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Funktionsprinzip des "Blindsehens" identifiziert

Das Phänomen des sogenannten "Blindsehens" bezeichnet die Fähigkeit blinder Menschen, sich ohne Hilfe an Hindernissen vorbei zu bewegen. Nun konnte ein Forscherteam um Michael C. Schmid vom National Institute of Mental Health in Bethesda das zugrundeliegende Funktionsprinzip identifizieren.

Das Phänomen tritt bei Menschen auf, bei denen die primäre Sehrinde im Gehirn inaktiv ist. Alle anderen am Sehprozess beteiligten Nerven- und Sinneszellen arbeiten jedoch normal. Im Normalfall müssen die Nervenimpulse auf ihrem Weg zu den verarbeitenden Hirnregionen die primäre Sehrinde passieren.

Beim Blindsehen wird dieses Areal von den Nervenimpulsen gewissermaßen übersprungen. Entscheidend für die effektive "Umleitung" ist eine kleine Region im Thalamus, die als Genikulatum bezeichnet wird. Weitere Studien sollen einen möglichen Zusammenhang zwischen Blindsehen und normalem Sehen aufzeigen.


WebReporter: alphanova
Rubrik:   Wissenschaft
Schlagworte: Forscher, Gehirn, Sehen, Blindheit
Quelle: www.welt.de

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7 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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24.06.2010 12:34 Uhr von alphanova
 
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Diese Fähigkeit können leider nicht alle blinden Menschen "erlernen", weil dafür die Augen korrekt arbeiten müssen. Tun sie das nicht, gibt es auch keine entsprechenden Sinnesreize, die die Umleitung im Gehirn nehmen könnten.
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24.06.2010 17:37 Uhr von Jones111
 
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@ThielHater: Umgekehrt: Sie sehen das Hindernis, nehmen es aber nicht klassisch wahr. Dennoch werden die Impulse ins Gehirn weitergeleitet.

Dachte eigentlich, dass es sich dabei ´nur´ um das Hör-Sehen handelt. Also Objekte durch den Rückprall von Geräuschen erkennen. Dass man ohne Sehzentrum trotzdem Dinge bemerken kann, ist wirklich interessant.
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24.06.2010 18:07 Uhr von Jones111
 
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@ThielHater: Ich weiß ;-). Deine Worte sind nach meiner Einschätzung nur falsch rum gedreht. Die Augen sehen, das Gehirn nimmt wahr.
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24.06.2010 18:50 Uhr von Jones111
 
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@ThielHater: Und gut is :D. Es wäre nur schön, wenn die Sprache nicht durch unterschiedliche Auslegungen schwamming wird.
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25.06.2010 08:42 Uhr von ted1405
 
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@Jones / @ThielHater: Hey ... nich aufhören. Fand´ es gerade putzig, euren Ausführungen zu folgen. :-)

Hindernisse mit Hilfe des zurückgeworfenen "Echos" zu orten finde ich auch eine hochinteressante Fähigkeit. Sowieso ist es sehr erstaunlich, wie ein geschädigter Körper sich dennoch über das erwartbare hinaus Fähigkeiten erarbeitet. Da staune ich immer wieder.
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25.06.2010 11:40 Uhr von shadow#
 
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Mit anderen Worten: Das einzige was bei diesen Menschen nicht mehr funktioniert, ist die Umwandlung des Gesehenen in die klassische dreidimensionale Bildwahrnehmung so wie wir Sehenden sie kennen. Faszinierend.

Ich glaube aber nicht dass das Gehirn da irgendwas "umverdrahten" muss. Ich denke mal dass die Wahrnehmung "Da ist was im Weg" noch lange vor der visuellen Auswertung kommt und nur diese spezifische Art der Beschädigung extrem selten ist.
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25.06.2010 15:55 Uhr von Jones111
 
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@ted1405: Das Internet ist doch zum Spielen da ;-).

Das mit dem Echo kann auch ein sehender Mensch verwenden. Ich gehe gerne Abends spazieren, wenn man fast nichts mehr sieht. Oder ich lass nachts das Licht aus. Wenn man sich nicht auf die Augen verlässt, springt das Gehör sehr schnell ein - zudem passen sich die Augen auch nach einiger Zeit an.

Beim Fahrrad fahren kann man das Echo der gleichmäßigen Fahrradgeräusche so gut hören, dass ich auf offener Strecke manchmal die Augen schließe und mich einfach vom Echo und vom Untergrund leiten lasse.

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