26.04.10 17:47 Uhr
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Schriftsteller bezeichnet türkischen Ministerpräsidenten als "Brandstifter"

Der Schriftsteller Ralph Giordano hat anlässlich einer Gedenkfeier wegen des Genozids an den Armeniern durch das türkisch-osmanische Reich scharfe Kritik am türkischen Ministerpräsidenten Erdogan und der deutschen Regierung geübt. Giordano zufolge würden beide Seiten den Genozid verharmlosen.

Obwohl der systematische Massenmord an den Armeniern längst belegt sei, würden beide Seiten sich weigern, das Massaker beim Namen zu nennen. Da Deutschland eine Mitschuld habe, sei es beschämend, dass "alle deutschen Regierungen sich an die Politik der Vertuschung und Verdrängung gehalten haben."

Am Sonntag gab es weltweit Gedenkfeiern für die bis zu 1,5 Millionen ermordeten armenischen Opfer durch das türkisch-osmanische Reich. In Istanbul brach die Menschenrechtsorganisation IHD ein türkisches Tabu und hielt einen Gedenkmarsch ab. Das Massaker fand in der Zeit von 1915 bis 1917 statt.


WebReporter: inmusic
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Recep Tayyip Erdogan, Schriftsteller, Brandstifter, Genozid
Quelle: ksta.de

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26.04.2010 17:47 Uhr von inmusic
 
+14 | -6
 
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Auch wenn immer mehr Menschen in der Türkei erkennen, dass es sich selbstverständlich um einen Genozid an den Armeniern handelte, wird eher die Hölle zufrieren, als dass einer wie Erdogan das zugibt.
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26.04.2010 17:51 Uhr von Bi-Ba-Butzemann
 
+7 | -4
 
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Die Deutschen sind schuld? Die Deutschen sind wohl an allem schuld oder mitschuldig, was?
Wie kommt man bloß auf die Idee, dass die Deutschen daran beteiligt sind, nur weil sie mit den Türken verbündet waren?
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26.04.2010 18:17 Uhr von mueppl
 
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@memo81: >>....von dem keine Beweise existieren...<<

zwischen "nicht existieren" und "nicht anerkennen" besteht ein Unterschied.

Glaubst du wirklich, die Türkei würde je irgendeinen Beweis anerkennen?
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26.04.2010 18:27 Uhr von Bi-Ba-Butzemann
 
+3 | -8
 
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@Co-Moderator: Nur damit Du dieses Märchen nicht noch weiter rum erzählst. Aus Juden oder sonstwelchen Menschen wurde zu keiner Zeit in Deutschland Seife gemacht. Das ist ein Gerücht, dass durch viele unglückliche Missverständnisse zustande gekommen ist.
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26.04.2010 21:04 Uhr von Laz61
 
+4 | -3
 
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Es ist nicht bewiesen !!! Behaupten ist nicht beweisen.


Dieser "Dokumentarfilm" (für mich ein Propagandafilm) basiert auf die Lügengeschichten von Johannes Lepsius, wie nostre2008 richtig erkannt hat.
Lepsius war kein Augenzeuge von den Deportationen und war ein Monat lang beim US-Botschafter (AUG 1915) und hat Dokumente abgeschrieben, die von armenischen Übersetzern und protestantisch - amerikanischen Missionaren stammten, was die Objektivität dieser Dokumente mindert. Der US- Botschafter wollte durch die übertriebene grausame Darstellung der Deportation , die USA auf die Seite der Allierten bewegen.
(nachzulesen: Die Hintergrundgeschichte zu Botschafter Morgenthaus Memoiren)

Es sind noch immer Archive unter Verschluß (Jerusalem und Boston), trotz eines Angebots (20Mio Dollar) der türkischen Seite wollen die Amis die Archive der Daschnaken nicht öffnen.
Wenn es fakt ist dass es ein Völkermord war, warum weigert sich Armenien gegen eine Historikerkommission?
Die Türkei wird das Ergebnis akzeptieren.
Oder gibt es unter Euch jemanden, der ohne Prozeß freiwillig bestraft wird aufgrund von Mitmenschen die Ihnen ein Verbrechen vorwerfen.

