Rätsel um gewebezersetzende Wirkung von Vipernbissen gelöst
Vipern sind allesamt hochgiftig, jedoch bestehen Unterschiede in der Wirkung ihrer Bisse: Die Zersetzung des betroffenen Gewebes ist bei manchen Schlangenarten lokal beschränkt, während die Gewebeschäden bei anderen Arten deutlich umfangreicher sind und sogar ganze Körperteile umfassen können.
Dieser Sachverhalt war bislang rätselhaft, weil die Aminosäuresequenzen und auch die Struktur der Giftenzyme äußerst ähnlich sind. Klaus R. Liedl von der Universität Innsbruck hat in Kooperation mit zwei anderen Forschungsteams nun offenbar die Erklärung für die unterschiedlich starke Ausbreitung gefunden.
Er erstellte zunächst Computersimulationen auf Basis von kristallisierten Giftproteinen. Es zeigte sich, dass die Enzyme einen kleinen Bereich aufweisen, der mal mehr und mal weniger beweglich ist. Die agilere Variante verursacht Schäden am gesamten Körperteil - die unbeweglichere hat eine lokal begrenzte Wirkung.