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Ausbeutung im Praktikum: Praktikantin klagt volles Gehalt ein und gewinnt

Eine ehemalige Praktikantin klagte gegen ihren ehemaligen Arbeitgeber ein volles Gehalt ein und bekam Recht.

Während ihres Praktikums musste die Frau eigenverantwortlich wie eine normale Angestellte arbeiten, verdiente aber nur 370 Euro im Monat.

Die Klägerin gewann vor dem Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg und erhielt von ihrem ehemaligen Arbeitgeber, einem Fachverlag, 7.090,65 Euro als Nachzahlung für sechs Monate.


WebReporter: Pursel
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Gehalt, Praktik, Praktikant, Ausbeutung, Praktikantin
Quelle: www.forium.de

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42 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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27.08.2009 12:08 Uhr von Pursel
 
+0 | -0
 
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Das kommt viel zu oft vor. Leider wehren sich Praktikanten aber meistens nicht. Dieses Urteil zeigt, dass es sich lohnen kann.
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27.08.2009 12:22 Uhr von Darrkinc
 
+57 | -4
 
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wie geil ist: das denn? ich wusste zwar, das ich als praktikant geld erhalt, aber das ich das "recht" auf ein volles gehalt habe, war mir nicht klar. ich denke mal es ist eine frage des arbeitsaufwandes. wenn ich taeglich mehr als zehn stunden fuer einen betrieb arbeite, meine ich aber auch, das man dementsprechend bezahlt werden sollte.
ich hoffe, das dieses urteil ein zeichen setzt. ich kenne genug agenturen, die NUR mit praktikanten arbeiten, da diese so schoen "billig" sind...
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27.08.2009 12:24 Uhr von Dennis112
 
+21 | -43
 
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27.08.2009 12:44 Uhr von Xeeran
 
+31 | -4
 
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@Dennis112: Es ist ein essentieller Unterschied, ob du als Praktikant angestellt bist und dann arbeiten erledigst, wofür man auch entsprechend bezahlt werden sollte (eigenverantwortliches Arbeiten) oder ob du dich in einer Ausbildung befindest, wo du, zu Beginn zumindest noch, erst alles gezeigt und erklärt bekommst.

Es gab doch auch schon News auf SN, in denen davon berichtet wurde wie ausgebildeten Studenten ein Job in Aussicht gestellt wurde, wenn diese x-Monate Praktikum absolvieren. Wie man dort 400 Euro als Lohn rechtfertigen soll/will, ist mir ein Rätsel.

Zur eigentlichen News:

Leider wehren sich zu wenige, weil ihnen schlicht und ergreifend das Geld fehlt, um sich Rechtsbeistand zu leisten oder das Wissen, wie man ohne Geld dran kommt. Denn es ein enormer bürokratischer Aufwand sich mit den Möglichkeiten auseinander zu setzen.
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27.08.2009 13:17 Uhr von The_Chilled_Monkey
 
+16 | -60
 
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27.08.2009 13:29 Uhr von saber_
 
+11 | -47
 
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27.08.2009 13:43 Uhr von DefBot
 
+13 | -4
 
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Finde ich gut: Geben und nehmen wie es sich gehört. Da sollten doch alle zufrieden sein.
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27.08.2009 13:49 Uhr von marshalbravestar
 
+16 | -2
 
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der: NIEDRIGLOHNSEKTOR breitet sich leider immer weiter aus in deutschland nur noch zeitarbeit kurzarbeit und so scherze ...aber ein praktikum das voll bezahlt wird find ich heftig weil ich hatte 2003 auch mal nen praktikum ob ich da noch geld bekomme !? :P


ey ne man die arme hat bestimmt ne zusage gehabt hat sich den A* aufgerissen 6 monate und ist dann vor die tür gesetzt worden deshalb das urteil weil die die ausgenutzt haben ...sollten mal mehr richter dem seiner auffassung sein ... wenn moral in diesem land wieder einzug erhält hat es noch ne chance :-)
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27.08.2009 13:54 Uhr von Frostkrieg
 
