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NRW-Wahl: Mehr ungültige Stimmen erwartet

Die einen machen ein Kreuz zu viel oder ein großes Kreuz quer über den Wahlzettel, andere nutzen die Chance, um Kommentare loszuwerden und ganz Kreative schreiben auch schon mal einen neuen Kandidaten dazu. Alle diese Wähler haben aber eines gemeinsam: Ihre Stimmzettel sind ungültig.

Thorsten Faas, Junior-Professor für Politikwissenschaft, sieht darin aber nicht unbedingt Protestverhalten. Seiner Ansicht nach, sind ungültige Stimmzettel oft auch ein Zeichen von Unwissenheit, da viele sich mit dem Wahlsystem nicht auskennen.

Die Annahme, mit einem ungültigen Stimmzettel Einfluss auf die Wahl zu haben, ist laut Faas falsch. Die Sitzverhältnisse werden nur von den gültigen Stimmen aus berechnet und ungültige Stimmen tauchen nur in der Statistik auf.


WebReporter: lebraska
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Nordrhein-Westfalen, Wahl, Wähler, Stimmzettel, Wahlzettel
Quelle: www.wdr.de

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14.04.2010 10:01 Uhr von lebraska
 
+12 | -1
 
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Statistik hin oder her - aber die Wahlbeteiligung wird auch aus den ungültigen Stimmen errechnet. Und wenn es mal so kommen sollte das die Wahlbeteiligung hoch ist aber die Stimmen für Parteien oder Kandidaten aufgrund von ungültigen Stimmzetteln fehlen dann macht man sich vielleicht mal Gedanken.
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14.04.2010 10:19 Uhr von quade34
 
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14.04.2010 10:28 Uhr von Bongolus
 
+13 | -0
 
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Für´n Arsch: Früher hieß es noch besser einen ungültigen Wahlzettel abgeben als garnicht zur Wahl gehen. Jetzt kann man wohl wirklich nurnoch wählen welche Diebe einen bestehlen.

Um mal das Zitat von Sandburg zu benutzen "Stell dir mal vor es ist Wahl und keiner geht hin." Würde mich echt interessieren was dann passiert.

@quade:
Das ist das Wahlsystem, dass diese extremen Lager hilft. Schließlich ist eine ungültige Stimme genauso eine demokratische Entscheidung. Irgentwie muss man ja auch sagen können, dass man mit keiner Partei einverstanden ist.
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14.04.2010 10:38 Uhr von PakToh
 
+19 | -0
 
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besser ungültig als gar nicht! Man sollte doch noch einen wichtigen Umstand einer ungültigen Stimme berücksichtigen:
Es gibt kein Geld für die Parteien!

Was lapidar mit "taucht nur in den Statistiken auf" abgetan wird ist nicht ganz so trivial.

Jede Partei bekommt Geld für die Stimmen die sie bekommt. Wenn man 10% der Stimmen kriegt, hat man auch 10% der an die Parteien ausgeschütteten Zuschüsse.

Nicht-Wähler werden jedoch hochgerechnet, das heißt: 10 gehen wählen, einer nicht, 5 der 10 wählen Partei A also kriegt Partei A 50% der gesamten Gelder für die Parteienfinanzierung.

Wäre der eine nicht-Wähler nun zur Wahl gegangen und hätte ungültig gewählt, dann hätte Partei A nur 45 % der Gelder kriegen und ca 5% würde beim Staat bleiben, da die Gelder von ungültigen Stimmen nicht ausgeschüttet werden und im Staatshaushalt verbleiben.

Daher: Wenn man keine Partei wählen will, dann ungültig wählen, ansonsten gibt man trotzdem seine Unterstützung!

Ansonsten muss man quade34 Recht geben: Man sollte sich gut überlegen nicht zu wählen, denn man gibt dann den falschen "seine stimme" - dann lieber jemanden wählen, der gar keine Chance hat.
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14.04.2010 10:44 Uhr von zoc
 
+17 | -0
 
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Sehr korrekt "PakToh": Das wissen leider nur die Interessierten und Menschen die die Augen und Ohren offen halten.
Das "gemeine Volk" weiss sowas leider nicht.