Andere zu verurteilen ist sehr einfach.
Nehmen wir mal Frankreich, die den "Genozid" anerkannt haben, aber ihre eigenen Verbrechen in Algerien (1954-62) werden schöngeredet.
Deutschland hat den ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts im heutigen Namibia begangen, im gogenannten Hottentottenaufstand (Reparationszahlungen, Erinnerung an den Völkermord ?)
Genauso fortführbar mit anderen Kolonialmächten wie Belgien, Spanien, Portugal, GB...

Anscheinend ist es ein Völkermord wenn die Opfer Christen oder Juden sind.
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26.04.2010 21:16 Uhr von Kruppzeuch
 
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Es dürfte bei dieser Frage um zweierlei zu gehen:
1. um die Einordnung in den historischen Kontext. Die Erwähnung seinerzeit vorgeworfener Terroristischer Aktivitäten und der Partizipation in der russischen Armee seitens Armeniern, wird in diesem Zusammenhang von türkischer Seite als überaus wichtig erachtet.

2. Die Bewertung als Genozid:

Als wegen Völkermord zu Bestrafender gilt laut Konvention
(http://www.admin.ch/...)

„[w]er in der Absicht, eine nationale, rassische, religiöse oder durch ihr Volkstum bestimmte Gruppe als solche ganz oder teilweise zu zerstören, vorsätzlich
- Mitglieder der Gruppe tötet,
- Mitgliedern der Gruppe schwere körperliche oder seelische Schäden […] zufügt,
- die Gruppe unter Lebensbedingungen stellt, die geeignet sind, deren körperliche Zerstörung ganz oder teilweise herbeizuführen,
- Maßregeln verhängt, die Geburtenraten innerhalb der Gruppe verhindern sollen, Kinder der Gruppe in eine andere Gruppe gewaltsam überführt“.

Als Argument gegen die Bezeichnung als Genozid wird, wenn ich es korrekt sehe, eine fehlende Vorsätzlichkeit im Sinne der Konvention angeführt. Die Taten selbst werden nicht geleugnet. Darauf weist auch hin, dass Wert auf die Einordnung in den historischen Kontext gelegt wird. Hiermit soll betont werden, dass auch militärische Notwendigkeiten eine Rolle spielen sollten. Ein eindeutiger Nachweis genozidaler Absichten aufgrund überlieferter schriftliche Befehle/Anordnungen scheint zudem schwierig bis unmöglich zu sein, da auch viele Unterlagen später vernichtet wurden. Ein Befehl vom Innenminister Talat Pascha wird seitens der Türkei in seiner Authenzität angezweifelt. Und diese beiden Umstände sind der große Knackpunkt an der Geschichte, wenn ich es korrekt einschätze. Aus diesem Grunde müssen die Ereignisse einzeln analysiert und wie ein Puzzle zusammengefügt werden. Das ist so ähnlich wie mit den Mauerschützen der DDR. Es gibt meines Wissens nach bis heute keinen offiziellen Schießbefehl der SED, aber viele indizien weisen darauf hin, dass die Schützen eine "notwendigkeit" zum Schießen gesehen hatten. Ebenso ist es bei der Armenienfrage. Viele Berichte zeugen von einer als notwendig angesehenen Tötung, z.B. was Mehmed Reschid und Diyarbak?r angeht.
http://www.hist.net/...

Grundsätzlich handelt es sich um einen größeren Informationskomplex. Daher würde ich sagen, dass es törichter Unsinn ist, als nicht-historiker davon überzeugt zu sein, dass es ein Völkermord war bzw. dass es keiner war. Nur aufgrund der einen oder anderen Dokumentation.

Fakt ist aber, Deutschland war in sofern daran beteiligt, dass man von allem wusste, jedoch zu Gunsten des engen Bündnis zwischen Deutschland und der Türkei geschwiegen hat.

[ nachträglich editiert von Kruppzeuch ]
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26.04.2010 21:39 Uhr von 08_15
 
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Giordano schreibt recht kritisch: Hier noch ein schöner Artikel:
http://www.focus.de/...

