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Regierung fördert Forschungen über automatische Auswertung von Videoüberwachungen

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert im Rahmen des Programms "Forschung für zivile Sicherheit" Projekte, die sich mit einem automatischen Auswerten von Überwachungsdaten, wie Fotos oder Videos, beschäftigen.

Künftig sollen Computer bei der Auswertung von flächendeckenden Überwachungen entscheiden, was ein Verbrechen ist: Auffällige Bewegungsmuster sind das Entscheidungskriterium beim automatischen Verfolgen von Personen.

Die Entwickler sehen die informationelle Selbstbestimmung, den Datenschutz und die Datensicherheit in Gegensatz zu einem "gesteigertes Bedürfnisses der Bürgerinnen und Bürger nach erhöhter Sicherheit" offen als nachrangig an.


WebReporter: Zitronenpresse
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Computer, Forschung, Überwachung, Verbrechen, Auswertung
Quelle: www.heise.de

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05.07.2010 07:08 Uhr von Zitronenpresse
 
+7 | -4
 
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Nicht stehen, nicht rennen, unauffällig verhalten!
Der Protest über die Vorratsdatenspeicherung ist noch nicht abgeebbt, schon fällt einem Bundesministerium der nächste Schritt in Richtung 2084 ein!
Es scheint nicht mal mehr ein Problem zu sein, offen zuzugeben, das einem die Grundrechte im Wege sind - zum heulen!
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05.07.2010 07:12 Uhr von Xelopha
 
+5 | -4
 
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Jeder SciFi-Fan weiss, was passiert wenn man den Computern einmal die Kontrolle ueberlässt.

Und dann auch noch ein Computer, der durch die Förderung der Regierung "entsteht".

*shudder* O_o ...
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05.07.2010 07:55 Uhr von Raptor667
 
+2 | -4
 
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ähm ja das Dumme Volk muss vor sich selbst beschützt werden. Oder machen die Politiker das weil die selber Anst haben? So könnte man eine Demo im Vorfeld durch Kameraüberwachung schon im Keim ersticken...toll....
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05.07.2010 09:02 Uhr von ThomasHambrecht
 
+3 | -4
 
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Sehe ich jetzt kein Problem zunächst einmal checkt der PC die Videos, die Daten werden also nicht von einer Person gesichtet. Erst wenn der PC verdächtige Szenen findet, werden diese hand-ausgewertet. Und dann entscheidet immer noch der menschliche Verstand. Der PC hat da keine Kontrolle, er hilft nur tausende Stunden Material zu durchforsten.
Als 20-jähriger fiel es mir auch nicht auf - aber heute habe ich als 49-jähriger das Bedürfnis nach mehr Überwachung - bei dem zwielichtigen Gesocks, das sich auf der Strasse und in U-Bahnstationen rumtreibt.
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05.07.2010 09:05 Uhr von ohne_alles
 
+7 | -2
 
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Am besten noch mit Selbstschussanlagen, falls jemand aus der Reihe tanzt oder zu langsam arbeitet...

es ist zu ahnen, wohin die Richtung geht.
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05.07.2010 09:35 Uhr von Zitronenpresse
 
+5 | -1
 
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@ThomasHambrecht: Es geht darum, daß gesellschaftsfähige Argumente benutzt werden, auf die auch Du rein fällst! Einmal in Betrieb kann diese Technologie nach allem suchen, was man ihr zu fressen gibt.
Erst, wenn dann die Leute in Untersuchungshaft sitzen, weil sie das falsche t-shirt anhaben kommen sie auf die Idee, daß was nicht stimmt.

Warum lernen die Deutschen nicht aus der Geschichte?
Wir hatten von allen die besten Voraussetzungen.
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05.07.2010 09:37 Uhr von usambara
 
+5 | -0
 
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in Mailand im Einsatz nach und nach werden über 1300 Kameras an die Auswertungssoftware angeschlossen. Als erstes wurde eine städtische Roma-Siedlung unter das Auge genommen. Roma-Siedlungen ohne Überwachungssystem werden von einer neu eingerichteten Polizeitruppe geräumt.
Neuerdings werden Stadtgebiete, wie rund um die Via Padova, per Drohnen überwacht. Diese werden in naher Zukunft auch an die Auswertungssoftware angeschlossen.
Der nächste Schritt ist dann die biometrische Datenaufnahme
der gesamten Bevölkerung, um sie dann mit Biometrie-Kameras aus der Luft zu überwachen.
Keine Zukunft- schon fast Gegenwart.
Wie man allerdings die neuen Biometrie-Pässe zu Dutzenden fälschen kann, zeigte die Mossad-Killertruppe in Dubai...