Sprich: WER PROTESTIEREN WILL, MUSS ZUR URNE GEHEN!
Entweder wählt er dann "spezielle" Parteien aus Protest (ich schlag jetzt einfach mal die Linken vor) oder macht seinen Zettel UNGÜLTIG durch ein grosses Kreuz oder ähnliches.

NICHT-WÄHLEN ist das verkehrteste was man machen kann.
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14.04.2010 11:14 Uhr von DerEssener
 
+2 | -0
 
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Frage: Was richtet eine ungültige Stimme an? Antwort: So gut wie nichts.

Schaut mal hier:
http://www.wahlrecht.de/...

Dort heißt es:

"Eine Stimmenthaltung und die Abgabe einer ungültigen Stimme haben beide den gleichen Einfluss auf das Wahlergebnis – nämlich keinen. Nur in einem Ausnahmefall – der Abgeordnetenhauswahl in Berlin (bis 2004 auch bei der Landtagswahl im Saarland) – gilt für die Berechnung der 5 %-Hürde die Zahl der abgegebenen statt der gültigen Stimmen und könnte so einen marginalen Einfluss haben. Im übrigen zählen sowohl für die Sitzverteilung als auch für die Prozentangaben im Wahlergebnis stets nur die gültigen Stimmen."

Zum Thema, wer nicht wählt, wählt die Extremen heißt es:

"Auch wenn immer gesagt wird, wer nicht wähle, wähle extrem – von der Nichtwahl profitieren rechnerisch gesehen alle Parteien, die man nicht gewählt hätte, und zwar proportional zu ihrem Stimmenanteil. Wenn beispielsweise ein SPD-Wähler einmal nicht wählt, dann dürfte davon am meisten die CDU profitieren, und umgekehrt. Am stärksten schadet man natürlich der Partei, die man gewählt hätte, wäre man zur Wahl gegangen. Hinsichtlich der kleinen Parteien – und damit auch der extremen – gibt es noch den Zusatzeffekt, dass man durch Wahlenthaltung die Fünfprozenthürde ein Stück weit absinken lässt, so dass sie leichter zu überspringen ist. Dieser Effekt ist aber vergleichsweise gering."

Und @ zoc: Die Interessierten Menschen, die Ohren und Augen offen halten, wissen, dass man nicht einfach alles aus einem Forum nachplappert, sondern sich informiert. Zum Thema Parteienfinanzierung heißt es weiter:

"Für jede Stimme erhalten die Parteien Geld. Die Wahlkampfkostenerstattung ist ein Teil der staatlichen Parteienfinanzierung. Für eine Wählerstimme gibt es maximal 0,70 EUR pro Jahr der Legislaturperiode. Allerdings ist der Betrag der staatlichen Parteienfinanzierung auf maximal 133 Mio. EUR pro Jahr begrenzt. Diese Grenze wird regelmäßig deutlich überschritten, weshalb nicht abgegebene oder ungültige Stimmen in der Summe nichts ändern. Sie bewirken nur, dass weniger stark gekürzt werden muss, womit mehr Geld für andere Wahlen und für Zuschüsse zu Mitgliedsbeiträgen und Spenden übrig bleibt.

Wer sowohl den etablierten als auch den extremen Parteien Geld aus der staatlichen Parteienfinanzierung entziehen will, kann dies durch die Wahl einer gemäßigten Kleinstpartei bewirken. Da Parteien nur höchstens so viel Geld vom Staat erhalten, wie sie auch durch Mitgliedsbeträge, Spenden und sonstige Einnahmen selbst erwirtschaftet, kann man sogar versuchen, gezielt eine Partei zu wählen, die die ihr eigentlich zustehenden Gelder aus der staatlichen Parteienfinanzierung wegen unzureichender Eigeneinnahmen nicht abrufen kann. Dann – und nur dann – sinkt nämlich die Gesamtsumme von 133 Mio EUR entsprechend. Welche Parteien hierfür in Frage kommen, weiß man aber in der Regel erst im Nachhinein."

Fazit: Wer sich entscheidet, aus Protest seinen Wahlzettel ungültig zu machen, der kann getrost zu Hause bleiben und den Sonntag genießen. Die Mühe, sich auf dem Weg ins Wahllokal zu machen, kann man sich sparen.

