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Deutschlands erste Kneipe mit Hartz-IV-Beratung heißt "Kindl-Klause"

Elke, Carsten und Helmut sind Hartz-IV-Empfänger. Ihnen wurden vom Amt die Zahlungen gekürzt. Um ihre Anliegen zu lösen, wenden sie sich jedoch nicht an das zuständige Amt, sondern gehen in Deutschlands erste Kneipe mit Hartz-IV-Beratung. "Kindl-Klause" heißt das Lokal im Berliner Stadtteil Neukölln.

Helmut erklärt was er so an der "Kindl-Klause" schätzt. "Auf den Ämtern habe ich immer Schweißperlen auf der Stirn", sagt er und nippt dabei an seinem Bier. "Hier steht man nicht so unter Druck", findet er. Zwei Sozialberater betreuen hier ehrenamtlich und kostenlos Hartz-IV-Empfänger.

Berliner Politiker finden diese Idee alles andere als gut. "Eine soziale Beratung benötigt immer eine sachorientierte Herangehensweise. Ob das in einer Kneipe nach so vielen Bieren überhaupt noch möglich ist, ist fraglich", kritisierte Gregor Hoffmann, sozialpolitischer Sprecher der CDU.


WebReporter: Crushial
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Hartz IV, Arbeitslosigkeit, Kneipe, Beratung
Quelle: www.bild.de

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10 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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10.09.2010 06:59 Uhr von Crushial
 
+3 | -2
 
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In der Quelle ist der Sachverhalt noch bis ins kleinste Detail ausgedehnt und wird noch kurioser wiedergegeben. Ich wusste zuerst gar nicht, was ich davon genau in die News aufnehmen sollte. Richtig "freaky".
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10.09.2010 07:34 Uhr von Floppy77
 
+5 | -3
 
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@Autor: Kein Wunder wenn man Bild als Quelle wählt.

Und ich habe sowohl das Quellen- und Autorenraten in den Sand gesetzt...
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10.09.2010 08:21 Uhr von Sobel
 
+12 | -1
 
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Zitat "Blöd.de": "Zwei frisch gezapfte Bier stehen auf dem Holztisch in der „Kindl-Klause“. Zigaretten glimmen im Aschenbecher."

Das sind die beiden ersten Sätze der "Bild". Die News ist purer Schwachsinn!
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10.09.2010 09:10 Uhr von p-o-d
 
+4 | -0
 
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Wenn Die Politiker eine "sachorientierte Herangehensweise" wünschen, sollten auch in den ARGEn Sachbearbeiter, ähm "Fallmanager", eingesetzt werden die etwas vom Sozialrecht verstehen und nicht nur/hauptsächlich im Sinne ihres Brötchengebers agieren - unabhängig wie fragwürdig das rechtlich/moralisch teilweise ist.
Im Gegenteil - Personen mit Fachwissen, die sich in Vereinen organisieren und die Begleitung des Empfängers anbieten, sind sehr ungern gesehene Gäste in den Agenturen.

Auch wenn der Text oben pauschalisierend geschrieben ist, gibt es natürlich auch "weiße Schafe". Scheint ähnlich wie beim Stand der (Allgemein-)Mediziner zu sein - Die wenigsten haben böse Absichten, das Gros erledigt den Job nach Schema F, während Ärzte die sich intensiv mit den Patienten beschäftigen schon deutlich seltener zu finden sind.
Nur leider kann das Abarbeiten nach "Schema F" in den ARGEn deutlich schneller zu (aus menschlicher wie auch objektiver Sicht) ungerechtfertigten, gravierenden Eingriffen in die Existenz/Lebensgrundlage der "Kunden" führen, als es ein etwas zu hoch oder niedrig dosierter Schleimlöser o.Ä. kann.


Ganz abgesehen davon wird mit dieser Aussage die Qualifikation der Sozialarbeiter in Frage gestellt, die letztendlich die Probleme betrachten und wenn möglich lösen sollen. Vermutlich werden diese sich nicht die Birne zu kippen um dann in Stammtischmanier zu hetzen, anstatt die Tatsachen "sachorientiert anzugehen".

