04.08.10 17:25 Uhr
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"Time" zeigt auf dem Titelbild Afghanin mit abgeschnittener Nase

Das August-Heft des Nachrichtenmagazins "Time" zeigt auf dem Titelbild eine junge Frau (18 Jahre) aus Afghanistan, der die Ohren und die Nase abgeschnitten worden sind. Die Zeitschrift will so vor radikalen Taliban warnen. Ihrer Meinung nach dürfen die Taliban nicht an der Regierung beteiligt werden.

Als Kind war sie an einen Mann verkauft worden, den sie ehelichen musste. Die Angehörigen des Ehemannes sahen in ihr lediglich eine Sklavin und sie wurde ständig verprügelt. Irgendwann flüchtete sie. Doch sie wurde wieder eingefangen und musste für fünf Jahre ins Gefängnis.

Hamid Karsai, der Präsident von Afghanistan, begnadigt sie jedoch. Der Ehemann ist damit nicht einverstanden und zieht die Frau vor ein Gericht der Taliban. Das Urteil lautet, dass der Ehemann ihr Ohren und Nase abschneiden darf, was dieser auch sofort in die Tat umsetzte.


WebReporter: rheih
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Foto, Afghanistan, Taliban, Magazin, Nase
Quelle: www.rp-online.de

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30 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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04.08.2010 17:31 Uhr von Extron
 
+27 | -9
 
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Okay. *Das Urteil lautet, dass der Ehemann ihr Ohren und Nase abschneiden darf, was dieser auch sofort in die Tat umsetzte.*

Mehr muss man ja nicht sagen zu bestimmten Gesinnungen.
Grauenhaft sowas.

edit[Joe1405]
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04.08.2010 17:35 Uhr von Earaendil
 
+9 | -35
 
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04.08.2010 17:40 Uhr von NemesisPG
 
+15 | -5
 
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ISAF ? Wer noch Zweifel hat an den Einsätzen unserer Soldaten sollte hiermit bekehrt sein . Pfui Teufel vor solchen Religionsterroristen.Nur der Mensch kann zu solchen Perversitäten sein . Ich bin auch nicht gerade begeister das wir in A. sind aber was ist die Alternative für diese unterdrückten Kreaturen ? Wenn die Taliban an die Macht kommen ist der Großteil der A.Sklave im eigenen Land.
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04.08.2010 17:43 Uhr von Earaendil
 
+13 | -29
 
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04.08.2010 18:25 Uhr von Kaan71
 
+10 | -17
 
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hehe..Die hätten mal Bilder von den: ermordeten Afghanen drucken sollen.
Wie groß wäre der Leichenhaufen gewesen?
10? 100? 1000? 10000? Wohl eher zighunderttausend tote Afghanen...

Dieser Krieg ist nicht zu rechtfertigen und ist im Prinzip ein Raubüberfall mit zig hunderttausend ermordeten Menschen.

Nur ein Soldat der sein Land verteidigt ist ein guter Soldat....Nicht die, die über Länder herfallen die tausende von Kilometern weiter weg sind.
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04.08.2010 18:32 Uhr von usambara
 
+6 | -10
 
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als ob die Besatzern sich an die Menschenrechte halten würden...
Im Kielwasser von Wikileaks soll das Schockmoment die Öffentlichkeit beeinflussen und in dem Fall die Heimatfront stärken.
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04.08.2010 18:35 Uhr von Jacques_Mesrine
 
+2 | -10
 
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nächste woche zeigen sie obamas frontansicht, wo sein bestes stück fehlt....ja, und dann?
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04.08.2010 18:35 Uhr von iMike
 
+5 | -7
 
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Ich wünsche all solchen Leuten wie den Taliban einen qualvollen Tod. Aber den Krieg unterstütze ich nicht. Es sterben zu viele Unschuldige.

