Nach Selbstmord von Robert Enke: Nachahmungssuizide stiegen erheblich
Nach dem Selbstmord des Nationaltorhüters Robert Enke, schrieb Journalist Stefan Niggemeier, dass man die Medienwirkung anhand von weiteren Selbstmorden zählen können wird. Wie exakt diese Einschätzung war, zeigt sich nun: Viermal so viele Nachahmungstaten gab es seit November 2009.
Seit langem ist in der Psychiatrie bekannt, dass Selbstmorde ansteckend wie Modetrends sind. Man nennt dies den Werther-Effekt, nach Goethes Werk "Die Leiden des jungen Werther", in dem sich die Hauptfigur umbringt und 1774 damit eine Welle an Selbstmorden auslöste.
Der Soziologe David Phillip bestätigt diesen Zusammenhang zwischen Berichterstattung über den Tod eines Prominenten und Nachahmungstätern. Die Frage, wie mit solchen Themen in der Presse umgegangen werden soll, ist schwierig. Ein Aspekt wäre, den Romantisierungseffekt nicht herauszustellen.