[ nachträglich editiert von p-o-d ]
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10.09.2010 10:00 Uhr von maretz
 
+3 | -1
 
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lol: gute Idee... Denn ganz ehrlich: Wie gut fühlt man sich wenn man beim Amt erstmal ne Std. rumsitzt und wartet damit einen dann ggf. irgendein/e Sachbearbeiter/-in dann nur erzählt das man eh grad nix tun kann...

Dann kann man das auch gleich in ner Kneipe machen. Die Stimmung ist lockerer - und es gibt auch in ner Kneipe Alkoholfreie Getränke...
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10.09.2010 10:22 Uhr von honey_js
 
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DAs: wird ja immer netter mit den Hartzlern.
Die Schweissperlen auf der Stirn kommen bestimmt vom schlechten Gewissen (bei vielen sicher auch vom Alkoholentzug) Also was dene so einfällt...
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10.09.2010 14:13 Uhr von ennak
 
+5 | -0
 
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@Digitalkaese: Was laberst du da fuer eine Scheisse?? Bist du ein bisschen haengengeblieben oder was?
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10.09.2010 14:46 Uhr von aggromon
 
+0 | -2
 
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Ist ja nett, dass man so viel Rücksicht auf die: armen H4 Empfänger nimmt, denen man nicht zumuten kann, in eine normale Beratungsstelle zu gehen, wo sie sich für 30 min von ihrer Sucht entbinden müssen. Da diskutiert man über Bier und Zigarettengeld für süchtige H4 Empfänger und kürzt im selben Atemzug normale Leistungen. Bin ich der Einzige der hier nicht durchblickt, oder will man die Empfänger dazu ermutigen zu Suchtstoffen zu greifen, damit sie schneller das zeitliche segnen?
Als ob die nicht von selbst auf die Idee kommen würden...
Ich finde man könnte auch Hochschulunterricht im Gastgarten abhalten, Führerscheintheoriekurse in Diskotheken, Bewerbungsgespräche in Swingerclubs und die "Stellung" (ich weiß nicht, ob man das ich Deutschland auch so bezeichnet, aber ich meine damit die Tauglichkeitsuntersuchung für den Präsenzdienst) bei einem guten Fußballspiel im Stadion.
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11.09.2010 22:40 Uhr von p-o-d
 
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Hartz IV-Realität im Ggs. zu div. Kommentaren! 1/2: EDIT: Ist etwas lang geworden, ich wollte die Zustände möglichst Detailgetreu darstellen. Vielleicht helfen die Infos ja dem ein oder anderen, Hartz IV besser zu verstehen. Aus menschlicher Sicht! Würde mich freuen…

Bei sehr vielen Vereinen findet ein Treffen in Kneipen statt. Der Hintergrund, dass die Sozialarbeiter in der Kneipe agieren, ist wohl weniger weil sie hoffen in dem *vermeintlich* "natürlichen Umfeld" des Hartz IV-Empfängers mehr Leute zum Beraten zu finden, sondern eher um in einer lockeren Atmosphäre zu beraten.

Es ist natürlich schade, dass dies ein gefundenes Fressen für die Bild und durchweg alle ist, die sich gerne über Hartz IV und entsprechende Leistungsbezieher echauffieren.
Nichts desto trotz halte ich die Wahl der Örtlichkeit grundsätzlich nicht für die Schlechteste... Durch die lockere Atmosphäre werden Sozialarbeiter wohl eher in ihrer Beratung unterstützt, als dass gemeinschaftlich gehetzt wird, da die Probleme vieler Leistungsempfänger häufig einen großen Rattenschwanz an - nicht zuletzt psychischen - Problemen mit sich ziehen, die im Umfeld einer "sterilen" Beratungsstelle u.U. gar nicht erst zur Sprache kommen. Dazu gleich.

