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15.02.10 11:56 Uhr
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Integration einmal anders - Rotterdamer Arbeitslosenprojekt startet durch

Frei nach dem Motto "Jeder kann irgendetwas" haben Politiker im niederländischen Rotterdam ein Pilotprojekt gestartet. Gründe waren zum einen alarmierende Arbeitslosenzahlen, andererseits unerledigte Arbeiten in öffentlichen Bereichen, für die keine Gelder vorhanden waren.

Über die Firma "Werkland", die für ihre Mitarbeiter Geld von der Stadt erhält, müssen Arbeitslose derzeit in Supermärkten den Kunden die Tüten packen. Darüber hinaus gibt es ein sprachliches Schulungsangebot. Selbst eine Heimarbeits-Telefonzentrale hat die Stadt auf die Beine gestellt.

Für die dort Angestellten, die circa 1.000,- Euro netto für ihre Tätigkeiten bekommen, muss die Stadt keine Sozialhilfen mehr zahlen. Außerdem, so der Initiator Dominic Schrijer, werden die Arbeitslosen oder weniger Qualifizierten mehr und besser in die Gesellschaft integriert.


WebReporter: chip303
Rubrik:   Wirtschaft / Arbeitsmarkt
Schlagworte: Arbeit, Projekt, Integration, Arbeitslose, Rotterdam
Quelle: www.faz.net
Meinung des Autors zum Thema:
 
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Also, ich finde das Projekt recht gut. Womit ich nicht sagen will, dass jede Menge Leute herum laufen, die nicht wollen. Viele wollen arbeiten, können aus Qualifizierungsgründen nicht. Und wer sagt, dass aus einem zuverlässigen Tüterpacker nicht mal ein Lagerarbeiter werde könnte....
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10 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

Kommentar ansehen Arbeitslose?   
 
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15.02.2010 12:02 Uhr von artefaktum
"Über die Firma "Werkland", die für ihre Mitarbeiter Geld von der Stadt erhält, müssen Arbeitslose derzeit in Supermärkten den Kunden die Tüten packen."

Dann sind sie aber nicht mehr arbeitslos! Kann mir das bitte jemand erklären?

"(...) andererseits unerledigte Arbeiten in öffentlichen Bereichen, für die keine Gelder vorhanden waren."

Wieso kein Geld vorhanden? Die werden doch auch für ihre Arbeit bezahlt, wenn ich das richtig verstanden habe? Ist das dann ein "anderes" Geld?
Kommentar ansehen @artefaktum   
 
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15.02.2010 12:07 Uhr von ZTUC
Naja, die Stadt spart ja Geld ein, weil die Leute nicht mehr von der Sozialfürsorge leben und nichts tun sondern ihr Geld, was sie vom Staat bekommen abarbeiten. Ich finde das sinnvoll. Das sollte man auch in Deutschland machen.
Kommentar ansehen @ZTUC   
 
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15.02.2010 12:14 Uhr von artefaktum
"sondern ihr Geld, was sie vom Staat bekommen abarbeiten."

Dann soll man Ihnen Arbeitsverträge anbieten und sie regulär anstellen. Dann bekommen sie einen Lohn und sind reguläre Arbeitnehmer. Grundlage der Arbeit in einer freien(!) Marktwirtschaft sind Arbeitsverträge: Arbeitskraft gegen Lohn.

Zudem: Wieso arbeiten die in Supermärkten? Da werd ich mich als Unternehmer ja schön bedanken, wenn der Staat meiner Konkurrenz kostenlos "Arbeitnehmer" zur Verfügung stellt. Mit freiem Markt hat das wenig bis gar nichts zu tun. Von den Marktverzerrungen und Einfluß auf die reguläre Abreit mal ganz zu schweigen.
Kommentar ansehen @ artefaktum   
 
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15.02.2010 12:15 Uhr von chip303
in 900 Zeichen einen Bericht zu packen, der eigentlich ne Seite in der Tageszeitung füllen könnte, ist ziemlich schwierig. Ich hatte das Original gelesen und hierzu die deutsche Version gesucht. Was aus der deutschen Version nicht hervor geht und hier auch nur wenige wissen:

Die Firmen Werkland usw. werden von den "Steuereinnahmen" der Stadt bezahlt, nicht von der "Allgemeinheit". Sprich: es belastet nicht die allgemeinen Kassen, sondern den jeweiligen Träger. Und der muss auch gucken, wie er das Projekt finanziert (Bussgeldbescheide klug umgesetzt oder so.... )

Und wenn du etwas im öffentlichen Bereich bewerkstelligen musst, musst du es, wie hier auch, ausschreiben lassen. Auch das verursacht Kosten. Auch musst du die Firmen oft bezahlen, auch wenn es nix zu tun gibt, weils dann lange Verträge mit vielen Fussangeln gibt.

