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Laumann: "Wenn einer unbedingt zum lieben Gott will, soll man ihn nicht aufhalten"

NRW-Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU) fordert eine Debatte über die künstliche Ernährung in Alten- und Pflegeheimen. Anlass ist eine Studie, die aufzeigte, dass jeder zweite Bewohner im Altenheim mangelernährt wäre.

Laumann hält diese Studie für unglaubwürdig: "Diese Studie wurde von Herstellern von künstlicher Ernährung bezahlt." Man müsse darüber diskutieren, ob es einem Menschen nicht gestattet sein müsste, am Ende seines Lebens auch menschenwürdig sterben zu können, durch Verzicht auf künstliche Ernährung.

Über sich sagte Laumann: "Ich selbst möchte am Ende keinen Schlauch in den Bauch bekommen".


WebReporter: W.Marvel
Rubrik:   Politik
Schlagworte: CDU, Minister, Gott, Suizid, Sterbehilfe, Pflegeheim, Patientenverfügung, Karl-Josef Laumann
Quelle: www.derwesten.de

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24 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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03.10.2009 12:42 Uhr von Aether
 
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03.10.2009 12:54 Uhr von lina-i
 
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Was hat künstliche Ernährung: mit der Qualität und Quantität des Essens in Altenheimen zu tun?

Alte Menschen haben auch einen Geschmackssinn, der sehr gut funktioniert. Wenn ich mir da so manche Pampe ansehe, was dort aus der Kantine kommt, würd ich auch an Unterernährung leiden.
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03.10.2009 13:13 Uhr von W.Marvel
 
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@lina-i: zu Deiner Frage: Nichts.

Es geht um sterbende Menschen, die durch künstliche Ernährung am Leben gehalten werden.
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03.10.2009 13:16 Uhr von EyeOfTheDark
 
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Ehrlich gesagt: geb ich Herrn Laumann recht. Ich will auch nicht auf uirgendwelche Lebenserhaltungsmaßnahmen angwiesen sein... Das ist doch dann kein Leben mehr. Dann gehe ich lieber in Frieden schlafen.. Meine Kinder sollen mich später nicht an Schläuchen gefesselt in Erinnerung behalten.
Aber das soll jedem selbst überlassen werden, wie man später leben will.

@lina-i
Klar,gibt viele schwarze Schaffe unter dem Pflegepersonal, aber es gibt auch einige, deren Wuinschberuf das ist, und die sich sehr viel Mühe geben, den Menschen im Altersheim noch ein einigermaßen schönes Leben zu bereiten. Und das Essen ist dann auch ok. Spreche aus Erfahrung.
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03.10.2009 13:29 Uhr von MBGucky
 
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Das schlimme daran: ist meiner Meinung nach, dass sie dafür auch noch Geld bekommen. Und sie bekommen um so mehr Geld, je länger jemand lebt.

Wer zahlt das eigentlich?
Familienangehörige? Krankenversicherungen? Der Steuerzahler?
Auf jeden Fall jemand, der das Geld anderswo besser gebrauchen könnte. Und das nur, weil es ja möglich ist. Ich glaube das will eigentlich sogar gar keiner.
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03.10.2009 14:46 Uhr von Lmax1
 
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@lina: Das frage ich mich allerdings auch - Das Recht auf den Verzicht auf Nahrung hat ja nix damit zu tun, dass man in Pflegeheimen unzureichend ernährt wird. Das sollte ein alter Mensch ja wohl aktiv selbst entscheiden - und ich würde nicht wollen, dass demnächst die Pflegeheime jeden verhungern lassen dürfen, der nicht schnell genug hinter seinem Essen herlaufen kann, weil er es dann ja bestimmt "nicht anders wolle". :-(
Diesen Einwand von Laumann finde ich dem Anlass völlig unpassend.
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03.10.2009 15:26 Uhr von W.Marvel
 
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@Lmax1: Welchen Einwand von Laumann findest Du unpassend?

Im Pfelgeheim laufen die Patienten nicht hinter dem Essen her, sondern es wird ihnen wie im Krankenhaus aufs Zimmer gebracht. Insofern finde ich Deine Unterstellung, dass in Zukunft das Pflegepersonal die Menschen verhungern lassen würde, weil die Menschen zu langsam zum Essen kämen, völlig unpassend in diesem Zusammenhang.

