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Bundespräsident Köhler plädiert für höhere Gehälter

In einem Interview hat sich Bundespräsident Köhler dafür ausgesprochen, dass sich Firmen flexibler zeigen und ihre Mitarbeiter an dem Unternehmenserfolg teilhaben lassen sollen.

In einem "neuen Geist des Miteinanders" könnten die Probleme der Wirtschaftskrise besser gemeistert werden, wenn Arbeitnehmer und Arbeitgeber als Gemeinschaft auftreten würden.

Köhler: "Es wird keine Motivation für Arbeitnehmer erreicht, wenn sie das Gefühl haben, es geht nicht fair zu. Zurückhaltung darf nicht ausgenutzt werden. Sie muss sich erkennbar lohnen. Je früher das geht, desto besser."


WebReporter: Corazon
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Gehalt, Bundespräsident, Horst Köhler
Quelle: www.bild.de

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21 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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27.12.2008 17:41 Uhr von Corazon
 
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Das mit der Erfolgsbeteiligung ist mit Vorsicht zu genießen. Sicherlich ist es für große Kapitalgesellschaften angebracht, solche Systeme einzuführen aber die Personengesellschaften und Einzelunternehmen haben damit Probleme, weil sie natürlich für das Risiko auch entsprechende Gewinne möchten.
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27.12.2008 21:47 Uhr von papa-schlumpf1970
 
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Toll, was da unser Bundeshorst da wieder fordert. Leider dient diese Forderung nur seiner Imageverbesserung bzw. der Beruhigung der Bevölkerung.
Denn wenn er und seine Berufskollegen aus der Großen Koalition (gerade Richtung SPD) es wirklich ernst meinten, würden sie nicht immer nur "fordern" und auch nicht für immer verschlechterte soziale Zustände stimmen. (siehe die kürzlich Ablehnung der großen Volksparteien über die Erhöhung der Sozialleistungen).

Nochmal zur Erinnerung: Bei steigendem/stagnierenden BIP und drastisch steigender Geldmenge wird das Hartz4 oder geringe Einkommen real gekürzt.
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27.12.2008 22:40 Uhr von xjv8
 
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bin ich der gleichen Meinung wie Papa-schlumpf. Nachdem sich unsere Volksvertreter wieder mal 400 € genehmigt haben, kommt die Forderung doch richtig gut. Leider muss bei einer Gehaltserhöhung der Arbeitgeber noch mitmachen, und das sehe ich in 2009 nicht. Und selbst wenn denen die Kohlen zu den Ohren rauslaufen, werden sie das nie zugeben, da zur Zeit gerade mal wieder jammern in ist.
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27.12.2008 23:01 Uhr von KingPR
 
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Heuchler: Also entweder ist er ein Heuchler oder er ist in der falschen Partei!
Die CDU unter Steuer-und-Stasi-Königin Merkel ist doch die einzige Partei (naja außer der Linken aber die nehme ich nicht für voll) die die Notwendigkeit von Steuersenkungen für das Wohlergehen der Wirtschaft und große Teile des Volkes verkennt.

Aber natürlich sollen die Unternehmen mehr zahlen, dann kann man ja noch mehr Lohnsteuer/Sozialabgaben kassieren, dass Wohl der Arbeitnehmer scheint jedenfalls nicht sein Ziel zu sein. -.-
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28.12.2008 01:14 Uhr von kathrinchen
 
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Abteilungsleiter haben Zielvorgaben. diese bestehen meist darin ihre Leistungen zu günstigeren Preisen mit weniger Personal zu erbringen und die Erfüllung dieser Vorgaben wird dann mit einem höheren Gehalt bewertet.. Nennt sich Erfolgsorientierter Gehaltsbestandtteil^^.

Wohlgemerkt meist, ich möchte da nicht verallgemeinern, aber meist gehört dieser Teil zu denErfolgsabhängigen Lohnbestandtteilen, von denen die Vorturner profitieren.