Wie kann man dieses Land nur helfen? Ohne Opfer leider nicht.
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04.08.2010 19:38 Uhr von GuruRoach
 
+11 | -2
 
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die frage ist, wie kann man die frauen der afgahnen vor diesen hirntoten steinzeitmenschen schützen.
man sollte eigentlich alle frauen und mädchen aus afghanistan im ausland in sicherheit bringen und das land ringsrum dicht machen.
ab und zu mal nachsehen ob noch wer übrig ist.
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04.08.2010 19:51 Uhr von StrammerBursche
 
+2 | -3
 
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@GuruRoach: Nach Deutschland z.B?
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04.08.2010 20:01 Uhr von usambara
 
+4 | -9
 
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@BastB: "Auf das Konto der ISAF Truppen gehen da vergleichsweise wenige zivile Opfer."
Genau das hat ja Wikileaks widerlegt; die offiziellen Opferzahlen an Zivilisten durch die NATO-Angriffe sind Fake.

[ nachträglich editiert von usambara ]
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04.08.2010 20:33 Uhr von darkdaddy09
 
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Oha, gleich 100.000 deutsche Soldaten: hinschicken.
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04.08.2010 21:04 Uhr von penetrada
 
+9 | -10
 
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Vielleicht sollte "Time" mal ein Foto von einem Mann zeigen, dem nach der Exekution durch den elektrischen Stuhl gerade die Kapuze abgezogen wird. Eine durch amerikanische Bomben zerfetzte Kinderleiche aus Afghanistan/Irak wäre noch effektiver.
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04.08.2010 22:02 Uhr von Dracultepes
 
+3 | -5
 
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@penetrada: Ja und die Opfer der Bomben die als Spielzeug oder sonstiges getarnt werden.
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04.08.2010 23:05 Uhr von ElChefo
 
+12 | -3
 
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@usambara: Klar, du warst ja auch direkt dabei und hast mitgelesen. Wikileaks hat einen lauen Furz nachgewiesen.

Aber Entschuldigung. Du glaubst auch lieber den Tatsachenberichten der armen talibanesischen Freiheitskämpfer. Ist dir echt noch nie aufgefallen, das so ziemlich sämtliche Meldungen von denen mindestens übertrieben, meist sogar erlogen sind?

Kleine Anekdote:
Als ich in Kunduz war, wurde ein ziviler Hubschrauber beschossen. Insassen waren einige Aufbauhelfer ziviler Gesellschaften und auch NATO-Offiziere. Hubschrauber macht Notlandung, keine Toten, keine Verletzten. Ein Reporter kriegt von einem Taliban-Kontakt aus Kunduz-Stadt eine SMS, sie hätten einen Hubschrauber abgeschossen, alle Insassen wären tot und würden zur Stunde von den Taliban geborgen. Zynischerweise landete in diesem Augenblick besagter Hubschrauber nachdem er notdürftig im Feld repariert worden war.

Zur Fragestellung zurück:
Wem glaubst du mehr? NATO-Berichten und IKRK-Veröffentlichungen oder den Propaganda-News dieser Mörderbande?

Weisst du auch, warum die zivilen Opferzahlen der Taliban so gering sind?
Die Zivilisten kommen seltenst bei Gefechten durch die Taliban um. Letztere verstecken sich ja hinter Ersteren zu gerne. Ein Toter ist halt ein schlechtes Schutzschild. Die Opferzahlen sind auf Taliban- und Verbrecherbandenseite trotzdem höher. Mord, Vergewaltigung und Entführung gehört halt zu deren Geschäft wie das Verteilen von Decken, Thermoskannen und Solarradios für den ISAF-Soldaten.

...ihr wollt eindrückliche Bilder? Wie wäre es denn mit den gehenkten Kindern, deren Leichname dann mit Sprengfallen versehen auf die Patrouillenwege der Schutztruppe gelegt werden?
...wie wärs mit dem Baum am Dorfeingang von Omar Khel, wo mehrere Frauen aufgeknüpft wurden wegen angeblicher Besudelung der Familienehre?
...wie wäre es mit den kalkbedeckten Gruben bei Masar-e-Sharif oder im Hazarajat, wo die Taliban nach ihrem Einmarsch hunderte Hazara massakriert haben?
....passt jetzt nicht so ganz ins Bild des stolzen afghanischen (usbekischen, tschetschenischen, ägyptischen, tadschikischen, saudi-arabischen, libanesischen, syrischen, türkischen usw...) Freiheitskämpfers wider die fiesen imperialistischen, westlichen Besatzer, oder?
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05.08.2010 00:07 Uhr von usambara
 
+2 | -8
 
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@ElChefo: Nov. 2001 hatten amerikanische Flugzeuge und Hubschrauber einen angeblichen Gefangenenaufstand in der Festung Kala-i-Dschanghi bei Masar-i-Scharif niedergeschlagen, indem sie das Gefängnis aus der Luft bombardierten. Mehrere Hundert Gefangene wurden dabei getötet, lediglich 86 überlebten.
Bei den Opfern handelte es sich um Taliban, die sich zuvor in Konduz den Truppen des mit den USA verbündeten usbekischen Generals Raschid Dostum ergeben hatten, also in jeder Hinsicht den Status von Kriegsgefangenen erfüllten.