Die Situation der Empfänger ist durchaus belastend, wodurch einige schon richtiggehend "Angst" vor einer "normalen Arbeit" haben. Alleine schon die undifferenzierte, mehr oder weniger konkrete Herabwürdigung , wie sie sich oftmals durch die Medien- und Gesprächslandschaft zieht, als „asozialer Schmarotzer der Nation, setzt einen ziemlich gefestigten Charakter voraus, um sich selbst treu zu bleiben. Durch diese, oft unterbewusst durch deren selbst gesteigerten, Art eines „Minderwertigkeitsgefühls“ ruft leider bei einigen auch einen gesteigerten Alkoholkonsum hervor; i.d.R. eine simple menschliche Reaktion um der persönlich belastenden Situation - zumindest gefühlt und temporär - zu entkommen. Im Prinzip nichts anderes macht der Arzt, der Doppelschicht schieben muss und dazwischen zu ein wenig Kokain/Amphetamin greift um Leistungsfähig zu bleiben. Oder etwas entschärft: eine sehr ähnliche Reaktion ist auch der Griff zur Zigarette nach einer akut stressigen Situation. Das vertrackte an der Sache ist, dass die Probleme der Langzeitarbeitslosen, im Gegensatz zur „Zigarette nach dem Stress“, gewissermaßen "chronisch" sind und sich dadurch bedauerlicherweise bei vorhandener Affinität eine Regelmäßigkeit in der "Flucht durch Alkohol" finden lässt. Eine Patentlösung um diese Situation zu verbessern, jenen Menschen evtl. sogar wieder zu einem Job zu verhelfen, gibt es wohl nicht.

Die oben angeführte Ansicht resultiert sowohl aus persönliche Erfahrung, einerseits durch den zeitweiligen Bezug von Leistungen durch mich selbst, andererseits aus meiner ehrenamtlichen Tätigkeit(aus Dankbarkeit, da ich in meiner Notsituation diese Möglichkeit auch nutzen durfte!) im Tafelladen, wo ich viele „Hartzler“ kennen lernen durfte;

Es gab im Großen und Ganzen und sehr grob betrachtet, eigentlich nur 3 Typen von Empfängern:
die Größte waren diejenigen, deren Selbstwertgefühl bereits ziemlich am Boden war – wohin sich auch stets der Blick senkte, wenn jemand an ihnen vorbei lief. Natürlich in mehr oder minder starken Ausprägungen… Diese tendieren eher zu Perspektivlosigkeit (oftmals z.B. aufgrund ihres Alters), sowie Selbstzweifeln und dadurch werden dann letztendlich auch depressive Verstimmungen erzeugt. Ein Teufelskreis gewissermaßen.

[ nachträglich editiert von p-o-d ]
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11.09.2010 22:41 Uhr von p-o-d
 
