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Frankreich: Toleranter Imam wird mit dem Tode bedroht

Ein nahe Paris lebender Imam wird mit dem Tod bedroht, weil er sich für einen interreligiösen Dialog mit Juden sowie gegen die Vollverschleierung von Muslimas ausgesprochen hat. Die Burka nannte er ein "Gefängnis für Frauen".

Am Montag drangen rund 80 Menschen in seine Moschee im Pariser Vorort Drancy ein und richteten Flüche und Drohungen in Richtung des Imams. Weiter wurde er als Ungläubiger beschimpft. Die Eindringlinge drohten: "Wir werden den Fall dieses Imams der Juden erledigen".

Schon öfter kam es seitens Muslimen zu Anfeindungen gegen diesen Imam. Sie waren erzürnt, weil er in der Moschee den Präsidenten des Zentralrats der Juden in Frankreich empfangen hatte. Vor rund einem Jahr wurde bereits das Auto des Vorbeters beschädigt, auch seine Wohnung wurde schon demoliert.


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WebReporter: Pia25
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Frankreich, Moschee, Drohung, Burka, Dialog, Imam
Quelle: diestandard.at

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27.01.2010 17:59 Uhr von PantherSXM
 
+29 | -6
 
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Dabei sind: die Muslime doch angeblich so friedlich. Ein Vorbeter wird als ungläubiger beschimpft und bedroht weil er sich für das aktzeptieren einer anderen Religion einsetzt.
Scheinen also doch nicht so friedliche Zeitgenossen zu sein wie sie immer behaupten.
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27.01.2010 19:11 Uhr von shadow#
 
+2 | -1
 
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Sollen sie mal am Freitag vorbeikommen Dann wüssten sie mal wie sie den Koran in dieser Moschee auszulegen haben.
Das gäbe sicher ne nette Keilerei...
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27.01.2010 19:20 Uhr von meisterthomas
 
+13 | -2
 
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Der inter-ideologische Dialog: Religionen sind soziologisch gesehen Ideologien und wie diese dogmatisch, selbst dann wenn sie Nächstenliebe verkünden. Dass sie darüber hinaus und insbesondere individuell noch weit mehr sein können, steht auf einem anderen Blatt.

Auch Liberalismus und Kapitalismus sind Ideologien, sogar mit religiöser Wurzel, ohne den sie nicht entstanden wären, dem holländischen Calvinismus. Der sich über New Holland, heute New York auch in Nordamerika ausbreitete.
Der Amerikaner David C. McClelland hat diese Wurzeln in seinen Buch „Die Leistungsgesellschaft, etwa 1960“ untersucht und dargelegt.
Diese Kalvinistische Denke gipfelt nun in unserer Kollektiv-Neurose, dass Kapital und Erfolg mehr Wert sind als menschliche Arbeitskraft, ja Menschen schlechthin.

Der genannte französische Iman ist nicht der Erste welcher sich für einen interreligiösen Dialog einsetzt. Ich erinnere mich an viele andere, Deutsche, Juden, Pakistani, Inder und Japaner die das schon vor ihm taten und sich hierzu unter anderem auch in Frankreich trafen.

Was dem Islam an Toleranz fehlt, ist nichts anderes als die Trennung von Religion und Scharia, von Kirche und Staat. Unser Fehler ist es diese Trennung nicht zu fordern, sondern die Scharia gleichsam unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit zu tolerieren. Auch bei uns gibt es noch Beschneidungen von Mädchen.

Wir dagegen sind kaum weniger engstirnig und verwechseln nur all zu gern Toleranz mit Ignoranz, denn Toleranz erfordert unsere Identifikation mit dem Anderen.
Aufklärung gedeiht nur im Halbschatten konkurrierender Weltbilder und nichts anderes ist die Geschichte Europas.

Der Toleranz Begriff der Demokratie, den man mal Brüderlichkeit nannte erschöpft sich nicht im Pluralismus der Anarchie, sondern verlangt auch unsere Identifikation und Streitfähigkeit mit konkurrierenden Weltbildern.

[ nachträglich editiert von meisterthomas ]
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28.01.2010 13:24 Uhr von Laz61
 
+4 | -6
 
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Schon Komisch wie: hier argumentiert wird.
In Paris leben mehrere tausend Muslime und 80 davon (Radikale) gehen auf den Imam los , schon sind alle böse.

Tolle Argumentationen, wenn Neonazis in BRD demonstrieren , dann kann man ja alle Deutschen als Nazis bezeichnen, wenn man dieser Logik folgt.
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07.02.2010 21:22 Uhr von supermeier
 
+1 | -2
 
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Das müssen: Nazis sein die ihn bedrohen, ganz klar. Friedliches Islam angehöriges Volk würde so etwas niemals tun.
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22.02.2010 23:58 Uhr von cheetah181
 
+1 | -0
 
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Kommentar: "Jaja, wer hat den dann jetzt wieder den Koran falsch verstanden? Der ausgebildete Imam, der ja sogar der Vorsitzende der Imam-Konferenz in Frankreich ist, oder doch das gemeine Volk?"

Das ist eine ausgezeichnete Frage. Versteht am Ende etwa jeder seine Religion so, wie sie ihm als Kind beigebracht wurde?
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16.03.2010 16:54 Uhr von cheetah181
 
+0 | -0
 
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Eisenstein: Wir haben Glück, dass man bei uns heute vor allem vom "lieben Gott" redet. In erzkatholischen Gebieten sowie in den USA ist der Glaube an ewige Höllenqualen und das damit verbundene Ängstigen von Kindern aber trotzdem noch nicht selten.
Es bleibt zu hoffen, dass auch immer mehr Imame sich den französischen aus der News zum Vorbild nehmen.

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