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Russland: Militärparade zum 65. Jahrestag des Sieges über Nazi-Deutschland

In Russland feierte man am heutigen Sonntag auf dem Roten Platz in Moskau den Sieg über das Nazi-Regime. Neben Tausenden Soldaten und Regierungschef Putin ist auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel Gast der Zeremonie.

Einige Nato-Mitglieder, darunter Großbritannien, die USA und Frankreich, sind auch erstmals zu den Feierlichkeiten erschienen. Eine große Waffenschau und Militärkapellen waren Teil des Programmes.

Nach Medienangaben lockte das Spektakel 2,5 Millionen Menschen an.


WebReporter: Edge_1985
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Russland, Sieg, Feier, Militärparade, Nazi-Regime
Quelle: www.20min.ch

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09.05.2010 13:48 Uhr von Bokaj
 
+49 | -13
 
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Ich finde eine Militärparade nur unpassend: in der heutigen Zeit.

Ein Gedenktag wäre schon wichtig, aber keine kriegerische Zuschaustellung.
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09.05.2010 13:50 Uhr von Faceplant
 
+52 | -33
 
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Wo ist das Problem: Die zeigen wenigstens noch gesunden Nationalstolz, im Gegensatz zu Deutschland, da hier gleich wieder die Nazi-Keule geschwungen wird.
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09.05.2010 13:54 Uhr von diehard84
 
+39 | -26
 
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....wenn wir gewonnen hätten: dürften jetzt auch delegationen der unterworfenen staaten nach grossdeutschland ergo germania kommen und unserer militärparade beiwohnen... ;)
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09.05.2010 13:55 Uhr von Truemmergesellschaft
 
+39 | -44
 
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Nationalstolz: ist so ziemlich das dämlichste, was nur Leuten übrig bleibt, die im Leben sonst alles versiebt haben, um sich dann auf ihre ach so tolle Nation zu stützen.
Gleiche Sache wie mit der Religion, ist für Nichts gut und provoziert bloß Kriege.
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09.05.2010 14:03 Uhr von Herbstdesaster
 
+22 | -25
 
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@Truemmergesellschaft: Was ist daran so schlimm, Nationalstolz zu zeigen?

Ich bin Deutsche, meine Vorfahren lebten hier schon bevor es Nazis gab...

Was die in Russland machen find ich auch übertrieben und das die Merkel da auch noch hinfährt, dabei weiß jeder, was die Russen sich hier alles geleistet haben.
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09.05.2010 15:05 Uhr von all_in
 
+21 | -15
 
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... die Deutschen werden äußerst ungerne an die Vergangenheit erinnert, insbesondere durch Militärparaden der Siegermächte.
Das russische Volk hat damals einen Preis von 26 Millionen Toten gezahlt, es war ein teuer erkaufter "Sieg", der sich noch heute fatal in der russischen Demographie niederschlägt. Während die Deutsche die Vergangenheit am liebsten vergessen würden, übersehen sie, dass dies in anderen Ländern aber nicht der Fall ist und man versucht die Männer und Frauen, die gefallen sind, als sie ihre Familien verteidigt haben, nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Und wenn sie das mit einer Militärparade tun, dann soll es so sein. Da hat sich niemand drüber zu mockieren. Das ist nicht die Angelegenheit der deutschen Nation.
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09.05.2010 15:11 Uhr von registerednow
 
+16 | -7
 
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tja: und wir wissen auch alle was die deutschen gemacht haben, und solche stolzen leute wie du (herbstdesaster) haben das zugelassen!!!!

und die stolzen amerikaner lassen das jetzt gerade auch zu, und irgendwann kommen dann noch stolze chinesen, nord-koreaner, iraner, und und und,

dann führen wir voller stolz den dritten weltkrieg um uns alle zu schützen!!!
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09.05.2010 15:20 Uhr von Pummelluff3
 
+17 | -8
 
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Das sollten wir mal hier in Deutschland mit einem *Friedrich den Großen* oder *Waterloo Ehrengedenktag* versuchen.

