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DSL auf dem Land - Vogtland übernimmt Führungsposition

DSL in ländlichen Regionen ist ein schwieriges Thema. Viele Gebiete werden selbst heutzutage nur mit DSL-Light oder ISDN versorgt. Im sächsischen Vogtland ist dies ebenfalls der Fall. Dort findet nun aber eine Revolution in Sachen DSL-Ausbau statt.

Nach einer fünfmonatigen europaweiten Ausschreibung hat die deutsche Telekom AG den ca. acht Millionen Euro teuren Zuschlag zum Ausbau des DSL-Netzes erhalten. In den kommenden zwei Jahren soll dort ein Glasfaser-Grundnetz verlegt werden, mit dem DSL-Geschwindigkeiten bis zu 50 MBit/s möglich werden.

Solch hohe Übertragungsraten sind in Deutschland bisher nur in einigen Großstädten oder in großen Ballungsräumen wie dem Ruhrgebiet verfügbar. Nach Ende des Ausbaus (Herbst 2012) ist das Vogtland dann die bestausgebaute ländliche Region in Sachen DSL-Netz / Geschwindigkeit in Deutschland.


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WebReporter: Arra
Rubrik:   High Tech
Schlagworte: Internet, DSL, Deutsche Telekom, Vogtland, Glasfasernetz
Quelle: www.alte-kiehvotz.de
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9 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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09.08.2010 22:48 Uhr von schupfnudel
 
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bevor: bevor wir flächendeckend kabel gelegt haben damit jeder sein DSL 16k bekommt haben wir alle HSDPA und oder LTE und dann brauchen wir keine Kabel mehr ;)

Zumindest sehe ich darin die Zukunft :)
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09.08.2010 22:56 Uhr von NobodySnake
 
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na schön

wir bringen also Breitbandinternet in eine dünnbesidelte und strukturschwache Region wo 70 % der Bevölkerung jenseits der 60 sind und damit eh nichts anfangen können.

Versteht mich nicht falsch, es ist schön für diejenigen die dort leben aber ich denke solch eine Investition würde in anderen Gebieten ökonomisch mehr Sinn machen.
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09.08.2010 23:43 Uhr von WinnieW
 
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@schupfnudel: Mit Funk wird innerhalb der nächsten 20 Jahre auf keinen Fall das Tempo _pro_ Nutzer möglich sein wie mit Kabel.

Du musst bedenken dass die Geschwindigkeitsangaben der Mobilfunker eben _nicht pro Nutzer_ sind.

Ich hatte vor einiger Zeit mal ausgerechnet wie viele Mobilfunkbasisstationen bei UMTS notwendig wäre um jedem zehnten Einwohner in Deutschland 1 MBit/s zu gewährleisten.

Halte dich fest: 2 Millionen Basisstationen
Der Stückpreis einer Basisstation liegt im fünfstelligen Bereich.
Jetzt kannst du dir versuchen vorzustellen. Was das kostet... und dann reden Leute hier von mobilen Flatrates, womöglich noch für 20 € im Monat...
Damit sich die Investitionen in 50+ Jahren amortisieren. Super realistisch...
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10.08.2010 00:59 Uhr von geisi1909
 
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In unserem 2000 Seelen Ort ist gerade das DSL auf 50.000 ausgebaut worden hier hatten vorher alle ISDN jetzt 50.000 unser DSL ist jetzt das beste in einem Umkreis von 70 Kilometern :D
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10.08.2010 01:59 Uhr von no_trespassing
 
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In 5-10 Jahren wird keiner mehr in Dörfern wohnen wollen, wo nicht schnelles Breitband verlegt ist.

Den heutigen Senioren ist es weitgehend noch egal, aber die heutige 50+-Generation rückt ja auch nach. Und die sind ja schon deutlich aktiv im Internet,

Wenn die heutigen 30+/40+ dann Ausschau nach Wohneigentum in dörflichen Gegenden halten, Häuschen im Grünen und so, dann spielt die Breitbandversorgung eine ebenso große Rolle wie fließendes Wasser oder Strom.

Wenn da ein Dorf dann mit VDSL50 oder sogar 100 Mbit synchron klotzen kann, dann ist das ein gewaltiger Standortvorteil.

Die Telekom hat vor Jahren oft den Fehler gemacht, aufgrund der hohen Kupferpreise oft nur zweiadrige statt dreiadrige Kabel zu verlegen. Mit dem Ergebnis, dass man heute dämpfen muss, damit überhaupt eine Straße an DSL1000 angeschlossen werden kann.
Im Endeffekt wäre der Kupferpreis scheißegal gewesen, denn jetzt dürfen die ganzen Straßen wieder aufgerissen werden.

Abgesehen davon, dass mir von Telekom-Mitarbeitern öfters auf Anfrage bestätigt wird, dass die Kommunikation zwischen den Behörden und der Telekom zur Kooperation so gut wie gar nicht läuft.

Es wäre so einfach: Wenn eine Kommune eine Straßenausbesserung beschließt/vornimmt, informiert sie die Telekom, die daraufhin sich anschließt und ihre Kabel gleich mitverlegt. Aber im Land der großen Organisationsmeister funktioniert eben das nicht.
In der Praxis sieht das so aus: Die Stadt reißt die Straße auf, verlegt ihre Rohre und macht sie wieder zu. Ein paar Monate später steht man vor dem Problem, dass wieder aufgebaggert werden muss, weil die Internet-Kabel nicht berücksichtigt wurden. Und das Aufbaggern ist das teuerste an der Geschichte. Man könnte so viel Geld sparen, wenn man mal ein funktionierendes Netz aufbaut.