Von den rund 8.000 Kämpfern, die sich in Konduz ergeben hatten, waren aber nur 500 bis 800 nach Kala-i-Dschanghi verbracht worden. Bald tauchten erste Informationen auf, dass auch andere massakriert worden seien.

Dostum soll im November 2001 die Ermordung von bis zu 2000 gefangenen Taliban angeordnet haben. Die Gefangenen wurden vermutlich in Container gesperrt, wo sie erstickten oder von Dostums Kämpfern erschossen wurden. Zu dieser Zeit wurde der Kriegsherr von der CIA unterstützt.

"Zivile Hubschrauber" benutzen auch CIA, Blackwater etc.

Das die orientalische Mentalität zu Übertreibungen neigt, ist
dir wohl dort verborgen geblieben.

Das sich Taliban in Häusern verstecken, liegt daran
das sie nicht blöd sind und auf offenen Feld gegen Panzer antreten- oftmals in ihren Häusern und in ihren eigenen Dörfern.

Wenn du ausgebildeter Soldat bist, solltest du gelernt haben
wann ein Guerilla-Kampf gut funktioniert:
Das wichtigste ist nicht das Terrain, sondern der Rückhalt in
der Bevölkerung.

@BastB
"schon wieder recht angenehm leben"
da die durchschnittliche Lebenserwartung eines Afghanen
bei 42 Jahren liegt, werden sich heute nicht gerade viele an
die Zeit vor den Kriegen erinnern.
Und ob die so toll war...
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05.08.2010 00:39 Uhr von ElChefo
 
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@usambara: Bemerkenswert, deine Fähigkeit abzulenken.

Im November 1998, kurz nach der Eroberung Masar-e-Sharifs, vernichteten die Taliban zwischen 4000 und 5000 Hazara, Usbeken und Tadschiken innerhalb von nur 6 Tagen. Nur um eines der Massaker zu nennen. Ich lade dich ein, selber zu recherchieren, schau mal Richtung Human Rights Watch, da gibt es noch einiges mehr zum staunen.

Die von dir angebrachte Ermordung erscheint - verglichen mit dem talibanesischen Wirken - doch nur als grausamer, aber revanchistischer Akt. Eines kannst du glauben: In diesem Land findest du kaum jemanden der Altersgruppe 40 und älter, der keinen Dreck am Stecken hat.

Was Dostum angeht, du drückst es missverständlich aus: Er ist kein Usbeke, er gehört lediglich dieser Etnie an. Gebürtig ist er durchaus Nordafghane aus der Provinz Dschuzdschan.

"Bei den Opfern handelte es sich um Taliban, die sich zuvor in Konduz den Truppen des mit den USA verbündeten usbekischen Generals Raschid Dostum ergeben hatten, also in jeder Hinsicht den Status von Kriegsgefangenen erfüllten."

Hast du dich mal mit den Vorraussetzungen auseinandergesetzt, die man erfüllen muss, um Kriegsgefangener zu werden?
Wahrscheinlich nicht. Erst einmal muss man Kombattant sein. Das allerdings kann man nur, wenn man einer organisierten, einheitlich geführten und uniformierten (hier reicht allerdings schon eine Armbinde oder vergleichbar) Gruppe angehört, seine Waffen offen trägt und auch sonst seine "Arbeitsweise" denselben Konventionen unterwirft, die einem auch diesen Status zugestehen. Sei mal ehrlich zu dir selbst: Wieviele der genannten Kriterien erfüllen die Taliban, Hesb-i-Islami oder die IJU?

""Zivile Hubschrauber" benutzen auch CIA, Blackwater etc."

