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Studie: 130.000 Jugendliche von gesellschaftlicher Ausgrenzung bedroht

Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung ZEW hat in einer Studie festgestellt, dass immer mehr Jugendliche als "unverbunden" gelten. Sie erhalten keine ausreichende Unterstützung, sind häufig ohne Freunde und drohen gesellschaftlich auf lange Sicht ausgegrenzt zu werden.

Der Mannheimer Bildungsökonom Dr. Friedhelm Pfeifer vom ZEW hat anhand des Sozio-Oekonomischen Panels (SOEP) die Zahl dieser von Isolation bedrohten jungen Menschen auf 130.000 beziffert. Die Ursachen sind vielfältig.

So sind Jugendliche besonders gefährdet, wenn ihre Eltern selbst nur einen geringerwertigen Bildungsabschluss haben. Auch Kinder von Alleinerziehenden haben es schwerer, im Alter von 17 bis 19 Jahren den Anschluss zu halten. Der Anteil der "unverbundenen" Jugendlichen liegt bei 17,7 Prozent.


WebReporter: claeuschen
Rubrik:   Wissenschaft
Schlagworte: Studie, Jugendliche, Ausgrenzung
Quelle: www.koeln-nachrichten.de

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12 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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25.05.2010 10:40 Uhr von claeuschen
 
+5 | -5
 
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Eine gravierende Studie. Wir können es uns als Gesellschaft nicht leisten, dauerhaft auf fast ein Fünftel der Gesellschaft zu verzichten. Da wächst eine Gruppe von Menschen heran, die keinerlei Aussichten mehr haben. Und das in einem so reichen Land wie Deutschland. Eine fatale Entwicklung.
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25.05.2010 11:33 Uhr von niveaupolizei
 
+25 | -3
 
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Denkt denn irgendeiner auch mal an die Kinder!!??

Man das Geheule geht mir auf den Sack, ganz einfache Lösung:

Playstation wegschliessen, Schularbeiten machen, danach DRAUSSEN spielen gehen oder von mir aus die Nachbarschaft "unsicher machen". Da trifft man zwangsläufig auf Kumpels und kann Freundschaften schliessen. Hat in unserer Generation trotz Atari und C64 ganz wunderbar geklappt.
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25.05.2010 12:16 Uhr von claeuschen
 
+6 | -4
 
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@niveaupolizei: Du sprichst mir aus der Seele.

Niemand will hier rumheulen. Ganz im Gegenteil. Möglicherweise sind die 17- bis 19-Jährigen, die in der Studie beschrieben sind, genau die Kinder, die man vor fünf oder zehn Jahren vor den Fernseher geflanscht hat, um sie ruhig zu stellen.

Irgendwo muss dieses Phänomen ja herkommen, möglicherweise hast Du einen Aspekt beschrieben. Ob das allerdings ausreicht, mögen Wissenschaftler beurteilen. Nachvollziehbar ist es für mich auf jeden Fall.

Insofern danke für Deinen Post.
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25.05.2010 12:39 Uhr von hujiko-san
 
+9 | -1
 
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Hmm @niveaupolizei; claeuschen:
Prinzipiell gebe ich euch recht. Für einen Teil der Jugendlichen wird dies sogar in vollem Umfang zutreffen, aber nicht für alle. Bei einem großen Teil "Betroffener", muss der Rückzug ins Häusliche vor derlei Gerätschaften mehr als Symptom angesehen werden. Der starke gesellschaftliche Wandel (ich rede jetzt hier nicht unbedingt von der Alterspyramide oder dergleichen) verursacht gravierende Probleme, mit denen schwierig umzugehen ist. Vielen Kindern und Jugendlichen bleibt schon von Vornherein eine förderliche Teilnahme an der Gesellschaft verwehrt.
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25.05.2010 14:47 Uhr von Shik
 
+2 | -2
 
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@Niveaupolizei: Ich weiß nicht ob Sie hier Ursache und Wirkung verwechseln. Ich kann Ihnen beipflichten, dass es mit Sicherheit Kinder geben wird bei denen genau dies die Lösung des "Problems" darstellt, aber ich halte es für Wahrscheinlich, dass es im Großteil der Fälle nicht zum gewünschten Ergebnis führen wird.

In der News wurde das Phänomen angesprochen, dass diese Absonderung in diesem Fall unverbundenheit genannt besonders häufig in Familien auftritt in denen ein geringes Bildungsniveau herrscht und/oder nur ein Elternteil da ist.

Ich glaube man kann anhand dieser Information durchaus eine Kausalität zwischen Einkommen und Ausschluss vom Gesellschaftlichen Leben feststellen.

