09.10.09 18:55 Uhr
 239
 

Angela Merkel spielt bei der Atomenergie-Frage auf Zeit

Union und FDP wollten bei den Verhandlungen über die Laufzeit von Atomkraftwerken zu einem schnellen, konkreten Schluss kommen. Dies verhinderte nun die Bundeskanzlerin.

Angela Merkel versucht, die Atom-Frage noch bis zu den Wahlen in Nordrhein-Westfalen im Mai 2011 offen zu halten. Damit dürfte sie einige Koalitionäre verärgert haben - unter anderem Wirtschaftsminister Guttenberg.

Der Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) drängt dabei gemeinsam mit der FDP, die Laufzeitbegrenzung für Atomkraftwerke gänzlich aufzuheben. Damit wäre man unabhängiger von Strom, der aus anderen Ländern - vorwiegend Frankreich - importiert werden muss.


WebReporter: s8R
Rubrik:   Politik
Schlagworte: CDU, Angela Merkel, FDP, CSU, Union, Zeit, Frage, Atomkraft, Atomenergie
Quelle: netzticker.net.tc

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Angela Merkel soll sich in Brexit-Gespräch über Theresa May lustig gemacht haben
"Zügig verhandeln": Angela Merkel macht in Sachen GroKo Druck
Studie: Angela Merkel bei niederländischen Schülern nun bekannter als Hitler

Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben

10 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

Kommentar ansehen
09.10.2009 18:53 Uhr von s8R
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
Ich stehe hierbei auf der Seite des Ministerpräsidenten. Frankreich baut (quelle) auf Atomenergie. Also ist der Strom den wir dort Importieren der selbe giftige Dreck, nur dass wir dafür auch zahlen. Und mal ehrlich, SO dumm sind wir Deutschen doch hoffentlich nicht.
Kommentar ansehen
09.10.2009 19:39 Uhr von Reunion
 
+3 | -3
 
ANZEIGEN
@Halma: /sign


@Autor

Doch sind wir, leider.

Zumal wir eigentlich genug Energie (auch ohne Atomenergie) produzieren und keine dazukaufen müssten.
Kommentar ansehen
09.10.2009 21:27 Uhr von Katzee
 
+3 | -3
 
ANZEIGEN
@ Autor: Abgesehen davon, dass sich NRW ausgeschrieben Nordrhein-Westfalen schreibt, beinhaltet dieser Blog-Beitrag einen gravierenden Fehler: Die FDP will nicht generell die Laufzeitbegrenzung von Atomkraftwerken aufheben. Damit würden alte, störanfällige Atommeiler zur tickenden Zeitbombe. Vielmehr will die FDP erreichen, dass alte, störanfällige AKWs früher abgeschaltet werden und deren Restlaufzeit auf moderne AKWs übertragen werden, vorausgesetzt, diese modernen AKWs würden in regelmäßigen Abständen einer unabhängigen Sicherheitskontrolle unterzogen, was derzeit nicht der Fall ist. Auch die FDP dringt im Endeffekt auf erneuerbare Energien, sieht allerdings auch, dass zum jetzigen Zeitpunkt die erneuerbaren Energien die AKWs noch nicht ersetzen können.

Leider druckst die Kanzlerin mal wieder herum und wagt keine Entscheidung, die aber dringend nötig wäre.
Kommentar ansehen
10.10.2009 05:09 Uhr von Rick-Dangerous
 
+2 | -4
 
ANZEIGEN
Wer, zum Geier, außer irgendwelchen Althippies, interessiert sich für den Scheiß-Atomaustieg???

Sollen sie die Dinger laufen lassen, bis sie von selbst verglühen.

Die Wirtschaft wieder zum laufen bringen, das ist wichtig!!!




Verdammte Ökos.
Kommentar ansehen
10.10.2009 05:29 Uhr von dose89
 
+2 | -1
 
ANZEIGEN
@ autor: Der giftige Dreck würde nicht verschwinden, aber der deutsche Steuerzahler wäre die enormen Kosten für Urananreicherung, Atommüllentsorgung usw. endlich los.

Strom aus Frankreich zu importieren (falls wir überhaupt welchen importieren müssten), würde uns im Endeffekt warscheinlich sogar weniger kosten, weil wir zwar für den französischen Atomstrom in etwa das gleiche (oder etwas mehr) zahlen würden, aber dieser Strom wäre nicht mehr von uns, sondern vom französischen Steuerzahler subventioniert.

Und das die FDP zumindest schonmal die frühere Abschaltung der älteren Kraftwerke fordert, ist ein guter Schritt, denn die Investitionskosten sind zwar mittlerweile abgeschrieben, aber dafür werden die Dinger langsam marode und äußerst wartungsintensiv (und das nach knapp 30 Jahren).

