28.05.10 10:04 Uhr
 4.507
 

Tödliche Schüsse in Schönfließ: Experte unterstützt angeklagten Polizisten

Am vierten Tag im Prozess um den Todesschuss in Schönfließ gab es eine neue Wendung. Ein Sachverständiger entlastete den Schützen.

Zuvor hatten mehrere Zeugen den angeklagten Polizisten schwer belastet und ausgesagt, dass der Fluchtwagen erst nach den Schüssen losgefahren wäre. Der Experte sagte nun Gegenteiliges aus.

Hintergrund des Prozesses sind die tödlichen Schüsse eines Polizisten auf einen mit Haftbefehl gesuchten jungen Mann. Während des Verfahrens kam es bereits zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den Anwälten der Ankläger und Verteidigung.


WebReporter: Havelmaz
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Gericht, Experte, Schuss, Zeuge, Gutachten
Quelle: www.maerkischeallgemeine.de

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Montenegro: Selbstmordanschlag auf US-Botschaft in Podgorica
Gegen die zehn Gebote verstossen: Margot Käßmann geht in Rente!
Kannibale & Liebe: Stückelmörder und Opfer aus dem Gimmlitztal waren schwul

Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben

60 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

Kommentar ansehen
28.05.2010 10:40 Uhr von BK
 
+27 | -5
 
ANZEIGEN
Zum Fall selber: Hier kurz der Fall nochmal beschrieben weil die News blickt man leider ja ohne Hintergrundwissen nicht ;)

Märkische Allgemeine schreibt:
"In Schönfließ saß Dennis J. am Silvesterabend am Steuer eines gestohlenen Jaguar und wartete auf seine Freundin. Er war unbewaffnet, was den Beamten bewusst gewesen sein muss. Andernfalls, so später Berlins Polizeipräsident Dieter Glietsch, hätte ein Spezialkommando zum Einsatz kommen müssen. Die Polizisten rasten mit ihrem Opel in die Feldahornstraße und parkten schräg hinter dem Jaguar. Reinhard R. lief zur Beifahrertür, wo er sich einen aggressiven Wortwechsel mit Dennis J. geliefert haben soll. Dann fiel der erste, letztlich tödliche Schuss. Das Opfer konnte noch den Wagen starten und versuchen zu flüchten. Reinhard R. schoss weitere sieben Mal, bis das Magazin leer war. Dann brach Dennis J. tot am Steuer zusammen."
Kommentar ansehen
28.05.2010 11:08 Uhr von killozap
 
+15 | -7
 
ANZEIGEN
Wenn ein Experte: nun zweifelsfrei beweisen kann, dass der Polizist auf den fahrenden Wagen geschossen hat und vorher kein Schuss gefallen sein kann, so müssen sich die Zeugen schon warm anziehen.
Man müsste mal erfahren können, aus welcher Richtung die Zeugen kommen, ist das Verwandtschaft vom Opfer oder sind das die Polizei-Kollegen?
Kommentar ansehen
28.05.2010 11:10 Uhr von shadow#
 
+13 | -17
 
ANZEIGEN
Scheint gerade im Trend zu liegen: Das ist nicht der einzige aktuelle Fall, in dem ein Polizeibeamter einen Menschen unter seltsamen Umständen erschossen hat, dabei ein ganzes Magazin geleert hat und die Sache anschließend vertuscht und Beweise unterschlagen werden.
Kommentar ansehen
28.05.2010 11:19 Uhr von jpanse
 
+20 | -9
 
ANZEIGEN
naja: hätte der typ mit dem Wagen flüchten können und hätte später auf der Flucht durch sein Fahrverhalten andere gefährdet oder gar getötet, hätten alle wieder gemeint warum der Polizist nicht versucht hat das auto zu stoppen. Die Medallie hat immer 2 Seiten. Keiner war dabei und zeugen sind immer unglaubwürdig. Es wurde mehr als nur einmal bewiesen wie sehr sich 20 zeugen irren können die ein und den selben täter gesehen haben. Bei jedem befragten sieht er dann anders aus. Ein Videobeweis einer zufällig anwesenden, unabhängigen Kamera ist das einzig was man noch "glauben" könnte.

