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Kriminologe: Sicherungsverwahrung in 90 Prozent der Fälle unnötig

Die Sicherungsverwahrung von Schwerverbrechern ist in 90 Prozent der Fälle unnötig. Dies erklärt der Kriminologieprofessor Thomas Feltes in einem Interview mit der "taz". Die umstrittenen 80 Straftäter, die nun aus der Haft entlassen werden sollen, sind seiner Meinung nach umgehend freizulassen.

Die derzeitige Situation, dass viele Insassen noch gefangen gehalten werden, bezeichnet er sogar als Rechtsbeugung. Zugleich wirft er Politik und Behörden vor, unnötig Angst zu schüren und Fakten nicht zu beachten. Außerdem fehle Psychologen oft das Rückgrat, eine Freilassung zu empfehlen.

Bei seiner Aussage stützt er sich auf seine Studie aus dem Jahr 2009 mit 67 Straftätern die trotz angeblicher "fortdauernder Gefährlichkeit" frei kamen. Zwar wurden 23 rückfällig, aber nur wegen kleinerer Delikte. Lediglich drei wurden wegen Gewalttaten rückfällig.


WebReporter: emilio.giggle
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Gefängnis, Bundesverfassungsgericht, Straftat, Insasse, Sicherungsverwahrung, Rückfall, Kriminologe
Quelle: www.taz.de

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7 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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09.08.2010 16:02 Uhr von Thingol
 
+10 | -8
 
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Will niemand hören: Union, Blöd etc wollen sowas nicht hören. Wenns nach denen ginge würde man die alle direkt an die Wand stellen. Können die aber nicht sagen, deshalb soll jetzt erstmal der Internet-Pranger reichen.
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09.08.2010 16:38 Uhr von shadow#
 
+4 | -2
 
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Was hat das mit der Sicherheitsverwahrung zu tun? Die ist schlicht und ergreifend "echtes" Lebenslänglich und wenn dieses Instrument inflationär eingesetzt wird ist das natürlich ein Problem.

Bei der aktuellen Diskussion (die es eigentlich nicht geben dürfte) geht es aber um die _nachträgliche_ Sicherheitsverwahrung, die so ziemlich gegen alle Grundsätze des Strafrechts verstößt die man sich ausdenken kann.
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09.08.2010 16:43 Uhr von darkdaddy09
 
+5 | -8
 
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Blödsinn: Zitat:
Zwar wurden 23 rückfällig, aber nur wegen kleinerer Delikte.

Kleine Delikte sind dann nur "anfassen" oder wie? Wenn der Staat Daten von Steuerhinterziehern kauft, soll er auch die von Kinderschändern anbieten.
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09.08.2010 18:35 Uhr von DIDI1980
 
+6 | -2
 
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Hin oder Her: ich bin dafür Triebtäter ein Leben lang wegzuschließen, auf welchem Wege auch immer. Triebe kann man nicht teraphieren oder gar heilen. Triebe sind da, wenn auch vielleicht unterdrückt, und brechen zum richtigen Zeitpunkt wieder raus. Das ist doch keine Diät, wo die Mutti abends heimlich die Schokolade nasch, ergo rückfällig wird.
Hier geht es um die Zerstörung von Menschen und in besonders häufigen Fällen um den Missbrauch von Schutzbefohlenen oder anderen Kindern.
Recht ist Recht und mag Recht bleiben, nur dann bitte auch die Gesetze entsprechend anpassen. Wenn ein Schwerverbrecher ein mehrfacher Mörder ist dann mag man ihn vielleicht "heilen" können oder auch resozialisieren. Aber Triebtätern bleibt das leider versagt. Triebtäter die frei sind und noch nicht rückfällig geworden sind, hatten entweder noch keine "Gelegenheit" oder wissen, das sie überwacht werden und sind vorsichtig. Aber geheilt sind sie nie und nimmer.
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09.08.2010 21:41 Uhr von DIDI1980
 
+3 | -2
 
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@ emilio.giggle: Also ich wiederhole mich gern. Triebe sind Triebe die man vielleicht, aber auch nur ganz vielleicht für eine gewisse Zeit unterdrücken kann.
Ich zitiere mal Schopenhauer um es aus meiner Sicht deutlich zu machen:"Kein Tier jemals quält, bloß um zu quälen; aber dies tut der Mensch, und dies macht den teuflischen Charakter aus, der weit ärger ist als der bloß tierische ..."
Anders gesagt, wer blut leckt, der weis wie es schmeckt. Triebtäter egal auf welchem Triebgebiet töten ohne umzubringen und sie werden bei weitem nicht hart genug bestraft. Ein Mord heißt bei uns immer noch lebenslänglichen (15 Jahre, ich weis). Immer und pauschal. Wenn es ein Mord im Affekt war sieht das schon anders aus, also welchen Mord meinst du.
Ich weis auch das ich wie ein scheiß Klugscheißer klinge aber mir ist es ein echt sehr persönliches Anliegen das da klare Linien gezogen sind. Und eines weis ich auch aus Erfahrung, wenn du einen Vergewaltiger mal im Knast besuchst, dann wirst du dich aber wundern, wer da alles abgestellt ist, um dafür zu sorgen, das der arme Täter resozialisiert wird. Aber wenn das Opfer eine ärztliche Behandlung in psychotherapeutischem Sinn machen möchte, um überhaupt weiterleben zu wollen und zu können, dann bekommst du von der Krankenkasse eine Abfuhr, denn weiterleben gehört nicht zum Leistungskatalog.
Also bitte differenziern, ganz wichtig.
Jedes Opfer ist eines zuviel,also wenn die Möglichkeit besteht, dann bitte auch echtes Lebenslänglich verhängen.
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10.08.2010 00:12 Uhr von Hawkeye1976
 
+2 | -5
 
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Tja: An bestimmten Kommentaren hier sieht man wieder deutlich, dass die Hetze der Springerpresse Früchte trägt.

Zum Beispiel sind die Fälle von sexuellem Mißbrauch an Kindern seit den 70ger Jahren kosntant rückläufig bzw. nach Stagnation konstant geblieben, wie man in der PKS (polizeiliche Kriminalstatistik) nachlesen kann. Dennoch wird bei den Bürgern Angst geschürt, dass solche Fälle überhand nehmen würden, was aber faktisch falsch ist.
Das einzige, was zugenommen hat, ist das mediale Ausschlachten solcher Fälle.

Klar, mit Ängsten kann man Kasse machen, Wahrheiten verkaufen sich oft schlecht.

Und ich frage mich, wan endlich mal ein Bild-Redakteur verhaftet wird, weil er das Opfer eines Mißbrauchs nachträglich medial vergewaltigt hat. Ich darf z.B. an einen Fall erinnern, wo dieses Gesindel nichts besseres zu tun hatte, als nach einem solchen Verbrechen das Tagebuch des getöteten Opfers publik zu machen und mit den intimsten Details dieses armen Mädchens auch noch Schlagzeilen und Kasse zu machen.
Und diese Redakteure sind allesamt Wiederholungstäter!
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11.08.2010 02:09 Uhr von hofn4rr
 
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was es da zu diskutieren geben soll wenn jemand dreimal hintereinander ein kind oder eine frau vergewaltigt, wenn nicht gar obendrein noch getötet hat, gehört so einer nicht wieder auf die gesellschaft losgelassen.

pervers wäre es solche leute frei zu lassen, und dann auch noch den aufenthaltsort im internet zu veröffentlichen...

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