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Kanada: Schwuler Blutspender beschäftigt die Justiz

In Kanada wurde ein schwuler Blutspender verklagt, weil er trotz des Blutspendeverbotes für schwule Männer in Kanada Blut spendete. Der Angeklagte reichte daraufhin ebenfalls Klage ein, weil er im Blutspendeverbot einen Verstoß gegen das gesetzliche Diskriminierungsverbot sieht.

Der betroffene Spender hatte zuvor mehrfach Blut gespendet und im Fragebogen angegeben, dass er nicht schwul sei. Bei einer Routinekontrolle stellte sich dann heraus, dass er an Syphilis leidet. Erst dann gab er zu, schwul zu sein, was eine Klage des Blutspendedienstes zur Folge hatte.

Wie in vielen anderen Ländern, dürfen Schwule auch in Kanada kein Blut spenden, weil sie zu einer so genannten Risikogruppe gehören. Jede Blutspende wird zwar getestet, allerdings beträgt die Zeit bis zur möglichen Erkennung eines HI-Virus mehrere Wochen.


WebReporter: bratwurstdealer
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Klage, Homosexualität, Spende, Justiz, Blut, Diskriminierung
Quelle: www.ggg.at

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18 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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09.10.2009 12:10 Uhr von Kirifee
 
+8 | -14
 
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wtf! Was für eine Krankewelt ist das eigentlich? Und ich dachte immer Kanada währe besser als die USA... aber das scheint Kontinentale verblödung zusein dort... gott wie mich sowas wieder aufregt!
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09.10.2009 12:32 Uhr von Cheshire
 
+10 | -2
 
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blutspenden das ist auch in deutschland ein problem, "risikogruppen" dürfen kein blut spenden, auch wenn man nachweisen kann daß man nicht erkrankt ist und in einer monogamen beziehung lebt...
Aber schwul = risiko ist halt überall noch in den köpfen...
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09.10.2009 12:39 Uhr von fortimbras
 
+7 | -1
 
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@kirifee: das hat nicht viel mit deskriminierung zu tun
schwule gehören nunmal, nach aktueller ansicht, durch ihre sexualpraktiken zu einer gruppe mit erhöhtem risiko aids zu bekommen
ob das nun wirklich stimmt oder nicht ist erstmal nebensächlich
der schutz des patienten hat grundsätzlich oberste priorität also will man so viele risiken wie möglich ausschließen
es sind ja nicht nur schwule die nicht spenden dürfen
es gibt ne lange liste mit ausschlussgründen, weil auf keinen fall verunreinigtes blut zu patienten gelangen soll
in der news steht ja auch schon,dass die proben zwar untersucht werden aber erreger wie hiv erst nach wochen erkannt werden aber das blut dann meist schon längst vergeben oder verarbeitet wurde
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09.10.2009 12:41 Uhr von goBear
 
+12 | -2
 
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Leider Leider, leider ist es fast überall immer noch so, wenn man als Homosexueller 10 Jahre mit ein und dem selben Mann schläft steht man immer noch schlechter und "verdorbener" in der Gesellschaft dar als ein Macho der in den Letzten 2 Jahren Hundert OneNightStands hatte.

Das nennt sich dann Gleichberechtigung.
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09.10.2009 12:59 Uhr von Cheshire
 
+6 | -0
 
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@fortimbras: ich glaube daß das problem mit der zeit die es braucht auf HIV zu testen ein kreislauf ist...
man schließt einen riesigen teil potentieller sauberer spender aus, weil man nicht schnell genug testen kann und das blut direkt verwenden können muss... man muss das blut direkt verfügbar haben weil es wenig blutkonserven gibt und man nicht genug "auf lager" halten kann... man hat nicht genug blut weil man viele potentielle spender nicht haben will... und da haben wir den kompletten kreis zusammen...

Wobei ich mir auch noch eine wesendliche frage stelle:
Jede blutspende wird getestet... also würde es bedeuten daß auch risikogruppen spenden könnten...
Aber das blut muss sofort verfügbar sein, deswegen ist es nicht hinnehmbar daß die HIV-Infektion erst nach wochen im blut nachweisbar ist...
Wird demnach also blut auf den verdacht hin benutzt daß es sauber ist und NACH dem nutzen noch getestet?
Weil irgendwie erscheint es mir nicht logisch zu sagen daß man zwar alles blut testet aber risikogruppen nicht spenden dürfen weil man es ZU LANGSAM testet....
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09.10.2009 13:00 Uhr von Schwertträger
 
+4 | -5
 
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@Kirifee, Cheshire, goBear: Warum litt er dann Syphillis?

