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Venezuela: Panikkäufe nach Abwertung der Landeswährung

Venezuelas Präsident Hugo Chávez hatte am vergangenen Freitag ein neues Wechselkurssystem mit fester Bindung an den US-Dollar proklamiert. Damit verbunden ist eine erhebliche Abwertung der Landeswährung "Bolivar".

Der Kurs sank von 2,15 Bolivar auf 4,6 Bolivar für einen Dollar. Ziel sei es, die heimische Wirtschaft zu stärken.

Die Menschen reagierten mit Panikkäufen vor allem bei Elektroartikeln, deren Preise in Kürze erheblich steigen dürften.


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WebReporter: kommentator3
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Dollar, Kauf, Währung, Venezuela, Panik, Wechselkurs
Quelle: www.sueddeutsche.de

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14 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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10.01.2010 17:33 Uhr von kommentator3
 
+17 | -4
 
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das einfache Volk Chavez dafür auch lieben wird?
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10.01.2010 17:50 Uhr von nostre2008
 
+11 | -15
 
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klar dank: ihm sind die extrem kapitalisten und pro Hunta getreuen die eng mit Bushqulicque arbeiten erst garnicht zum Zug gekommen (Siehe Kuba)

Dafür stimmt die Schul und Gesundheitssystem.

Dem Land würd es auch gut gehen wenn sie nicht Sanktoniert und überall geschnitten würden....
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10.01.2010 18:33 Uhr von Elano
 
+3 | -8
 
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Rein logisch, müsste der Kurs jawohl von 2,15 Bolivar auf 4,6 Bolivar GESTIEGEN sein.

Die News verstehe ich eh nicht so ganz, aber die Quelle erklärt den an sich sehr interessanten Sachverhalt ziemlich gut.
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10.01.2010 18:43 Uhr von kommentator3
 
+11 | -9
 
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@Elano: >>Die News verstehe ich eh nicht so ganz<<
Da kann ich leider nix dafür.

Gewöhnlich spricht man davon, dass der Kurs einer Währung steigt, wenn man pro Einheit mehr von anderen Währungen eintauschen kann.

Wenn man für einen Bolivar früher ca. 50 US-Cent bekam und nun nur noch 22 US-Cent, dann ist der Kurs des Bolivar (gegenüber dem Dollar) GEFALLEN.

Aber keine Angst.
Das lernst du dann in der 8. Klasse.

[ nachträglich editiert von kommentator3 ]
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10.01.2010 18:45 Uhr von :raven:
 
+11 | -4
 
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Vielleicht sollten wir hier in Europa nicht so arrogant sein und dies als Problem eines Dritteweltlandes abtun. Was dort jetzt passiert, kann bei uns in ein paar Wochen auch geschehen.
Die Spatzen pfeiffen es schon von den Dächern...
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10.01.2010 19:32 Uhr von kommentator3
 
+4 | -7
 
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@nudeldicke: >>"Feste Bindung an den US-Dollar" so ein Schwachsinn, wo steht denn das?.<<

lies nochmal die Quelle. Da steht:
"Präsident Hugo Chavez hatte am Vorabend ein System zweier fester Wechselkurse gegenüber dem Dollar bekanntgegeben, ..."

@1984
>>das einfache volk wird letztendlich davon profitieren<<
Naja, das ganz einfach Volk vielleicht.
Nicht aber die, die sich ein bisschen was angespart hatten.

>>verteuert importe und verbilligt exporte und darauf ist die heimische wirtschaft und ein staat angewiesen der von export lebt<<
Der Öl- und Rohstoffe-Export (der ca 90% dort der Exporte ausmacht) wird sowieso in Dollar/Euro berechnet. Dafür bring die Abwertung überhaupt nichts.

Da Venezuela wegen Chavez fast keine Industrie (mehr) hat, müssen sowieso fast alle höherwertigen Güter importiert werden.
Nur muss dafür (vom einfachen Bürger) ab jetzt bezahlt werden. Daher trifft die Abwertung v.a. das einfache Volk, das nicht über Dollar/Landbesitz verfügt.

