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Frankreich: Wissenschaftler fordern das Ende des Kernfusionsprojekts ITER

Wegen der steigenden Kosten beim Bau des ITER, einem Reaktor mit dem in Frankreich ab 2020 Energie aus der Kernfusion gewonnen werden soll, fordern namhafte Wissenschaftler eine Beendigung des Projekts. Man befürchtet Konsequenzen für andere Projekte, wenn die Kosten auf 15 Milliarden Euro steigen.

Der Physik-Nobelpreisträger Georges Chapak und andere Forscher kritisieren, dass man manche Probleme derzeit noch gar nicht gelöst habe. Man wisse beispielsweise nicht, wie man das benötigte Tritium in großen Mengen herstellen soll und das 100 Millionen Grad heiße Plasma eingeschlossen werden kann.

Als Alternative empfiehlt man die Erforschung von neuen Kernkraftwerken. Diese sollen Atommüll in Brennstoffe umwandeln und könnten somit saubere Energie für 5.000 Jahre liefern. Der Anteil der EU am ITER ist bereits von 2,7 Milliarden Euro auf 7 Milliarden Euro gestiegen.


WebReporter: Getschi
Rubrik:   Wissenschaft
Schlagworte: Frankreich, Wissenschaftler, Kernfusion
Quelle: science.orf.at

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14 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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10.08.2010 22:30 Uhr von Benno1976
 
+9 | -3
 
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Wieso: baut man eigentlich einfach mal drauf los, ohne die grundlegenden Technologien überhaupt erforscht zu haben ?! Bringt ja irgendwie nix, das Teil zu bauen und es dann nie anzufahren weil der Treibstoff fehlt und der Reaktorbehälter der Belastung nicht standhalten kann.
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10.08.2010 22:41 Uhr von hertle
 
+7 | -3
 
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@Benno1976: Tja das ist genau das Problem der ganzen Atomindustrie. Man hat einfach mal angefangen an Technologien zu basteln ohne zu wissen ob man das Ganze beherrscht oder was man mit den Abfällen machen soll.
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10.08.2010 23:09 Uhr von DirtySanchez
 
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Kernfusion wird sogar seit den 50ern erfolgreich betrieben, es geht in der modernen Fusionsforschung lediglich darum, eine positive Energiedifferenz zu erhalten, d.h. mehr Energie raus zu bekommen, als man rein steckt. Mit ITER hofft man, dass dies zum ersten Mal gelingen wird. Schließlich braucht man dazu eine große Anlage für eine hohe Ausbeute. Tritium kann man gut aus Lithium in (Kernfissions-)Schwerwasserreaktoren erbrüten.
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10.08.2010 23:09 Uhr von hofn4rr
 
+6 | -0
 
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welche kosten? für das geld bräuchte man blos eine bank pleite gehen lassen oder 1 jahr lang aus der eu austreten =>

ansonsten würde es auch schon vollkommen reichen das "geld" in vorhandene technologien zu investieren um nachhaltig energie zu gewinnen, vorwiegend dezentral.
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10.08.2010 23:23 Uhr von DirtySanchez
 
+9 | -1
 
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"in vorhandene technologien zu investieren"
Wenn man immer so an Probleme rangegangen wäre, würden wir heute unsere Felle mit extrem gut hergestellten Steinkeilen herstellen und Mammuts mit perfekt ausbalancierten Speeren erlegen.
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10.08.2010 23:38 Uhr von K.T.M.
 
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Kosten: Für Grundlagenforschung sollte immer Geld da sein. Auf anderen Gebieten wird soviel Geld verschwendet, da sollte man solche Projekte ohne Probleme unterstützen können.

btw: Täuscht es oder kosten großen Projekte immer wesentlich mehr als ursprünglich geplant? ITER, LHC und Wendelstein 7-X mal als Beispiele. Warum ist das so?
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11.08.2010 00:21 Uhr von tsuyo
 
+2 | -3
 
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Ich musste: bei ITER iwie Schmunzeln.. Ich mein Englisch und so :D
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11.08.2010 01:52 Uhr von hofn4rr
 