Es geht hier nicht um die Qualität oder Quantität des Essens in Pflegeheimen, sondern um eine angemessene Sterbebegleitung von Personen, die akut im sterben liegen. Die künstliche Ernährung ändert an der Dauer des Sterbeprozesses nichts, bedeutet aber für die Betroffenen oft eine unnötige und ungewollte Qual.
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03.10.2009 15:33 Uhr von kidneybohne
 
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ich: kann das eh nich nachvollziehen warum leute mit so einem elend am leben erhalten werden...ich kann mir kaum vorstellen das irgendwer sich sowas wünscht..
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03.10.2009 15:34 Uhr von uhlenkoeper
 
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Sorry, aber der Gute: Herr Laumann hat das Glück, noch keinen seiner Angehörigen in so einer Einrichtung erlebt zu haben.

Ich habe schon 3 mehr oder weniger enge Familienangehörige dort erlebt und kann nur bestätigen, was diese Studie aussagt:
die Ernährung der alten Leute war dort ein echter Witz.
Im Falle einer Tante wurde es mir damals mal zu bunt und ich habe mir von der Heimleitung den Essensplan und die Kalkulation selbiger aushändigen lassen: was die täglich für den Essensbedarf kalkulierten, da lagen die Kosten für meinen Hund ja höher ! Bei fast 3000 Euro Heimkosten monatlich wurden sage und schreibe täglich 6,50 Euro für Essen und Trinken veranschlagt ! Und so sah das Essen dann auch aus !

Das ist sicherlich nicht in allen Alten- und Pflegeheimen gleich. Aber in zu vielen, als das solche Fälle als Einzelfälle abgetan werden können.
Wenn Laumann das bezweifelt, empfehle ich ihm mal, sich selbst oder einen engen Angehörigen in so eine Institution einzuliefern. Mal sehen, ob er hinterher immer noch so einen Müll spricht ?


Aber davon ganz abgesehen:
was hat eigentlich "künstliche Ernährung" mit der alltäglichen Mangelernährung in Alten- und Pflegeheimen zu tun ? Oder glaubt er etwa, dass alle Bewohner solcher Heime nach dem Einzug über einen Schlauch ernährt werden ?
Erschreckend, wo da scheinbar der IQ eines Landesministers liegt .....
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03.10.2009 15:40 Uhr von uhlenkoeper
 
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@M.Marvel: Ich denke, lina_i und Lmax1 beziehen sich auf die Passage im SN-Text wie im Quelltext, in der es heißt :

>>Extrem geärgert habe er sich über eine Studie, nach der angeblich jeder zweite Altenheimbewohner unter Mangelernährung leide. Laumann bezweifelt das. „Diese Studie wurde von Herstellern von künstlicher Ernährung bezahlt.” <<


Laumann hat damit wirklich eine unzulässige Verquickung zwischen der Sondenernährung sterbender Heimbewohner (über die man tatsächlich diskutieren kann) zu einer Studie hergestellt, die sich darauf gar nicht bezieht, sondern auf die Ernährungssituation von Heimbewohnern, die nicht sondenernährt werden. Und deren Ernährungssituation ist nun einmal nachweislich nicht die rosigste.
Frag mal Hausärzte in Deinem Umfeld, die oft Patienten in Heimen besuchen. Ich denke, die werden diese Studie durchaus bestätigen können.
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03.10.2009 16:21 Uhr von W.Marvel
 
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@Uhlenkoper: Meine Lebensgefährtin ist Pfelegdienstleiterin und hatte mir schon vor geraumer Zeit erzählt, dass sich einige Hausärzte sehr auffälig bei der Verordnung der künstlichen Ernährung verhalten würden. Befreundete Ärzte bestätigten diese Beobachtungen und verurteilten die Vorgehensweise dieser Ärzte. Viele Hausärzte sind dazu übergegangen und verschreiben bei einer Demenz, selbst wenn diese sich noch im Anfangsstadium befindet, prophylaktisch eine künstliche Ernährung. Dafür gibt es keinerlei medizinische Notwendigkeit. Die Studie auf die Laumann sich bezieht, ist die einer privaten Universität, die als Resümee die Notwendikeit der künstlichen Ernährung sieht. Ich kann nicht beurteilen, ob die Behauptung Laumanns stimmt, behaupte aber selber, dass er sich wohl nicht so weit aus dem Fenster legen würde, wenn ihm der Auftraggeber nicht bekannt sei.
Das sich das Gerücht auch unter Ärzten hält, dass einige ihrer Kollegen für die Verordnung zur künstlichen Ernährung hohe Provisionen erhalten, habe ich jedenfalls nicht unter "Neiddebatte" abgetan.

