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Gewalttätig durch Veranlagung - Das "Krieger-Gen"

Bereits vor 20 Jahren hatte eine Gruppe niederländischer Frauen sich auf der Suche nach Ursachen für die überdurchschnittliche Gewaltbereitschaft der männlichen Verwandten in ihrer Familie an den Genetiker Hans Brunner gewendet. Dieser entdeckte daraufhin im Jahre 1993 eine mögliche Erklärung, das sogenannte "Krieger-Gen".

Dieses vermeintlich für die Gewalttätigkeit bei Männern verantwortliche Gen liegt auf dem X-Chromosom und produziert Enzyme, die für den Abbau von Neurotransmittern im Gehirn verantwortlich sind, deren wissenschaftlicher Name "Monoamin Oxidase A" oder kurz MAOA lautet.

Heute wird die genetische Bestimmung unseres Verhaltens vorsichtiger gesehen. Unter anderem führte das Krieger-Gen dazu, dass rassistische Vorurteile entstanden. So wurde 2006 eine Studie veröffentlicht, nach welcher Maori Männer zu 56% dieses Gen tragen, weiße Männer hingegen nur zu 33%.


WebReporter: NeueKraft
Rubrik:   Wissenschaft
Schlagworte: Aggression, Genforschung, Krieger-Gen, Hans Brunner
Quelle: www.newscientist.com

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8 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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18.04.2010 13:02 Uhr von NeueKraft
 
+14 | -1
 
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Die Forschung um den Einfluss der Gene auf unser Verhalten steckt noch in den Kinderschuhen. Im Jahr 2009 wurde sogar einem Mörder ein Jahr Freiheitsstrafe weniger zuerkannt, weil er als Träger des MAO-L Gens nicht vollständig für sein Verhalten verantwortlich ist. Die Quelle ist sehr viel ausführlicher, aber leider auf Englisch.
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18.04.2010 13:33 Uhr von Hodenbeutel
 
+29 | -0
 
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Ich finde es zwar sehr interessant wie sehr die Gene uns beeinlussen zu scheinen, dennoch denke ich nicht das man sie gleich für alles verantwortlich machen sollte.

Wirklich geprägt werden wir immernoch (und davon bin ich fest überzeugt) durch die Erziehung durch unsere Eltern und durch unser Soziales Umfeld.
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18.04.2010 14:36 Uhr von DarkTranquillity
 
+11 | -2
 
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@Hodenbeutel: Umwelteinflüsse wirken sich auf unser Genom aus. Durch verschiedene Einflüsse unserer Umwelt kann es zum Stilllegen oder veeränderten Expressionverhalten verschiedener Gene kommen. Das nennt man Epigenetik. Eines der Beispiele sind Depressionen, die durch diese Epigentik verursacht werden können.

Anderes Beispiel ist die Entwicklung der Bienenkönigin. Alle Bienenlarven besitzen das gleiche Genom, nur wird die Larve, die später Königin werden soll mit Gelee Royale gefüttert, dieses führt zu Veränderungen des Methylierungsmusters, wordurch ein anderer Satz Gene transkribiert wird, was schließlich zum Phänotyp der Bienenkönigin führt.
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18.04.2010 15:49 Uhr von Muu
 
+4 | -4
 
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"Krieger-Gen": glaub so ein Gen hab ich nich ... ich hab das Held-Gen...und das Schlafen-Gehn..
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18.04.2010 15:59 Uhr von Schaumschlaeger
 
+7 | -0
 
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@DarkTranquillity: Ich weis, Wikipedia ist al Quelle nur bedingt zu empfehlen, trotzdem mal ein Ausschnitt:

http://de.wikipedia.org/...

"Lange Zeit hat man angenommen, dass Gelée Royale die Ursache dafür ist, dass aus einer Bienenlarve keine Arbeiterin sondern eine Königin wird. Dies dürfte der Grund dafür sein, dass sich Gelée Royale in der Naturheilkunde so großer Beliebtheit erfreut und teilweise unter Verweis auf das wundersame Wachstum zur Bienenkönigin geradezu als Wundermittel gepriesen wird.

Erst zu Beginn des 21. Jhd. haben australische Forscher herausgefunden, dass das Gegenteil der Fall ist: Es ist die aus Pollen und Honig bestehende Ernährung der übrigen Bienen, die durch DNA-Methylierung bestimmte Eigenschaften der Gene ausschaltet und somit verhindert, dass die übrigen Bienen zur Königin heranwachsen.[2]"

Trotzdem wieder was dazugelernt ;-)
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18.04.2010 16:08 Uhr von DarkTranquillity
 
+5 | -0
 
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@Schaumschlaeger: @Schaumschlaeger: Stimmt, jetzt wo du es sagst fällt es mir auch ein. Hatte den Artikel damals auch in der Biospektrum (glaube ich) gelesen. Mein Fehler -.- hatte ich nicht mehr dran gedacht ;) Wenn man die ganze Zeit was anderes lernt und plötzlich wird es widerlegt, da muß man das erstmal verinnerlichen.

Danke für die Korrektur :)
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18.04.2010 20:27 Uhr von DeeRow
 
+0 | -1
 
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LOL: Ja, genau.

Als Mensch, der sich mit sowas beschäftigt, sage ich nur:

"Bah, Humbug!"
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19.04.2010 09:09 Uhr von Dreamwalker
 
+1 | -0
 
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Gene: wirken sich mit Sicherheit stark auf die jeweiligen Instinkte u. Triebe eines Menschen aus, aber wir haben eben immer noch den Freien Willen. Solange es keine Gendefekte sind sollte IMHO sich auch niemand darauf stützen können und die Eigenverantwortung abschieben, in Straffällen. DasThema Genetik wird uns noch sehr lange beschäftigen, ein schönes Thema.

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