LG
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27.04.2010 21:31 Uhr von OttomanEmpStrikesBck
 
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wo sind dann die massengräber bei 1,5 mio. toten: Zum Vorwurf des Genozids an den Armeniern
Stellungnahme der türkischen Internet-Community
(Jüdisches Forum, 28.06.2005)
Der Türkei wird ein Genozid (Völkermord) während des 1. Weltkrieges und die Leugnung dessen vorgeworfen, ohne dass die historische Erkenntnisgewinnung in wissenschaftlichen Kreisen abgeschlossen ist. Dies ist ein weltweit einzigartiges Phänomen. Es gibt bis heute kein Land, dem man durch Parlamentsbeschlüsse einen Genozid vorgeworfen hat. Solche Vorwürfe gehen üblicherweise zunächst vor ein internationales Gericht, welches auf Fakten und Beweisen basierend ein Urteil fällt. Für die Klärung der historischen Ereignisse ist dringend erforderlich, dass eine neutrale und unabhängige Historiker-Kommission über die Ereignisse befindet. Bis Dato wurden zwei Initiativen der Türkei (2004 und 2005) in dieser Richtung seitens Armenien abgewiesen. Wie wir zeigen werden ist es angesichts der ständig verbreiteten Geschichtsverfälschungen mehr als notwendig, dass man eine solche Kommission auf die Beine stellt. Nachfolgend möchten wir einige der gängigsten Geschichtsverfälschungen auflisten. Dafür werden wir ausschließlich westliche und (pro-)armenische Quellen verwenden.

Wie man immer wieder feststellen kann, wird nie eine Quelle für die 1,5 Mio. armenischen "Opfer" genannt. Selbst auf hartnäckige Anfrage bekommt man keinerlei seriöse Belege. Diese Zahl gibt die armenische Gesamtbevölkerung um 1915 an bzw. ist das arithmetische Mittel aus unterschiedlichen Zählungen, welche beispielsweise von ca. 784.000 bis ca. 1.914.000 reichen [1]. Hier wird jedoch auf armenischer Seite eine interessante Zahlenrhetorik angewandt: Man spricht von "Opfern" und impliziert insgeheim, dass tatsächlich alle "Opfer" umgekommen sind, ohne dabei zu erwähnen, wie viele die Umsiedlung (Deportation, Vertreibung, "Todesmärsche durch die Wüste") überlebt haben bzw. von dieser nicht betroffen waren. Man lässt mit dem diffusen Begriff "Opfer" bewusst offen, was damit gemeint ist. Es wird nicht erwähnt, dass ca. 600.000 Armenier die Umsiedlung überlebt haben (300.000 konnten sich in den Kaukasus und 4.200 nach Ägypten retten) und dass die Armenier Westanatoliens, ca. 150.000, von der Umsiedlung nicht betroffen waren [2]. Hinzu kommen noch ca. 200.000 armenische Konvertiten die zum Islam übergetreten sind bzw. dazu gezwungen wurden [3]. Das sind Zahlen, die aus westlichen und sogar pro-armenischen Quellenmaterialien hervorgehen. Alleine durch Aufzählung der Überlebendenzahlen kommt man auf 950.000 Armenier, die entweder nicht von der Umsiedlung betroffen waren oder diese nachweislich überlebt haben.
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27.04.2010 21:33 Uhr von OttomanEmpStrikesBck
 
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teil 2: Die Versorgungslage der Bevölkerung im Osmanischen Reich war bereits seit 1860 extrem schlecht. Das Osmanische Reich wurde in westlichen Publikationen als der "kranke Mann am Bosporus" betitelt. Man war z. B. nicht in der Lage, die moslemischen Flüchtlinge aus den ehemaligen osmanischen Gebieten zu versorgen, so dass hunderttausende an Hunger und Mangelversorgung starben [4]. Weiterhin ist historisch belegt, dass viele Soldaten aufgrund schlechter Ausrüstung in den Wintermonaten erfroren oder an der Front verhungerten [5]. Dies ist insbesondere deshalb interessant, weil sich im Kriegsfall jeder Staat zuallererst um die Versorgung seiner Soldaten kümmert, da dies in Kriegsjahren existentiell ist. Wenn selbst diese vor Hunger und Kälte umkommen, kann man sich unschwer vorstellen, unter welchen Bedingungen die Zivilbevölkerung lebte und unter welchen Umständen die Umsiedlung der Armenier durchgeführt wurde. Allgegenwärtig war das Bild der "verhungernden Armenier" in internationalen Hilfskampagnen. Der osmanisch-muslimischen Bevölkerung erging es nicht besser, sie verstarben in denselben Umständen, wie die Armenier selbst, durch Krankheiten und Hungersnöte.

