28.12.09 21:58 Uhr
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Unruhen im Iran eskalieren

Aus Anlass eines traditionellen schiitischen Trauertages und des kürzlichen Todes des reformerischen Großajatollah Montaseri kam es heute wieder zu umfangreichen gewalttätigen Ausschreitungen in Teheran.

Diesmal waren allerdings nicht so sehr die Demonstranten, sondern vor allem Sicherheitskräfte unter den Opfern. Videos zeigen Demonstranten, die Polizisten verprügeln und durch die Straßen jagen. Einige Uniformierte hätten sogar die Seiten gewechselt und sich mit den Demonstranten verbrüdert.

Viele religiöse Iraner waren insbesondere darüber verärgert, dass das Regime die traditionelle Waffenruhe zum heiligen Aschura-Fest missachtete und auch in dieser Zeit brutal gegen die Opposition vorging.


WebReporter: kommentator3
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Polizei, Iran, Gewalt, Unruhe, Demonstrant
Quelle: www.spiegel.de

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28.12.2009 22:32 Uhr von usambara
 
+3 | -9
 
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@kommentator3: schlimm...diese gewalttätigen Demonstranten die Polizisten verprügeln- nicht war?
Das Aschura-Fest geht zurück auf eine Schlacht Sunniten gegen Schiiten- "traditionelle Waffenruhe" naja...
Der Iran entwickelt sich schon länger weg vom Mullah-Staat hin zur Militärdiktatur.
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28.12.2009 22:37 Uhr von kommentator3
 
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@usambara: lol

Die Demonstranten haben meine vollste Unterstützung.

>>Der Iran entwickelt sich schon länger weg vom Mullah-Staat hin zur Militärdiktatur. <<
Hast du nicht gestern noch den Ober-Iraner als Vorzeige-Regierungschef gelobt?
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28.12.2009 22:53 Uhr von usambara
 
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@ kommentator3: gestern nicht und sonst auch nicht.
Aber Achmed, der gerne mit einem Hitler verglichen wird, läßt es doch vergleichsweise gemächlich mit den Demonstranten angehen.
Letztendlich wird der Iran genauso demokratisch und frauenfreundlich wie Afghanistan unter Karsai.
Und ihr Atomprogramm wird auch unter neuen Machthabern
weiter geführt- Oppositionsführer Mussawi hat es schließlich als Ministerpräsident selber eingeführt.

[ nachträglich editiert von usambara ]
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28.12.2009 23:00 Uhr von kommentator3
 
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@usambara: ups, tschuldigung, mein Fehler.
Da hab ich dir unrecht getan.
Das war der 1984. Mit dem verwechsle ich dich komischerweise manchmal.

http://www.shortnews.de/...
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28.12.2009 23:06 Uhr von usambara
 
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die Erfolge des Oppositionsführers Mir Hossein Moussavi:
Die Massenhinrichtung politischer Gefangener im Iran im Jahre 1988 begannen am 19. Juli 1988 in der Regierungszeit von Premierminister Mir Hossein Moussavi. Die Hinrichtungen erstreckten sich über einen Zeitraum von fünf Monaten.Die Anzahl der Opfer gehen von mindestens 1.367 , 2.700 bis zu spekulativen 10.000 politischen Gefangenen im Iran aus. Im Jahr 2008 wurde vom umstrittenen NWRI eine Aussage eines ehemaligen Mitarbeiters des Ministeriums für Nachrichtenwesen und Sicherheit (MOIS) veröffentlicht, der von 33.700 hingerichteten Gefangenen sprach.
-wiki-
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28.12.2009 23:24 Uhr von kommentator3
 
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@usambara: ich bin doch nicht für irgendwelche Oppositionsführer.
Ich bin für einen kompletten Systemwechsel weg von der unsäglichen Theokratie.
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29.12.2009 00:03 Uhr von usambara
 
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@ kommentator3: tja, sehe ich auch so.
Nur glaube ich, das der Machtkampf im Iran nicht wirklich darum geht- da muss man sich nur die diversen Oppositionsführer anschauen.
Seit Achmed schwimmen den alten Eliten die Felle davon und
Miliz und Militär (bestehend aus dem einfachen Volk) sitzt nun
mit an den Fleischtöpfen.
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29.12.2009 01:01 Uhr von Dr.G0nz0
 
+3 | -0
 
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@usambara: Dass ich das noch erleben darf, dass Du auf Posts antwortest ... ;)

Aber zur Sache: "Aber Achmed, der gerne mit einem Hitler verglichen wird, läßt es doch vergleichsweise gemächlich mit den Demonstranten angehen."

Willst Du Dutzende Tote, willkürliche Verhaftungen, Folter und Vergewaltigungen in den Gefängnissen als gemächlich bezeichnen? Der Vergleich mit Hitler ist sicherlich ziemlich platt, aber was da passiert ist wohl alles andere als gemächlich, würde ich sagen.