+19 | -3
 
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Richtig so: Sobald man als Praktikant/in eine volle Arbeitskraft ersetzt, hat man auch Anspruch auf eine entsprechende Entlohnung. Alles andere ist Ausbeutung.
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27.08.2009 14:02 Uhr von Hase25
 
+6 | -27
 
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27.08.2009 14:10 Uhr von beZan
 
+27 | -1
 
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Denkt daran @the_chilled_monkey, Hase25 und slade_

Das Problem hier bei der ganze Sache ist folgendes:
die Unternehmen stellen jemanden als Praktikant ein. Aber arbeiten als volle Arbeitskraft. Das machen die Unternehmen um Geld zu sparen.
D.h. es gibt kein direkten Betreuer für sie, sie arbeitet nicht als Praktikantin, sondern musste eine völlig normale Arbeit ausführen die sie schon höchstwahrscheinlich kannte. Sie wurde aber unter dem Deckmantel "Praktikantin" eingestellt.
Und das ist eine ganz klare Ausbeutung von einer Arbeitskraft, weniger als die Hälfte ihr zahlen. Aber sie genauso Arbeiten lassen wie eine richtige Angestellte. Und daher ist das Urteil auch richtig.

Nur mal so nebenbei: ein Praktikum hat das vorrangige Ziel der Weiterbildung und nicht der reinen Arbeitsbewältigung!

Und sobald letzteres Eintrifft, ist es Ausbeutung, das einfach der Sinn des Praktikums verfehlt wird.
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27.08.2009 14:14 Uhr von cvzone
 
+7 | -2
 
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So ist es nun auch wieder nicht, dass man als Praktikant keine volle Arbeitskraft ist.

Es kommt stark auf die Person an, wenn ich als "Praktikant" nichts kann und quasi alles nur kennenlerne und mich dran versuche ist natürlich kein Gehalt gerechtfertigt.

Es gibt aber mehr als genug Betriebe die voll ausgebildete Kräfte auf "einfachen" Positionen als Vollzeitkraft mit einem Praktikantenvertag ala 0-350 Euro ausbeuten. Ausbildungsleistung des Betriebs = 0
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27.08.2009 14:14 Uhr von Frostkrieg
 
+15 | -1
 
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Hinzu kommt auch noch, dass die Frau bereits ein abgeschlossenes Studium vorzuweisen hatte. Deshalb macht es auch wenig Sinn, wie im 2. Kommentar Vergleiche mit Azubis zu ziehen. Ein Praktikum hat auch immer eine Lehraufgabe. Wenn die Frau aber nun seit Wochen oder gar Monaten immer wieder das Gleiche macht, nichts dazulernt und ohne sie eine normale Stelle mit voller Lohnzahlung entstehen würde, so kann man nicht mehr von einem Praktikum im eigentlich Sinne sprechen. Der Arbeitgeber wusste ganz genau, dass die Frau auf ein Praktikum angwiesen war...und dieser Umstand wurde eiskalt ausgenutzt.
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27.08.2009 14:34 Uhr von saber_
 
+4 | -24
 
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27.08.2009 14:38 Uhr von The_Chilled_Monkey
 
+3 | -22
 
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27.08.2009 14:55 Uhr von Frostkrieg
 
+13 | -2
 
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@The_Chilled_Monkey: Auch im Studium müssen bereits Praktika absolviert werden. Eine praktische Umsetzung des Erlernten findet nicht erst nach dem Studium statt.
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27.08.2009 15:00 Uhr von W.Marvel
 
+10 | -2
 
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@Chilled Monkey: Der Richter sah es anders als Du, und wird wohl auch viel mehr Fakten gekannt haben als Du. Lesen bildet, hättest Du Dir die Quelle mal vorgenommen, hättest Du lesen können, dass Die Frau für Events zuständig war. Und ja, die Frau scheint ihren Job gut gemacht zu haben, davon abgesehen willst Du Dein Praktikum als Schüler doch bitte nicht mit der Arbeitsleistung einer "fertigen" Diplom-Ingenieurin vergleichen. Als Diplom-Ingenieur hatte man übrigens einige Praktika für seine Schein während des Studiums absolvieren müssen. Dass man für diese Praktika nicht besonders gut bezahlt wird ist etwas anderes und hat mit dem hier vorliegenden Fall nichts zu tuen.

