22.07.10 15:14 Uhr
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Internationaler Gerichtshof gibt Gutachten über die Rechtmäßigkeit des Kosovo ab

In einer heutigen Stellungnahme in Form eines Gutachten wird der Internationale Gerichtshof seine Stellungnahme zur Rechtmäßigkeit eines unabhängigen und eigenständigen Kosovo abgeben.

Angesichts der Ausmaße der Entscheidung werden Ausschreitungen vermutet, daher sind die Kfor-Friedenstruppen bereits in den Bereitschaftszustand versetzt, damit Ausschreitungen zwischen Serben und Kosovo-Albanern verhindert werden, bisher blieb es jedoch ruhig.

Der Internationale Gerichtshof muss in seinem Gutachten nun entscheiden, ob die territoriale Integrität gegenüber dem Recht auf ein selbst bestimmendes Volk überwiegt. Daher könnte die Entscheidung weitaus größere Konsequenzen nach sich ziehen als bisher vermutet.


WebReporter: Marius2007
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Politik, Kosovo, Internationaler Gerichtshof
Quelle: www.welt.de
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13 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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22.07.2010 15:14 Uhr von Marius2007
 
+6 | -1
 
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Das Ausmaß dieses Urteils ist klar, wenn "man" bedenkt, dass es ja nicht nur der Kosovo ist, sondern zum Beispiel auch die Kurden in der Türkei, die Basken in Spanien oder die Flamen und Wallonen in Belgien.

Diese könnten dann auf Grundlage dieses Gutachten auch versuchen ihren eigenen Staat zu gründen.

[ nachträglich editiert von Marius2007 ]
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22.07.2010 15:27 Uhr von TrangleC
 
+16 | -3
 
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Das mit diesem Selbstbestimmungsrecht eines Volkes ist schon so eine Sache. Die meisten Albaner im Kosovo sind ja Einwanderer. Wenn die Recht bekämen, würde das heissen dass überall wo Einwanderer eine Mehrheit bilden, sie plötzlich das Recht bekämen den Teil des Landes in das sie eingewandert sind vom Rest abzuspalten. So könnten sich dann beispielsweise die Exilkubaner Miami unter den Nagel reissen...
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22.07.2010 15:53 Uhr von LLCoolJay
 
+5 | -5
 
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tja: die Frage ist ob das denn so schlimm wäre?

In der Vergangenheit sind so die meisten Staaten entstanden. Durch Ab- und Zuwanderung.

Die Türken sind aus dem Osten Richtung Westen gewandert. Haben ihre ehemalige Region verlassen und sind Richtung der heutigen Türkei.

Die Bulgaren hatte ursprünglich am nördlichen schwarzen Meer gesiedelt und sind weiter südlich gewandert.

Gibt noch zig Beispiele dafür. Auch etliche Gebiete in denen seit Jahrhunderten Völker auf "Inseln" leben. Mit einer anderen Sprache, Kultur, usw als um die Insel herum.
Gutes Beispiel hierfür ist das Zentral-Rumänien das zu 95% von Ungarn bevölkert ist.

Die Schotten, die seit dem 17. Jahrhundert Teil von Grossbritannien sind aber eine eigene Kultur, eine eigene Bank, eigenes Parlament, usw. haben.
Sogar eine eigene Sprache.

Die Samen, die Letten, die Katalunen, usw. es gibt unzählige Beispiele.

Die (rein theoretische) Frage wäre, ob es nicht des Friedens Willen sogar besser wäre diesen Territorien zumindest eine weitreichende Autonomie einzuräumen um einen Frieden dort reinzubringen?
Natürlich nur in den Gebieten, die zu 90% oder mehr von einem Stamm/Volk/etc bewohnt werden die sich von dem Staat in dem das Gebiet liegt kulturell und sprachlich unterscheiden.

Ist es nicht besser zu "teilen und zu herrschen" als die unzufriedenen Bürger wo reinzuzwängen wozu sie sich nicht zugehörig fühlen?
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22.07.2010 16:26 Uhr von tutnix
 
+2 | -9
 
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@TrangleC: nein, die meisten albanischen kosovaren sind keine einwanderer. der kosovo hat nur das problem, das im laufe der geschichte immer wieder fremde mächte sich des landes bemächtigten, unter anderen auch die serben.
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22.07.2010 16:27 Uhr von TrangleC
 
+4 | -0
 
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@ LLCoolJay: Schon, aber vergiss nicht wovon du redest wenn du von der "Vergangenheit" sprichst. Das war die Vergangenheit in dem es noch Gang und Gebe war 10 000 Köpfe am Strassenrand auf Spiesse zu pflanzen und ähnliche Spielchen.
Wer heutzutage die bestehenden Grenzen zur Disposition stellt der beschwört Krieg und Massenmord herauf.
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22.07.2010 16:35 Uhr von fallobst
 
+6 | -0
 
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@ llcooljay: stimmt schon was du sagst, aber dann soll der kosovo aber bitte auch alleine auf eigenen beinen stehen können anstatt von der eu alimentiert zu werden. abspalten und dadurch zum sozialfall zu werden, den wir dann ausbaden "dürfen", kann nämlich nicht von uns gewollt sein.

allerdings stört ja die serben selbst vor allem, dass es einige nördliche gebiete im kosovo gibt, die eine kulturelle bedeutung für die serben haben und zudem eine mehrheitlich serbische bevölkerung. wenn man diese korrekturen an der abspaltung vornehmen würde, wäre das ganze schon wesentlich akzeptabler für beide seiten...

