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Nordengland: Forscher entdecken gut erhaltenen Gladiatoren-Friedhof

Wissenschaftler der Archäologischen Stiftung von York haben in einem Gebiet der gleichnamigen Stadt im Norden Englands offenbar einen antiken Gladiatoren-Friedhof entdeckt. Dafür sprechen unter anderem gerichtsmedizinische Analysen, die von der University of Central Lancashire durchgeführt wurden.

So handelt es sich bei den Skeletten um Überreste kräftig gebauter, robuster Männer. Knochenuntersuchungen deuten darauf hin, dass viele von ihnen regelmäßig und intensiv mit Waffen trainiert haben müssen. Zudem fanden sich auch Bissspuren großer Raubtiere, wie etwa Löwen oder Tiger, an den Knochen.

Gladiatorenkämpfe waren in der Antike sehr beliebt. In diesen Zeitraum passt außerdem das Alter der nun gefundenen Skelette: Sie sind zwischen 2.100 und 2.400 Jahre alt. Weitere Untersuchungen sollen bestätigen, dass es sich tatsächlich um Gladiatoren handelt, und nicht um Soldaten oder Kriminelle.


WebReporter: alphanova
Rubrik:   Wissenschaft
Schlagworte: Forscher, Friedhof, Archäologe, Ausgrabung, Gladiator
Quelle: www.spiegel.de

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9 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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08.06.2010 14:36 Uhr von alphanova
 
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Wenn man den Begriff "Gladiatorenkämpfe" hört, denkt man automatisch zuerst an das alte Rom und das Kolosseum. Solche Kämpfe waren aber auch weit entfernt von Rom sehr beliebt.
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08.06.2010 14:42 Uhr von mr.jac
 
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Die spinnen, die Römer!
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08.06.2010 15:29 Uhr von alphanova
 
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@Getschi: Danke für den Hinweis. Bei Einlieferung der News stand in der Quelle noch vor Christus. Ich wollte die Formulierung nicht genau so übernehmen und habs in Jahre umgerechnet.

Nach der Korrektur sind die Skelette also ungefähr zwischen 1.900 und 1.600 Jahre alt.
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08.06.2010 16:18 Uhr von alphanova
 
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@Getschi: Öhm ja.. nicht nur dich :-P

Einigen wir uns auf maximal 2.000 Jahre ;)
Jetzt weiss ich auch, warum Angaben wie "xy. Jahrhundert" so gebräuchlich sind. So kann man das blöde Rechnen und Rätseln nämlich gekonnt auf den Leser abwälzen *g*
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08.06.2010 18:15 Uhr von Python44
 
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Hmmm: Gladiatorenkämpfe am äußersten Rand der westlichsten Provinz ? So weit werden auch die Römer kaum ihr panis et circenses getrieben haben ^^ Ich würde eher auf Soldatengräber tippen - im römischen Reich war es durchaus üblich einheimische Rekruten zu requirieren Diese wurden aber in der Regel in möglichst weit enfernten Provinzen eingesetzt ... z.B. Nordengland.
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08.06.2010 22:55 Uhr von Python44
 
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@ Getschi: Die Rekruten z.B. aus Nordafrika oder dem Schwarzmeerraum waren genauso römisch wie die Britannier ^^
Schon Thermen und Theater waren extremer Luxus in den Provinzen und meist nur in den wichtigsten Orten zu finden. Zudem gibt meiner Kenntnis nach keine klassischen Berichte über Gladiatorenspiele ausserhalb des Mittelmeerraumes.

(PS: Das Minus ist nicht von mir.)
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09.06.2010 18:45 Uhr von Python44
 
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@ Getschi: Mainz hat(te) auch ein römisches Amphitheater ^^

Dieser Artikel schließt Gladiatorenkämpfe in Nordengland eigentlich aus:

http://de.wikipedia.org/...

Private Gladiatorenkämpfe waren per kaiserlichem Dekret seit 22 v.Chr quasi verboten und England wurde erst 43 n.Chr. von den Römern erobert - die Gegend um York noch einmal rund 70 Jahre später (Hadrians Wall ~122n.Chr.).

Gut ausgebildete Gladiatoren wachsen nicht auf Bäumen und in der Regel verlässt nur einer von zweien die Arena lebend. (Im Gegensatz z.B. zu Mittelalterlichen Schaukämpfen.) Ein Kampf mit Bauern dürfte dagegen ebenso spannend gewesen sein wie Bayern München gegen Kreisliga XY.

Ziel der "Besitzer" der Gladiatoren war schon damals Gewinnmaximierung - warum sollte man seine wertvollen Kämpfer für ein Trinkgeld in der Provinz abschlachten lassen, wenn in der Hauptstadt Geld und Ruhm lockt ? (Eins der wenigen korrekten Details in Hollywoods "Gladiator") Freiwillig hat den Job damals keiner gemacht...
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09.06.2010 22:10 Uhr von Python44
 
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ärrrm: "Und noch später wurde das Kolosseum gebaut"

Ja von Kaiser Vespasian, für SEINE Spiele - nicht die von irgendwelchen antiken "Eventmanagern".

"Und die Überlebenschancen waren, soweit ich weiß, nicht schlecht."

Ist alles relativ, nur wird man mit diversen Hieb und Stichwunden längere Zeit krankgeschrieben worden sein ^^

"Ich würde aber eher davon ausgehen, dass es großteils keine importierten Gladiatoren waren"

Für die gefundenen Bißspuren hätte man dann noch teurere Raubtiere zum Verheizen importieren müssen...

"Zum einen hat man in den Provinzen wohl weniger Konkurrenz."

Die Konkurrenz in den Provinzen kannst du knicken. Adel und Geld saßen in Rom und zur Erheiterung des englischen Dorfpöbels wird kein Kaiser solche Umstände eingegangen sein...

"Gladiatoren waren ... beliebt bei den Frauen."

Klar, deren IQ wird nicht über dem deutscher Fußballer-Ehefrauen gelegen haben ^^
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10.06.2010 11:46 Uhr von Python44
 
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Getschi: Ich weiß nicht wie gut Du in Mathe bist (warst), aber eine Überlebenschance von 50% bedeutet das jeder Zweite dabei draufgeht ^^

Darüber hinaus hatte Augustus nicht die Spiele an sich verboten sondern sie zu einem kaiserlichen Privileg gemacht, dass heißt nur er (und ggf. privilegierte Senatoren) durften solche Spiele veranstalten.

Die Britannier gehörten zwar zum römischen Reich, waren aber NICHT automatisch römische Bürger. Nur für diese gab es panis et circenses, weil der Kaiser sie für seinen Machterhalt bei Laune halten mußte. Unruhige Provinzler wurden mit kurzfristigen Strafexpeditionen einer oder mehrerer Legionen "befriedet". Der englische Adel wurde nur toleriert, solange er den römischen Interessen nicht im Weg stand (-> Boadicea).

Insgesamt war es deutlich weniger glorreich und romantisch als Hollywood es meistens darstellt. Ich empfehle "Der Mensch in der römischen Antike" von Andrea Giardina (Hg.), falls Dich das Thema weiter interessiert.

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