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@DirtySanchez: >> Wenn man immer so an Probleme rangegangen wäre, würden wir heute unsere Felle mit extrem gut hergestellten Steinkeilen herstellen und Mammuts mit perfekt ausbalancierten Speeren erlegen. <<

ich sag ja auch nicht das man deswegen mit dem pferd reiten muss um zur arbeit zu kommen =>

genausowenig das man aufs auto verzichten soll, weil in fünfzig jahren vielleicht jeder mal ein eigenes raumschiff hat, das man beim fusionsreaktor dann aufladen kann ==>
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11.08.2010 03:32 Uhr von fallobst
 
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@ hofn4rr: ja aber was sagst du dann? dann bleibt doch nichts mehr.
du willst einerseits in neue techniken investieren bzw. diese erforschen, aber andererseits bist du dagegen und willst lieber altbewährtes nutzen anstatt neues zu testen/erforschen...

bin ich der einzige, für den das paradox ist?
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11.08.2010 04:47 Uhr von hofn4rr
 
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@fallobst: ein paradoxon ist keinesfalls automatisch ein widerspruch insich, sowie "weniger" im endeffekt auch "mehr" sein kann =>

>>... willst lieber altbewährtes nutzen anstatt neues zu testen/erforschen...<<

ja bevor ich meinen eigenen raumgleiter entwickele, den ich anno hastenichtgesehen bei einem fusionsreaktor aufladen kann, gehe ich halt zu fuß, fahre mit dem fahrrad oder dem auto ===>

oder übertragen insachen energie, wendet man bereits erforschtes/bewährtes an, bis sich neues, etwas besseres findet.

und genau da findet sich bei den bereits erforschten und bewährten alternativen einiges was man anwenden kann ohne
die begrenzten ressourcen vollends auf den kopf zu hauen, nur um kurzfristigen profit den vorzug zu geben zu müssen.

es gibt bereits energieautarke gemeinden und städte, die entweder aus der müllverbrennung, aus biogas, der wasserkraft usw. genug strom und wärme gewinnen können.

aus betriebswirtschaftlicher sicht mögen derzeit noch erdgas oder öl günstiger sein damit es im winter nicht zu kalt wird und wir mobil sein können.
auch mag es unter dem strich derzeit noch günstiger sein die akw`s noch länger am netz zu lassen.

auf längere sicht jedoch, lohnt es sich mit sicherheit jetzt schon, auf alternativen zu setzen die uns unabhängig machen.

das geld und eine unzahl an lobbyvertretern dagegen arbeiten und lieber weiterhin auf den fusionsreaktor anno hastenicht gesehen setzen leuchtet mir schon ein ==>
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11.08.2010 11:38 Uhr von hofn4rr
 
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@Getschi: >> Die Frage ist ja, wie man sowas finden soll, ohne zu forschen? Kernfusion ist aufwändig und wird nicht mal ebenso von einem Bastler im Keller entwickelt. <<

ich habe auch nie geschrieben das man die kernfusion nun nicht mehr mit den lächerlichen 15 milliarden euro weiter finanzieren, erforschen soll.
das eine schließt das andere ja deswegen nicht aus.

und lächerlich deswegen, weil es der menschheit wesentlich mehr wert sein sollte, als banker je quartal an boni einstreichen.

>> Kurzfristiger Profit? Hallo? Kernfusion ist derzeit eher Grundlagenforschung! <<

kurzfristiger profit insachen endlicher ressourcen, nicht der erforschung einer technologie die >vielleicht einmal< in 50 jahren anwendung finden könnte.

>> Und Kernfusion ist so eine Alternative, in die man investiert um auf längere Sicht Energie zu haben. <<

soviel zeit haben wir nicht mehr, bis es vielleicht irgendwann mal soweit sein könnte.

paradoxon

>> Man sagt aber nie "weniger Äpfel sind mehr Äpfel". <<

man sagt sich jedoch unter geneigten landwirten und gärtnern, das der apfelbaum >mehr< früchte trägt, wenn der baum im herbst beschnitten wird, da eine vielzahl an trieben keinesfalls auch mehr früchte bringt =>

wiki meint auch: Ein Paradoxon ist ein >scheinbarer< oder tatsächlich unauflösbarer, unerwarteter Widerspruch.
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11.08.2010 14:25 Uhr von CHR.BEST
 
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Bei Tschernobyl war ja auch nicht der Atommüll das größere Problem sondern daß das Ding explodiert ist und dadurch halb Europa verstrahlte.
Selbst wenn sich durch neuere Techniken eine Explosion konstruktionsbedingt verhindern ließe und Atommüll irgendwie "mitverbrannt" würde, bliebe nach wie vor die Gefahr, daß durch eine Naturkatrastrophe oder ähnlichem der Reaktor undicht würde und so radioaktiver Staub in die Luft, den Boden und das Wasser gelangen könnte.