Ich rede von Fakten, du kommst mit Unterstellungen. Der genannte Hubschrauber gehört einer usbekischen Fluggesellschaft und war für ISAF gechartert. In der Regel wurde er auch für Postflüge von Termez nach Masar-e-Sharif und Kunduz genutzt.
Blackwater (heisst ja jetzt Xe) - wie auch Dyncorps - nutzt entweder Hubschrauber der Auftraggeber oder deutlich - anhand der Luftfahrzeugrolle - identifizierbare Hubschrauber. Die CIA verfährt - zugegeben - anders. Gibt trotzdem erkenn- und identifizierbare Merkmale.

"Das die orientalische Mentalität zu Übertreibungen neigt, ist
dir wohl dort verborgen geblieben."

Im Gegenteil. Eigentlich ist es genau das, was ich zu verdeutlichen suchte. DAS scheint dir verborgen geblieben zu sein.

"Das sich Taliban in Häusern verstecken, liegt daran
das sie nicht blöd sind und auf offenen Feld gegen Panzer antreten- oftmals in ihren Häusern und in ihren eigenen Dörfern."

Das grenzt nahe an Perversion, was du da sagst. Ich habe nicht aus Spass die ganzen Nationalitäten in Klammern gesetzt.
Um ehrlich zu sein: Nach Karfreitag habe ich persönlich am Verfassen der Essays über die Täter teilgenommen. Weisst du, wieviele Afghanen unter den rund 30 Kernpersonen dieses Hinterhalts waren? Zum zählen reicht eine Hand. Die haben nicht aus "ihren" Häusern gekämpft. Die haben sich - wie damals am Fluss bei den Tanklastern - die Hilfe gepresst. Rückhalt ist prima. Notfalls mit der Kalaschnikow am Hinterkopf des "Unterstützers".
Aber es geht ja auch nicht um das "wirken" aus Häusern und Deckungen - das lernen wir ja nicht anders -, es geht um das Nutzen von lebendigen Schutzschildern. Einfacher kriegt man keine schwere Waffe zum schweigen. Wären wir wirklich solche Mörder, wie "ihr" uns versucht darzustellen, denkst du, wir würden auch nur einen Augenblick zögern, die verdammten Lehmhütten wegzublasen, sobald der erste Schuss aus einer Solchen gefallen ist?

"Das wichtigste ist nicht das Terrain, sondern der Rückhalt in
der Bevölkerung."

In der Tat. Aber so einfach ist es auch nicht. Rückhalt in der Bevölkerung heisst nicht, sich hinter ihr zu verstecken und zu warten, bis die bösen Besatzer durch Zufall einen Anwohner treffen, damit man ihn Kriegsverbrecher nennen kann.
Wenn du mal ein wenig näher dir die Sache betrachten würdest, würdest du auch merken, das die Taliban gar nicht mal so beliebt in der Bevölkerung sind. Eher im Gegenteil. Im Allgemeinen betrachtet man sie als "Geissel der Menschheit". Dieser Begriff kommt nebenbei nicht aus der NATO-Propaganda - wie du es nennen wirst - sondern aus dem Provinzrat von Kunduz.
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05.08.2010 08:37 Uhr von NemesisPG
 
+4 | -2
 
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Ich kann`s kaum glauben: das hier diese Art der Verstümmelung mehr oder weniger ignoriert wird und im gleichen Atemzug Zivile Opfer durch Kampfhandlungen als Beweis für die Mordlust der Soldaten herangezogen werden.Ihr seid doch krank !
Die Taliban sind Schlächter ersten Ranges . Gleichzusetzen mit
dem Pol Pot Regime . Die Afghanen die ein solches Regime zur Rechtsprechung nutzen sind Steinzeitislamisten und und gehören an die Wand gestellt . Tiefste Barbarei und einige von euch sind nicht in dern Lage dies zu erkennen . Die normalen Menschen in A. sind jedenfalls froh das ISAF im Land sind .
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05.08.2010 08:57 Uhr von usambara
 
+2 | -5
 
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HTS-Umfrage für die ISAF: Fast 2000 Menschen wurden in 9 von 16 Distrikten befragt, in 5 schickte man lieber niemand, weil dies die Sicherheitslage nicht zuließ. In 2 Distrikten wurden ebenfalls aus Sicherheitsgründen nur Männer befragt, insgesamt waren 56 Prozent Männer und 44 Prozent Frauen. Die Umfrage ist zwar nicht als geheim eingestuft, aber man hat sie offenbar lieber klein gehalten. Die Gründe liegen auf der Hand, wenn man die näher ansieht.