[ nachträglich editiert von usambara ]
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05.07.2010 09:55 Uhr von usambara
 
+1 | -0
 
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Nachtrag: Selbstverständlich werden neben Biometrie-Daten RFID-Chips
in Reisepässe eingebaut, um die Bewegungen der Bevölkerung zu überwachen.
Ein Missbrauch könnte dann so aussehen:
http://www.netzpolitik.org/...
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05.07.2010 10:21 Uhr von sv3nni
 
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gibts in den USA schon laenger: wird vor allem von NIST gefoerdert - dem glorreichen institut das die fallgeschwindigkeit eines WTC nich gescheit ausrechnen kann.
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05.07.2010 12:38 Uhr von ThomasHambrecht
 
+1 | -0
 
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@Zitronenpresse es wird auch an Auswertungen von Landwirtschaftsbildern (ist das Getreide reif?), Verkehrssituationen, Stauverhinderung, intelligente Ampelschaltung, Lagerbeständen, Überwachung des vorfahrenden Autos zur Unfallvermeidung, automatische Spurhaltung, Rangierung in Güterbahnhöfen, Logistic usw. gearbeitet. In 10 - 15 Jahren ist die Auswertung dieser Videos sowieso ein Abfallprodukt aus den anderen Anwendungen.
Es wird auch bereits seit Jahren an der Früherkennung kriminalistisch auffallenden Verhaltens in Banken, Flughäfen usw. gearbeitet (ist jemand nervös?)
Da ist dieser kleine Wettbewerb einer unter tausend Video-Auswertungs-Anwendungen. Da arbeiten noch weltweit 100 andere Firmen dran.
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06.07.2010 06:56 Uhr von Zitronenpresse
 
+1 | -0
 
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@Thomas: Man kann natürlich auch alles bis zur Unkendlichkeit relativieren.

So kommt man dann zum Schluss, die Erfindung des Computers war das eigentliche Problem. Der Nächste stellt fest, in Wahrheit war´s die Entdeckung der Elektrizität, und der Dritte kommt zu dem Ergebnis, von den Bäumen hätte man nie runter kommen dürfen.

Wenn einem die Übung in der moralischen Beurteilung kontroverser Restriktionsmethoden seiner Mitmenschen fehlt, empfehle ich, sich mal Gedanken darüber zu machen, ob derartig abstruse Argumentationsketten zB. vor den Nürnbergern Prozessen Eindruck gemacht hätten. Nach dem Motte "Ja, aber ich durfte meine Mitmenschen ja überwachen, die hatten ja auch eine Kamera in ihrem Laptop, und in ihrem Auto und um die Ecke am Güterbahnhof...

Man muss kein Genie sein um zu begreifen, daß das nicht zieht: Eine Technik, die primär zur Überwachung von Personen dient, und in ihrem selbst laufenden Charakter von Menschen außer Kontrolle gebracht werden kann, die einem Erzählen, gegen den Terrorismus zu kämpfen und gleichzeitig versuchen, das Waffenrecht zu lockern, (Schäuble 2007) ist gleich von einer ganz anderen Qualität, als ein Kamera zur technischen Überwachung einer Maschine innerhalb eines Bereiches dient, in dem ohnehin so gut wie nie ein Menschen umläuft.

Ach ja, und wenn Du glaubst, es sei OK eine solche Technologie zu entwickeln, da es ja in zehn Jahren ohnehin einen Normalzustand darstellt, erinnert mich das sehr an: Wenn ich es nicht tue, tuts jemand anderes...

Irgendwie erbärmlich, oder nicht?
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06.07.2010 07:28 Uhr von Zitronenpresse
 
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6 Monate lang in UK und das System wurde gesoppt! Wegen eines zu hohen Missbrauchspotentials..

http://www.telegraph.co.uk/...

In Deutschland kommt also nicht nur die Technologie regelmäßig verspätet an, sondern auch die Erkenntnis.

Damit sollte jetzt aber wohl auch dem letzten Träumer klar sein, woher(hin) der Wind weht!

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