Im Übrigen verdient jedes Volk, das sich gegen seine Regierung erhebt, Unterstützung wie ich finde.
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29.12.2009 01:23 Uhr von hofn4rr
 
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@Gr.G0nz0: >>Im Übrigen verdient jedes Volk, das sich gegen seine Regierung erhebt, Unterstützung wie ich finde.<<

eine frage der moral, wohlmöglich gar einer doppelmoral.

oder wie stünde es mit deiner unterstützung wenn linke oder rechte randalierer polizisten und unbeteildigte personen angreifen würden, vom sachschaden mal ganz abgesehen?

und wie @usambra bereits andeutete, sollte man sich die opposition dessen führer ein milliardär ist, und der oberschicht eher in die hände spielt als dem gemeinen volk, evtl. auch mal näher ansehen.

zu welcher art gruppierung gehören diese demonstranten?
einfaches volk?
ich tendiere eher zu einer aristokratischen schicht, die zahlenmässig in westlichen medien m. e. etwas übertrieben dargestellt werden, was die demonstranten betrifft.

ich favorisiere da eher die aussagen eines herrn latour darüber.

[ nachträglich editiert von hofn4rr ]
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29.12.2009 01:37 Uhr von Dr.G0nz0
 
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@hofn4rr: "oder wie stünde es mit deiner unterstützung wenn linke oder rechte randalierer polizisten und unbeteildigte personen angreifen würden, vom sachschaden mal ganz abgesehen?"

Ich sprach vom Volk, das sich gegen seine Regierung erhebt. Wenn (kleine) radikale Gruppen wie Rechts- oder Linksextreme für Chaos sorgen, dann ist das von meiner Aussage nicht gedeckt, würde ich meinen. :)

"zu welcher art gruppierung gehören diese demonstranten?
einfaches volk? ich tendiere eher zu einer aristokratischen schicht, die zahlenmässig in westlichen medien m. e. etwas übertrieben dargestellt werden, was die demonstranten betrifft."

1. Was meinst Du mit aristokratischer Schicht? Sowas gibt es in der Form im Iran nicht.
2. Auch wäre es wohl ein Leichtes Demonstrationen niederzuschlagen, welche nur von kleinen und bestimmten Schichten getragen werden.
3. Was maßt Du Dir eigentlich an über die Demonstrationen im Iran zu wissen? Woher hast Du Deine Informationen?

"ich favorisiere da eher die aussagen eines herrn latour darüber."

Quelle bitte! ;)
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29.12.2009 02:17 Uhr von hofn4rr
 
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@Dr.G0nz0: anmaßungen überlasse ich überwiegend unserer presse und dem willigen publikum =>

eine gefundene quelle:
http://www.youtube.com/...

und im wortlaut, sogar komplett nachzulesen:
http://faz-community.faz.net/...

""Aber es gebe doch Iraner, die fragten: "Where ist my vote?" – weil die Kandidaten in den Umfragen mal Kopf an Kopf gelegen hätten, und das Ergebnis zu Gunsten Ahmadineschads nachher überraschend eindeutig gewesen sei. Und Scholl-Latour erklärte: "Das sind nicht gerade die Repräsentanten des Volkes.""

womit wir der sache schon ein wenig näher gekommen sind?

ich habe detailreichere quellen in erinnerung, in der auf die sogenannte "aristokratische" schicht etwas näher eingegangen wird, mitsamt der anhängerschaft mussavis, die am liebsten lieber heute als wie morgen die kontrolle der ölfelder an die multis abgeben möchte.

falls mir dazu wieder mal näheres in die hände fällt, geb ich das gerne an dich weiter.
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29.12.2009 03:00 Uhr von Dr.G0nz0
 
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@hofn4rr: Also, Peter Scholl-Latour ist sicherlich eine Kapazität auf dem Gebiet der internationalen Politik, und man sollte ihm gut zuhören, wenn er sich äussert.
Aber ....

1. Er sagt, dass Leute die "Where is my vote" sagen wohl kaum die Mehrheit repräsentieren (wegen dem Englisch). Offenbar bedenkt er hierbei nicht, dass auch die Iraner wissen, dass sie mit einem englischen Slogan eine andere Aufmerksamkeit generieren, als wenn Sie nur auf Arabisch protestieren.
Was ist mit der Tatsache, dass hunderte Iraner seit Monaten unter Gefahr für Leib und Leben Parolen von den Dächern rufen?
2. Die Aussage, dass es wohl eher ein paar Hundert als viele Tausend sind, dürfte ja mittlerweile hinreichend widerlegt sein. Wären es nur ein paar Hundert die protestieren, wäre die Bewegung heute gar kein Thema mehr.
3. Die Einschätzung ist ein halbes Jahr alt. Was er zu diesem Zeitpunkt gesagt hat, ist nicht notwendigerweise das, was er heute sagen würde.
Das gilt auch für seine Aussage, dass CNN berichten darf. Das ist schon lange nicht mehr der Fall.
4. Man sollte nicht vergessen, dass sich auch ein Herr Scholl-Latour irren kann.