Ich denke allerdings auch das in diesem Fall der Bogen überspannt wurde...das ganze Magazin auf nen Autodieb zu schiessen ist schon hart.
Kommentar ansehen
28.05.2010 11:22 Uhr von falkz20
 
+9 | -9
 
ANZEIGEN
alle mal locker machen! es gibt leider auch genügend fälle bei denen ein polizist bei einer auto kontrolle einfach erschossen wurde!!
wenn man nun vor einem stadtbekannten straftäter steht, weiß man nicht was er hinter der tür so versteckt. nicht ohne grund wird dazu geraten immer die hände am lenker zu halten.
somit kann es den polizisten keineswegs bewusst gewesen sein, das er unbewaffnet war. und wenn so ein halbstarkes arschloch dann nich aus dem fenster ruft, ich mach euch fertig oder etwas in der art, und nach irgendwas greift, dann kann ich mir schon vorstellen das man als polizist etwas drastisch reagiert und den ersten schuss abgibt.

nur so richtig sinn macht ja auch die aussage der zeugen nicht. laut der news saß er alleine im auto und wartet auf die freundin. nun lehrt der polizist sein magazin, tötet den verbrecher und dann fährt das auto los?? wie denn das bitte schön??
Kommentar ansehen
28.05.2010 11:25 Uhr von falkz20
 
+10 | -9
 
ANZEIGEN
@Judas II: so ein blödsinn!!!!

genau, jeder deutsche polizist muss warten bis auf ihn geschossen wurde, bevor er zurückschießen darf!!
gott lass hirn regnen. und wenn ein verrückter mit einer axt auf mich zu rennt um mir den kopf einzuschlagen? was dann? darf ich ja dann auch nicht schießen, weil flogen ja keine kugeln um meinen kopf!!
erst denken dann schreiben!
Kommentar ansehen
28.05.2010 11:25 Uhr von JesusSchmidt
 
+1 | -1
 
ANZEIGEN
Die Quelle schreibt totalen Blödsinn. Die können sich ja nichtmal entscheiden, ob es sich um Fluchtversuch oder Notwehr handelte...
Kommentar ansehen
28.05.2010 11:28 Uhr von JesusSchmidt
 
+7 | -9
 
ANZEIGEN
@falkz20 falsch. auch den irren mit der axt darfst du nur ausser gefecht setzen. notwehr heisst nicht, den anderem den schädel wegblasen.
Kommentar ansehen
28.05.2010 11:43 Uhr von Shaebby
 
+22 | -6
 
ANZEIGEN
Schaut: euch mal das Foto ganz genau an ,das sind die Jungs die euch an der U-Bahn den Schädel einschlagen wenn du nur einmal hinschaust (He ,Alder ,Was Guckst Du ? )
Ein Polizist ,ist auch nur ein Mensch ,der Abends wieder zu seiner Familie heimkommen will ,deshalb haltet mal den Ball flach .Keiner von uns weiß wie er reagieren würde .
Die Leute die hier Minusse verteilen ,sollten sich besser mal an der Diskussion beteiligen als nur zu verurteilen ,es sind schon gute Komments hier .
PS: 3 mal auf das Foto klicken und ihr seht bestimmt 200 Jahre Knast laufen ; )

[ nachträglich editiert von Shaebby ]
Kommentar ansehen
28.05.2010 11:47 Uhr von falkz20
 
