Meereswurm schreibt Evolutionsgeschichte des Großhirns neu
Neue Erkenntnisse über den Meeresringelwurm "Platynereis dumerilii" könnten dazu führen, dass die Evolutionsgeschichte des Großhirns teilweise umgeschrieben werden muss. Zu diesem Ergebnis kam ein Forschungsteam um Raju Tomer vom Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) in Heidelberg.
Der Meeresringelwurm verarbeitet Sinnesinformationen mit Hilfe so genannter Pilzkörper. Zur Untersuchung dieser Pilzkörper entwickelte Tomer eine neue Methode, die wesentlich genauer ist als übliche Verfahren. So konnte er innerhalb der Pilzkörper komplexe großhirnartige Zellstrukturen nachweisen.
Der Fund deutet darauf hin, dass der Ursprung des Großhirns viel älter ist, als man vermutet hatte. Demnach stammen die großhirnartigen Zellnetzwerke des Wurms und das menschliche Großhirn von einer gemeinsamen Urstruktur ab, die sich vor mehr als 600 Millionen Jahren in primitiven Meeresorganismen entwickelte.