Hier wird zum "Müllauflesen im Stadtpark" eben jemand der Firma geordert. Tags drauf darf er dann niederländisch in Wort und Schrift büffeln. So sollen die hoffnungslosen Fälle, die teilweise sogar schon ihren Tagestrott darauf eingerichtet haben, wieder an ihre "Pflichten" erinnert werden.
Kommentar ansehen @chip303   
 
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15.02.2010 12:21 Uhr von artefaktum
Wenn man die Leute braucht, soll man sie anstellen und bezahlen. Dann sind sie auch nicht mehr arbeitslos (wie das Wort schon sagt).

Ich find diese ganze Kiste ganz schön schräg: Da arbeiten Leute, trotzdem nennt man das "Arbeitslosenprojekt". Da sperrt sich nicht nur die Sprache sondern auch meine Logik.

"wieder an ihre "Pflichten" erinnert werden."

Wer Pflichten hat, hat allerdings auch Rechte. So wie beispielsweise auf einen Arbeitsvertrag wenn er arbeitet. Das ist wie ich bereits sagte in einer freien Marktwirtschaft so üblich. Ein Staat der Löhne für die Privat(!)wirtschaft zahlt? Sorry, das ganze riecht für mich ja schon so ein bisschen nach DDR.
Kommentar ansehen In dem Bericht ging es ganz speziell..   
 
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15.02.2010 12:27 Uhr von chip303
..um einen Asylbewerber, der eben wegen der unklaren Lage wenig Möglichkeiten für das erlernen der Sprache hatte. So kann er nen Sprachkurs machen mit der Verpflichtung nebenbei zu arbeiten.

Wenn du versuchst, in einem fremden Land zu arbeiten ohne ein Wort zu können, wirst meist nicht weit kommen.

Auch ist die "Telefonzentrale" der Stadt auf unzählige Hausfrauen verteilt worden. Viele wollen, können aber nur stundenweise. So klingelt das Telefon eben bei denen zu Hause... scheint sehr gut zu klappen und auch die Rotterdamer Bürger finden das Projekt sehr gut.
Kommentar ansehen @chip303   
 
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15.02.2010 12:31 Uhr von artefaktum
"So kann er nen Sprachkurs machen mit der Verpflichtung nebenbei zu arbeiten."

Gegen solche Bildungsangebote ist ja auch gar nichts zu sagen, und wenn er für seine Nebentätigkeit einen regulären Teilzeitarbeitsvertrag hat (wobei der den Lohn zahlt, der die Arbeitskraft auch in Anspruch nimmt) auch nichts.

[ nachträglich editiert von artefaktum ]
Kommentar ansehen da haben sich die   
 
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15.02.2010 14:25 Uhr von desinalco
tulpenpflücker ja mal was ganz schlaues aus deutschland abgeguckt, arbeitslose mit sinnfreien tätigkeiten beschäftigen damit sie aus der statistik fallen

naja..immerhin zahlen sie besser als die drecks-argen
Kommentar ansehen ....Sozial   
 
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16.02.2010 09:06 Uhr von Gehirnzelle
Lt. Quelle der FAZ arbeitet eine Schwarzer mit "Starken Akzent für 4 Stunden alle 2 Tage im Supermarkt bekommt monatlich 1000.- Euro MINDESTLOHN der nicht von der Supermarktkette sondern von einer Zeitfirma bezahlt wird,die das Geld von der Stadt bekommt.Zusätzlich Schulung inclusive.Hört sich sehr gut an,doch wer soll.das bezahlen?...Und die Supermarktkette lacht sich ins Fäustchen...keine Festeinstellung und superbillige Arbeitskräfte.Sowas nennt man Arbeitsplatzvernichtung.

[ nachträglich editiert von Gehirnzelle ]
Kommentar ansehen @Gehirnzelle   
 
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16.02.2010 10:17 Uhr von shadow#
Das ist für die Zeit immerhin ein Gehalt von dem die meisten Deutschen Zeitarbeiter nur träumen können.
Arbeitsplatzvernichtung ist es wohl auch nicht, zumindest bekommen die Tütenpacker in Deutschland rein gar nichts und sollen nach der Meinung ihrer geldeinstreichenden Vermittlerfirmen vom Trinkgeld leben.

Aber du hast recht, Tütenpacken im Supermarkt hat natürlich mit der Idee von "Arbeiten in öffentlichen Bereichen, für die keine Gelder vorhanden waren" nicht mehr viel zu tun.

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