Eine weitere historische Tatsache wird ebenso verschwiegen: Tote unter der muslimischen Bevölkerung durch armenische Massaker. Es ist eine historische Tatsache, dass armenische Milizionäre (z. B. die Taschnaken/Daschnaken) Massaker in großem Umfang an moslemischen Zivilisten in Ostanatolien verübten [6]. Diese Massaker werden auf armenischer Seite noch heute als "Racheakte" bezeichnet. Verantwortliche für die Massaker waren armenische Führer wie Gevorg Chavush (Gevorg Aroyi Khazaryan) und Andranik Torosi Ozanyan (Zoravar Andranik), die in Armenien wie Volkshelden verehrt und deren Morde gerechtfertigt werden. Ziel der armenischen Milizionäre war es in Ostanatolien, mithilfe der Russen "Großarmenien" zu schaffen [7]. Gevorg Chavush z. B. organisierte etliche bewaffnete Aufstände in Ostanatolien [8]. Andranik Torosi Ozanyan kämpfte mit seinen armenischen Truppen u. a. 1912-1913 im 1. Balkankrieg auf Seite der Bulgaren gegen die Türken. Nach 1914 führte er seine Truppen auf der Seite der Russen [9]. Im Frühjahr 1915 wurde im ostanatolischen Van nach erbitterten Kämpfen die Zivilbevölkerung durch armenische Milizionäre massakriert, die Stadt zerstört, und anschließend den nachkommenden Russen übergeben [10]. Daraufhin hat die osmanische Führung am 24.04.1915 den Verhaftungsbefehl gegen die Führer der armenischen Aufstandsorganisationen gegeben. Dieses Datum wird kurioserweise als "Beginn des Genozids" bezeichnet.

Eine weit verbreitete grobe Geschichtsverfälschung ist das angebliche Hitler-Zitat "Wer redet heute noch von der Vernichtung der Armenier?". Von der Rede gibt es fünf unterschiedliche Versionen [11], obwohl Hitler am 22.08.1939 auf dem Obersalzberg nur zwei Reden hielt. Spätestens nach der Historiker-Kommission in Frankreich im Jahre 1998 wurde das Hitler-Zitat endgültig ad acta gelegt [12]. Es wird seitdem auf seriöser armenischer Seite nicht mehr zitiert. Heute wird es gerne seitens rechter Kreise aufgegriffen, um den jüdischen Holocaust zu relativieren.

Als "Kronzeuge" der Armenier wird immer wieder Pfarrer Johannes Lepsius angeführt, obwohl längst seitens westlicher Historiker aufgedeckt worden ist, dass Lepsius gezielt Dokumente gefälscht und manipuliert hat. Historisch eindeutig überliefert ist unter anderem, dass Lepsius in den Niederlanden für das Deutsche Reich Spionage betrieben hat und keineswegs der unbedarfte Missionar gewesen ist, wie er lange Zeit fälschlicherweise dargestellt wurde [13].

Die so genannten "Talat Pasha Telegramme", auch bekannt unter dem Namen "Andonian-Dokumente", welche als Beweis für einen zentral gesteuerten Genozidbefehl des osmanischen Innenminister Talat angeführt wurden, werden wiederum seit der Historiker-Kommission 1998 in Frankreich als Beweis als "nicht akzeptabel" betitelt. Der Grund war auch wiederum hier, dass sich diese Dokumente als grobe Fälschungen des Armeniers Aram Andonian erwiesen haben.

