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Dresden: Besiegelt ein "Nein" der Stadt den Untergang von Karstadt?

Nunmehr 90 von 94 Karstadt-Standorte in Deutschland sind dem insolventen Konzern mit Steuererleichterungen entgegen gekommen. Die Stadt Dresden hielt sich bisher zurück. Die Zurückhaltung erklärte man damit, es müsse erst eine Prüfung des Finanzhofes erfolgen.

Zirka 250 Karstadt-Mitarbeiter gingen deshalb am heutigen Donnerstag auf die Straße, um zu demonstrieren. Auf den Plakaten steht unter anderen: "Vielen Dank für Hartz IV."

Karstadt in Dresden beschäftigt rund 900 Mitarbeiter. Kommt die Stadt Dresden dem Konzern steuerlich nicht entgegen, könnte das verheerende Auswirkungen auf den Erhalt des Standortes bedeuten.


WebReporter: olaf38
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Stadt, Steuer, Dresden, Insolvenz, Karstadt
Quelle: www.sz-online.de

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13 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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20.05.2010 18:47 Uhr von RycoDePsyco
 
+12 | -3
 
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Was sollte das bewirken? Außer das wir Steuereinnahmen-Verlust haben und sich das Unternehmen die Hände reibt.

Wenn ein Unternehmen sich selbst nicht mehr tragen kann muss es geschlossen werden, auch wenn es zum Nachteil der Angestellten ist.


Das Problem ist aber eher ein anders.
Die Unternehmen verlangen einfach nicht die Preise die sie brauchen um Kostendeckend zu arbeiten.
Hauptsachen Billig muss es sein, -> so der Kunde.
Das bringt aber nichts wenn es das Unternehmen nicht mehr gibt, die Angestellten Harz4 beziehen und keiner überhaupt mehr Geld hat.
Schulden verschlechtern noch die Lage.
Auch wenn ich wohl von den meisten die das nicht kapieren jetzt ein Haufen Minus bekomme, aber die >>kleinen<< Läden müssen mehr Geld verlangen um Kosten deckend zu arbeiten >>und<< um den Angestellten mehr Lohn zu zahlen.

Da wir aber eher eine Internetgesellschaft geworden sind, haben Läden auf Dauer keine Zukunft.
Man braucht ja nur auf die Straße zu gehen.
Ich kann einfach nicht verstehen warum man bei höheren Sprit und Energiepreis nicht die Preise bei seinen Produkten erhöht. Früher ging dies auch und die Leute hatten nicht mehr Geld in der Tasche. Das ewige Genöle, alles muss Billiger werden, ist absolut der falsche Weg und sollte ignoriert werden. DAS hat keine Zukunft!

MFG
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20.05.2010 18:51 Uhr von frankba
 
+6 | -2
 
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karstadt: sorry, aber warum soll Dresden denen die Steuergelder hinten reinblasen wenn sie nicht in der Lage sind gescheit zu wirtschaften. Endlich eine neue Chance für dieses einst tolle Warenhaus, das mit seinem kundenfeindlichen Inselkonzept wohl doch nicht mehr punkten konnte.
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20.05.2010 19:32 Uhr von Ally01
 
+2 | -3
 
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Es gibt keine Alternative: ich bitte den ein oder anderen Poster, sich vorher umfassend zu informieren, bevor durch Meinung ein Bild entsteht, das nur wenig mit der Situation zu tun hat.

Fakt ist: Durch den Verzicht entgehen Dresden keine Steuereinnahmen. Entsprechend hätte er auch keine Auswirkungen auf den Haushalt. Denn würde die Stadt Gewerbesteuer auf den Sanierungsgewinn verlangen, wäre der Insolvenzplan nicht mehr umsetzbar. Alle anderen Gläuber, die gemeinsam auf fast zwei Milliarden Euro verzichten (erst dadurch entsteht der Gewinn) würden dies nicht mehr tun. Was am Ende für den einzelnen übrig bliebe, kann man sich vorstellen.
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20.05.2010 19:51 Uhr von diehard84
 
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hängt ja: nicht nur an dresden...