+3 | -3
 
ANZEIGEN
@ jesus: steht ja nirgens das er ihn in den kopf geschossen hat? oder hast du mehr infos.
das man natürlich nicht gezielt tötlich schießen darf, ist klar. aber wenn du gerade mal 1-2 sekunden hast um die waffe zu ziehen und noch einen schuss abzugeben wenn die axt im anflug ist, oder der andere grad seine waffe zieht, dann muss der erste schuss sitzen, also wirst du ehr auf oberkörper zielen als auf die beine oder?
und das man dann auch nicht lange zielen kann ist auch klar, somit kann ein versuchter schulterschuss, auch schnell mal ein herz schuss sein, oder gar der kopf.
Kommentar ansehen
28.05.2010 12:00 Uhr von Shaebby
 
+8 | -5
 
ANZEIGEN
Fehlschuss: Der Deutsche Polizeibeamte darf nur ins Bein schießen um den Gegner außer Gefecht zu setzen ,aber welches Bein ? Ich würde das Jochbein nehmen ; )
Das war keine Ironie
Kommentar ansehen
28.05.2010 12:17 Uhr von EvilMoe523
 
+0 | -8
 
ANZEIGEN
Dumme Frage also ich geb es zu, ich kenn mich mit deutschem Recht absolut nicht aus, was aber auch eigentlich gar nicht mehr so verwunderlich ist..aber:

Ist es eigentlich nicht egal ob der Wagen vor oder nach den Schüssen losgefahren ist? Ich meine, steht Beschuss mit scharfer Munition im Verhältnis zu einem Autoklau? Ich weiß zwar nicht was für ein Verbrecher das war, ob er Serienkiller oder nur Autodieb gewesen ist, aber auf Leute schießen sollte man doch in Notwehr oder?
Kommentar ansehen
28.05.2010 12:28 Uhr von Shaebby
 
+6 | -2
 
ANZEIGEN
@ Evil

Weißt du als Polizeibeamter wer da im Auto sitzt ? NEIN .
Erstes gebot der Polizeibeamten ist eigensicherung,ob der einsatz der Waffe gerechtfertigt ist oder nicht ,können wir hier im Forum nicht entscheiden .
In den USA bist du früher wegen des Diebstals eines Pferdes gehängt worden ,heute wirste halt erschossen ; )
Darum nehme nie etwas ,was dir nicht gehört ; )
ironie off ; )

[ nachträglich editiert von Shaebby ]
Kommentar ansehen
28.05.2010 12:28 Uhr von iamrefused
 
+0 | -6
 
ANZEIGEN
das ist: einer der ersten fälle und es wir dnoch schlimmer... kanada ich komme!! ;D
Kommentar ansehen
28.05.2010 12:42 Uhr von EvilMoe523
 
+0 | -7
 
ANZEIGEN
@ Shaebby: Verstehe deine Argumentation nicht ganz, es ist doch egal ob man weiß wer drinne sitzt oder nicht. Eigensicherung okay.. aber wo siehst du denn das Leben des Polizisten gefährdet bei einem Autodieb auf der Flucht?

Oder fuhr der Flüchtige auf den Polizisten zu mit Mordabsicht? Ja, früher wurden Diebe erhängt, genau deswegen frage ich hier ja dumm, ob es heute immer noch im deutschen Gesetz verankert ist erstmal auf Kleinkriminelle zu schießen bevor man versucht sie zu fangen... wie amerikanischen Filmen, Auto flüchtet und Cop schießt hinterher? kanns doch nicht sein oder?
Kommentar ansehen
28.05.2010 12:46 Uhr von Alice_undergrounD
 
+10 | -1
 
ANZEIGEN
wenn ich mir da so des protestierende assip-pack anschaue und der typ per haftbefehl gesucht war dann würd ich mal spontan sagen hats nich den falschen erwischt :D
Kommentar ansehen
28.05.2010 12:57 Uhr von Shaebby
 