Allerdings ist es auch komisch, dass wenn Laumann explizit von künstlicher Ernährung spricht, hier sofort von der Qualität und Quantität des Essens gesprochen wird.
Zitat von Dir
"was hat eigentlich "künstliche Ernährung" mit der alltäglichen Mangelernährung in Alten- und Pflegeheimen zu tun ? Oder glaubt er etwa, dass alle Bewohner solcher Heime nach dem Einzug über einen Schlauch ernährt werden ?"

Er hat nicht von der alltäglichen Mangelernährung gesprochen, seine Zitate sollten das auch klar gemacht haben.

Ansonsten stimme ich Dir übrigens natürlich zu, es gibt zu viele Probleme bei der Ernährung im Alten- und Pflegebereich, um diese als Einzelfälle abzutun.

PS: Übrigens wird erneut darüber diskutiert, ob künstliche Ernährung tatsächlich eine lebensverlängernde Maßnahme sei. Frag Dich mal wer diese Debatte angestoßen hat, und welche Studie man dazu heranzieht. Sollte man nämlich zu dem Ergebnis kommen, dass dies keine lebensverlängernde Maßnahme wäre, sondern der Grundversorgung diene, so könnte diese dann auch gegen den Willen der Angehörigen und Patienten durchgeführt werden. Wer wird davon wohl profitieren?
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03.10.2009 16:52 Uhr von -canibal-
 
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aber so ist das: nunmal in unserer industrialisierten "Vermarktungs"Welt, wo alles, aber wirklich alles in irgendeiner Form vermarktet und der Gradmesser für die Daseinsberechtigung die Lukrativität und die Gewinnmarge an erster Stelle steht...

Das ist die Welt in der wir leben....
Das ist unser etabliertes Denken und Bewusstsein....

und solange eine profitorientierte Industriegesellschaft mit ihren unzähligen Interessensverbänden, Lobbys und (gekauften) Politikern und Medien dafür sorgen, dass Menschen, die Sterben wollen entmündigt werden, mit der Begründung, dass Sterbende nicht urteilsfähig sind und niemand einfach so sterben darf, ohne eine endlose herabwürdigende Bürokratie und nur darauf hoffen kann dann mit dann mit eventueller (staatlicher)Genehmigung sterben zu dürfen...........

schlimm....aber das ist die entmenschlichte Welt, in der wir leben...
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03.10.2009 17:19 Uhr von Hinkelstein2000
 
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@ uhlenkoeper: 6,50 für ein Essen oder für den ganzen Tag? Sollte es der Tagessatz sein, so ist doch schon für weniger Geld eine vollwertige Ernährung möglich - sagen zumindest viele )Politiker) über Hartz IV. So - back to topic: es sollte jedem freigestellt werden, zu sterben, wenn es medizinisch keine Hoffnung mehr auf Heilung gibt und daß Ärzte Provisionen dafür bekommen, wenn sie künstliche Ernährung anordnen ist leider schon längere Zeit immer mehr zu beobachten und zu verurteilen.
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03.10.2009 17:43 Uhr von APOPHYS
 
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@ uhlenkoeper: 6,50€ ????
wenn ich diese summe zur verfügung hätte pro bewohner am tag, dann wäre ich um einiges erleichtert.

ich hab nur 4,70€ pro bewohner am tag zur verfügung und muss damit rechnen, dass mir der betratg in naher zukunft sogar auf 3,80€ gekürzt wird !!!

bei rund 80 bewohnern, sind das 376€ am tag. davon müssen die bewohner versorgt und die mitarbeiter bezahlt werden.

jetzt bist du drann und komm mir nicht mit sparen.

in meiner küche geht das essen akkurat und schmackhaft raus. bei uns gibt´s gemeinschaftsverpflegung, eine verbringen der speisen auf´s zimmer kommt nur in sehr seltenen fällen vor.
dennoch gibt es auch bei uns leute mit ´nem BMI unter 20.

und muss man sich auch gründlich vor augen halten:
Mangelernährung kann auch durch schwere krankheit auftreten, dass sogar sehr oft. vorallem bei dementen oder schwer krebskranken menschen.

ich will nur sagen, dass nicht immer das pflegepersonal oder die küche schuld ist.

ich kann noch sehr viel tiefer in´s detail gehn, aber ich belasse es erst mal dabei, da ich sonst das thema sprengen würde.

mein kommetar soll hier kein angriff sein, sondern lediglich zum weiteren nachdenken inspiriren.

mfg
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03.10.2009 18:37 Uhr von Deniz1008
 
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reklame fürs sparen im gesundheitswesen alte und gebrechliche menschen in brd der natürlesen auslese überlassen*

ironie off*
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03.10.2009 19:42 Uhr von politikerhasser
 
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Jeder hat das Recht eine Patientenverfügung aufzusetzen.