Das wohl wichtigste Ergebnis der Menschen aus den wohl noch weniger von den Taliban oder "Antiregierungselementen" (AGEs), wie es so schön heißt, dominierten Distrikten ist, dass mit 94 Prozent praktisch alle nicht auf militärische Operationen, sondern auch Verhandlungen setzen. Zudem sehen 85 Prozent die Taliban als "unsere afghanischen Brüder".

Das sind Tatsachen an dem sich der Westen orientieren muss und nicht an unseren Wunschvorstellungen von Demokratie, Menschenrechte, Freiheit...(die es momentan
ebenso wenig gibt).
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05.08.2010 12:38 Uhr von ElChefo
 
+4 | -3
 
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@usambara: Um mal ein wenig Licht in deine selektive Warnehmung zu werfen, empfehle ich dir den Essay "The Ten-Dollar Talib" der Human Rights Watch. Sollte dir das nicht seriös genug sein, das ICRC stellt genug Informationen online.

Denke mal drüber nach, wen du hier in Schutz nimmst und vom wem du hier behauptest, das sei allgemein als "cool" empfunden werden.

Der Ausspruch "unsere afghanischen Brüder" stammte nebenbei aus Kandahar und Meymaneh, von den Gruppenführern der Hesb-i-Islami. Getätigt wurde dieser Ausspruch, kurz bevor sie aus dem Untergrund in den offenen Kampf eintraten. In anderen Worten ist das ungefähr so, wie als damals Adolf Hitler Benito Mussolini als grössten Staatsmann der Welt bezeichnet hat.

...und ganz ehrlich: Ich vertrau mir lieber selbst. Ich habe dort nicht einen Afghanen gesehen (und Kunduz ist nicht gerade Hochburg der gemässigten Kräfte) der dankbar für die Aktivität der Taliban gewesen wäre. Das zeigt sich auch daran, wie viele IEDs gefunden und entschärft werden, weil Anwohner vorher im Lager anrufen und Bescheid sagen. Oder etwa, wieviele Hinterhalte umfahren werden... weil Anwohner anrufen und warnen. Würden das Menschen machen, die sich freuen, wenn die Besatzer endlich weg wären?

.....und dieses Wort: "Besatzer". Ist eine westliche Erfindung. Haben die Taliban erst später in Beschlag genommen, genau wie sie sich erst später "Mujaheddin" genannt haben, um an diesen Mythos anzuschliessen.
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05.08.2010 14:37 Uhr von usambara
 
+2 | -4
 
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@ElChefo: für die Fragestellung der ISAF in der Umfrage kann ich nix, zumal die Umfrage eben nicht in den Taliban-Hochburgen im Süden/ Kandahar stattfand.
Stellt das ICRC Infos zu den Gefangenenlagern wie Bagram
zur Verfügung? Meines Wissen haben sie sich zur Geheimhaltung gegenüber der ISAF/US-Armee verpflichten müssen, um dort Zutritt zu erhalten.
"Ich habe dort nicht einen Afghanen gesehen, der dankbar für die Aktivität der Taliban gewesen wäre"
Du sprichst Dari? Wer würde einem ISAF-Soldaten gegenüber offen die Taliban loben? Wenn zugleich der Übersetzer zum NDS gehört? Wo die Sympathien mit der ethnischen Zugehörigkeiten um Kunduz von Dorf zu Dorf wechseln? Entspricht die ethnische Zusammensetzung
der ANA der afghanischen Wirklichkeit?

Besatzungsmacht bezeichnet einen Staat, der einen anderen Staat oder einen Teil davon besetzt hält. Die Besatzungsmacht, als militärische Verwaltung, übernimmt in den meisten Fällen laut Besatzungsrecht auch große Bereiche der Exekutive im besetzten Gebiet und schränkt damit die Souveränität des betroffenen Landes erheblich ein.