+3 | -2
 
ANZEIGEN
@Evil: OK ,lass mich nachdenken ,Weißt du vorher als Polizist ob es ein Kleinkrimineller ist ?
Ob der Typ auf den Polizist losgefahren ist weiß ich nicht ,ich denke mal das es eine situation war ,wo der Polizist sich entschieden hat zu schießen .Ob es richtig war oder nicht muss das Gericht entscheiden .Ich kann nur aus 16 Jähriger erfahrung sprechen (als Justizbeamter ,der solche "Kleinkriminellen ") Jahrelang vors Gericht geführt hat ,das Pferde nicht vor sondern in der Apotheke gekotzt haben.In den 16 Jahren habe ich 5 Polizisten Mörder vors Gericht geführt und bin der meinung das wenn sie geschossen hätten ( die Polizisten ) dann würden mindestens noch 3 Leben .
Ich müsste eigentlich ein Buch schreiben ,was ich bei der Justiz erlebt habe ,UNGLAUBLICH
Kommentar ansehen
28.05.2010 13:02 Uhr von Flyshe
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
zur Info: § 32 StGB Abs. 2 Notwehr
"Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden."
Der Schußwaffengebrauch von PVB (Polizeivollzugsbeamten) richtet sich nach den jeweiligen Vorschriften des Landes. Für Bundesbeamte ist dies z.B. das UZwG "Gesetz über den unmittelbaren Zwang bei Ausübung öffentlicher Gewalt durch Vollzugsbeamte des Bundes" wärend die gesetzliche Regelung in Hessen über das HSOG (hier §§ 52 und 60 ff. HSOG) geregelt ist........im oben geschilderten Vorfall solltet ir das Brandenburgische Polizeigesetz (BbgPolG) wälzen. Dort werdet ihr zu den Brandenburgischen Vorraussetzungen zum Schußwaffengebrauch fündig.
....zu der in der News angegebenen Situation werde ich mich hüten irgendwas zu schreiben , weil ich 1. nicht dabei war und 2. nicht alle Beteiligten und deren Aussagen gehört habe Ausserdem weiß ich aus eigener erfahrung das Menschen in diesem unserem Lande viel zu schnell vorverurteilt , abgestempelt und in gewisse Schubladen gedrückt werden.....mehr will ich dazu gar nicht sagen......
Grüße @ all
Kommentar ansehen
28.05.2010 13:02 Uhr von tutnix
 
+1 | -11
 
ANZEIGEN
Kommentar ansehen
28.05.2010 13:20 Uhr von Shaebby
 
+2 | -2
 
ANZEIGEN
@ Tutnix: Was für ein zufall ; )
Der Polizist hat streife ,der Typ der ihm angeblich dei Frau ausgespannt hat ,klaut nen Jaguar UND dann treffen beide auffeinander ,HOLLYWOD sei dank .
Wo ist die Quelle wo das steht ?mit dem Frau ausgespannt ?
Kommentar ansehen
28.05.2010 13:23 Uhr von EvilMoe523
 
+1 | -0
 
ANZEIGEN
@ wok! Ja denn :) Das wollte ich ja nur wissen, daher stellte ich hier ja nur meine Frage :) - Habe leider nicht die Zeit mich in jedem Fall hineinzulesen, daher lese ich ja nur fix die News hier und da klang das etwas anders :)
Kommentar ansehen
28.05.2010 13:30 Uhr von cappucinoo
 
+1 | -10
 
ANZEIGEN
mord !! ganz klare sache !
das ganze magazin leer geballert und das opfer unbewaffnet sagt wohl alles .. muss ich nicht mehr wissen ^^
aber ihr steht ja drauf ..
mörder sind nach 5 jahren wieder raus aus den knast , aber wenn du frech zu nem bullen bist oder fliehen willst dann muss es schon ne kugel sein ... gott lass ein wenig verstand auf die armen seelen regnen !!
Kommentar ansehen
28.05.2010 13:33 Uhr von Shaebby
 
+7 | -3
 
ANZEIGEN
Lest mal: Wie alles aus dem ruder laufen kann .An diesem Tag bin ich 7 Minuten vorher über diese Brücke gefahren und war auf dem nachauseweg ,nachdem ich meine Freundin an ihren Arbeitsplatz gefahren habe .Ich hörte von diesem vorfall im Radio bevor ich zuhause ankam .


