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Die Türkei räumt Versagen bei Menschenrechten im Mordfall Hrant Dink ein

Die Türkei hat ihre Position im Mordfall Hrant Dink inzwischen revidiert. Dreieinhalb Jahre nach dem Mord an dem armenisch-türkischen Journalisten hat sich die Regierung in Ankara zum ersten Mal der Mitschuld bekannt. Präsident Abdullah Gül sagte ausdrücklich, die Türkei habe im Fall Dink versagt.

Die Worte des türkischen Präsidenten sind eine Reaktion auf haarsträubende Aussagen von Beamten des Außenministeriums, die vor dem Europäischen Menschenrechtsgericht in Straßburg im Fall Dink skandalöse Nazi-Vergleiche gezogen hatten. Nachdem Medien darüber berichtet hatten, gab es in Ankara Bewegung.

Die Türkei will einräumen, bei zwei Artikeln der Europäischen Menschenrechtskonvention versagt zu haben. Dies betrifft die Rechte auf Leben sowie freie Meinungsäußerung. Mit diesem Schuldeingeständnis will die Türkei die skandalöse Verteidigungsschrift der Beamten im Fall Dink verschwinden lassen.


WebReporter: poseidon17
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Türkei, Mordfall, Versagen, Hrant Dink
Quelle: www.tagesspiegel.de

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16 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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28.08.2010 18:12 Uhr von poseidon17
 
+13 | -3
 
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Bitte die Quelle lesen, es geht beim besten Willen nicht alles rein. Ich finde es gut, dass die Türkei ihre bisherige Haltung im Fall von Hrant Dink überdenkt und auch mit dessen Familie eine Einigung zu finden versucht.
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28.08.2010 18:19 Uhr von anderschd
 
+12 | -4
 
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Ich kenne den Fall zwar nicht: genau. Aber wenn die Regierung wirklich so handelt, muß man dem Respekt zollen, oder?

[ nachträglich editiert von anderschd ]
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28.08.2010 18:29 Uhr von aknobelix
 
+13 | -15
 
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ich finde es absolut erbärmlich von der türkischen regierung,das sie immer nur nach internationalem druck handelt.da wird sich nichts ändern.
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28.08.2010 19:04 Uhr von anderschd
 
+10 | -6
 
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Schade, dass die Einstellung der Regierung so gesehen wird. Ist es nicht auch ein Zeichen von Stärke, Fehler einzugestehen? Wer tut das heut zu Tage noch?

[ nachträglich editiert von anderschd ]
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28.08.2010 19:04 Uhr von lutze92
 
+10 | -11
 
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Da es: die Zeit der Eingeständnisse für die Türkei ist, wie wäre es da mit einer Stellungnahme zum Völkermord an den Armeniern?
Auch wenn das Abschlachten von 1,5 Millionen Zivilisten unter den Terminus "kriegsbedingte Sicherheitsmaßnahmen" (offizieller Wortlaut der türkischen Regierung) fällt, dürfte es doch wohl eine Erwähnung wert sein.
Dazu Eingeständnisse,die müssen her und selbst dann müsste man keinen Respekt zollen.Bekommen wir Deutschen ja auch nicht für unser Bemühen, unsere Schuld 24 Stunden am Tag einzugestehen.
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28.08.2010 19:09 Uhr von biertrinker23
 
+10 | -4
 
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Gut: wenn sie so etwas zugeben.

Das verdient Respekt.

Zu hoffen ist, dass sie daraus gelernt haben und es in Zukunft gar nicht mehr soweit kommt.
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28.08.2010 19:10 Uhr von Verfassungsschuetzer
 
+7 | -12
 
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@anderschd: Zollst du auch sonst jedem Mörder Respekt, welcher in einem Gerichtssaal auf Anraten seines Anwalts seine Schuld eingesteht? Nicht anders verhält es sich auch mit der Türkei.
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28.08.2010 19:14 Uhr von anderschd
 
+7 | -3
 
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Oh ja, toller Vergleich. Oder war das ein Mord im Auftrag der türkischen Staatsführung?
Mir geht es mehr um das Eingestehen von Fehlern einer Regierung. Den Fall kenne ich nicht, wie schon geschrieben. Aber ich merk schon, worauf das hinläuft hier.

[ nachträglich editiert von anderschd ]
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28.08.2010 19:27 Uhr von Verfassungsschuetzer
 
+7 | -5
 
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Ignoranz? Dann lies doch die Quelle! Wonach sieht es denn aus, wenn türkische Polizisten nach der Festnahme des minderjährigen Mörders zusammen mit ihm "patriotische Erinnerungsfotos" machen und die Behörden sich zusätzlich weigern Verbindungen zu möglichen Helfern von Seiten türkischer Politiker aufzuklären? Hmm? Aber ich merk schon, worauf das hinausläuft hier.