Aber leider ist ja Deutschlands (und Preußens) Militärtradition mit den Nazis begraben wurden. Selbst für Offiziere ist es schwierig sich zu besonderen Familiären Anlässen in Uniform zu präsentieren....
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09.05.2010 15:23 Uhr von Dracultepes
 
+8 | -10
 
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Gibt es bei denen eigentlich auch eine Parade für die Kriegsverbrechen?
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09.05.2010 15:25 Uhr von Smallviller
 
+5 | -5
 
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Wenn man sonst nichts zu feiern hat.:D
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09.05.2010 15:36 Uhr von Karma-Karma
 
+19 | -7
 
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Typisch Shortnews: Wärs mal möglich so eine News auch mal objektiv zu betrachten? Diese ganzen Kommentare von wegen "Russland war ja auch nicht besser, etc." sind absolut dämlich. Hierbei geht es allein um den Sieg über Nazi-Deutschland. Punkt. Wenn NPD-Funktionäre soe eine Feier kritisieren, ist klar, aber dass Merkel an der Feier teilnimmt, sollte selbstverständlich sein.

Nochmal: Es geht um den Sieg über Nazi-Deutschland. Der symbolische Tag an dem der Untergang der Nazis endgültig war.

Und sowas gehört gefeiert. Fertig. Aus
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09.05.2010 15:38 Uhr von wordbux
 
+9 | -6
 
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Angela Merkel Gast der Zeremonie: Ist sie mal wieder arschkriechenderweise unterwegs.
Peinlich diese Frau.
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09.05.2010 15:45 Uhr von registerednow
 
+4 | -3
 
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da sehen wir wieder mal, dass immer die siegermächte die geschichtsbücher schreiben,

außerdem wird deutschland immer wieder von anderen staaten gelobt, für die aufarbeitung der geschichte!!
denn deutschland ist eines der wenigen länder, das für seine verbrechen so gut wie möglich gerade steht!!!
deswegen reist auch die merkel symbolhaft voller demut nach russland!
und ich finde das ist doch ganz natürlich, wenn es einem deutschen unangenehm ist, darauf angesprochen zu werden, hauptsache man verschweigt es nicht!!!

[ nachträglich editiert von registerednow ]
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09.05.2010 15:59 Uhr von all_in
 
+8 | -8
 
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@BastB: "Was redest du da für einen Unsinn. Die Deutschen werden mehr als jedes andere Volk ständig mit der eigenen Vergangenheit konfrontiert und hier versucht auch niemand irgendwas zu vergessen. Im Gegenteil! Viele Gedenkstätten erinnern an die Gräueltaten der Nazis und das ist auch gut so. So gut wie kein anderes Land geht so offen mit der eigenen schrecklichen Vergangenheit um wie Deutschland."

Ja, das ist es ja, sie werden konfrontiert. Denkst du etwa allen ernstes, dass es die Nürnberger Prozesse gegeben hätte, wenn man sie den Deutschen überlassen hätte, wenn nicht die Amerikaner, Sowjets, Briten und Franzosen dieselbigen in die Hand genommen hätten? Denkst du etwa, diese ganze "Erinnerungskultur" hätte es gegeben, wenn man sie den Deutschen nicht aufgezwungen hätte? Blödsinn, nichts davon hätte es gegeben. Man hätte es vergessen und begraben. Sieht man ja wunderbar am japanischen Beispiel. Die Japaner blenden die Gräueltaten ihres Militärs, die es in China begangen hat, wunderbar aus. Genauso wäre es in Deutschland gelaufen und ist es auch teilweise gelaufen. Man muss sich nur die motivationslose Verfolgung der Naziverbrecher anschauen. Es gab ein paar Schauprozesse und die kleinen oftmals freiwilligen Helferlein wurden dann meistens der Beihilfe zum Totschlag schuldig gesprochen und kamen nach kurzen Haftstrafen wieder raus. Demjanjuk ist auch ein Schauprozess, nicht mehr. Wenn nicht die Alliierten gewesen wären, hätten die Deutschen alles vergessen und begraben so gut es nur möglich ist. Und wenn ein neues Holocaustgedenkmal eingeweiht wird, fangen alle an zu weinen, dass die Steuergelder verschwendet werden, was aber um ehrlich zu sein, nur ein vorgeschobener Grund ist. Wenn man feststellt, dass Auschwitz baufällig ist und die deutsche Regierung Geld zur Sanierung bereitstellen will, dann fängt das Gejammer wieder von vorne an. Ist bei SN jedes Mal zu beobachten. Der Deutsche würde so gerne vergessen [Ausnahmen bestätigen immer die Regel], man lässt ihn aber nicht, und dann klopft er sich noch auf die Schulter und sagt: "Schaut Herr Völker der Erde, wir vergessen nicht!". Das ist keine Leistung, das ist eine gottverdammte Pflicht! Und ohnde den Druck der Siegermächte im Rücken wäre es wohl auch nie so weit gekommen.