Stuttgart - An die Tat erinnert eine Kupfertafel. „Zum Gedenken an die Polizeiobermeister Peter Quast und Harald Poppe“ steht darauf - und ein Datum: der 8. August 1989. Es ist ein Tag, der sich in das Gedächtnis vieler Stuttgarter eingräbt, es ist eine Tat, die bis heute fassungslos macht. Zwei tote Polizeibeamte gibt es am Ende zu betrauern. Auch ihr Mörder wird das Blutbad auf der Gaisburger Brücke nicht überleben.

Von Andrea Eisenmann

Am Morgen des 8. August wartet auf die Beamten des Polizeireviers Hornbergstraße im Stuttgarter Osten ein scheinbarer Routinefall. Ein Schwarzfahrer hat sich in der Stadtbahnlinie 9 mit zwei Fahrkartenkontrolleuren angelegt und einem davon ins Gesicht geschlagen. Der Mann wird als dunkelhäutig und kräftig beschrieben, geflüchtet sei er an der Haltestelle Landhausstraße. Die Fahndung läuft, eine halbe Stunde fahren die Beamten das Viertel rund um Großmarkt und Schlachthof ab. Von dem Verdächtigen ist jedoch nichts zu sehen. Nach einer halben Stunde wird die Suche abgeblasen. Die Streifenbeamten kehren aufs Revier zurück.

Etwa drei Stunden später geht im Lagezentrum auf dem Pragsattel ein Funkspruch ein. Harald Poppe und Peter Quast fragen an, ob nach dem Schwarzfahrer noch immer gefahndet werde. Der Gesuchte sei möglicherweise auf der Ulmer Straße in Richtung Gaisburger Brücke unterwegs. An diesem Morgen haben die 27- und 28-jährigen Beamten des Verkehrsüberwachungsdienstes eigentlich einen anderen Auftrag, dem gewalttätigen Schwarzfahrer wird jedoch Vorrang eingeräumt. Zur Unterstützung schickt die Funkzentrale einen weiteren Streifenwagen. Poppe und Quast halten den Mann an und fordern ihn auf Englisch auf, seinen Ausweis vorzuzeigen und mit zur Wache zu kommen. Eine Antwort erhalten sie nicht, auch nicht als Jürgen Hähnlein und sein Kollege Joachim L. vom Polizeirevier Hornbergstraße eintreffen. Da der Verdächtige nicht gewillt ist, in den Streifenwagen zu steigen, fordern sie einen VW Bus an. Um 9.16 Uhr trifft dieser ein, zwei weitere Beamte steigen aus.

Jetzt sind sechs Polizisten vor Ort. Der Verdächtige, der gegen das Brückengeländer lehnt, wirkt gelassen. In der Hand hält er eine zusammengerollte Bild-Zeitung, eine Umhängetasche hängt über seiner Schulter. Er scheint nichts mehr zu verlieren zu haben. Der Mann, der seine Identität gegenüber den Beamten nicht preisgeben will, nennt sich zu diesem Zeitpunkt Albert Ament. Seit 1987 hält sich der staatenlose Asylbewerber in Stuttgart auf. Liberia hat er gegenüber Behörden als sein Heimatland angegeben. Spätere Recherchen werden jedoch ergeben, dass Ament eigentlich Frédéric Beyida-Otomo heißt und aus Kamerun stammt. Die Spuren seiner Herkunft hat er bewusst verwischt.