"Nach dem Mordanschlag auf Dink im Januar 2007 wurde der Todesschütze zwar schnell gefasst, doch in dem nach wie vor laufenden Prozess sperren sich die Behörden gegen Forderungen, etwaige Verbindungen zu möglichen Helfern oder Hintermännern im Staatsapparat zu durchleuchten.

Die Istanbuler Polizei soll Hinweise auf den Mordplan gehabt, aber nichts dagegen unternommen haben. Nach der Festnahme des Mörders Ogün Samast posierten einige Polizisten zusammen mit dem damals minderjährigen Todesschützen für patriotische Erinnerungsfotos."

http://www.tagesspiegel.de/...

[ nachträglich editiert von Verfassungsschuetzer ]
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28.08.2010 19:38 Uhr von anderschd
 
+4 | -3
 
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Ja mittlerweile: hab ich einiges gelesen. Spekulationen über Verbindungen und anderes kann ich nicht kommentieren, eben weil es Vermutungen sind.
Und das es Spinner gibt die sich auf die Seite des Mörders schlagen, nun ja, die gibt es immer bei einem Mord auf dieser Ebene.
Das alles hat aber nix mit meiner Aussage zu tun.
Stell dir mal vor, die USA meint sagen zu müssen: Tut uns leid mit 9/11, das wir die Türme gesprengt haben.
Sofern das stimmen würde.
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28.08.2010 19:50 Uhr von majastick
 
+6 | -8
 
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lol: "die Türkei habe im Fall Dink versagt. "

LOOL Ja neben anderen zigtausenden Fällen...ja :D
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28.08.2010 20:01 Uhr von Verfassungsschuetzer
 
+4 | -2
 
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@anderschd: Haha, witzig! Du sollst nicht die Vermutungen kommentieren, sondern die Verweigerung der Behörden diese Vermutungen zu prüfen. Ist das so schwer für dich zu verstehen?

Nochmal: Wie soll man deiner Meinung nach denn Vermutungen nachgehen wenn sich türkische Behörden weigern Verbindungen zu möglichen Helfern oder Hintermännern im Staatsapparat und dem Mörder aufzuklären?

Und bei den "Spinnern" handelt es sich um mehrere(!) POLIZISTEN! Würdest du das selbe sagen, wenn eines Tages deutsche Polizisten ungestraft mit Nazis Erinnerungsfotos schießen werden, welche zuvor Türken ermordet haben?

Und dein Beispiel täuscht auch nicht darüber hinweg, dass die türkische Regierung nur auf Druck sich entschuldigt hat. In Wahrheit steht sie wohl nicht unwahrscheinlich hinter dem Mörder. Sowas verdient sicherlich nicht meinen Respekt.

[ nachträglich editiert von Verfassungsschuetzer ]
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28.08.2010 20:01 Uhr von XL-Schrauber
 
+7 | -1
 
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War zu erwarten: Als ich die Überschrift gelesen habe, war ich ja wirklich erstaunt.
War es doch für mich undenkbar, der türkischen Regierung so was zuzutrauen.
Habe dann die Quelle (auf anraten des Autors) gelesen und folgende Passage gefunden:

„Mit dem Schuldeingeständnis, das den Straßburger Richtern vor der erwarteten Urteilsverbündung am 14. September vorgelegt werden soll, will Ankara zum einen die skandalöse Verteidigungsschrift der Außenamtsbeamten in der Versenkung verschwinden lassen. Zum anderen bemüht sich die Regierung um eine gütliche Einigung mit der Familie Dink, um die blamable und absehbare Verurteilung durch Straßburg zu vermeiden.“

Somit wurde mein Vorurteil wieder mal bestätigt.

[ nachträglich editiert von XL-Schrauber ]
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28.08.2010 20:07 Uhr von anderschd
 
+3 | -5
 
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Nein nein. Ich verstehe schon, was DU meinst mir sagen zu müssen.

[ nachträglich editiert von anderschd ]
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28.08.2010 20:19 Uhr von Verfassungsschuetzer
 
+3 | -2
 
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@anderschd: Schön. Nur leider verstehe ich dich nicht.

Was glaubtest du z.B. vorhin, "worauf das hinläuft hier"?
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28.08.2010 20:36 Uhr von anderschd
 
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Mindestens 3: haben es bis jetzt verstanden.

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