Karadzic boykottiert Prozess vor UNO-Kriegsverbrechertribunal
Der ehemalige bosnische Serbenführer Radovan Karadzic hat angekündigt, am kommenden Montag zur Prozesseröffnung vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal nicht im Gerichtssaal zu erscheinen. Als Grund gab er an, zu wenig Zeit für die Vorbereitung seiner Verteidigung zu haben.
In einem Schreiben an das Tribunal gab Karadzic an, dass er von der Anklage "unter Millionen Seiten an Dokumenten begraben" worden sei. Die Verteidigung übernimmt Karadzic selbst, wobei er von einem Anwälte-Team beraten wird.
Ein Antrag auf Verschiebung des Prozesses sei abgelehnt worden. Nach Angaben des Gerichts habe der Angeklagte genügend Zeit zur Vorbereitung gehabt. In Den Haag hieß es außerdem, dass auch ohne die Teilnahme von Karadzic der Prozess beginnen könne.