Das "Blue Book" des britischen Historikers Dr. Arnold Toynbee wurde als Propaganda des offiziell als "Kriegspropagandabüro" bekannten "Wellington House" entlarvt und kann seitens seriöser Historiker nicht mehr als Beweis verwendet werden [14]. In seiner Biographie hat Toynbee rückblickend zugegeben, dass seine Einseitigkeit ein "Verrat an der historischen Wahrheit" und dass er "den Türken gegenüber ungerecht war" [15].
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27.04.2010 21:40 Uhr von OttomanEmpStrikesBck
 
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teil 3: US-Botschafter Henry Morgenthaus Buch "Ambassador Morgenthau´s Story" wurde als amerikanische Kriegspropaganda entlarvt. Nicht Morgenthau selbst, sondern seine armenischen Sekretäre und Gehilfen haben dieses Buch verfasst. Morgenthau wollte durch seine grausigen Berichte über die Lage der Armenier die USA auf der Seite der Alliierten in den Krieg ziehen [16].

In der Diskussion um den "Genozid" wird des Weiteren nicht erwähnt, dass 1919 144 osmanische Minister, Parlamentarier, Generäle usw. durch die Alliierten verhaftet und nach Malta deportiert wurden, um ihnen den Prozess zu machen. Niemals zuvor hatte man soviel Zugang zu Zeugen und Archiven wie damals, als das Osmanische Reich unter britischer und französischer Besatzung stand. Alle Angeklagten wurden jedoch nach ca. zwei Jahren freigesprochen, da man keinerlei Beweise gegen sie fand. Zahlreiche Armenier, die namentlich in britischen Archivdokumenten aufgelistet sind [17] und interne Kenner des osmanischen Verwaltungsapparates waren, halfen den Alliierten bei der vergeblichen Suche nach Beweismaterial.

Wenn über das Osmanische Reich in den Jahren 1907-1915 gesprochen wird, wird das Bild eines nationalistischen Landes projiziert, ohne dabei zu erwähnen, dass sich der Nationalismus als letztes unter den Türken im Osmanischen Reich verbreitet hat und als Zeitgeist lange vorher in europäischen Ländern, später in ehemaligen osmanisch-christlichen Gebieten etabliert war. Der Nationalismus wurde durch Frankreich, England sowie Russland in das Osmanische Reich "importiert" und die christliche Bevölkerung zur "Befreiung vom Türkenjoch" angestachelt. Dies führte u. a. zu griechischen, bulgarischen, serbischen und armenischen "Freiheits-Organisationen" [18]. Infolge der "Befreiung vom Türkenjoch" bzw. der Gründung moderner Nationalstaaten im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts kam es zu Vertreibungen und Massakern an der muslimischen Zivilbevölkerung im gesamten Gebiet des Osmanischen Reiches, in dem ganze Landstriche "ethnisch und religiös gesäubert" wurden [19]. Die christlichen Minderheiten im Osmanischen Reich wurden seitens Griechenland, Frankreich und nicht zuletzt Russland systematisch bewaffnet. Das Ziel war einen Bürgerkrieg zu entfachen und das Land von Innen zu schwächen [20]. T. E. Lawrence, auch bekannt als "Lawrence von Arabien", der in Syrien mit Ausgrabungen beschäftigt war, schreibt in einem Telegram vom 02.02.1913, demnach ein Jahr vor Ausbruch des 1. Weltkrieges und zwei Jahre vor der Umsiedlung der Armenier, an seine Familie: "welch ein Vermögen könnte man jetzt mit einer Ladung billiger Gewehre machen! Die Armenier rüsten wie wild." [21]

Abschließend möchten wir bemerken, dass die "Armenische Frage" in der Türkei kein Tabu ist. Die Werke vieler von uns zitierter Autoren sind in der Türkei frei erhältlich, türkische Zeitungen und Fernsehkanäle sind voll mit Beiträgen sowie Berichten von Wissenschaftlern, Historikern und Intellektuellen. Die Diskussion ist jedoch für viele Menschen mit schmerzlichen Erinnerungen verbunden. Sei es, dass ihre Familien während des 1. Weltkrieges vertrieben oder dass sie Opfer armenischer Übergriffe wurden oder dass man immer noch versucht, aufgrund widerlegter "Beweise" und ohne Anhörung türkischer Wissenschaftler, Zeitzeugen und Überlebender die Türkei zur Anerkennung eines Genozids zu zwingen. Diese Tatsachen werden entweder nicht begriffen oder vorsätzlich als "Tabu" ausgelegt.

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