Und was Stalin und Katyn anbetrifft: Das ist eine polnisch-russische Angelegenheit, da hat sich Deutschland nicht einzumischen. Unter den Stalin haben die Russen genauso gelitten wie die Georgier, die Balten, die Kosaken, die Ukrainer und sonstige. Stalin hat da keinen Unterschied gemacht, wenn er exekutieren ließ, sie Nationalität spielte keine Rolle, im Gegensatz zu den Gräueltaten des Dritten Reiches. Meistens wurden sogar diejenigen, die zuvor einen Erschießungsbefehl unterschrieben, kurze Zeit darauf auf Stalins Wunsch selbst erschossen. Ja, Stalin war ein Massenmörder, im wahrsten Sinne des Wortes, der Unterschied ist jedoch, dass er nicht morden ließ, weil man einer bestimmten "Rasse" angehörte, während unter deutscher Herrschaft, jeder Jude, jeder Sinti und Roma dem Tode geweiht war, nur weil er Jude oder Sinti und Roma war. Du wurdest als Jude geboren? Das war dein Todesurteil. Die deutsche Bevölkerung hat Hitler verschont, während die Russen in gleichem Maße Opfer Stalins waren wie Georgier, Balten und andere. Das ist der Unterschied. Die Deutschen sind unter Stalin noch relativ glimpflich davon gekommen, viel glimpflicher als Russen, Balten, Georgier ... Also halte dich mal zurück.

Und was ich noch hinzufügen will. Es ist vollkommen in Ordnung, wenn man Stalins Taten nennt und sie anspricht, so lange, so lange dies nicht geschieht, um die eigene Vergangenheit zu relativieren, doch genau das tust du, wobei du dich noch in Angelegenheiten einmischt, die die Deutschen gar nicht betreffen und zwar nur aus dem Grund der Relativierung. Das ist gelinde gesagt, mehr als nicht in Ordnung.

[ nachträglich editiert von all_in ]
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09.05.2010 16:50 Uhr von One of three
 
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@ all_in: Im Holodomor kamen nahezu 15 Mio Menschen um, im Holocaust ca 6 Mio.

Trotzdem soll der Holocaust "schlimmer" sein als der Holodomor - weil der Holocaust auf Rassenwahn zurückzuführen ist?

Wie krank ist das denn?
Muss man Verbrechen dieser Größenordnung auch noch werten?
Sie sind unfassbar - unanbhängig von irgendwelchen Beweggründen.

Aus Deinem ganzen Kommentar liest sich heraus, dass im Holocaust wohl "wertvollere" Menschen gestorben sind als im Holodomor ...