Wenn man nun auch noch mit einbezieht, dass die Kindesarmut in Deutschland in den letzten Jahrzehnten angestiegen ist, wäre auch eine Erklärung dafür gegeben, wieso es früher nicht so viel gesellschaftliche Ausgrenzung gab bei Jugendlichen gab. Zumal solchen Statistiken früher wenn es sie denn überhaupt gab auch nicht eine solche Wichtigkeit beigemessen wurde. Dies wiederum steigert zusätzlich die subjektive Wahrnehmung ,dass dieses Problem heute gehäuft auftritt.
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25.05.2010 15:22 Uhr von Mathew595
 
+5 | -1
 
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Ich möcht ja nix sagen: Aber kann es nicht auch an den suchtgefährdende online spiele hängen

(und versteht mich nicht falsch ich spielte selbst mal wow und ragnarock)
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25.05.2010 17:18 Uhr von b_andog
 
+2 | -0
 
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jep es ist nur wichtig das man jetzt nicht argumentiert das wenn die Eltern aber mehr Geld hätten dann könnten sie ihren Kindern... und und und

Meiner Meinung nach muss man bei den Rahmenbedingungen angreifen. Nachschulische Betreuung. Familiären Rückhalt. Zeit.

Heutzutage haben wir ne Menge Möglichkeiten um Zeit zu sparen aber die Summe an Möglichkeiten um Zeit zu "verbraten" führt dazu das wir unterm Strich trotzdem immer weniger Zeit haben. Das wirkt sich natürlich auch auf die Kinder aus.

Die Komplexität unseres Gesellschaftskonstruktes nimmt immer mehr zu. Die Familien die damit überfordert sind ebenfalls. Das führt dazu Kinder nicht wirklich auf diese Komplexität der Erwachsenen vorbereitet werden.

Der Schwarze Peter lässt sich nicht irgeneinem zuschieben.

hier sind eltern, umfeld, polik, bildung alle gemeinsam gefragt.

[ nachträglich editiert von b_andog ]
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25.05.2010 20:26 Uhr von niveaupolizei
 
+1 | -0
 
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@Shik: Zunächst führen Sie einen zwar verführerischen aber gefährlichen, weil falschen gedanklichen Zweisprung durch, indem Sie vom geringem Bildungsniveau direkt auf eine Kausalität zwischen Einkommen und dem im Artikel angesprochenen Phänomen schließen.

Geringes Bildungsniveau hängt nicht zwangsläufig mit geringen Einkommen zusammen. Damit fängt es schon mal an. Darüber hinaus muss das Familien-Einkommen nichts mit mit der Sozialisationschancen eines Jugendlichen zu tun haben, damit wäre sämtlichen Prekariatskindern jegliche Entfaltungschance verbaut, eine noch gefährlichere, weil bequem-salonsozialistische Haltung.

Tatsache ist, daß es auch und gerade aus einkommensschwächeren Schichten Kinder und Jugendliche schaffen, sich sozial zu verwirklichen und einen funktionierenden Freundeskreis aufzubauen. Ob hierfür Bildung verantwortlich ist weiss ich nicht, ich halte sie aber zumindest nicht für schädlich. Und zwar nicht bei den Kindern, sondern in erster Linie bei deren Eltern.

Oder reden wir nicht von Bildung sondern von einem gewissen Maß an Vernunft, das den Gedanken zulässt: "Es kann nicht gut sein, mein Kind 4-6 Stunden am Tag vor Elektrounterhaltung geniessen zu lassen (oder es davor zu parken) weil es das gerade so will, ich betrüge damit mich und meine Familie durch vermeintliche Ruhe und "Zeit für mich selbst".

Leider ein besonderes Problem der heutigen 10-16 jährigen, deren Eltern selbst bereits durch manisch selbstverwirklichte Achtundsechziger aufgezogen wurden, deren Ego meist größer war als die Einsicht in das was ein Kind an Sozialisation braucht.
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25.05.2010 22:38 Uhr von Shik
 
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@Niveaupolizei: Erst mal gebe ich ihnen Recht, selbstverständlich hängt das Bildungsniveau nicht zwangsläufig vom Einkommen der Eltern ab. Genauso wenig kann man davon sprechen, dass ein hohes Bildungsniveau ein Garant dafür ist auch ein hohes Einkommen zu erzielen.