So mussten bspw. für sicherheitsrelevante Nachrüstungen im AKW Biblis A zwischen 1999 und 2005 rund 540 Mio. € ausgegeben werden, und diese Kosten werden in den nächsten Jahren immer stärker steigen, das hochgerechnet auf alle deutschen Atomkraftwerke macht auch wieder viele Milliarden jährlich.

Insofern wäre es schon gut, alle AKW mit einer Laufleistung von knapp 30 Jahren vom Netz zu nehmen, da sie ab diesem Zeitpunkt sichherheitstechnisch und damit finanziell immer weniger tragbar werden.

Denn die Atomkraftwerke machen zwar für die Strombetreiber Gewinne (so zwischen 200 und 300 Mio. € jährlich), doch die Kosten der Atomkraft tragen nicht diese, sondern der Steuerzahler.

Getreu dem alten Motto:
Gewinne privatisieren, Verluste solidarisieren

Diese Riesensummen Geld, die stetig in das System rund um die Atomkraft gepumpt werden müssen, wären meines Erachtens besser in der Erforschung erneuerbarer (oder auch anderer) Energieformen aufgehoben, weil die Energieprobleme der Zukunft irgendwie gelöst werden müssen (vor allem, wenn man sich gänzlich gegen Kohlekraftwerke verwehrt).

Und da ist auch die Atomkraft bei weitem nicht des Weisheits letzter Schluss, denn selbst wenn es effizientere und weniger kostenintensive Möglichkeiten zur Herstellung von Atomenergie gäbe (ich meine damit nur die Kernspaltung), die Uranvorkommen wären in 80-100 Jahren sowieso erschöpft.


Abschließend kann ich nur sagen, man sollte keinen allzu sehnsüchtigen Blick in Richtung des "Atomwunderlandes" Frankreich werfen

Die werden in einigen Jahrzehnten ziemlich viel Ärger mit der Atomkraft haben, da die Anlagen marode und immer teurer im Unterhalt werden, die Effizienz nimmt über die Jahre immer weiter ab (die eh nur bei knapp 30% liegt), und man wird blöd aus der Wäsche gucken, da man jahrzehntelang verbissen ausschließlich auf die Atomkraft gesetzt hat, um sich dann zu überlegen, wie man aus der Scheiße wieder rauskommt (und der Anteil der Atomkraft in Frankreich soll in einigen Jahren immerhin bei fast 90% liegen).
Kommentar ansehen
10.10.2009 07:59 Uhr von StYxXx
 
+0 | -1
 
ANZEIGEN
Nuja: @dose: Du hast da irgendwie ein paar Unklarheiten in deinem Beitrag. Die Aufrüstung der AKWs kostet, richtig. Aber wer zahlt das? Die Betreiber (außer man kommt auf eine sinnlose andere Idee). Würde es sich nicht lohnen, würden sie es nicht machen. Warum lohnt es sich? Weil die Kraftwerke bereits stehen. Man hat also bereits die ganzen Ausgaben getätigt. Dass man jetzt vergangene Förderungen (am besten wie Greenpeace inkl. ehemaliger Forschungsgelder) einrechnet ist nur halb richtig. Diese Ausgaben wurden bereits getan, eine Stillegung ändert daran gar nichts.
Rechnet man im übrigen genauso mit anderen Energiegewinnungsmethoden, bleibt die Kernenergie (und das werden die Kritiker ungern hören) trotzdem noch die günstigste Methode. Auf Platz zwei kam dann Windkraft. Allerdings halte ich diese Zahlenspielerei für falsch, da zuviel vereinfacht pauschalisiert wird (so hat zb Forschung oft noch anderen Technologien was gebracht).

Ein Problem ist, dass man eine Grundversorgung mit Energie braucht, zu jeder Tageszeit, jeden Tag im Jahr. Viele regenerative Methoden können das nicht sicherstellen (zu viele Schwankungen, schlechte Speichermöglichkeiten). Deswegen hat man AKWs oder Kohlekraftwerke. Letztere baut man derzeit ja neu und weitere sind in Planung. Das ist mit Sicherheit nicht umweltfreundlich. Deutschland bekam bereits Ermahnungen deswegen. Darüber las man hier nur wenig (während Deutschland sich als Ökoland feierte wurde das im Ausland etwas anders betrachtet).

Kernenergie pauschal zu bewerten ist zumindest falsch. Das wäre wie, wenn man jegliche Verbrennungsvorgänge doof findet. Klingt zunächst auch logisch, wenn man an Kohleöfen denkt. Dann stellt man aber fest, dass viel mehr dazu gehört und sogar Brennstoffzellen nichts anders machen, als einen Verbrennungsprozess (Oxidation) zu nutzen. Ähnlich breit ist das Spektrum bei der Kernenergie. Von Isotopenbatterien bis zu Brutreaktoren hat man da alles mögliche. Und was wichtig ist: Die Technik wurde die letzten 40 Jahre weiter entwickelt. Genauso wie man das bei anderen Technologiezweigen getan hat. Allerdings will man hier ja keine neuen Reaktoren bauen, sondern höchstens die alten etwas weiter benutzen. Und Modernisierungen würden am Grundverfahren dann auch nicht viel ändern. Relevant wäre die Entwicklung allerdings trotzdem, wenn es um Verwertung der Abfälle und Produktion von Brennstäben geht. Je nachdem, wie es in anderen Ländern aussehe, würde das auch direkte Auswirkungen Zukunftsfähigkeit haben (betreffend der Dauer der Nutzbarkeit der bestehenden Uranvorkommen und Umweltverträglichkeit).
Kommentar ansehen
10.10.2009 09:11 Uhr von shokk
 
