09.04.10 12:36 Uhr
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Erstmals Supraleitung bei aromatischem Kohlenwasserstoff beobachtet

Supraleitung - der Verlust des elektrischen Widerstandes unterhalb einer bestimmten Temperatur - ist bei vielen Materialien bekannt. Dazu gehören Metalle, Legierungen oder organische Salze. Japanische Forscher haben diese Eigenschaft nun auch bei einem aromatischen Kohlenwasserstoff festgestellt.

Ryoji Misuhashi und sein Team von der Universität Okayama fügten dem aromatischen Kohlenwasserstoff "Picen" in einem mehrtägigen Verfahren zusätzliche Kaliumatome hinzu. Anschließend kühlte man die Probe auf Temperaturen nahe des absoluten Nullpunkts herunter und beobachtete deren Eigenschaften.

Unterhalb von -255 Grad Celsius zeigten sich supraleitende Fähigkeiten des kristallinen Picens. Aufgrund der vergleichsweise einfachen Atomstruktur könnten diese Kohlenwasserstoffe eine neue Klasse von Supraleitern darstellen. Zum richtigen Verständnis müssen die Forschungen aber fortgesetzt werden.


WebReporter: alphanova
Rubrik:   Wissenschaft
Schlagworte: Widerstand, Temperatur, Supraleiter, Legierung, Kohlenwasserstoff
Quelle: www.faz.net

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13 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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09.04.2010 12:36 Uhr von alphanova
 
+19 | -0
 
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Eine einfachere Atomstruktur des supraleitenden Materials bedeutet auch einfachere Manipulationsmöglichkeiten dieser Eigenschaft durch Magnetfelder und dergleichen. Unter diesem Gesichtspunkt ist der Forschungsansatz recht vielversprechend.
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09.04.2010 12:55 Uhr von The_Quilla
 
+3 | -10
 
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mhmmm aromatische kohlenwasserstoffe: mit dem verwöhnaroma... lecker
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09.04.2010 13:30 Uhr von chrolo
 
+7 | -1
 
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nicht schlecht: Supraleiter sind imho eines der wichtigsten Forschungsobjekte unserer Zeit. Wenn es durch diese neue Form bald kosteneffizientere Supraleiter gibt, dann wäre das ein großer Schritt in die richtige Richtung.
Schade nur, dass dieser aromatische Kohlenstoff erst unterhalb von -255°C supraleitend wird. Damit ist er noch weit davon entfernt im Alltag nutzbar zu sein.

Für die News gibts von mir jedenfalls ein +. Also mach bitte weiter so Alphanova :)!
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09.04.2010 13:43 Uhr von projekt_montauk
 
+4 | -8
 
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Ganz ehrlich: ich hab nix verstanden.. :)
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09.04.2010 14:15 Uhr von HuxHux
 
+4 | -1
 
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Naja: Wäre besser wenn man eine Legierung findet, die ihre Sprungtemperatur nicht weit unter -100°C hat... fals aus der Forschung mit Kohlenwasserstoffen etwas in diese Richtung hervorgeht wäre das prima...
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09.04.2010 15:06 Uhr von Rick-Dangerous
 
+3 | -7
 
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Wo kann man: diesen Supraleiter denn kaufen und was kostet der mit Erdbeeraroma?
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09.04.2010 16:58 Uhr von Il_Ducatista
 
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mein Gott: für billigere Supraleiter mit höherer Sprungtemperatur würde das CERN in kürzerer Zeit mehr Ergebnis produzieren können ...
es gibt noch Träume
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09.04.2010 17:09 Uhr von vitamin-c
 
+0 | -1
 
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Ja klar ergibt natürlich Sinn. Ich dachte es wär alles ganz anders!
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09.04.2010 17:22 Uhr von freaky_chemist
 
+2 | -1
 
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ich kann chrolo nur recht geben. Supraleiter sind ein wichtiges Forschungsgebiet und bisher waren nur anorganischer Substanzen bzw. Metall-Komplexe als Supraleitend bekannt. Es sind schöne Ergebnisse und das Paper ist intressant.

Btw; "Manchmal ist es besser einfach mal die Klappe zu halten, besonders wenn man mal überhaupt nichts von der Thematik versteht"
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09.04.2010 17:51 Uhr von CHR.BEST
 
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Supraleitung bei Zimmertemperatur - DAS wäre eine Revolution!
Ich denke, es gibt sehr viele Stoffe, die nahe dem absoluten Nullpunkt (also -273 °C), plötzlich supraleitend werden.
Trotzdem ist diese Forschung deshalb wichtig, um genauer herauszufinden, wieso ein Material gerade bei dieser oder jener Temperatur, in einen supraleitenden Zustand übergeht.

Erst wenn man diesen physikalischen Prozess ausreichend gut verstanden hat, kann man dazu übergehen, z. B. gezielt einen Hochtemperatur-Supraleiter zu synthetisieren, anstatt so wie jetzt, durch ein exzessives Versuch-und-Irrtum-Spiel zum Ziel gelangen zu wollen.

Übrigens, wer sich unter einem "aromatischem Kohlenwasserstoff" nichts vorstellen kann, hier einige "duftende" Beispiele aus dem Alltag: Benzin, Terpentin, Aceton, Lacke usw.

In der Chemie bedeutet "Aroma" eben nicht, daß etwas gut riecht, sondern daß etwas *überhaupt* riecht ...
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09.04.2010 21:44 Uhr von Shedao Shai
 
+3 | -1
 
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kommentar: @CHR.BEST
öhm, also nein. in der chemie hat aromatisch nun rein garnichts mit geruch oder geschmack zu tun. aceton beispielsweise ist nicht aromatisch. und im benzin sind auch nur einzelne bestandteile aromatisch. der begriff ist tatsächlich ziemlich komplex, aber grob kann man sagen, dass kohlenstoff-ringe mit konjugierten doppelbindungen (also immer abwechselnd einfach- und doppelbindung) die der hückel-regel genügen aromaten sind. siehe einfach benzolring^^

@Il_Ducatista
leider kommt es bei supraleitern nicht nur auf die sprungtemperatur an. die widerstandslosigkeit ist auch vom magnetfeld begrenzt und genau das ist ja in 99% der heutigen anwendungen genau das was man eben in hoher stärke herstellen möchte. gerade die hochtemperatursupraleiter sind da den herkömmlichen metallischen weit unterlegen. nebenbei begrenzt die magnetfeldstärke im lhc-ring direkt die maximal mögliche teilchenenergie.

@topic
und wieder eine interessante und ausführliche alphanova news, danke!
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09.04.2010 22:00 Uhr von freaky_chemist
 
+1 | -1
 
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danke Shedao Shai.

Ich war schon kurz davor eine ausführliche Beschreibung von aromatischen Kohlenwasserstoffen zu schreiben, aber dein Kommentar hat es schon gut erklärt.

Klingt schon lustig. Aromatisch = gut richtig, im Alttag ja, in der Chemie nein.

Lob an den Autor, ich mag solche Themen.
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10.04.2010 15:26 Uhr von CHR.BEST
 
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@Shedao Shai: Hm, wie ist man dann auf diesen Begriff gekommen?

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