Man reiche mir meine Brechtüte ...
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09.05.2010 17:21 Uhr von Eckhaat
 
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Heutzutage: haben solche Paraden doch schon schwer etwas von Realsatire.
Da läßt man Waffen vorbeidefilieren, die so gar nichts mehr mit WK II zu tun haben, nur um zu zeigen "Mir san mir". Ein gigantischer Schwanzvergleich eben.
Dann die alten Männer, die vor lauter Blech vor der Brust gebeugt gehen müssen (nein, das kommt nicht vom Alter...).
Nationalstolz hin oder her, aber auf solche Relikte aus dem kalten Krieg, auch wenn sie pro forma dem Gedenken dienen, sollte doch heutzutage verzichtet werden. Was spricht denn gegen eine einfache Gedenkfeier, meinetwegen mit Kranzniederlegung am Ehrenmal für den unbekannten Soldaten?
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09.05.2010 18:36 Uhr von all_in
 
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@One of three: "Im Holodomor kamen nahezu 15 Mio Menschen um, im Holocaust ca 6 Mio."

Ganz tolle Rechnung. Hast du toll gemacht. Schön aufgewogen. "Ja, die Deutschen waren ja damals nicht so schlimm wie die bösen Russen." Selbst die westliche Forschung geht mittlerweile im Allgemeinen davon aus, dass der Holodomor, kein Genozid war und auch nicht die selben Absichten verfolgte wie der Holocaust, sondern die Folge der rücksichtslosen Kollektivierung und Industrialisierung, ein bisschen vergleichbar mit dem großen Sprung nach vorn in China. Da sind ja bekanntlich auch Millionen von Menschen ums Leben gekommen. Und während des Holodomors haben alle Menschen in der Ukraine gleichermaßen gelitten, unabhängig davon ob Ukrainer, Kosake, Russe, Kasache oder Wolgadeutscher, während die Nazis sich fein säuberlich die Juden rausgepickt haben und zwar mit dem eindeutigen Ziel dieselbigen zu vernichten, während die "ethnischen" Deutschen unbehelligt blieben. Der Holodomor hatte aber im Gegensatz dazu, was in Hitlerdeutschland passierte, nie das Ziel der Ausrottung oder teilweisen Ausrottung eines Volkes. Es traf alle gleichermaßen, die in den betroffenen Gebieten lebten.

Das Motiv ist verdammt wichtig und wer das nicht wahrhaben will, dem ist nicht mehr zu helfen. Die ethnischen Ukrainer, die zu der Zeit nicht in den betroffenen Gebieten lebten, blieben im Allgemeinen unbehelligt, während jeder Jude, der in den Herrschaftsbereich Hitlerdeutschlands geriet des Todes war.

Insofern kannst du deine Brechtüte getrost bei Seite legen. Hitler hat versucht ein Volk auszurotten, dieses Ziel hatte Stalin nie.
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09.05.2010 19:15 Uhr von One of three
 
+5 | -4
 
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@ all_in: "Ja, die Deutschen waren ja damals nicht so schlimm wie die bösen Russen."

Das ist das, was Du unterstellen möchtest - nicht das, was ich meinte. Der übliche lahme Versuch der Diskreditierung.

Wenn Du wirklich Massenmorde nach Motiven klassifizierst ist Dir nicht mehr zu helfen.
Da ist jedes Wort verschwendet.
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09.05.2010 19:22 Uhr von all_in
 
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@BastB: "Dennoch ist es in der Geschichte beispielslos, wie Deutschland im Nachhinein damit umgeht, Von keinem anderen Land könnte man das erwarten."

Beispielslos? Was wäre denn gewesen, wenn die Alliierten die Nürnberger Prozesse durchgeführt hätten und dann abgezogen wären? Es hätte keine Aufarbeitung gegeben. Ohhhh, und wie die Deutschen vergessen wollten und vergessen wollen, man ließ sie bloß damals nicht und tut es auch heute nicht. Deutschland MUSSTE sich damit auseinandersetzen, denn die gesamte Weltöffentlichkeit verfolgte dies sehr wachsam, während auf die Japaner keiner Acht gab. Tja, die Japaner haben auch so ziemlich alles verdrängt. Hätte Deutschland nicht die Augen der ganzen Welt auf sich gespührt, es wäre genauso verlaufen wie in Japan. Die Aufarbeitung der deutschen Geschichte war von deutscher Seite aus nie eine freiwillige Sache und inwiefern man Deutschland also dafür loben sollte und dafür loben kann, na, da wäre ich mir gar nicht so sicher. Besonders, da die Aufarbeitung ja eigentlich selbstverständlich sein sollte.