Daher sollte man sich prinzipiell auf andere Arten der Energiegewinnung konzentrieren wobei die regenerativen Energiequellen genauso wichtig sind, wie die Kernfusionsforschung ... vielleicht sogar noch wichtiger, weil selbst wenn es gelingt, ein funktionierendes Fusionskraftwerk zu bauen, so würde die Energie wiederum in Form von Wärme frei und müßte - wie bei heutigen Kraftwerken auch - aufwändig durch Wasserdampf und Turbinen in elektrische Energie umgewandelt werden, während etwa 2/3 der Energie sinnlos verloren gingen bzw. einen ganzen Fluß soweit aufheizen würden, daß die Fische darin krepieren.

Nebenbei würden Großkraftwerke auch wieder nur den Stromriesen wie z. B. RWE in die Hände spielen, um uns weiterhin mit Phantasiepreisen abzuzocken.

Wohingegen eine Solaranlage auf dem Dach oder ein Windrad
a) keinen Fluß künstlich aufheizt und
b) keine nimmersatten Konzerne mit hartverdienten Euros stopft.

Es sollten also Forschungsgelder für beide Technologien bereitgestellt werden (Fusion + Regenerativ). Hingegen könnte man meinetwegen die Forschungsgelder für Spaltungsreaktoren getrost weitestgehend zusammenstreichen sowie alle bisher diesbezüglich gezahlten Steuergelder von den Atomkraftwerksbetreiber zurückfordern, zusammen mit allen Unkosten, die dem Steuerzahler für Unterbringung des bisherigen Atommülls bislang entstanden sind.

Schließlich muß auch jeder Privatmann für Abholung und Deponierung seines Hausmülls komplett aufkommen. Wieso wurden Kraftwerksbetreiber wie RWE, EnBW, Vattenfall und E.ON wegen ihres Atommülls bislang noch nie zur Kasse gebeten?
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11.08.2010 16:16 Uhr von hofn4rr
 
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@CHR.BEST: >> Wieso wurden Kraftwerksbetreiber wie RWE, EnBW, Vattenfall und E.ON wegen ihres Atommülls bislang noch nie zur Kasse gebeten? <<

die frage habe ich mir auch schon einmal gestellt.
bis mir aufgefallen ist das es wohlmöglich ein zusammenhang gibt unter politikern die sich in aufsichtsräten hiesiger energieriesen etwas dazuverdienen wollen.

>> Es sollten also Forschungsgelder für beide Technologien bereitgestellt werden (Fusion + Regenerativ). <<

beides geschieht ja bereits seit längerem, wobei man bei der regenerativ-geschichte auch verstärkt mit dem umsetzen anfangen müsste.

die abhängigkeit von leuten die sich am aktienmarkt anteile von energieunternehmen kaufen, die einst dem volk gehörten, erzeugt ein gewisses unbehagen.
wie wenn man einem politiker vertrauen müsste ==>
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19.08.2010 10:25 Uhr von kuschinski1
 
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sehr traurige entwicklung: genau, neue atomkraftwerke bauen. und vielleicht
noch ein paar tolle braunkohlekraftwerke. das sind
wirklich tolle namhafte wissenschaftler, die da
ihre ratschläge abgeben. sehr traurig das ganze.

vielleicht kann man auch noch mehr der höchst
effizienten windräder in die landschaft stellen.die
hat man ja noch nicht genug subventioniert. und die
sehen ja auch toll aus. und dann könnte man auch
bald wieder korn mit windmühlen verarbeiten.
fortschritt braucht man ja nicht. natürlich kann
man auch energieeffizienz als fortschritt
betrachten, aber echter fortschritt ging bisher
immer mit einer erhöhung der energiebedarfs einher.
sicher hat man noch nicht alle probleme gelöst.
daher handelt es sich um einen

forschungsreaktor.die menschen scheinen nicht ganz
zu verstehen: das ist keine beschäftigungstherapie
für wissenschaftler, wie man sie sonst so oft in
der forschung findet. hier macht was ausnahmsweise
mal sinn und zwar viel sinn.

das macht mich so wütend. normalerweise schreibe
keine kommentare auf webseiten aber hier konnte
ich nicht mehr an mich halten.

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