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Jörg Kachelmann muss weiter in Haft bleiben

Der wegen Vergewaltigung beschuldigte Meteorologe Jörg Kachelmann wird die Untersuchungshaft nicht vorzeitig verlassen. Erst in der nächsten Woche will das Landgericht Mannheim über eine mögliche Entlassung aus der Haft beraten.

Ein aussagepsychologisches Gutachten, was auf Geheiß der Staatsanwaltschaft angefertigt wurde, soll Kachelmann entlasten und den Haftbefehl aufheben. Die Strafkammer wartet noch auf weitere Stellungnahmen zu dem Fall. Erst dann gäbe es einen Termin.

Nach Informationen vom Wochenende hatte die Staatsanwaltschaft Anklage gegen Kachelmann erhoben, als das Glaubwürdigkeitsgutachten des Opfers noch gar nicht vorgelegen hatte. "Auch in Kenntnis dieses Gutachtens haben wir keine Veranlassung, die Tat anders zu bewerten", sagte ein Sprecher.


WebReporter: LadyTitnia
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Haft, Verdacht, Rechtsstreit, Jörg Kachelmann
Quelle: www.welt.de

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7 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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08.06.2010 10:02 Uhr von Python44
 
+15 | -3
 
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Super: Job weg, Karriere weg, monatelang im Knast gesessen, bloß weil irgendeine Tussi wieder ihrem Beziehungsfrust freien Lauf lassen durfte...
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08.06.2010 11:46 Uhr von spoonman
 
+5 | -3
 
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Angeblich: soll dieses entlastende Gutachten nur ein Mythos sein.

Hab ich gestern irgendwo im Fernsehen gesehen.

Wenn Staatsanwälte und Richter öfter so hart durchgreifen würden wäre unser Land ein wenig sicherer!
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08.06.2010 22:08 Uhr von uhlenkoeper
 
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Tja: Was sollte der Sprecher der Staatsanwaltschaft auch anderes sagen ? Mea culpa ?
Ich habe noch keinen Staatsanwalt erlebt, der einen Fehler eingestanden hätte, schon gar nicht, bevor ein Gericht ein Urteil gefällt hat. Solange der Prozeß noch aussteht besteht ja immer noch die Möglichkeit, dass es zu einem Schuldspruch kommt. Denn wie heißt es doch so schön (und oft genug auch zutreffend):
Auf hoher See und vor Gericht bist Du in Gottes Hand (sprich: dort ist alles möglich).




@Spoonman

Woher hast Du denn die Weisheit, dass das Gutachten ein Mythos sei ? Das habe ich bislang noch nicht gehört.
Was glaubst Du wohl, wie schnell man genau das von der Staatsanwaltschaft gehört hätte, wäre der Inhalt dieses Gutachtens im Spiegel nicht richtig zitiert worden ?
Dass das nicht passiert ist, spricht eigentlich Bände. Die jetzt veröffentlichte lapidare Pressemitteilung ist schon Spott und Hohn.

Dass die Haftprüfung allerdings erst in der kommenden Woche stattfindet, hat nichts mit dem Gutachten oder der Presse zu tun, sondern ist ganz normaler Alltagswahnsinn in den langsam mahlenden Mühlen unserer überlasteten Justiz:
dazu muß ein Termin mit dem Richter festgelegt werden. Die Haftprüfung erfolgt nicht mal eben so, wenn der Spiegel Teile des Gutachtens veröffentlicht hat.

Also: es geht alles seinen normalen -langsamen- Gang. Warten wir es also ab.
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09.06.2010 12:21 Uhr von Mann123
 
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Männer als Opfer: Wenn Frauen aus verletzter Eitelkeit einen Rachezug mit Vergewaltigungsanschuldigungen ausüben.... Nur alzu gern, gerade bei Öffentlichkeitswirksamen beteiligten zeigt die Staatsanwaltschaft Übereifer. Vielmehr geht es um die Quote, wieder einen Vergewaltiger verurteilt! Dabei ist es egal ob dem so ist oder nicht. Für Frauen ist derartiges ein scheinbar nur allzu beliebtes Mittel. Wäre die Rollenverteilung anders herum, meint wer der Staatsanwalt würde mit dem gleichen Eifer arbeiten? Nein!
Der Vorwurf haftet aber für immer am Mann.
Wenn sich herausstellt das die Frau gelogen hat, dann hoffe ich das sie für einige Zeit weggesperrt wird!
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09.06.2010 13:42 Uhr von uhlenkoeper
 
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@Mann123: Ich glaube, die Neigung, mit vorgeschobenen Straftaten jemanden zu "bedrohen" sollte man weniger vom Geschlecht abhängig machen, als vielmehr von der gesetzlich eingeräumten Möglichkeit.

Ich sage nur:
als es noch das Schuldprinzip im Scheidungsrecht gab, wurden die meisten Ehescheidungen von Männern eingereicht mit der Begründung, die Ehefrau sei fremd gegangen. Heute ist der Spieß umgedreht und so manche Frau versucht Druck mit der Drohung einer Strafanzeige wegen sexueller Nötigung auszuüben.
(Übrigens: das geht auch anders rum, wird nur kaum gemacht, weil es Männern eher peinlich ist; ähnliches gilt für Anzeigen bei Mißhandlungen durch Frauen)


Das Problem ist, dass der Gesetzgeber insofern gepennt hat, dass solche Gesetze so formuliert sind, dass sie solchen Mißbrauch zulassen.