[ nachträglich editiert von fallobst ]
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22.07.2010 16:59 Uhr von alles.Gelogen
 
+9 | -4
 
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Im Kosovo gab es niemals: einen Völkermord. Dass wusste auch die NATO. Auf Youtube gibt es diverse Dokus darüber, vom ZDF und NDR! Für mich glaubwürdige Quellen! Es war ein Blutiger und grausamer Burgerkrieg. Jugos gegen UCK!

Jugoslawien war eben ein sozialistischer Staat. Und wir wissen ja, wie laut dem IWF ein Staat aussehen muss. Ständiger Sozialabbau und Privatisierung. Auch Griechenland musste Sozialaabau zustimmen. Nebenbei soll die Bahn und die Wasserversorgung (und vieles mehr) privatisiert werden!

Wir haben damals die Stromkonzerne für glaube ich 200 Mio € verkauft. Seit dem steigen die Preise, und jedes Unternehmen macht Milliarden Gewinne. Das nenne ich doch mal ein super Geschäft.

Und nach der Logik des Gerichtshofes, könnten auch die Kurden in Berlin einen eigenen Staat verlangen. Die EU ist doch von oben bis unten korrupt, und hat uns die Demokratie genommen!

[ nachträglich editiert von alles.Gelogen ]
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22.07.2010 17:07 Uhr von matheo
 
+1 | -8
 
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hmm Für die, die einfach dreinreden ohne den geschichtlichen Hintergrund zu kennen.
Kurz zusammengefasst.

Die illieren, das älteste Volk, lebte als erstes in den Bergen und war in dieser Region sitzhaft. Das ist der Ursprung des albanischen Geschlechts.
Alles andere ist NACHHER gekommen.
Also ist diese Unabhängigkeit durchaus berächtigt.
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22.07.2010 17:59 Uhr von Brotkruemmel
 
+2 | -7
 
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@ alles.Gelogen: Ich war 6 Jahre alt als der Krieg unten anfing...wenn du gesehen hättest was ich gesehen hätte würdest du nie behaupten dass es kein Völkermord war...

Die Serben haben Dörfer abgeklappert...dort alle über-14 jährigen mitgenommen....die sind nie wieder zurückgekommen....so sind viele meiner ehemaligen Nachbarn "verschwunden".

Kosovo wurde schon vorher von den Serben terrorisiert...serbsiche Polizei,serbisches Bildungssystem+Zensur etc.

Es gibt nur noch die Möglichkeit der Unabhängigkeit...alles andere würde schlimme Folgen haben...für Kosovaren UND Serben.
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22.07.2010 18:02 Uhr von Jummi
 
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@alles.Gelogen: Da haste Recht!
Jugoslawien wurde geteilt um es zu schwächen, weil es noch ein soz. Staat war, dazu noch ein sehr großer.
Der Bürgerkrieg wurde geschürt, auch vom westl. Ausland angeheizt, das hat Methode. "Teile und Herrsche"

ZB. Bosnien:

http://www.ag-friedensforschung.de/...
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22.07.2010 19:51 Uhr von Jummi
 
+3 | -1
 
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Artikel: zum Thema:

http://www.jungewelt.de/...

Man stelle sich vor, Ostdeutschland, in den Grenzen von 1989, spaltet sich von der BRD ab!?
Was dem einen recht ist, ist dem anderen billig! ;-)
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22.07.2010 21:49 Uhr von alles-nichts-oder
 
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@fockler: Das wäre ja ein Genialer Schachzug. Aber da wird sich der EGH und die EU schon was einfallen lassen, das das nicht Passiert. Auf jeden Fall bin ich jetzt gespannt wie es schon erwähnt in den anderen Länder weitergeht. Ein Hoch auf die Unabhängigkeit und Neutralität des EGH.
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23.07.2010 07:28 Uhr von Jummi
 
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Israel: diente hier wohl als Vorbild?
Das Kosovo als "Agent Provocateur" auf dem Balkan, als Stachel im Fleisch.
Was Israel im Mittleren Osten, ist das Kosovo auf dem Balkan..., so könnte man denken.

Und wer hat ein Interesse an einem ewigen Konflikt?
Antwort: Genau die Leute, die dabei halfen Jugoslawien zu spalten, auch Deutschlands Regierungen seit 1990.

Die KSZE Schlußakte sagt aus, daß es keine einseitge Veränderungen von Grenzen geben darf, Völkerrechtsgesetz von 1975.

http://www.jungewelt.de/...

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