[ nachträglich editiert von diehard84 ]
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20.05.2010 20:56 Uhr von loonie
 
+3 | -4
 
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jetzt mal ehrlich:

Kaufhäuser sind ein veraltest Geschäftsmodell, dank dem Internet und deren online shops und wenn ich beraten werden will geh ich mit Sicherheit nicht ins Kaufhaus sondern zum Fachhändler.

und die jenigen die richtig shoppen wollen gehen sowieso nicht ins Kaufhaus sondern in die innen stadt.
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20.05.2010 21:20 Uhr von ThomasHambrecht
 
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Was sagen andere Geschäfte dazu die richtig kalkulieren, dass man Karstadt die Steuern subventioniert? Das wäre eine absolute Marktverzerrung.
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20.05.2010 21:48 Uhr von Ally01
 
+1 | -4
 
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Kapieren Sie es nicht? Niemand, der Steuern zahlt, muss bluten! Wie einfach muss man das denn hier formulieren, damit es auch der letzte hier kapiert.

Es könnte natürlich auch sein, dass man es nicht kapieren will. Und lieber weiter herumpöbelt.

Natürlich subventioniert man Karstadt nicht mit dem Verzicht auf die Gewerbesteuer auf fiktive Gewinne. Werfen Sie mal einen Blick ins Steuer und Insolvenzrecht bevor Sie etwas von Marktverzerrung schwatzen.

Standworte beschlagnahmen? *lol*
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20.05.2010 21:59 Uhr von AlcedoOH
 
+1 | -2
 
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Informieren, nicht schwadronieren: Ally01 spricht ein paar wahre Worte, wenn er dazu aufruft, sich erst einmal zu informieren, bevor man leider unqualifizierte "Steinigt sie!" Rufe in die Welt hinaus dröhnt.

Die Gläubiger von Karstadt verzichten dem Insolvenzplan zufolge auf 97% ihrer Forderungen. D.h. ein Mitarbeiter, der vielleicht noch 2000 Euro Forderungen geltend machen kann, verzichtet auf 1940 Euro für die er aber gearbeitet hat. Ein Lieferant, der vielleicht noch 1 Mio. Euro an Forderungen hat, bekommt davon noch ganze 30.000 Euro. Das gleiche gilt auch für andere Gläubiger. Diese Zahlungen müssen natürlich noch versteuert werden. Dieser Verzicht gilt vor dem Gesetz als Gewinn, der von Karstadt zu versteuern ist. Da der Verzicht nun aber nur ein Verzicht ist und keine Einzahlung, hat das insolvente Unternehmen Karstadt kein Geld, um die Steuern zu zahlen. Daher müßte der Insolvenzplan aufgegeben und das Unternehmen zerschlagen werden. Dabei würden die Gläubiger weniger als 3 % erhalten, weshalb sich der Insolvenzplan für sie noch lohnt, auch durch die Option, dass Karstadt wieder gesunden könnte. Im Falle der Aufgabe des Insolvenzplans würden die Kommunen, auch Dresden, gar nichts erhalten, mit Ausnahme einer erklecklichen Anzahl zukünftiger Hartz IV Empfänger, die der Stadt dann auf der Tasche liegen werden. Im schlimmsten Falle könnten bis zu 50.000 Menschen betroffen sein, wenn man Karstadt, die in Karstadt-Filialen tätigen Unternehmen und die deutschen Lieferanten zusammenzählt. Also einfach dichtmachen? Kaputt schlagen?
Ist es verhältnismäßig, sozusagen nicht auf "nichts" zu verzichten und dafür tausende von Menschen und Familien in eine ungewisse Zukunft zu treiben? Das ist es nicht und das ist möglichwerweise sogar einklagbar. Im Übrigen hat das Bundesfinanzministerium schon "grünes Licht" für socherlei Forderungsverzichte gegeben und fast alle betroffenen Städte auch. Als "Wessi" frage ich mich, warum ausgerechnet eine Stadt, der in den letzten 20 Jahren sehr geholfen worden ist, sich ihrerseits sperrt, wenn sie helfen soll, obwohl das nicht mal etwas kosten würde.
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20.05.2010 23:04 Uhr von loonie
 
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ich glaub ich sollte mein Kommentar von vorhin mal erkären:

mir ist schon klar was Ally01 meint und natürlich hat er recht, weil hab mir auch die Original Quelle mit der "Phantomsteuer" durchgelesen und das was Dresden jetzt macht falsch ist. Einfach die Steuer erlassen dafür das Unternehmen retten und später gibts dafür wieder Gewerbesteuer, oder einfach nichts machen Unternehmen geht pleite gar kein Steuer.