Ich kann nachvollziehen, dass jemand, der seit Jahren in einer festen homosexuellen (oder auch normal gemischten) Ehe lebt, nicht mehr so ein großes Risiko darstellt.
Nur, wieviele Schwule tun das?
Antwort: NOCH nicht so viele.
Zur Zeit ist die Fluktuation und Wechselrate in der Schwulenszene noch recht hoch. Ergo zählt das Ganze noch als Risikogruppe.
Mit der Zeit wird da sicherlich eine Einzelfallentscheidung draus werden, wie bei anderen Risikofaktoren auch.


Diesem speziellen Einzelfall aus der News würde ich gerne wegen Unverantwortlichkeit eine fette Strafe verpassen, denn er hat sicher eine Ahnung, wo er die Syphillis her hat. Mit der lockeren Einstellung zum Blutspenden zu gehen, ist eine Unverfrorenheit. Das gilt auch für Heteros mit gleichem Verhalten.
Wer eine Ahnung hat, dass er auf Grund eigenen Verhaltens nciht mehr o.k. (im Sinne des Blutspendens) ist, und trotzdem hingeht, sollte ordentlich und merklich eins übergebraten bekommen.
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09.10.2009 13:04 Uhr von Schwertträger
 
+1 | -1
 
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@Cheshire: Mit Deiner Testlogik liegst Du richtig: Ich denke, für das HI-Virus gibt es mehrere Verfahren. Das erste, das schnell geht, schafft lediglich Indizien dafür, dass das Blut HIV-frei ist. Für den genauen Test muss man allerdings warten, bis sich die entsprechenden Stoffe gebildet haben.
Ich könnte mir vorstellen, dass Blut aus Nicht-Risiko-Quellen bereits nach dem ersten Indikatortest verwendet wird.
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09.10.2009 13:13 Uhr von Kirifee
 
+3 | -1
 
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@Schwertträger: Dem nach ist jede NICHT verheiratete Person, oder eine die nicht seit Jahren eine Ehe ähnliche bindung nachweisen kann ein Risiko patient, so ist es klar das immer Blutmangel herscht.
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09.10.2009 13:29 Uhr von Schwertträger
 
+2 | -0
 
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@Kirifee: Natürlich ist eine Person mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern ein Risikofaktor bei einer Blutspende. Klar!
Da ist es völlig egal, ob das ein Homo oder ein Hetero ist.

Wie will man beweisen, dass man ein guter Verhüter ist und sich stets gut schützt? Dürfte schwer sein.
Also muss man sich auf den Anschein stützen. Und auch wenn verheiratete fremd gehen, geht man doch von einem etwas verringerten Risiko aus.
Es wird schon Statistiken gebben, die das Vorgehen untermauern, da bin ich sicher.

Ob man daran nicht was ändern und einfach besser testen sollte, ist eine andere Frage.

Die Frage, die sich mir stellt, ist vor allem, ob bei den paar Litern Blut, die ein Verletzter oder ein zu Operierender benötigt, der Preis für Tests und eine eventuelle Entlohnung des Spenders überhaupt ins Gewicht fällt, im Vergleich zu den sonstigen Kosten.
Ich seh´s eher so, dass Blut ein gutes Geschäft ist. Und das wär´s nicht mehr, wenn man regelmäßigen und getesteten und abgeklopften Abonnement-Spendern Entlohnung anbieten würde.
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09.10.2009 13:37 Uhr von CHR.BEST
 
+2 | -0
 
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Denken von Vorgestern: Viel risikoreicher sind z. B. Berufsgruppen wie Zahnärzte. Die haben jeden Tag mit blutendem Zahnfleisch zutun und der Bohrer hat auch den gefährlichen Nebeneffekt, daß er Blut im Mund des Patienten in allerkleinste Tröpfchen zerstäubt, die dann als feiner Nebel eingeatmet werden können - inklusive aller Viren und Bakterien, die darin rumschwimmen.

Dürfen Zahnärzte in Kanada deswegen auch kein Blut spenden?
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09.10.2009 13:46 Uhr von unknown_user
 
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Wenn man: allen Menschen erlaubt Blut zu spenden, dann dürften aber auch HIV-Positive blutspenden was aber völlig sinnfrei ist.
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09.10.2009 14:11 Uhr von Kirifee
 
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@unknown_user: von allen ist auch garnicht die rede. Wenn jemand krank ist geht das natürlich nicht, es geht darum jemanden nicht vorher einfach auszu schliessen!

Ich zB darf kein Blut spenden weil ich starke Medikamente nehm muss, aber ein 100% gesunder, durchtrainirter Schwuler dürfte auch keines Spenden weil 1/10 Schwulen Krank ist anstelle wie bei Heteros nur 1/20..
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09.10.2009 14:12 Uhr von Schwertträger
 
+1 | -0
 
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@CHR.Best: Natürlich zählen auch Chirurgen, Zahnärzte und ein paar andere zu den Risikogruppen.
Die Liste ist recht lang.