>>was glaubst du wieso ein teurer euro SCHLECHT für unsere wirtschaft ist?<<
Ist er doch gar nicht. Die deutschen Exporte laufen wunderbar. (Momentan kleine Delle wegen Weltwirtschaftskrise)

[ nachträglich editiert von kommentator3 ]
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10.01.2010 21:30 Uhr von hofn4rr
 
+2 | -2
 
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der selbe trick: mit der abwertung funktioniert in china seit vielen jahren hervorragend.

@kommentator3
>>Da Venezuela wegen Chavez fast keine Industrie (mehr) hat, müssen sowieso fast alle höherwertigen Güter importiert werden.
Nur muss dafür (vom einfachen Bürger) ab jetzt bezahlt werden. Daher trifft die Abwertung v.a. das einfache Volk, das nicht über Dollar/Landbesitz verfügt.<<

wie in china trifft es natürlich zuerst das einfache volk, wie immer.

nur für die einheimische industrie ist es eine chance sich in allen bereichen gegenüber der konkurrenz aus dem ausland behaupten zu können, was ohne der abwertung kaum möglich wäre.

angenommen der euro würde abgewertet werden, sagen wir mal 1:2 oder 1:3 (im realistischen bereich), dann würde der ganze elektronikkram, textilien, diverse autoteile, wieder vermehrt im eu-raum, bei uns hergestellt werden.

aber von dem abgesehen wird der euro schon die ganze zeit abgewertet, seit der einführung.
man sieht das hauptsächlich daran, dass der euro sich dem kursverfall (wertverfall) des dollars weitestgehend angepasst hat.

hätte der euro (ezb) das nicht getan, würde man für einen euro etwa zwischen 3 - 4 dollar bekommen.

die erdölimporte wären dann zwar schweinemäßig billig, nur mit dem export sähe es dann übel aus.

und es ist in dem zusammenhang nur eine frage der zeit, bis der euro sich dem dollarverfall weiter drastisch anpassen muss, der immer schneller vorangeht, aufgrund des gigantischen aussenhandelsdefizit der vsa, der zügellosen schuldenpolitik.

nicht wenige, und wie @raven bereits angedeutet haben, steht so eine drastische abwertung dem euro unmittelbar bevor.
einige gehen dabei vom frühjahr aus, wo sich die finanzkrise weiter verschärfen soll und den währungen ein ernsthaftes problem droht, sogar bis zum kollaps.

bis zum system-reset rechne ich persönlich frühestens ab kommenden herbst.
megapleiten & co kommen demnach schon vorher, einhergehend mit ernsthaften versorgungsengpässen.
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10.01.2010 21:30 Uhr von fallobst
 
+2 | -3
 
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@ 1984: aha, und wie genau sieht das us-system aus? worin genau unterscheidet es sich von dem "system" venezuelas.

und wieso kann es kein weiteres wachstum geben? entwickelt sich nicht das technolgie-level immer weiter? steigt nicht die produktivität ständig an?

ich bin auf deine antworten sehr gespannt.
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10.01.2010 21:59 Uhr von fallobst
 
+1 | -2
 
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abwertung: bei einer abwertung ist von bedeutung, dass die wechselkurse schnell und die lohnniveaus sehr langsam (wenn überhaupt) nachziehen. dadurch werden die güter auf dem weltmarkt billiger. ihr habt anscheinend noch nie etwas von kaufkraftparität gehört. das ist der entscheidende punkt. diese art von anstieg im export bezahlt letztlich die arbeitende bevölkerung.

würden preise und löhne sich dieser abwertung sofort anpassen würde nämlich nichts passieren. die diskrepanz zwischen preis- und lohn-anstieg ist der grund dafür. nichts wofür man umbedingt jubeln sollte, auch wenn natürlich inflation in gewissem maße zumindest für jobs sorgt...

http://de.wikipedia.org/...
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11.01.2010 12:00 Uhr von ArrowTiger
 
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@kommentator3: -- "Da Venezuela wegen Chavez fast keine Industrie (mehr) hat, müssen sowieso fast alle höherwertigen Güter importiert werden."