Existiert diese nicht, müssen -nach ärztlicher Ethik- alle Maßnahmen getroffen werden, die das Leben erhalten.

Herr Laumann will sparen - dann soll er es klar sagen und nicht um den heißen Brei herum reden !
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03.10.2009 21:18 Uhr von Ashert
 
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Allein: schon die Tatsache das die Menschen genormt in einem Heim ernährt werden, läßt soch auf Mängel schließen, wo soll denn da z.B. für eine chinesische oder griechische Küche noch Platz sein?

Wenn das Essen nicht schmeckt, dann macht das ja auch krank, dann geht die Lebensfreude verloren und genau damit dann am Ende auch die Wirkung aller Medikamente!

Ich finde solange jemand noch stehen und gehen kann, und nicht völlig debil ist, muss er sich sein essen auch selber bestellen! Man kann doch nicht hunderte Menschen nur weil sie im selben Heim wohnen, über die selbe Küche ernähren!

Aber nur so kommen die Heime wahrscheinlich auch auf ihren Profit, einfach über die Küche!
Je mieser die Pampe, um so höher die Rendite!
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04.10.2009 00:36 Uhr von NightWolf.Alpha
 
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Vorsicht Leute !!! Bevor ihr hier vorschnell mit Meinungen seit macht euch erstmal schlau wie der " hase da laeuft ".

Ein nicht geringer Teil der Pflegebeduerftigen wird nämlich ganz einfach aus dem Grund mit Sonde ernährt weil er in der vorgesehen Zeit einfach nicht ausreichned Nahrung zu sich nehmen kann.

Um es noch klarer zu sagen:
Nicht selten wird die Entscheidung zur Sonde gefällt weil es nicht anders im Dienstplan passt, und ggfs angehoerige nicht parat sind um sich die Zeit zu nehmen !

Was ich von Typen wie diesen Politiker halte schreib ich jetzt mal besser nicht !!! . Ob er genau so über Gutachten denkt und redet die zb. Vom " Deutschen Verein für Private und Öffentliche Fürsorge e.V." getroffen werden kan ich mir nicht vorstellen. Nach aussen ganz integer Zusammneschluss von paritaetischen wohlfahrtsverbaenden aber zu einem sehr hohern Prozentsatz finaziert durch die Bundesegierung. die natürlich auch gern auf Gutachten und Richtlinien zurückgreift ...


Es mag durchaus Fälle geben wo passive !! Sterbehilfe als allerletzte Konsequenz ins Auge gefasst kann. Aber diese sollte in meinen augen einen KAN -Option den betroffendne bzw der Angehörigen sein und auf keinen Fall ein eine Profilierungskrücke für irgendeinen Politiker. Dies Themen gehören in WIRKLICH neutrale Hände.

Ich glaube hier ist ein Spruch sinngemäss ins Auge zuu fassen ..

"Der typische Demokrat ist immer bereit, die theoretischen Segnungen der Freiheit gegen etwas einzutauschen, was er gebrauchen kann."
(Henry Louis Mencken, Demokratenspiegel)
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04.10.2009 00:42 Uhr von NightWolf.Alpha
 
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Vorsicht die 2. ich muss meine Komentar noch was " nachschieben

es liegt in den seltesten faellen am Pflegepersonal, sonder zum weigehensten teil an deren VORGABEN .. ..
Und dreimal dürft ihr raten woher die kommen ...
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04.10.2009 15:53 Uhr von maki
 
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Bei der Überschrift dachte ich schon, jetzt gehts um katholistische Selbstmordattentäter...
:-D
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06.10.2009 15:29 Uhr von uhlenkoeper
 
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@M.Marvel: Ich habe mich in meinem Post mit keinem Wort auf die Sondenernährung bezogen, sondern auf den Umstand, dass Laumann TATSÄCHLICH selbst den Umkehrschluß auf die tägliche NORMALE Ernährungssituation gezogen hat. Nicht ich - er hat das getan. Oder eben der Journalist, der daraus einen Aufhänger machen wollte. Dann hätte Laumann dem aber auch widersprechen können/müssen, wovon ich bislang noch nichts gehört habe.