Was aber nichts an meiner Meinung ändert das man in 5-10 Jahren wieder das gleiche spiel mit karstadt hat weil Kaufhäuser einfach nicht mehr ins 21 jahrhundert gehören. Kaufhäuser sind ein Produkt des wirtschaftwunders.

Ist nur meine Meinung zu kaufhüser sollte keine Kritik für oder gegen Dresden sein in meinem ersten Kommentar
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20.05.2010 23:21 Uhr von leCauchemar
 
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"Vielen Dank für Hartz IV.": Das sind wahrscheinlich die, die sich die DDR zurückwünschen, damals gab es keine Arbeitslosigkeit :D
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21.05.2010 00:37 Uhr von AlcedoOH
 
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Haben Kaufhäuser Zukunft? Die Erklärung des Kommentars von "loonie" stellt zumindest einiges richtig.
Leider aber sehen viele Leute das mit der Zukunft des Warenhauses anders. Zwar mögen so manche Wirtschaftsjournalisten so etwas schreiben, stimmen muss es aber noch lange nicht - das haben wir in der letzten Zeit schon häufiger erlebt. Wichtig für das Fortbestehen der Warenhäuser ist die Weiterentwicklung ihrer Konzepte und die richtige Standortwahl. Bei Karstadt sind viele vermeidbare Fehler gemacht worden und manche erschwerende Fakoren (z.B. Internet und "grüne Wiese") hinzu gekommen. Das muss aber nicht das Ende sein, auch wenn der Anpassungsprozeß schmerzhaft werden dürfte (für jede Handelsschiene in Deutschland übrigens, denn es gibt in keinem Land Europas soviel Verkaufsfläche pro Einwohner wie in Deutschland).

Wenn Karstadt eine privatwirtschaftliche Rettung gelänge, dann sollte das alle freuen. Der Staat hat bisher nicht viel dafür getan. Die Kommunen, die lange genug von den Warenhäusern profitiert haben, sind nun gefordert, an diesem Prozeß positiv mitzuwirken, auch durch gescheitere Stadtplanung.

Das dazu.
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21.05.2010 09:27 Uhr von ThomasHambrecht
 
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@Ally01 ich weiss sehr wohl von was ich rede. Karstadt ist faktisch seit 2004 pleite, in der Zwischenzeit 10mal im Kreis herum verkauft worden und in unzählige Subunternehmen aufgesplittet. Karstadt gehört nach meiner Ansicht geschlossen - es ist ein überflüssiges veraltetes Geschäft.
Es werden deshalb in Deutschland nicht weniger Waren gekauft. Der Verkauf verteilt sich dann auf andere Shops die auch Mitarbeiter brauchen.
Ich habe als Angestellter 3 Firmenpleiten miterlebt und bin deshalb heute selbständig. Nur wer selbst aktiv ist setzt sich durch.
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21.05.2010 10:00 Uhr von AlcedoOH
 
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Trotzdem Ich habe auch nicht gesagt, dass sie nicht wissen, wovon Sie reden. Es ist auch legitim, Ihre Meinung zu vertreten. In diesem Zusammenhang stelle ich aber die Frage, ob es einer Stadt obliegt, zu entscheiden, ob ein Unternehmen mit über 25.000 Beschäftigten weiter existieren darf, oder ob ein Großteil von ihnen demnächst in dedr Armutszone herumkrebst. Das ist nämlich die Konsequenz. Ob Karstadt dann weiter existieren kan, das muss der Markt entscheiden und die Fähigkeit des Unternehmens, sich auf die neue Einkaufswelt einzustellen.

Und... nicht jeder kann selbständig sein, das liegt doch wohl auch auf der Hand, oder?

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