ABER! Wenn man die Sache empirisch betrachtet ist festzustellen:

- Die Teilhabe an Bildung wird in Deutschland sehr stark von sozialen und ethnischen Faktoren bestimmt.
Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind aus einem Akademikerhaushalt ein Studium beginnt, ist rund viermal
höher als bei einem Kind, dessen Eltern keinen Hochschulabschluss haben.

- Statistisch gesehen steigt das Risiko von Armut betroffen zu sein, bei Personen ohne Schulabschluss und von Personen mit nur geringem Schulabschluss deutlich an, wohingegen das Gehalt mit höherem Bildungsabschluss steigt.

- Einkommensschwache Personen und insbesondere Kinder aus einkommensschwachen Familien sind seltener Mitglieder in Vereinen, Parteien und Verbänden.

Diese 3 Beobachtungen haben wenn auch keinen Kausalen Zusammenhang, zumindest eine Korrelation zueinander. Ob Sie darin auch eine Evidenz feststellen bleibt letztendlich Ihnen überlassen.

Ich würde nie bestreiten, dass Kinder aus einkommensschwachen Familien sich sozial verwirklichen können aber dafür, dass dies in besonders hohem Maße der Fall ist sehe ich keinen Anlass.

Wenn ich von Bildung rede meine ich es vorwiegend im Sinne eines Akademischen Abschlusses. Also etwas nachweisbaren, da das Empfinden was man denn zu Bildung zählt ansonsten sehr subjektiv wird.
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26.05.2010 07:12 Uhr von niveaupolizei
 
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@Shik: Hier geht es aber nicht um akademische Bildung sondern um die "Fähigkeit zur Geselligkeit". Von akademischen Abschlüssen war schon gar nicht Rede. Akademische Bildung sagt nichts über die soziale Bindungsfähigkeit aus. Im Gegenteil, da brauchen sie nur die nächstbeste Physik-Fakultät zu betreten.

Was diese Kinder benötigen ist Herzensbildung und Selbstvertrauen. Das erwirbt man nicht vor einem Flatscreen, sondern beim sozialen Interagieren mit anderen und zwar von Angesicht zu Angesicht mit den eigenen Eltern und in der Gruppe mit Gleichaltrigen.

Solche Meldungen werden leider immer zu gerne als Keule für linke Umverteilungsphantasien missbraucht. Glauben Sie mir, Geld für XBOX/Playstation/50´´ Flatscreen ist komischerweise in der kleinsten Hütte vorhanden. Dies sogar mehrfach und ich kenne Fälle, in denen das gesamte Kindergeld beim Blödmarkt landet.

[ nachträglich editiert von niveaupolizei ]
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26.05.2010 09:15 Uhr von niveaupolizei
 
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Fundsache: Sehr schön...

http://www.tagesspiegel.de/...
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26.05.2010 09:22 Uhr von Shik
 
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@niveaupolizei: Haben Sie die Quelle gelesen?
Im 2. teil geht es fast ausschließlich um einen Zusammenhang zwischen Erwerbstätigkeit, Schulischer Bildung der Eltern, für Bildung verfügbares Einkommen und eben wie damit die Chance steigt gesellschaftlich von Ausgrenzung betroffen zu sein.

"Akademische Bildung sagt nichts über die soziale Bindungsfähigkeit aus"

Sie haben insoweit Recht, als das Akademische Bildung nicht zwangsläufig eine Voraussetzung dafür ist auch sozial gebildet zu sein, dennoch ist festzustellen, dass die Bereitschaft zu bürgerschaftlichem Engagement
mit steigendem Bildungsgrad
zunimmt. Ich gebe zu, gesellschaftliches Engagement ist nicht 100%ig Equivalent mit der Fähigkeit zur Sozialisation, dennoch fördern Fertigkeiten wie Empathie dies erheblich!

Ja, Kinder benötigen "Herzensbildung" und Selbstvertrauen, da stimme ich ihnen uneingeschränkt zu, und ich sehe es auch so, dass wir damit zumindest einen Teil der betroffenen Gruppe wieder ins gesellschaftliche Leben integrieren könnten. Ich halte das Problem aber für wesentlich vielschichtiger als das hier nur eine Lösung notwendig wäre, weshalb ich auch sagen will, dass weder Sie noch ich uneingeschränkt Recht haben werden.

Ich missbrauche diese Meldung mit Sicherheit nicht für "linke Umverteilungsphantasien" wie Sie das so schön nennen. Gleichfalls müssen Sie mir aber auch nicht mit Propagandistischen Aussagen kommen von wegen: Geld für Playstation und Flatscreen sind immer da und das Kindergeld wird Versoffen/Verraucht oder auf was auch immer Sie mit "beim Blödmarkt landet" meinen.

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