Das ist doch Unfug! Die venezolanische Industrie wurde vor Chavez, unter Perez, von den NeoCons an internationale Multis verscherbelt - da hatten die Venezolaner nichts davon, im Gegenteil. Stichwort "Hungerrevolten"...

Inzwischen wird einiges wieder verstaatlicht und viele durch die damaligen Maßnahmen insolvent gegangenen Kleinbetriebe wieder (meist genossenschaftlich) reaktiviert.

Zudem haben sich die südamerikanischen Länder in der ALBA zusammengeschlossen, um sich gegenseitig mit benötigten Wirtschaftsgütern zu versorgen, und von IWF und Weltbank unabhängig zu sein. Was in Südamerika gerade wirtschaftlich und gesellschaftlich abläuft, scheint sehr zukunftsträchtig zu sein.

Das die NeoCons dagegen populistisch Sturm laufen, ist (aus ihrer Sicht) verständlich...
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11.01.2010 15:18 Uhr von ArrowTiger
 
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@globi123: -- "Du kannst nicht ein eingespieltes und über jahrzehnte aufgebautes Großunternehmen (selbst wenn es aus dem Ausland kommt) auf hunderte oder gar Tausende "Kleinstbauern" aufteilen"

Ist auch nicht der Fall. Das waren zwei Paar Stiefel. Die Kleinbetriebe gehen i.d.R. an ihre alten Arbeiter zurück, die Großbetriebe werden, wie eben bei Großbetrieben üblich, von Managern geführt.

-- "Charvez reiht sich in der Riege der größten Verbrecher, gleich neben Mao, Stalin und Hitler mit ein"

Das ist doch ein wirklich blödsinniger Vergleich! Da wären Bush und Cheney noch wesentlich näher dran, als Chavez.

-- "denn das was er da anstellt, ist auf lange Sicht, ein Genuzid an der eigenen Bevölkerung!"

Nun, bisher scheint das Gegenteil der Fall zu sein. Nicht nur in Venezuela, sondern auch in den anderen südamerikanischen Ländern, die sich für den dritten Weg entschieden haben, geht es wirtschaftlich und gesellschaftlich aufwärts.

-- "Venezuela wird auf den IWF in der Zukunft noch weitaus abhängiger sein, als jemals zuvor!"

Weder Venezuela, noch die meisten anderen südamerikanischen Staaten werden sich auf lange Sicht mit dem IWF und der Weltbank ja wieder einlassen - es sei denn, den NeoCons gelingt ein weiterer Putsch in diesen Ländern. Aber die Leute haben aus den damaligen Überfällen gelernt. Das war auch der Grund, warum der Putschversuch gegen Chavez scheiterte. Die Leute waren vorereitet...

Inzwischen werden IWF-Berater nur noch ausgelacht, wenn sie mit ihren korporatistischen Privatisierungsvorschlägen kommen. Die Kreditvergabe ging anfang des Jahrtausends z.B. innerhalb von nur zwei Jahren von 80% auf unter 1% zurück. Dank der ALBA ist die Unterstützung des IWF auch nicht mehr erforderlich...
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11.01.2010 16:13 Uhr von fallobst
 
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@ arrowtiger: chavez kann sich seine spielchen nur leisten, weil land über öl verfügt, nicht weil er auch nur ansatzweise effizient handelt.