Soll ein Geselle im handwerklichen Bereich demnächst auch die ersten sechs Monate im neuen Unternehmen als Praktikant arbeiten, oder ist er nicht schon ausgebildet genug um sofort als Geselle zu arbeiten?
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27.08.2009 15:06 Uhr von mcSteph
 
+17 | -2
 
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Monkey, chiled & saber: Ist das der Neid, dass sie sich nicht hat ausbeuten lassen, wie Ihr?
Wenn IHR EURE Leistungen so bewertet, zeugt das erstmal von einer gesunden Selbstkritik. Find ich gut.

Aber ihr könnt EURE Leistungen nicht auf die der Frau übertragen. Sie organisierte >>>selbsständig und eigenverantwortlich<<< Kongresse, Fachveranstaltungen und Events. Das umfasst, dass sie von der Planung bis zur Durchführung und Abrechnung - bis hin zur materiallen Verantwortlichkeit alles selbstständig gemacht hat, weil sie es konnte. Das ist normalerweise die Aufgabe einer qualifizierten Fachkraft mit vollem Gehalt.

Wenn Ihr in Eurem Praktikum erstmal lernen musstet, wie man 1. Rechnungen schreibt, 2. Mahnungen schreibt oder 3. eine Kassenabrechnung macht, oder wie man ein DIN A4-Blatt locht, war für Euch ein Praktikanten-Entgelt angemessen. Ich gehe davon aus, dass der Richter das sehr genau eingeschätzt und mit seinem Ureil bewertet hat.
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27.08.2009 15:09 Uhr von Lavundi
 
+12 | -2
 
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@The_Child_Monkey & Co. ich glaub eher das ihr nur neidisch drauf seid, dass ihr sowas nicht hinbekommen habt wie die Frau bzw. so viel Geld... redet alle davon wie ihr zu eurer Zeit alles umsonst machen musstet etc... schon allein wie du schreibst das sie alles auf anhieb verstanden hat usw.. an der Schreibweise merkt man wie du dich aufregst ;-) komm damit klar das sie sich in einer anderen Situation befunden hat... heutzutage beuten die meisten Firmen die Leute so aus in dem die beim Arbeitsvertrag sagen.. ja wir schreiben hin das du Praktikant bist wegen der Arbeitsfrist... hatte selber mal die Erfahrung.. und hab dann denne gesagt, dass ich ne Volleinstellung will und kein Praktika.. dann hat er dumm geschaut, weil ich wusste das er mich nur ausbeuten wollte..

Praktika = 330€ Netto
Volleinstellung = 1600€ Netto

klar ist es in den meisten Fällen so, dass die Praktikanten da sind um zu schaun wie die Arbeit ist und um zu lernen und für den Mindestlohn arbeiten oder sogar umsonst... aber wenn der Arbeitgeber dir nur so einen Praktikavertrag anzettelt damit er billiger davon kommt.. dann is das ne Ausbeutung... ich glaub aber das ihr den Unterschied irgendwie nicht kapiert^^
Für euch bleibt Praktikum einfach Praktikum, aber seht des nicht aus ner anderen Perspektive.. naja Bezan hats auch schon ganz gut erklärt...

und zu der News... find ich gut.. würds genau so machen wenn man mich "ausbeuten" würde...gut zu wissen das sowas geht ;-)

ich weiss schon von wem ich negative Berwertungen kassier :)
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27.08.2009 15:12 Uhr von Schwertträger
 
+7 | -1
 
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@saber und chilled monkey: Ein schwieriges Feld.

Aber wenn ein Praktikant für 400 EUR ein Projekt abwickelt, das eine halbe Million wert ist, und da nur mehr oder weniger nochmal jemand lose drüber guckt, dann hat da das Unternehmen einen guten Schnitt gemacht, und der Praktikant einen schlechten. Und wenn er noch so viel dabei lernt.

