02.08.10 21:08 Uhr
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Rasterkraftmikroskop perfektioniert Strukturanalyse von unbekannten Substanzen

Die Analyse der chemischen Zusammensetzung und vor allem der molekularen Struktur unidentifizierter Substanzen sind wichtige Forschungsgebiete. Ein im letzten Jahr in Betrieb genommenes Rasterkraftmikroskop perfektioniert diese Strukturanalyse nun, indem es das zu untersuchende Molekül atomgenau abtastet.

Im technischen Anwendungsbereich ist diese Methode schon länger im Einsatz, doch auch in der Mikrobiologie ist das Instrument äußerst effektiv. Marcel Jaspars vom Marine Biodiscovery Centre in Aberdeen konnte mit dessen Hilfe die Struktur eines nicht näher identifizierten Stoffwechselmoleküls entschlüsseln.

Dieses stammte von dem Tiefsee-Bakterium "Dermacoccus abyssi", welches in 11.000 Metern Tiefe im Marianengraben lebt. Die mikroskopische Analyse konnte es innerhalb weniger Tage als "Cephalandole A" identifizieren. Mit herkömmlichen Verfahren würde eine solche Untersuchung dagegen mehrere Monate dauern.


WebReporter: alphanova
Rubrik:   Wissenschaft
Schlagworte: Forschung, Struktur, Mikrobiologie, Rasterelektronenmikroskop
Quelle: www.weltderphysik.de

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6 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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02.08.2010 21:08 Uhr von alphanova
 
+7 | -1
 
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Rasterkraftmikroskope können überall da eingesetzt werden, wo extrem feine Analysen notwendig sind. Ein Hauptanwendungsgebiet ist bisher die Nanotechnologie, aber diese Arbeit zeigt, dass noch viele andere Forschungsgebiete von der Leistungsfähigkeit - und der Schnelligkeit - profitieren können.
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02.08.2010 21:39 Uhr von Marknesium
 
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jop: das stimmt, ist aber ein sehr aufwändiges themengebiet.
ich musste als referat in analytischer chemie über "Elektronenspinresonanz" reden müssen, das basiert darauf (zum teil)
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02.08.2010 22:01 Uhr von K.T.M.
 
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"Mit herkömmlichen Verfahren würde eine solche Untersuchung dagegen mehrere Monate dauern. "

Die Struktur des Naturstoffes wurde schon 2008 mittels NMR aufgeklärt. Und das dauert keine Monate

[ nachträglich editiert von K.T.M. ]
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03.08.2010 00:30 Uhr von djsinus
 
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Zudem ich frage mich zudem: Müssen wir Menschen wirklich ALLES wissen?!?

Gut, das ist jetzt eine philosophische Frage...
Aber hier, bitte, eine ganz sachliche Antwort:
Was nutzt uns dieses "gefährliche Halbwissen"?

Um bei dem konkreten Fall zu bleiben: Wir Menschen könnten in 11.000 m Meerestiefe sowieso nicht leben. Und wir sind auch keine kleinen Bakterien! Was also nutzt uns das Wissen um ein Stoffwechselmolekül??
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03.08.2010 02:44 Uhr von K.T.M.
 
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@Getschi

Mit ESR kann man auch Strukturaufklärung betreiben. Man ist halt nur auf Radikale bzw. paramagnetische Verbindungen beschränkt.
Für Strukturaufklärungen mittels NMR-Spektroskopie braucht man halt eine ungerade Nukleonenzahl.

Beide Methoden haben im Prinzip das gleiche physikalische Grundkonzept. Bei ESR regt man halt einen Elektronenspin an und beim NMR einen Kernspin.

@djsinus

Das Ziel ist neue Naturstoffe zu finden, die man später in der Medizin einsetzen kann. So sind z.B. weit über 70% der heute neu entwickelten Medikamente Naturstoffe oder deren Derivate.


Was mir gerade noch auffällt bei dem in der News besprochen AFM tastet man ja eine 2D-Oberfläche ab. Also ist es ja eigentlich ungeeignet für die Strukturaufklärung von organischen Molekülen. Um optimale Bedingungen zu haben benötigt man ja ein planares Molekül (wie das aus der News), ein nicht planares Molekül wird man kaum untersuchen könne und die meisten Naturstoffe sind nicht planar.

[ nachträglich editiert von K.T.M. ]
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03.08.2010 12:16 Uhr von Marknesium
 
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wow: @K.T.M

das hast du echt sehr gut erklärt :)

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