"Du scheinst nicht zu wissen, dass die Russen dieses Massaker bis zum Fall des Eisernen Vorhangs der Wehrmacht und damit letztendlich Deutschland angehängt haben und dadurch ist Deutschland direkt darin verwickelt gewesen."

Das ist mehr sehr wohl bewusst, dass die SU Katyn der Wehrmacht in die Schuhe schieben wollte, aber seit dem die Wahrheit raus ist, hat Deutschland nichts mehr damit zu tun und hat sich insofern auch da raus zu halten, so lange es nicht um Einmischung gebeten wird. Aber momentan scheinen Polen und Russland auch ohne deutsche Einmischung langsam zu einem Konsens zu kommen.

"Das Problem ist, Stalins Taten werden von den Russen nicht genannt sondern verdrängt und totgeschwiegen. Du sprichst damit genau das an, was die Russen schon die ganze Zeit tun. Sie relativieren ihre Vergangenheit. "

Wird es das? Also so weit ich weiß, haben Medwedew und Putin, alle beide, Stalin als einen Massenmörder betitelt, als einen tyranischen Diktator.
Zweitens ist das was die Russen tun keine Relativierung, sondern eine Verzerrung der Vergangenheit, sie verdrängen die stalinistischen Taten, unter denen sie oder ihre Vorfahren SELBER gelitten haben. Du wirst in russischen Großstädten keine Stalin-Monumente mehr finden. Die Russen waren vom stalinistischen Terror genauso betroffen wie alle anderen, während im Falle Hitlerdeutschlands, sich dasselbige primär an anderen Völkern schuldig machte. Wenn die Deutschen verdrängen, dann verdrängen sie, was ihre Vorfahren ANDEREN angetan haben, insbesondere den Juden, Polen, und den Sowjetbürgern.
Aber wenn die Russen das selbe machen, dann verdrängen sie, das was sie sich selber angetan haben genauso, dann verdrängen sie das, was Stalin IHNEN angetan hat genauso. Kann sich ein Volk an sich selber schuldig machen? Stalins Repressalien betraffen ALLE gleichermaßen, und meistens wurden die Täter dann selbst zu "Opfern" von anderen Tätern, die wiederum auch selber "Opfer" wurden. Was Hitlerdeutschland jedoch anbetrifft, da waren die Opfer eigentlich nur die anderen, die Täter blieben Täter. Da war alles klar deffiniert, wer erschossen oder vergast wurde und wer den Schuss abgab oder das Gas strömen ließ. Die SS schoss und die Juden starben. Im Falle der Sowjetunion kann man nicht mehr wirklich unterscheiden, wer nun Opfer und wer Täter ist. Das schießen und erschossen werden ging querbeet durch die ganze SU, es betraf alle Nationalitäten, es betraf alle gesellschaftlichen Schichten.
Stalin wird verklärt, ja, insbesondere wegen dem Sieg im Zweiten Weltkrieg über Hitlerdeutschland, das ist auch nicht tollerierbar, aber das hat nichts mit einer Relativierung zu tun. In Russland wird gesagt: "Ja, er hat viele Menschen ermordet, aber es war nötig um den Sieg herbeizuführen" oder "Ja, er hat viele Menschen ermordet, aber unabhängig davon hat er unser Vaterland gerettet." Ich sehe da keine Relativierung oder zumindest keine, um sich selbst oder die eigene Geschichte zu entlasten.
Im Gegensatz dazu sagt man hier: "Ja, Hitler war böse, aber die anderen waren mindestens genauso böse". Dies gescheiht genau aus den gerade genannten Gründen.
Das sind zwei verschiedene paar Schuhe. Wenn die Russen "verdrängen", dann verdrängen sie im gleichen Maße, was sie selbst unter den stalinistischen Repressalien erlitten haben, wenn in Deutschland verdrängt und relativiert wird, dann nur das, was die Vorfahren anderen angetan haben.