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Hartz IV-Realität im Ggs. zu div. Kommentaren! 2/2: e nächste, größere, Gruppe sind diejenigen gewesen, die sich mit ihrer Situation (zumindest nach außen hin) recht gut klar kommen haben und so in den Tag reinleben. Diese sollten m.M.n. einen größeren Anreiz (kein heftiger Druck durch Zwangskürzungen, sondern Belohnung – in welcher Form auch immer… Hier muss irgendwie Motivation geschafft werden, das geht häufig nicht mit Zwang - dadurch werden eher die Zeitarbeiter „zum verheizen“ geboren…) dazu bekommen, sich eine sinnvolle Tätigkeit zu suchen und durchzuziehen(!) bzw. bei Immigranten mit gebrochenem Deutsch, deutlich mehr Engagement im Erlernen der deutschen Sprache zeigen und dabei auch gefördert zu werden. Selbst wenn sie gute Arbeiter sind bzw. wären, ist doch ein Mindestmaß an Sprachschatz der Landessprache von Nöten. Es ist traurig, dass gerade diese sich öfter zu Personen mit derselben Muttersprache gesellen und sogar mit den Kindern oftmals kein Deutsch gesprochen wird. Hier sollte in meinen Augen schon ein gewisser Zwang herrschen, zumindest wenn Kids im Spiel sind – die bekommen nämlich später richtig Probleme und laufen auch Gefahr zu sog. „Milieu-Kindern“ heranzureifen, deren Vorstellungen vom Leben, sofern sie sich damit überhaupt befassen, zumindest sehr fragwürdig sind. Hier gibt es große Probleme mit der Integration (das Wort „integrieren“ kann sowohl aktiv durch Eigeninitiative des zu integrierenden, als auch passiv seitens der Integrationsfordernden, genutzt werden! Will sagen: es gehören immer mehrere dazu, es ist somit nicht unbedingt die alleinige Aufgabe der Gesellschaft, wie es oft angenommen wird wenn davon die Rede ist… ;-))
Die letzte größere und mir persönlich unsympathischste Art von Kunden waren diejenigen welche (als Schutzreaktion vor einem Minderwertigkeitskomplex? K.A.!) einen stark übersteigerten Egoismus an den Tag lieferten. Ebendiese Empfänger sehen die Geldzuwendungen seitens des Staates als Selbstverständlichkeit an und versuchten oft ihre ungerechtfertigten Ansprüche, welche zudem für deren Situation oft recht hoch gesteckt waren, ziemlich proletenhaft durchzusetzen… Im Beispiel der „Tafel“ bspw. der gewollte Kauf einer Vielzahl rarer Waren wie Eiern oder Milch. Häufiger hörte ich von den immer Gleichen als „Argument“ in der Art „Ich bin hier Kunde und ihr kriegt Geld von mir! Das steht mir verdammt noch mal zu!!!“.
HALLO?! Die „Tafel“(zumindest vor Ort)ist eine durch freiwillige Helfer entstandene und zudem uneigennützige(sic! Einnahmen werden in Großkäufe gesteckt, die günstig weiter gegeben werden, zumindest hier wird nicht (auch nicht teilweise!), in die Tasche der Initiatoren gewirtschaftet!

Gerade dieser Teil der Hartz IV-Beziehenden ist auch derjenige, der dem Großteil der arbeitenden Bevölkerung verdammt sauer aufstößt, da sich leider viele der Vorurteile in ihnen wiederfinden. Da dies das offenbar gewünschte Bild eines Durchschnitts-Empfängers ist, schaffen diese Menschen es auch häufiger in die Medien als die anderen Gruppen. Meinen - natürlich sehr beschränkten und keinesfalls allgemeingültigen! - Beobachtungen bei der „Tafel“ nach, hatten ca. 1-2 von 10 Kunden eine solche Denk- und Verhaltensweise (entwickelt?). Hier bin ich auch klar für ein härteres Durchgreifen, da diese „Dekadenz“ offenbar daraus resultiert, dass es ihnen (finanziell, wie auch vom Arbeitswillen betrachtet) äußerst gut zu gehen scheint in ihrer „Bedürftigkeit“.
Problematisch ist es allerdings diese schwarzen Schafe auszufiltern. Bei solch einem asozialen Verhalten würde ich, hätte ich den entsprechenden Einfluss, z.B. eine Zeit lang die Einkaufsberechtigung bei der Tafel entziehen, damit sie sehen dass es eine *wohlgemeinte Zuwendung* für Bedürftige ist, keine Selbstverständlichkeit. Auf offiziellem Wege lässt sich ja leider nicht viel gegen solche zu machen, da sie sich um alles winden was ihnen nicht passt. Aber ob da mehr Handlungsspielraum seitens „Fallmanager“ die ultimative Lösung darstellt, wage ich zu bezweifeln. Es würde – den entsprechenden Charakter des ARGE-Mitarbeiters, oder schlicht einen „schlechten Tag“ vorausgesetzt – auch definitiv zu Benachteiligung von Personen kommen, bei denen es eigentlich ungerechtfertigt ist (z.B. aus ebendieser o.g. psychischen Instabilität – da muss Unterstützung her und keine Sanktion!). Eine nicht ganz einfache Sache…
Aber ich denke, nun habe ich genug aus dem Nähkästchen geplaudert. Vielleicht helfen meine Gedankengänge ja jemandem bei der Urteilsbildung über Hartz IV(-Empfänger) und regen n bisserl zum Nachdenken an ;-).

[ nachträglich editiert von p-o-d ]

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