Ich denke ich weiss jetzt auch was du mit der ´aristokratischen Schicht´ meinst. Nämlich die Roylisten, die sich den Schah zurückwünschen.
Es ist allerdings ziemlich kurios und zeugt von politischer Unkenntnis, nach dem was wir heute über die Bewegung wissen, anzunehmen, dass es sich nur oder vor allem und Anhänger des Schahs handeln würde.
Zumal ja auch führenden geistliche Kapazitäten im Iran sich auf die Seite der Protestierenden gestellt haben (wie der kürzlich verstorbene Revolutionär der ersten Stunde Montaseri). Und eben nicht nur irgendwelche Royalisten und Milliardäre. Von denen gibt es nämlich einfach nicht genug um in einem derart repressiven System über Monate hinweg einen solche Bewegung am laufen zu halten.

Es ist schon lustig, Du hälst mich vermutlich für eine Art verblendeten Bild-Leser, der alles glaubt, was der Springer-Verlag so herausposaunt.
Auf der anderen Seite halte ich Dich für einen ideologisch verblendeten Anti-Amerikaner, der zuviele Blogs liest. ;)

Ich denke wir werden uns einigen müssen keine Einigung finden zu können und einfach abwarten wie sich die Situation weiter entwickelt ...
Klar ist bisher nur, dass sich Vieles von dem was "Deine" Fraktion von sich gegeben hat (Aufstand vom Ausland angezettelt, das Volk demonstiert eigentlich garnicht, etc.), sich mit der Zeit als Unsinn herausgestellt hat.

Bleiben wir dran! :)

[ nachträglich editiert von Dr.G0nz0 ]
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29.12.2009 03:08 Uhr von Dr.G0nz0
 
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Nachtrag: Auch die Aussage Scholl-Latours, dass ja die Staatsmacht und insbesondere die Revolutionsgarden sowieso problemlos in der Lage sein werden die Austände niederzuschlagen, hat sich ja mittlerweile als Fehleinschätzung herausgestellt.
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29.12.2009 16:34 Uhr von hofn4rr
 
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@Dr.G0nz0: ok, nochmal ein kleines stück zurück, um auf die sogenannte, >grüne bewegung, anti-theokratische< bezeichnung der demonstranten zurückzukommen. (herr prof. massarrat, ein unterstützer der opposition und westlicher kriegstreiber, bezeichnet sie zumindest so)

>>Ich sprach vom Volk, das sich gegen seine Regierung erhebt.<<

um vom volk, einer volksbewegung, im allgemeinen ausgehen zu können, vermisse ich an der stelle eine gewisse mehrheit, z.b. in form einer wahl.

die mehrheit hat sich klar gegen diese >grüne< bewegung gestellt, in form eines eindeutigen wahlergebnisses, wie es sich auch bereits bei den vorherigen umfragen abzeichnete.

die bewegung entstand aufgrund der behauptungen, die wahlen seien gefälscht worden, eine behauptung die bis heute weder belegt noch untermauert werden konnte, ausser durch dass eindeutige wahlergebnis selbst.

die offenen briefe, die gen herrn massarat gerichtet sind, bezeichnen die demonstranten mitunter als anhängerschaft
der ochlokraten, der ochlokratie.
http://www.tlaxcala.es/...
und
http://www.arbeiterfotografie.de/...

und einer der unterstützer ist, sogar ganz offiziell, der cia, mit etwa 400 millionen dollar gewesen, kurz vor ende der busch-ära abgesegnet, um die oppositionellen, den pöbel zu unterstützen und somit die reihen achmeds schwächen zu können. sprich, den iran zu destablisisieren.

>>Klar ist bisher nur, dass sich Vieles von dem was "Deine" Fraktion von sich gegeben hat (Aufstand vom Ausland angezettelt, das Volk demonstiert eigentlich garnicht, etc.), sich mit der Zeit als Unsinn herausgestellt hat.<<

ebend nicht.

unter bemühung deiner suchmaschine mit "400 millionen us-dollar an die iranische opposition"
findest du massenhaft genug belege dazu.

weshalb auch latours aussage "Das sind nicht gerade die Repräsentanten des Volkes."
noch immer stimmig erscheint.


>>Bleiben wir dran! :)<<

ja meine rede!

jetzt wo es interessant wird, die möglichen unheilvollen ausmaße eines angezettelten bürgerkrieges beobachten zu müssen.

p. s.
bisher zeigt sich aus meiner sicht noch kein grund auf, warum man ochlokraten als volksbewegung, und somit als unterstützenswert erachten sollte.
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30.12.2009 20:02 Uhr von hofn4rr
 
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gegendemonstration: ""Bei staatlich organisierten Solidaritätskundgebungen gingen nach Angaben offizieller Medien im ganzen Land Millionen Sympathisanten des erzkonservativen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad auf die Straße. Viele forderten die Todesstrafe für die Anführer der Opposition, die als Gotteslästerer beschimpft wurden.""

http://www.berlinonline.de/...

staatlich organisiert also =>

wer hätte das gedacht, dass das die iraner auch können.
sie konnten es sogar diesesmal ohne manier eines schwarzen blockes =>

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