Der Begriff Fremdherrschaft (manchmal auch Xenokratie, von altgriech, „Fremder“, auch „Gast“, und, „herrschen“) bezeichnet vorwiegend im geschichtlichen Zusammenhang Militärdiktaturen die nach der Eroberung eines Gebietes errichtet werden, und über eine Verwaltung durch Besatzungstruppen hinausgehen. Gewöhnlich werden politische Institutionen installiert, deren Führungspositionen nicht militärisch sind und von zivilen Angehörigen der erobernden Macht beziehungsweise lokale Statthalter (Vasallen) besetzt werden.

such dir das passende aus.

[ nachträglich editiert von usambara ]
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05.08.2010 14:59 Uhr von ElChefo
 
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@usambara: "für die Fragestellung der ISAF in der Umfrage kann ich nix, zumal die Umfrage eben nicht in den Taliban-Hochburgen im Süden/ Kandahar stattfand."

Es ist nur recht und billig, sich die Umfragen auszusuchen, die gerade passend erscheinen.

"Meines Wissen haben sie sich zur Geheimhaltung gegenüber der ISAF/US-Armee verpflichten müssen, um dort Zutritt zu erhalten."

Solche Erklärungen halte ich für ein Gerücht. Wahrscheinlich darauf basierend, das du persönlich keinen Einblick in solche Berichte hast. Diese Berichte und Erhebungen gehen üblicherweise direkt an diejenigen, die es angeht. Sprich: Mitarbeiter vor Ort, Angehörige und dergleichen - und im Fall der Fälle ans Kriegsverbrechertribunal. Völkerrechtlich vollkommen richtig. Du weisst ja, wie die Behandlung von Gefangenen reglementiert ist, oder? Recht am eigenen Bild, Veröffentlichungsrestriktionen, Ausbeutung zur Propaganda.
Und am Rande: Normalerweise müsste man niemandem Zugang gewähren, da es sich bei den Taliban eben nicht um Kriegsgefangene nach dem Völkerrecht handelt. Es ist streng genommen, reine Kulanz, ihnen Teile diesen Status´ zuzuerkennen. Dreh und wende das, wie du willst.

"Du sprichst Dari? Wer würde einem ISAF-Soldaten gegenüber offen die Taliban loben?"

Du wirst lachen, wie viele von denen englisch sprechen. Oder gar deutsch. Oder russisch. Und von offen loben kann keine Rede sein, ist aber auch nicht nötig. Es reicht ein Blick in die Biographie desjenigen, um zu wissen, das er "die" ehrlich nicht leiden kann. Sympathisanten würden erst gar nicht mit einem reden, allein schon aus Angst davor gesehen zu werden, wie sie mit westlichen Soldaten sprechen. Das reicht im Übrigen schon für ne Kugel in einer Nebengasse.

"Wenn zugleich der Übersetzer zum NDS gehört?"

_Die_ Übersetzer (soweit notwendig) war deutscher Soldat russischer, kasachischer und usbekischer Abstammung, aus meinem Zug.

"Wo die Sympathien mit der ethnischen Zugehörigkeiten um Kunduz von Dorf zu Dorf wechseln?"

Eher weniger. Die Sympathien wechseln da schon innerhalb des Dorfes von Familie zu Familie. Überraschenderweise kommen die verschiedenen Ethnien besser miteinander klar als die verschiedenen Familien, Clans und Banden.

"Besatzungsmacht bezeichnet einen Staat, der einen anderen Staat oder einen Teil davon besetzt hält."

Ich begrenze mich mal allein auf diesen Satz. Schau dir genau die Grundlage an, auf der ISAF in Afghanistan ist, wer das beschlossen hat und gegen bzw. für wen diese Truppe arbeitet. Dann wird dir auch auffallen, das keine Besatzung vorliegt.
Die Fähigkeiten der Exekutive werden tatsächlich übernommen. Auf Wunsch der afghanischen Regierung - inklusive der Jirgas einzelner Provinzen, Distrikte, Städte, Stämme und so weiter. Und zwar so lange, bis dieses Land eine eigenständige Exekutive einsatzbereit hat. Nicht umsonst werden momentan die meisten Lager umgebaut zu Ausbildungs- und Schutzbataillonen.