+1 | -0
 
ANZEIGEN
ja okay, und was machen wir mit dem atommüll?!
Kommentar ansehen
10.10.2009 11:07 Uhr von dose89
 
+1 | -0
 
ANZEIGEN
@ StYxXx: Gut, dass jemand diskutiert, aber auch vielen Dank für die Vorlage...

ZITAT:
"Die Aufrüstung der AKWs kostet, richtig. Aber wer zahlt das? Die Betreiber (außer man kommt auf eine sinnlose andere Idee). Würde es sich nicht lohnen, würden sie es nicht machen."

Deswegen werden alle deutschen AKW auch privat betrieben, außer, "es wäre nicht subventioniert und nicht gewinnbringend... (bezogen auf das vorhergehende Zitat...)"


ZITAT:
"Warum lohnt es sich? Weil die Kraftwerke bereits stehen. Man hat also bereits die ganzen Ausgaben getätigt. Dass man jetzt vergangene Förderungen (am besten wie Greenpeace inkl. ehemaliger Forschungsgelder) einrechnet ist nur halb richtig. Diese Ausgaben wurden bereits getan, eine Stillegung ändert daran gar nichts."

Super Argument...

Weil der Aufbau von Atomkraftwerken vom Deutschen Staat gefördert wurde, ist Atomkraft also automatisch toll???

Energiebetreiber machen Gewinn mit abgeschriebenen AKWs... und der Deutsche Staat bezahlt für die Beschaffung und den Transport von Uran (was allein schon teurer ist als die jährliche gesamtdeutsche Stromproduktion aus Kernkraft) sehr viel mehr Geld, als an mikrigen Steuern aus dieser Megasubventionierung herausgeholt wird...

Und das Ironische daran ist:
Neuerrichtete Kohlekraftwerke entlang der Lausitz würden zwar auf den ersten Blick mehr CO² erzeugen als Atomkraftwerke, aber dadurch, dass Atomkraftwerke soviel CO² auf dem Weg der Beschaffung und der Endlagerung produzieren, käme ein Kohlekraftwerk mit Beschaffungswegen von <800m trotzdem sehr fein heraus :o

Und hierzulande schwört man doch (angeblich) auf deutsche Technologie, in den ostdeutschen Bundesländern (Hilfe: Ost?) wurden schon Kohle-Technologien entwickelt, die den bekannten Kernkraft-Technologien überlegen sind, bezüglich Haltbarkeit, Effizienz, Finanzierbarkeit und Verfügbarkeit...

Und Kraftwerke dieser Art werden auch in näherer Zukunft hier gebaut werden, deswegen geht selbst Angela Merkel nicht bei dieser Atomkraft-Histerie mit, sondern wartet den Lauf der Dinge ab (und hofft, dass es so kommt, wie sie es sich wünscht).
Kommentar ansehen
10.10.2009 16:25 Uhr von dose89
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@ StYxXx: Um auf Deinen letzten Absatz nochmal einzugehen:

Das mit der pauschalen Kernenergie ist ja wohl der schlechteste Versuch, meine Aussagen zu relativieren, Du weißt ganz genau, wovon ich geredet habe...

Und das restliche, was Du sagst, habe ich auch schon (indirekt) angesprochen, und selbst wenn man bessere Methoden entwickeln würde; Bis diese ausgereift wären, wäre das Uran ohnehin (fast) weg.
Kommentar ansehen
10.10.2009 18:53 Uhr von Ormnito
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@Katzee: genau so !!!

Refresh |<-- <-   1-10/10   -> -->|
Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben


Copyright ©1999-2018 ShortNews GmbH & Co. KG

Die News auf dieser Website werden eigenverantwortlich von Nutzern erstellt. Die Shortnews GmbH & Co. KG nimmt keinen redaktionellen Einfluss auf die Inhalte.

impressum | agb | archiv | usenet | zur mobilen Ansicht
SCHLIESSEN

Willst Du die Seite wirklich verlassen?


DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Angela Merkel soll sich in Brexit-Gespräch über Theresa May lustig gemacht haben
"Zügig verhandeln": Angela Merkel macht in Sachen GroKo Druck
Studie: Angela Merkel bei niederländischen Schülern nun bekannter als Hitler


...oder unseren und keine aktuellen News mehr verpassen?