weiter vor dem Elend.

[ nachträglich editiert von tfs ]

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