Und was auch immer ihr auf die Wahlzettel als Kommentare draufschreiben wollt, kommt eh nicht zu den Parteien, sondern bleibt bei den Wahlhelfern...
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14.04.2010 12:28 Uhr von Karma-Karma
 
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Achtung, Gedankenspiel: Besser Piraten wählen als nicht wählen. DAS wäre wirklich ein Schlag ins Gesicht für die Parteien. Überlegt euch das mal. Hier gibt es einen schönen Aufruf diesbezüglich (bezieht sich zwar auf die Bundestagswahl, gilt aber allgemein) http://www.paramantus.net/...

Mir gefällt der Gedanke. Bevor ich nicht wähle, wähle ich lieber Piraten. Das ist echter Prostest. Nicht zu wählen bringt gar nix!
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14.04.2010 12:37 Uhr von Gorli
 
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Ehrlich, die Piraten sind für mich ein Strohfeuer. Eine Laune die aus dem damaligen Gespräch um die Internetdrangsalierungen entstanden ist. Die Partei an und für sich hat wenig mehr zu bieten als jede x-beliebige andere auch verspricht PLUS sie haben überhaupt keine Regierungserfahrung. Erst wenn eine Partei an der Macht ist, wird man sehen, was sie wirklich taugt.
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14.04.2010 14:08 Uhr von derSchmu2.0
 
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Junior-Prof und schon von Oben bezahlt lieber die Waehler als doof bezeichnen, anstatt in deren Wahlverhalten ein Zeichen von Protest zu sehen...schliesslich erlaubt mir eine ungueltige Stimme, mich nicht verantwortlich zu zeigen, fuer diejenigen, die gewaehlt wurden...zumindest solange klar ist, dass die Alternative genauso unfaehig agiert. Das mit ungueltige Stimmen keinen Einfluss auf die Sitzverteilung haben gilt aber auch nicht fuer jede Wahl...

[ nachträglich editiert von derSchmu2.0 ]
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14.04.2010 14:22 Uhr von :raven:
 
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Wahlboykott wäre eine Möglichkeit wenn keiner wählt, können sich die Verbrecherparteien auch nicht als gewählt betrachten.
Somit fehlt ihnen dann die Legitimation und der Wähler muss sich bei der Wahl des kleineren Übels nicht verbiegen...
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14.04.2010 14:33 Uhr von pippin
 
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@Karma-Karma: Da stimme ich dir vollkommen zu und kann den Aufruf nur unterstützen.

Ich hab´ mir gerade "mal eben" die Wahlprogramme der "großen" Parteien heruntergeladen und erstmal nur überflogen.
Die Piraten sind ganz offen und ehrlich.
Da wird direkt gesagt, dass man nicht von jetzt auf gleich alle politischen Bereich bedienen kann und sich deshalb erstmal auf seinen eigenen Kernbereiche konzentriert.

Durch die Mammutwerke von CDU, SPD und FDP muss ich mich noch durchackern, obwohl meine Stimme schon vergeben ist.

Wer rausfindet, wem ich meine Stimme gebe, der darf sich ganz ganz doll freuen.

@Gorli: Ich glaube nicht, dass die Piraten ein Strohfeuer sind. Wie schon gesagt, befassen sie sich erstmal mit wenigen Themen, dass aber richtig, wie ich finde!
Als Beispiel möchte ich mal Simone Brand aus dem Wahlkreis Bochum III - Herne II anführen. Sie führt auf eine entsprechende Frage eines Wählers klar und deutlich aus, welche Position die Piraten im Bereich Bildung vertreten (http://www.abgeordnetenwatch.de/...).
Ich war bisher kein großer Freund, dieser für mich gleichmacherisch wirkenden Strategie, aber ihre Antwort hat Hand und Fuß.
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14.04.2010 16:37 Uhr von korem72
 
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@ :raven: wäre ja schön wenn das klappen würde... aber diese Nation wirst du NIE auf eine Linie bringen
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14.04.2010 21:40 Uhr von Sonny61
 
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Na und man biegt sich das schon hin wie man es braucht!

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