Die Situation der vorschnell verordneten Sondenernährung möchte ich gar nicht diskutieren. Meine Schwägerin ist auch Pflegedienstleiterin (ausgebildete Krankenschwester, dann in den Pflegedienst gewechselt und nach entsprechenden Fortbildungen und Prüfungen in den Pflegedienst aufgestiegen). Ich kritisiere nicht die Arbeit der Pfleger und Pflegedienstleitungen. Die haben meines Wissens nach auch unter den vorgegebenen Situationen zu leiden. Im Falle meiner Schwägerin z.B. durch den Umstand, dass es schlicht zu wenig examinierte Kräfte gibt. Was in der Folge dazu führt, dass sie sich ihre geplanten Urlaube seit 2 Jahren in die Haare schmieren kann, weil sonst schlicht keine einzige examinierte Kraft im Haus ist (wegen Krankheitsausfällen, Schwangerschaften, notorischer
Unterbesetzung).

Was ich massiv kritisiere ist, dass viele Heimbetreiber sowohl auf dem Rücken ihrer Heimbewohner als auch auf dem Rücken der Angestellten ihr Scheffelchen raffen .....
Und das erzürnt mich.
Wenn Laumann dann wortwörtlich hingeht und betont, dass eine Studie, die aufzeigt, dass jeder 2. Heimbewohner mangelernährt ist, falsch ist, weil der Auftraggeber damit seine eigenen Zwecke untermauern will, dann halte ich diese Kritik für sehr riskant:
das Ergebnis dieser Studie ist aus meiner Erfahrung (und der meiner Schwägerin) eben durchaus nachvollziehbar. Dass man daraus nicht automatisch den Schluß ziehen darf, diese Menschen dann zwangszuernähren, sollte sich von selbst verstehen. Die einzig zulässige Schlußfolgerung aus dieser Studie muß heißen: mehr und besseres Essen für Heimbewohner.

Wer aber diese Studie schlichtweg vom Tisch fegt, weil einem die Schlußfolgerung des Auftraggebers nicht gefällt (tut sie mir auch nicht), der wird den Betroffenen nicht gerecht. Der hilft dabei, solche Machenschaften weiterhin mit dem Deckmäntelchen der Ignoranz zuzudecken. Leidtragende sind dann weiterhin die alten Leute.
Und das erbost mich.

Nachdem ich wie geschrieben 3 Angehörige in solchen (verschiedenen) Pflegeeinrichtungen erlebt habe, ist es mir extrem wichtig, dass ich möglichst selbst niemals in so einem Heim landen werde. Für mich wäre das eine absolute Horrorvorstellung.
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06.10.2009 15:34 Uhr von uhlenkoeper
 
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@APOPHYS: Ganz ruhig, Junge. Wir reden und kritisieren doch die gleichen Dinge.

6,50 Euro bezog sich auf ein Heim in Hamburg. Dort sind die Sätze weitaus höher, als z.B. in unserem Umkreis. Ich weiß nicht, wo Du wohnst und arbeitest, aber bei mir rennst Du damit offene Scheunentore ein, wenn Du Dich über diese erschreckend niedrigen Sätze beschwerst.
Ich finde es einen absoluten Skandal, wenn solche Sätze als ausreichend angesehen werden. Übrigens nicht nur bei Heimbewohnern, sondern generell.
Niemand kann von 6,50 Euro am Tag (geschweige denn weniger) auf Dauer gesund und ausgewogen, abwechslungsreich und gesundheitserhaltend ernährt werden.
Und ich weiß als Küchenmeister durchaus, wovon ich spreche.
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28.01.2011 22:59 Uhr von Schwertträger
 
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@Uhlenkoper: Deswegen muss man aber nicht hungern: Wenn sich ein alter Mensch entscheidet, Essen nicht zu essen, weil es ihm nicht schmeckt, ist das trotzdem immer noch eine aktive Willensentscheidung. Selbst, wenn es jeden Tag dreimal am Tag Haferbrei gäbe.

Sich über die unhaltbare Kalkulation und die mangelnde Qualittät des Essens in vielen Altenstätten aufzuregen, ist sicherlich sinnvoll, hat aber wenig mit der Notwendigkeit einer künstlichen Ernährung zu tun.
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28.01.2011 23:18 Uhr von Schwertträger
 
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@Uhlenkoeper: Ich hatte Deinen letzten Beitrag: noch nicht gelesen, da erklärst Du bereits, dass Du die Themen nicht selber vermischt hast.
Sorry.

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