Ich weiß nicht, ob es im Falle Kachelmann wirklich eine Eifersuchts-Retourkutsche ist. Die Informationen vom letzten Wochenende lassen zwar Böses ahnen, doch Verallgemeinerungen, die auf Kachelmann und seine Ex-Freundin angewendet werden, helfen in diesem Fall schlicht nicht weiter.
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09.06.2010 17:21 Uhr von Mann123
 
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@uhlenkoeper: Nur finde ich, dass ein Scheidungsantrag etwas ganz anderes als eine Strafanzeige ist! Bei dem einen ist es lediglich Zivilrechtlich eine Scheidung, also keine gesellschaftliche Auswirkung, keine Justizvollzugsanstalt, keine strafbare Handlung. Bei Vergewaltigung/Missbrauchsvorwürfen ist dem jedoch in allen Punkten so. Von daher kann man das eine nicht mit dem anderen vergleichen.

Es soll auch bei Herrn Kachelmann nicht verallgemeinert werden, dennoch gehören Urheber falsche Anschuldigungen verurteilt.

Ich darf eine ähnliche Situation als meine Erfahrung bezeichnen. Trotz nachweislicher Falschanzeige (Gutachten lagen vor) wollte die Staatsanwaltschaft ihr Ding durchziehen. Hat Geld, Nerven und meinen Ruf gekostet. Für die Anzeigenerstatterin hatte es keine Konsequenzen trotz Nachweis der Verleumdung.
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11.06.2010 10:15 Uhr von uhlenkoeper
 
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@Mann123: Bin ja ganz Deiner Meinung. Auch ich kenne einen solchen Fall aus meinem Bekanntenkreis. Dort allerdings mit umgedrehter Geschlechtervariante: dort wird der Mutter durch den Noch-Ehepartner der Mißbrauch der Kinder vorgeworfen.

Wo ich allerdings nicht ganz übereinstimme ist Deine Einschätzung der "gesellschaftlichen" Konsequenzen in dem von mir genannten Beispiel:

bis in die beginnenden 70er Jahre galt die "eheliche Untreue" als Scheidungsgrund. Berücksichtigt man, dass die meisten Frauen bis dahin in der Ehe kaum eigenes Einkommen aus selbstständiger Tätigkeit hatten (rein rechtlich betrachtet durfte bis 1974 der Ehemann der Frau die entgeltliche Arbeit untersagen und im Härtefall sogar selbst den Arbeitsvertrag der Frau kündigen !), ihr bei "schuldhaft verursachter Scheidung" aber auch kaum oder gar kein Unterhalt zustand, dann kann man sich leicht ausrechnen, wie schnell Frauen durch das damalige Recht wirtschaftlich im Aus landeten. Beachtet man hinzu, dass geschiedene Frauen bis damals gesellschaftlich stark stigmatisiert wurden (mit entsprechenden Konsequenzen bei Arbeitsplatz- und Wohnungssuche), dann stimme ich Dir zwar zu, dass sie nicht direkt mit Gefängnis bedroht wurden, durchaus aber mit lebenslanger Armut. Ob das wirklich langfristig betrachtet besser ist ?


Insgesamt liegt das Problem in meinen Augen darin, dass die Justiz viel mehr mit Eigeninteressen beschäftigt ist und darin, aus lauter Angst, einmal zu wenig verfolgt zu haben lieber einmal mehr zuschlägt, als in den Einzelfällen wirklich die spezielle Situation ohne Vorurteil zu beleuchten. In solchen Fällen müßte meiner Meinung nach vor der Verfolgung einer Strafanzeige durch einen sich trennenden Partner erst einmal ein psychologisches Gutachten der Parteien her und dann ein Mediator, der verpflichtend die sich Scheidenden über die gesamte Trennungszeit begleitend betreut.


Anbei:
wenn es Dir nicht bekannt sein sollte, aber bis in die Endsechziger-Jahre galt "fortgesetzte Untreue mit wechselnden Partnern" bei einer Frau auch als strafbar ! Wurde zwar nicht mit Gefängnis, sondern nur mit der Zwangseinweisung in die Psychatrie geahndet, war aber trotzdem schon ziemlich irre aus heutiger Sicht.


Für mich wäre auf jeden Fall wünschenswert, dass die Falschanklagen ebenso nachdrücklich verfolgt würden, wie zuvor die vermeintliche Strafanzeige. Leider zeigt die Realität wie in Deinem Fall, dass sich die Ermittlungsbehörden nicht selten schützend vor den Falschaussagenden stellen, wenn so ein Umstand auffliegt. Möglicherweise deshalb, um nicht selbst zu sehr "an Gesicht" zu verlieren.

Ein übles Fazit bleibt für mich immer übrig:
gerätst Du als "Verdächtiger" in die Mühlen von Institutionen (egal, in welchem Zusammenhang), hast Du selten die Chance auf Gerechtigkeit. Dann hängt Dein Schicksal von vielen anderen Einzelfaktoren ab, selten aber von den reinen "Beweisen".

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