Auf der Gaisburger Brücke hat sich einer der Beamten in den VW Bus zurückgezogen und hält Kontakt zur Funkzentrale. Seine fünf Kollegen, die im Halbkreis um den Afrikaner stehen, sind arglos. Nichts deutet darauf hin, dass die Situation aus dem Ruder laufen könnte. Als zwei Beamte den 46-Jährigen an den Oberarmen packen, reißt sich dieser los und flüchtet. Ein paar Meter weiter wird er eingeholt. Vier Polizisten versuchen ihn zu halten, der fünfte greift nach den Beinen. Otomo sticht plötzlich mit einem Bajonett, das sich in der zusammengerollten Zeitung befindet, auf die Beamten ein. 15 Sekunden dauert der Angriff. Zwei Kollegen taumeln auf den VW-Bus zu, einer geht zu Boden. Poppe, der einen Stich in die Lunge erhalten hatte, schießt noch zweimal auf den Täter. Dieser läuft trotz Schussverletzung weiter und stößt Quast das Bajonett ins Herz. Hähnlein, der zu diesem Zeitpunkt bereits schwer verwundet ist, zieht seine Waffe und feuert drei Schüsse auf den Fliehenden. Er trifft. Etwa zwei Meter von dem noch am Tatort verstorbenen Polizisten Quast bricht Otomo tot zusammen. Eine Stunde später erliegt Harald Poppe in einem Krankenhaus seinen Stichverletzungen. Mehr Glück haben die schwer verletzten Beamten Joachim L. und Jürgen Hähnlein. Sie überleben das Blutbad. Der fünfte Polizist ist nur leicht verletzt.

In den folgenden Tagen hängen die Fahnen in Stuttgart auf Halbmast. Bevölkerung und Polizisten gedenken der beiden getöteten Beamten. Holzkreuze werden am Geländer der Gaisburger Brücke befestigt - an jener Stelle, wo die Beamten niedergestochen wurden. „Warum“, steht in goldenen Buchstaben auf der Schleife eines Kranzes. Die Ermittlungen werden in den Tagen danach ergeben: Die Polizisten haben sich nichts zu Schulden kommen lassen. Dennoch mussten zwei sterben. Schlimmer noch. Später stellt sich heraus, dass der Fahrschein des Kameruners gültig gewesen ist. Es ist der Schlussstrich unter einem sinnlosen Blutbad.
Kommentar ansehen
28.05.2010 13:39 Uhr von kloeschen
 
+6 | -1
 
ANZEIGEN
Was soll: das ewige Polizisten Bashing?
Kommentar ansehen
28.05.2010 13:44 Uhr von Shaebby
 
+7 | -1
 
ANZEIGEN
@ cappucino: Kann mir denken was du fürn Typ bist ,Du weißt natürlich vorher das dein gegenüber den du als Polizist kontrolieren willst unbewaffnet ist ; )Aber ist kein problem denn der Typ wird ja per Haftbefehl gesucht und wird als gefährlich eingestuft ; )
Alleine deine wortwahl ( Bullen ) lässt mich schon deinen IQ erahnen .
Jeder macht seinen Job ,sei froh das wir Polizisten haben ,ansonsten geh nach Somalia ,da wirste dich ohne Staatsgewalt eventuell besser fühlen ; )

Refresh |<-- <-   1-25/60   -> -->|
Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben


Copyright ©1999-2018 ShortNews GmbH & Co. KG

Die News auf dieser Website werden eigenverantwortlich von Nutzern erstellt. Die Shortnews GmbH & Co. KG nimmt keinen redaktionellen Einfluss auf die Inhalte.

impressum | agb | archiv | usenet | zur mobilen Ansicht
SCHLIESSEN

Willst Du die Seite wirklich verlassen?


DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Verdächtige Konten: Twitter sperrt Tausende Accounts
Montenegro: Selbstmordanschlag auf US-Botschaft in Podgorica
Paramount beendet "Transformers"-Reihe für Neustart


...oder unseren und keine aktuellen News mehr verpassen?