Genauso wie Unternehmen mit Auzubis arbeiten, weil es billiger ist, da die ja ab Mitte des zweiten Lehrjahres eben doch manche Arbeiten wie ein Geselle durchführen können, so gibt es auch Unternehmen, die Praktikanten nur deshalb einstellen, weil sie a) als Praktikanten geführt werdne können und dadurch nicht in der Zhal der Angestellten auftauchen und b) weil sie billiger als Zeiarbeitskräfte sind, die man gliechfalls für den speziellen Posten anlernen muss und für die auch jemand für Fragen bereitstehen muss, die aber das Zehnfache kosten.

Man muss einfach immer kritisch gucken, wie genau das Verhältnis aussieht.

Und dass Ihr nicht wisst, dass gewinnorientierte Unternehmen nicht jede Chance nutzen, um Geld zu sparen, könnt Ihr mir nicht erzählen.

Eure Dankbarkeit ist in Ordnung, aber trotzdem solltet Ihr nicht den kritischen Blick verlieren. Wir werden noch Zeiten bekommen, wo der angestellte wieder dankbar sein kann, dass ihm ein Job angeboten wird. Und das soll ja wohl nicht sein, oder?! Denn das sollte wohl eher ein Gleichgewicht sein.
(Falls doch, habt Ihr den unternehmerischen Geist und Hochmut im Studium ja schon recht gut verinnerlicht und werdet keine guten Chefs).
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27.08.2009 21:12 Uhr von Hendrik_Simons
 
+7 | -2
 
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Kennt jemand den unterschied zwischen Praktikanten und Ein-Euro-Jobbern?

1 €

mfg

HS
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27.08.2009 22:14 Uhr von tomas030
 
+4 | -3
 
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@dennis112 was erzählst du für quatsch ?! dennis merkst du nicht was du für einen schwachsinn laberst ???? > Die müssen meistens auch genau so viel arbeiten wie ein fest Angestellter der voll bezahlt wird.

genau und deshalb hat sie ja auch den vollen lohn eingefordert du depp ! ! weil sie genausoviel gearbeitet hat wie ein festangestellter es steht doch da !!

Während ihres Praktikums musste die Frau eigenverantwortlich wie eine normale Angestellte arbeiten < ergo kann sie auch genauso bezahlt werden !
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27.08.2009 22:57 Uhr von wildmieze
 
+2 | -2
 
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jepp: praktikum ist oft ausbeute.. sind eben für viele chefs billige arbeitskräfte .. habs auch schon erlebt.. da gab es dann 2 verschiedene praktikanten-sorten .. die einen, die zu blöd/zu faul/zu intelligent (*g*) waren, haben 3 monate lang kaffee gekocht und das altpapier zum container gebracht, und die, die was konnten, haben 3 monate lang in allen bereichen mitgeackert .. der unterschied: erstere bekamen am ende ne topfpflanze, letztere ne topfpflanze + 50 mark .. >.< .. gelernt hat da keiner was, ausgebeutet wurden alle ..
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27.08.2009 22:58 Uhr von saber_
 
+2 | -12
 
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27.08.2009 23:41 Uhr von Schwertträger
 
+6 | -2
 
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@saber: Keine Verallgemeinerungen, bitte: Ich habe Dir keinen Neid unterstellt.
Ich unterstell Dir Hochmut und beginnende Arroganz, die ein Grund dafür ist, warum Ingenieure oftmals von einfachen Arbeitern gehasst werden.


Dieser satz von Dir ("aber wer so bloed ist und sich nach dem studium ein praktikum aufschwaetzen laesst fuer dieses geld mit diesem abschluss... der hat kein mitleid von mir verdient..."), der stösst mir sauer auf.
Nicht jeder hat Dein Selbstbewusstsein (oder eben erst später, wie im Fall dieser Frau), und nicht jeder Ingenieur ist auch ein guter Verhandlungspartner. Im technischen Bereich wirst Du viele finden, denen gerade dieser Sozialskill ziemlich abgeht.

Und nein, als Student drückt man nciht jahrelang die Bank und büffelt, um hinterher gut verhandeln zu können, sondern um fachlich gut zu sein.

Übrigens hat nicht jeder das Glück, so ein Rundum-Vollversorgungsunternehmen zu finden, dass einen über sämtliche Praktika beschäftigt und quasi ein studienbegleitendes Praxis-Zuhause ist!
Du solltest da nicht zu sehr von Dir auf andere schliessen.

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