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Nürnberg: Richter begeht im Gerichtsgebäude Suizid

Vermutlich aus Angst vor dem frühzeitigen Ende seiner Karriere hat sich ein Richter im Nürnberger Justizgebäude das Leben genommen. Der 47 Jahre alte Jurist habe sich in der Nacht zum Montag im Treppenhaus des Justizkomplexes mit einem Abschleppseil an einem schmiedeeisernen Gitter erhängt.

Der Mann, der seit 1992 im bayerischen Justizdienst beschäftigt war, litt Gerüchten zufolge schon länger unter Depressionen. Um seine weitere Dienstfähigkeit zu überprüfen, sollen die Vorgesetzten des Selbstmörders schließlich eine amtsärztliche Untersuchung veranlasst haben, die demnächst anstand.

Möglicherweise fürchtete der 47-Jährige das unfreiwillige Ende seiner knapp 20-jährigen Justizkarriere. Er konnte seine Arbeit trotz Entlastung nicht mehr bewältigen.


WebReporter: svenner-g
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Selbstmord, Nürnberg, Richter, Depression, Suizid
Quelle: www.spiegel.de

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12 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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01.03.2010 21:08 Uhr von svenner-g
 
+35 | -0
 
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Das ist wieder einmal ein tragisches Beispiel dafür, dass Depressionen eine ernst zunehmende Krankheit sind.
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01.03.2010 21:27 Uhr von slayniac
 
+13 | -1
 
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@autor: Obwohl ihn die Depressionen in diesem Fall nur indirekt in den Selbstmord getriebent haben.
Was allgemein unterschätzt wird, ist die Komplexität von Depressionen und der Teufelskreis, in dem sich Betroffene bewegen. Ich kenne mich in Sachen Recht nicht besonders gut aus, aber die Prüfung seiner Dienstfähigkeit hätte niemals das Ende seiner Karriere bedeuten dürfen. Als Beamter hätte er sicherlich die Möglichkeit gehabt, über die Dauer seiner, wahrscheinlich staatlich finanzierten, Therapie beurlaubt zu werden.
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01.03.2010 21:52 Uhr von schorchimuck
 
+7 | -10
 
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Tja tragischer Fall aber: ich dachte immer das Richter genug verdienen(habe was von 5.000-10.000 Euro/Monat gehört).

Da sollte man nach einigen Dienstjahren schon ein gewisses Polster aufgebaut haben um selbst einer Entlassung locker entgegen zu sehen.

Viele Menschen hierzulande sind absolut überlastet,verdienen aber nur ein Bruchteil eines Richtergehaltes.

Dementsprechend wird die Suizidrate beim normalen Menschen deutlich höher liegen als bei einem Richter.
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01.03.2010 21:59 Uhr von 5MVP5
 
+6 | -1
 
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Tragisch So ein Richter steht sicher jeden Tag unter psychischen Druck, schließlich entscheidet er ja jeden Tag über den Verlauf des Lebens anderer Leute.

Das so eine "Kontrolle" den dann mal zum Selbstmord treibt ist irgendwie Verständlich.

Auch wenn Richter viel verdienen, beneide ich sie nicht um ihren Job.
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01.03.2010 21:59 Uhr von dr.b
 
+12 | -1
 
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@Schorchimuck: Depressionen und dann das Gefühl nicht gewollt, überflüssig zu sein....es geht nicht immer nur ums Geld.
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01.03.2010 22:15 Uhr von BuNnibuB
 
+1 | -0
 
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Mein Beileid: dies ist so eine fiese Krankheit und wenn deshalb dann noch der Job auf der Kippe steht, dann macht auch Geld nicht mehr glücklich. Ich kann ihn verstehn...
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01.03.2010 23:05 Uhr von snfreund
 
+0 | -6
 
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ich weiss es, auf grund der vielen kostenfreien und meist unbegründeten h4 klagen ist der richter seelisch und moralisch zusammengebrochen ;)
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01.03.2010 23:53 Uhr von fraro
 
+1 | -0
 
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Tragisch: Ich dachte zuerst nach Lesen der Überschrift: Respekt, endlich mal ein Richter, dem bewußt wurde, was er Tag für Tag für Leid und Frust über unschuldig Angeklagte gebracht hat.

Habe bisher in meinem Umkreis noch von keinem Fall gehört, wo sich der Richter die Mühe machte, sich mit den Fakten vertraut zu machen. Um anschließend ein Urteil zu fällen, bei dem man sich fragt, warum es eigentlich Gesetze gibt und was das Wort Gerechtigkeit bedeutet.

Natürlich ist Depression wieder ein ganz anderer Fakt, aber hat vielleicht ein ganz wenig doch mit dem ausgeübten Beruf zu tun ;-)
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02.03.2010 01:39 Uhr von Tichondrius
 
+0 | -0
 
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Als Beamter einfach rausgeworfen werden geht nicht, dafür ist man Beamter. Aber wer weiss, was man anschließend für eine Stelle hat.
@fraro: Doch, solche Richter gibt es, ich habe mal einen erlebt.
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02.03.2010 08:06 Uhr von Mr.Gato
 
+1 | -0
 
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@5mpv5: "So ein Richter steht sicher jeden Tag unter psychischen Druck,..."

---

Das denk ich net.

Für einen Richter wird richten Routine sein.

Stell dir nur vor, wie es war, als du am Anfang deines Berufslebens an erfahrenere oder Vorgesetzte gedacht hast. Jetzt machst du das, was die auch machen oder gemacht haben und es ist normal. Das gleich gilt auch für nen Richter.

Der hatte andere Probleme, wesewegen er sich selbst gekillt hat.
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02.03.2010 08:36 Uhr von bigpapa
 
+1 | -1
 
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Ihr denkt alle falsch: den Mensch da juckte das Geld nicht.

Den gings um die Ehre. Es machte ihn fertig das er nicht mehr "der Richter" sein konnte.

Bei 20 Dienstjahren als Richter ist das ein Problem. Ein ähnliches Problem haben Leute die nach 30 Jahren in der selben Firma in Rente gehen. Die haben Panik vor der Rente.

Und wenn der eh schon Depresionen hatte, ist das klar das er damit nicht fertig wird.

Gruß

BIGPAPA
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02.03.2010 10:32 Uhr von FirstBorg
 
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oha: Er dachte wohl, lieber sterben als nicht mehr arbeiten zu können... könnten sich einige langzeitarbeitslosen mal ein beispiel dran nehmen :)

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