Wenn man dann bedenkt, dass von den Wenigen, die in Frage kommen, auch noch viele schlicht keine Lust haben (was ich verstehen kann), dann wird klar, warum passendes Blut bisweilen knapp ist.
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09.10.2009 14:49 Uhr von CHR.BEST
 
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@ Schwertträger: Offenbar will Kanada sich diese Knappheit leisten.
Aber was ist mit importierten Blutkonserven? Wenn man sich hierbei voll auf den Hersteller verläßt anstatt selber zu testen, könnte jederzeit dasselbe passieren, als wenn man einheimische Risikogruppen anzapft.

Ähnliches geschah mal in Südamerika, als man verunreinigte Chemikalien ungetestet (aus Kostengründen) zur Medikamentenherstellung benutzte und viele Menschen hinterher daran starben.
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09.10.2009 15:50 Uhr von bigX67
 
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wieso ist syphilis ein zeichen für homosexualität ?

syphilis ist ein normale geschlechtskrankheit die jeder und jede bekommen kann.
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09.10.2009 16:01 Uhr von Schwertträger
 
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Wenn ich das richtig sehe, leisten auch wir uns hierzulande diese Knappheit.

In Zeiten, wo alles Mögliche in der Heilungs- und Versorgungskette ein Heidengeld kostet, ist es eine Unsitte, dass man "Spender" mit dem fadenscheinigen Argument, dass eine Vergütung ja nur noch mehr Problemfälle anlocken würde, unvergütet lässt und damit die Attraktivität, für Blutnachschub zu sorgen, künstlich im Kelle lässt, nur um mehr Geld verdienen zu können.

Ich habe in der Vergangenheit in der Uni-Klinik mein Blut für 50 DM verkauft. Das war ein Anreiz, die Umstände auf sich zu nehmen und ein Trostpflaster dafür,d ass mit dem entnommenen Blut so mancher Pfennig verdient wurde, bisweilen.
Vorteil für die Klinik: Ein Mensch, von dem Werdegang und Hintergrund bekannt sind, der regelmäßig kommt und der auf seine Gesundheit achtet, um weiterhin in der Kartei zu bleiben. Nahezu perfekt für beide Seiten.

Aber spenden? An Unbekannte? Über Umwege womöglich an genau den Typen, den ich jeden Morgen in der Bahn Pest und Galle an den Hals wünsche, weil er rücksichtslos und laut ist? Spenden, leer ausgehen, und wissen, dass ältere Konserven ins Ausland verkauft werden, der Erlös aber trotzdem nicht unsere Beiträge senkt?
Nö.

Wenn ich spenden möchte, dann direkt, von Angesicht zu Angesicht. Nachdem der Spendenempfänger mich überzeugt hat.

Es liegt also im System begründet, dass die Sache nicht läuft.




Was die importierten Reserven angeht: Ich weiss es nicht mehr genau, aber ich denke, sie werden stichprobenartig getestet, und dann vor dem Einsatz jeweils mit den üblichen Schnelltests, die aber nicht alles erschlagen.
Nagelt mich nicht darauf fest, das ist das, was ich erinnere, aus entsprechenden Gesprächen vor einiger Zeit.
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09.10.2009 16:04 Uhr von Schwertträger
 
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@bigX67: Wo steht denn das? Hat das jemand gesagt?

Syphillis ist ein Zeichen für
- ungeschützen Sex
- ungenügende Information über den Partner
- abgesenktes Verantwortungsbewusstsein
- somit Zeichen für Sex mit nur kurz bekannten Partnern ohne Schutzmaßnahmen (mit gewisser Wahrscheinlichkeit in Folge einer "wird schon gut gehen"-Haltung)

Es ist KEIN Zeichen für Homosexualität, denn ob der zur Syphillis-Infektion führende Sex nun Hetero-Sex oder Homo-Sex war, ist dabei völlig scheissegal.
Es geht um die Geisteshaltung dahinter.
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17.10.2009 17:04 Uhr von bigX67
 
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@schwertträger: das kommt hier her:

Der betroffene Spender hatte zuvor mehrfach Blut gespendet und im Fragebogen angegeben, dass er nicht schwul sei. Bei einer Routinekontrolle stellte sich dann heraus, dass er an Syphilis leidet. Erst dann gab er zu, schwul zu sein, was eine Klage des Blutspendedienstes zur Folge hatte.

anmerkung: gut das du das weiter ausgeführt hast - ich wusste das aber schon ;).

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