Jetzt wirst du sagen: "Moment, aber der Karsai ist doch vom Westen installiert, eine Marionette!"
...tja. Soweit richtig. Aber spätestens seit der letzten Wahl ist er legitimer Regierungschef. Nun wirst du widersprechen und von der Wahlfälschung reden. Zynischerweise wurde die Wahl von Seiten der Taliban noch drastischer beeinflusst. Zum Beispiel durch Folter und Ermordung unliebsamer Wählerschaften. Du hast vielleicht Berichte gelesen von abgeschnittenen Finger und Händen, gebrochenen Beinen und gehängten Familien und dergleichen. Nicht zu vergessen mit den Sprengstoffanschlägen auf die Fahrzeuge, die die Stimmzettel gesammelt haben.
Die Taliban könne sich halt Wahlen noch weniger leisten. Wie auch. In einem solchen Regime gäbe es überhaupt keine Wahlen, noch nicht mal gefälschte Wahlen.

Überhaupt... du redest immer nur von der grossen Politik. Denkst du, das kümmert irgendein Schwein in Dörfern wie Emam Saheb oder Rahmat Bay? Die haben andere Sorgen. Zum Beispiel, wenn ihre Töchter vergiftet werden, wenn sie zur Schule gehen. Oder wenn ihren (8-jährigen) Söhnen die Hände mit Hämmern zerschmettert werden, weil sie eben keine Munition für die Taliban tragen wollen. Oder wenn Familienväter geköpft werden, weil sie "Verrat" begangen haben. Oder wenn Frauen scharenweise an den Bäumen aufgehängt werden, weil sie "Ehebruch" begangen haben (wo selbst die Ehemänner aussagen, das es nicht stimmen würde).
Frage: Weisst du, wieviele Menschen in der Provinz Kunduz diesen Winter erfroren sind, weil die Taliban die Wolldecken, die die Bundeswehr verteilt hat, für sich beschlagnahmt hat?
Frage 2: Weisst du, wo die Thermosflaschen - die PsyOps (ebenfalls Bundeswehr) verteilt - gerne wieder auftauchen? Beschlagnahmt zusammen mit den Wolldecken, allerdings mit Sprengstoff und Nägeln versehen am Wegesrand.

...da kannst du dir das Passende aussuchen. Aber viel lieber hackst du auf den wirtschaftlichen Interessen des Westens rum, als zu sehen, welche Probleme die Menschen wirklich haben.

[ nachträglich editiert von ElChefo ]
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05.08.2010 15:12 Uhr von ElChefo
 
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...aus einem HTS-Report, erhoben in Kandahar, was ja wohl DIE Taliban-Hochburg des Südens ist, geht hervor, das die (durch den Westen im Rahmen der COIN-Strategie eingeführten) Community Development Counsels und das National Solidarity Program sich extrem hoher Beliebtheit erfreuen.
...passt jetzt doch nicht so ganz in Bild des ISAF-verabscheuenden, freiheitsliebenden Afghanen, oder?
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05.08.2010 15:36 Uhr von ElChefo
 
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@usambara: Entschuldige, ist mir erst später aufgefallen, aber in einem Punkt besteht Klärungsbedarf:

Du hast eine Umfrage angebracht, die in 9 von 16 Distrikten durchgeführt wurde. Es ist soweit auch hinlänglich nachzuvollziehen, warum in den anderen 7 Distrikten gar nicht bzw. nur reduziert befragt wurde.

Allerdings... unter welchen Gesichtspunkten wurden diese 16 Distrikte ausgewählt?
Zur Erinnerung: Afghanistan besteht aus 34 Provinzen. Habs extra grad nochmal gegooglet, weil ich mir nicht mehr sicher war, aber es ist in der Tat so. Über die Hälfte der Distrikte taucht in der Umfrage gar nicht auf. Wie repräsentativ ist das, selbst wenn man aussen vor lässt, das "nur" 2000 Menschen befragt wurden, aus einem Volk von - korrigier mich wenn ich falsch liege - 28 Millionen?
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05.08.2010 16:17 Uhr von tucano
 
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Konflikte überall Ich lasse mich von solchen Bildern nicht zu sehr beeinflussen, obwohl sie schockierend sind. Die Situation im Nahen und Mittleren Osten ist extrem explosiv, weshalb man nicht nur Afghanistan ins Auge nehmen sollte, aliás wo die Deutschen nichts verloren haben. Der Krieg gegen den Terror ist gegen den Islam, was für uns sehr ungünstig ausgehen könnte.

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