Mein Traum wäre es ja, unter allen Straßen ein Stahlrohrnetz zu verlegen und da die Kabel durchlaufen zu lassen. Immer wenn eine neue Übertragungstechnik/ein neuer Standard kommt, kann man per Miniroboter die alten Kabel aus dem Netz herausziehen und die neuen durchschleifen lassen. Kostet für ganz Deutschland sicherlich einen dreistelligen Milliardenbetrag, aber auf 50-100 Jahre rechnen sich das immens, weil man gar nicht mehr aufbaggern bräuchte.
Irgendwann im Jahre 2025 steht man vor dem Problem, dass VDSL zu langsam ist und dann müssen wieder die Straßen aufgemacht werden, um 1-Gbit-Anbindungen für jeden Haushalt zu ermöglichen. Wie gut wäre es da, einfach die alten Kabel unter der Straße aus den Rohren zu ziehen und die neuen einfach durchzuziehen. In ein paar Wochen wäre ganz Deutschland dann auf dem neuesten Stand. Aber naja, das sind Visionen.

Dennoch: Jede Aufrüstung ist eine gute Investition. Und jedes Dorf, das DSL ausbaut, zeigt, dass es zukunftsfähig sein will. Ohne Breitbeand ist man in 5-10 Jahren gerade für jüngere Leute quasi Niemandsland.

[ nachträglich editiert von no_trespassing ]
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10.08.2010 10:10 Uhr von Starbird05
 
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also Sie sollten erst mal Flächendeckend ein DSL-Netz aufbauen und nicht die großen immer größer machen.

Aber bei uns haben sie auch schon angefangen auf dem Land auszubauen.... Ich wohne ich einen etwas größeren Dorf wo DSL 16k ankommt meine Eltern wohnen in einen ganz kleinen Dorf auf dem Land und die haben jetzt DSL 35k neu bekommen und da kommt auch laut Messung 32k an
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10.08.2010 10:17 Uhr von datenfehler
 
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@NobodySnake: " na schön

wir bringen also Breitbandinternet in eine dünnbesidelte und strukturschwache Region wo 70 % der Bevölkerung jenseits der 60 sind und damit eh nichts anfangen können.

Versteht mich nicht falsch, es ist schön für diejenigen die dort leben aber ich denke solch eine Investition würde in anderen Gebieten ökonomisch mehr Sinn machen."

Ach komm. Die Telekom baut das Netz aus. Was heißt das dann in der Praxis? Jedes zweite Haus, das DSL beantragt, bekommt nen Brief. "Sorry, aber die Leitung geht nur bis 50m vor ihr Haus. Den Rest zu legen würde sie zwischen 5000 und 20000 Euro kosten." <- Varianten dieser Story hab ich schon mehrmals erlebt.

8Millionen Euro für den Zuschlag. Die Hälfte wird ohnehin erstmal in die Tasche des absolut hochqualifizierten und fähigen Manager wandern, der den Zuschlag ermöglicht hat. 2 Mio gehen noch für die Planung drauf und noch weitere 1,8 Mio für neue Autos der Geschäftsführung. Dann bleiben ganze 200 000 Euro für die Versorgung des Vogtlands. LOOOOL
Ja, das war jetzt etwas sarkastisch, aber mich würde es nicht wundern, wenn es tatsächlich in der Art ablaufen würde. Den Eindruck erweckt es manchmal, wenn man hört: "Die Telekom baut ihr Netz wieder aus." und dann sieht, wie wenig passiert ist.
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10.08.2010 11:54 Uhr von karmadzong
 
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@ no_trespassing: den schwarzen Peter kannst du von der Telekom direkt wieder an die Kommunen weitergeben.. bei uns im Kreis (und das ist doch recht ländlich geprägt) wurde in den letzten zehn jahren ein großer teil des Trinkwassernetzes zwischen den Ortschaften verlegt. dafür wurden auch großzügig und in nicht geringer Tiefe Frischwasserrohre verlegt. es wäre vom aufwand her ein leichtes gewesen in die gleichen Gräben noch ein 10 cm Leerrohr zu legenin das dann irgendwann mal ein Glasfaser oder meinetwegen auch Kupferkabel gezogen werden könnte.. aber nein, die Mehrkosten von 5 euro pro meter wollte wieder keiner tragen, dafür sind sie dann später alle am rumheulen weil es ja soviel kostet gräben zu buddeln...

gäbe noch eine zweite variante mit der man sehr schnell sehr viel meter schafft.. wäre dann die quick´n´dirty verlegung die zum Beispiel in Korea benutzt wurde um in einem Affentempo ganze Stadtviertel mit Glasfaser zu versorgen.. aber da haben unsere Politiker ja mal wieder was dagegen...
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10.08.2010 13:00 Uhr von till23
 
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Oha: Also wir wurden letztes Jahr von WilhelmTel ans Glasfasernetz angeschlossen (in Hamburg). Die haben nicht eine Strasse dafür aufbuddeln müssen. Die haben 6 Mehrfamilienhäuser angeschlossen und dafür nur paar Löcher in den Boden gebohrt und die Kabel dann da irgendwie durchgeschoben in den Keller der Häuser. Vom Keller aus geht es leider dann nur über die alten Kupferleitung in die Wohnungen. Aber trotzdem ne 100 m/bit Leitung.
Ich denke mal das die großen Anbieter einfach keinen potenziellen Markt momentan sehen auf den Dörfern und momentan kein Geld dort verdienen können.
Jede Gemeinde sollte sehen das sie über die örtlichen Stromanbieter oder Wasserversorgungsanbieter ein Glasfasernetz sich selber ausbauen und dann nutzen.
my2cents

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