"obwohl sie kein bisschen besser als die Nazis waren"

Da hast du deine Relativierung. Die Nazis waren schlimm, aber die Russen waren genauso. Da schwingt dieses "die anderen waren nicht besser" drin und wir sind heute "moralisch" höher angesiedelt, weil man uns gezwungen hat uns mit unserer Geschichte auseinanderzusetzen.
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09.05.2010 19:27 Uhr von certicek
 
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Stalin bekommt ein neues Denkmal in der Ukraine: Nachricht vom 06.05.2010

http://www.welt.de/...
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09.05.2010 19:37 Uhr von all_in
 
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@one of the three: "Wenn Du wirklich Massenmorde nach Motiven klassifizierst ist Dir nicht mehr zu helfen."

Ja, genau das tue ich. Ich schaue mir die Motive an. Während unter Stalin alle gleichermaßen gelitten haben, haben unter Hitlerdeutschland größtenteils nur die anderen gelitten.
Was meinst du denn wie die Wissenschaftswelt bewertet, wenn sie entscheiden muss, was ein Völkermord ist und was nicht?! Die Wissenschaftswelt sichtet die Motive. Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob Menschen umgebracht werden, weil man sie ausrotten will oder aus anderen Gründen. Das macht keinen Toten wieder lebendig, aber moralisch gesehen ist der vorsetzliche Genozid noch immer das schlimmste Verbrechen. Was ein Volk sich SELBST antut, das ist die eine Sache, was ein Volk einem anderen antut, das ist was ganz anderes, aber gewaltig.

Aber ich bin mir sicher, dass du das nicht begreifen willst.
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09.05.2010 19:47 Uhr von all_in
 
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A propos: Ein wunderbarer Artikel eines russischen Journalisten, der tief in die russische Seele blicken lässt:

"Jeder Russe will ein Stalin sein"

http://www.welt.de/...
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09.05.2010 20:02 Uhr von d.greenleaf
 
+0 | -8
 
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mutti: feiert auch noch unsere niederlage. wie jämmerlich.

in "polen" wurden auf deutschem gebiet riesige gasvorkommen entdeckt, wir sollten lieber unser land zurückerobern anstatt an siegesfeiern anderer teilzunehmen.
heimlich nuklear aufrüsten (als abschreckung), dann königsberg, teile von polen und elsass einnehmen.

natürlich wird dies nicht passieren. stattdessen wird polen durch unser gas in 10-15 jahren eine der reichsten nationen europas sein.
http://i542.photobucket.com/...
http://de.rian.ru/...
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09.05.2010 20:13 Uhr von One of three
 
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@ BastB: Lass mal gut sein, derart verbohrte Menschen kann man nicht ändern.

Er schreibt Müll und merkt es nichtmal ...

Ein Beispiel:

"Stalin wird verklärt, ja, insbesondere wegen dem Sieg im Zweiten Weltkrieg über Hitlerdeutschland, das ist auch nicht tollerierbar, aber das hat nichts mit einer Relativierung zu tun. In Russland wird gesagt: "Ja, er hat viele Menschen ermordet, aber es war nötig um den Sieg herbeizuführen" oder "Ja, er hat viele Menschen ermordet, aber unabhängig davon hat er unser Vaterland gerettet." Ich sehe da keine Relativierung oder zumindest keine, um sich selbst oder die eigene Geschichte zu entlasten."

Nur das der Holodomor VOR dem 2. Wk stattfand - beginnend Anfang der Dreissiger Jahre ...
Sicher, Stalin hat damals gemordet um später gegen Hitler gewinnen zu können.

Mein Sohn hat mir schon berichtet wie wirr manche Leute aus dieser Ecke der Erde reden, aber das es so schlimm ist ...
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09.05.2010 20:17 Uhr von Floppy77
 
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Soll: der Bär ruhig mit den Säbeln rasseln und zeigen was er vermeintlich hat. Da fahren die Panzer doch bestimmt hinter der Tribüne zurück und mehrmals an den Gästen vorbei. Das meiste im Arsenal wird doch nur noch von Rost zusammen gehalten.

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