"Die Kleinbetriebe gehen i.d.R. an ihre alten Arbeiter zurück, die Großbetriebe werden, wie eben bei Großbetrieben üblich, von Managern geführt."
die massen an facharbeitern, die das land bereits verlassen haben (und da spreche ich nicht von bösen managern oder dergleichen) werden sich noch bemerkbar machen, wenn es nicht schon der fall sein sollte. oder wird der einfache fließbandarbeiter dann problemlos diesen job übernehme? (mit einer schnellen weiterbildung bestimmt)


auf die schließieung von oppositionellen fernseh- und radiosendern will ich hier auch nicht eingehen, das ist ja bekannt. unterhaltsam fand ich das, sogar einige gewerkschaften aufgelöst und durch eine "chavez-gewerkschaft" ersetzt wurden. also wird die firma verstaatlicht und der neue besitzer zwingt den leuten eine ihm verpflichtete gewerkschaft auf. sehr sozialer mann...
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11.01.2010 16:39 Uhr von ArrowTiger
 
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@fallobst: -- "auf die schließieung von oppositionellen fernseh- und radiosendern will ich hier auch nicht eingehen"

Du meinst die Privatsender, die offen zum gewaltsamen Putsch gegen Chavez aufgerufen haben? Ich möchte nicht wissen, was mit RTL hier passieren würde, wenn der Sender offen zum Mord an Merkel aufrufen würde. =8-/

Laß uns einfach mal abwarten, was in Südamerika weiter passiert - mal unabhängig davon, ob wir mit dem Latino-Machismo dort unten klar kommen oder nicht. Seitdem die meisten Länder dort die NeoCons rausgeworfen und sich zur ALBA zusammengeschlossen haben, ging es jedenfalls im Allgemeinen und trotz der Restlasten aufwärts für die breite Bevölkerung. Und ich denke, der Trend dürfte anhalten. Der Bevölkerung wäre es jedenfalls nach dem Ausbluten durch die Chicago Boys sehr zu wünschen... :-)
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11.01.2010 17:16 Uhr von ArrowTiger
 
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@globi123: -- "Deine Vorschuss-Loorbeeren sind ein wenig "vorschnell""

Na ja, das geht in Südamerika jetzt schon ein paar Jahre so. Wenn die Tendenz bleibt, ist das m.E. nicht schlecht für die Leute dort.

-- "denn bisher hört man nur von der systematisch organisierten "Enteignung" und verstaatlichung von Unternehmen und soweit ich das mitbekommen habe, bleibt den Besitzern nichts anderes übrig!"

Lässt man das so stehen, klingt das natürlich übel. Du darfst dabei aber nicht vergessen, daß das fast ausschließlich ehemalige Staatsunternehmen waren, die vorher für einen Minibetrag von den Chicago Boys an diverse internationale Multis verschachert wurden, und deren Gewinne fast ohne Umweg über die Bevölkerung ins Ausland transferiert wurden.

Die Enteignungen sind m.E. also schon sehr gerechtfertigt. Es ist da schon fast als freundlich einzustufen, daß die betroffenen Unternehmen dennoch Geld dafür bekommen.

Wenn ich daran denke, was damals passierte, als eines der damals noch sozialistischen Länder einen Teil der Ölgewinne an ihre arme Bevölkerung weiterleiten wollte (ich meine, das war Nicaragua, bin mir aber nicht mehr sicher): Da rastete der IWF aber massiv aus. (Wenn Keynes wüsste, was aus seinen "Kindern" IWF und Weltbank geworden ist...)

Nüchtern betrachtet ist da unten natürlich alles (incl. Chavez) noch ziemlich durchwachsen, und kein Grund zum vorbehaltslosen Jubeln. Es gibt einige Verbesserungen für die meisten Armen, aber auch das Geld scheint sich z.B. mit der Chavez-Regierung mehr oder weniger arrangiert zu haben. Wenn man jedoch weiß, wie es vor Chavez und anderen neuen Sozialisten zu NeoCon-Zeiten dort aussah, lässt das erst mal Hoffnung für die Leute dort aufkeimen.

Also, wie Du schon sagst: Abwarten und Tee trinken... ;-)

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