Es soll Vorturner geben, die darauf keinen Wert legen, aber die sind dün gesäät, ich hab zum Glück so einen
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28.12.2008 06:37 Uhr von Shakotai
 
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@Corazon: Du irrst in deinem Kommentar zur News. Es gibt genügend Modelle bei denen die Mitarbeiter direkt am Unternehmenserfolg beteiligt, in die Erfolge einbezogen werden. Und diese Modelle werden bei allen Gesellschaftsformen angewandt. Bei Personen- und Einzelgesellschaften sogar noch häufiger als bei Kapitalgesellschaften. Dort sind sie meist auch leichter umsetzbar.

Allerdings sind diese Modelle in Deutschland im Gegensatz z. B. der USA nicht sonderlich verbreitet, nachdem sich der typisch deutsche Unternehmer nur sehr ungern in die Karten schauen lässt
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28.12.2008 09:38 Uhr von Kevin211
 
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Noch: höhere Gehälter?
Darum gehn doch eh schon alle Pleite.
Die Firmen müssten ja erstmal hohe Gewinne erzielen, meiner Meinung nach haben sie zu hohe Produktions- u. Gehaltskosten.
Nicht höhere Löhne sind angebracht, sondern niedrige Produktstionskosten bei guter Qualität!
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28.12.2008 11:55 Uhr von Shakotai
 
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@Corazon: Richtig, bezogen auf Einzelunternehmer, -Unternehmen im unteren Mittelstand. Auch gibt es sogenannte Selbständige, die nicht mal ihre tatsächlichen Kosten einfahren. Aber reden wir hier über Ausnahmen, oder über die allgemeine Firmenlandschaft?

Zufällig arbeite ich in einem Unternehmen, welches neben einem kleinen Grundgehalt ausschließlich erfolgsabhängige Bezüge zahlt. Jeder Mitarbeiter ist am Wohl und Wehe des Unternehmens beteiligt. Dies führte in den letzten Jahren zu einem Wachstum, das wir seit Anfang 2008 unsere PR auf ein Mindestmass beschränkt haben. Aktuell müssen wir jeden dritten anfragenden Neukunden mangels Ressourcen ablehnen. Nachdem wir Probleme haben qualifizierte MA akquirieren zu können, fehlen uns derzeit allein 11 Mitarbeiter für das Tagesgeschäft.

Hier ist auch ein Problem zu sehen: Die wenigsten Arbeitnehmer wollen überhaupt erfolgsorientierte Bezüge. Vielen ist es viel lieber morgens in die Firma rein zu marschieren, den Tag rum zu kriegen, am Nachmittag den Laden fluchtartig verlassen und dafür 3500 brutto Einstiegsgehalt zu kassieren. Nach 7,5 Stunden spätestens wohlgemerkt. Sich nach Feierabend noch Gedanken um die Firma zu machen? Denkste.

Es gibt genügend Modelle und in den 70ger / 80ger Jahren waren sie noch verbreiteter wie heute. Um es jedoch umzusetzen braucht es zweierlei, einen Chef der es anbietet und einen Arbeitnehmer der es annimmt
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28.12.2008 14:28 Uhr von Shakotai
 
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@Corazon: Gut, reden wir über den Mittelstand. :-) (Btw. ich bin in einer Unternehmensberatung tätig) Allerdings kenne ich keinen Unternehmer, der nicht stöhnt. Sind es nicht die hohen Kosten und Abgaben, sind es politische Entscheidungen und der (Un)Wille von Mitarbeitern. Und ist es dieses nicht, dann sind es Kunden, Kundengewinnung, Absatz, usw. Es gibt nicht umsonst hier im Süden das gefügelte Wort, Er stöhnt noch, also geht es ihm noch gut...

Allerdings hat sich mir nicht eröffnet, wo du den Zusammenhang zu meinem obigen Posting ziehst.
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28.12.2008 14:51 Uhr von Bob Rooney
 
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unser Horsti: Tja, das ist der Horst, der hatte grade mal circa 200 Milliarden DM veruntreut, indem er Banken beschenkt hatte, nachzulesen bei Wikipedia.
Aber da wir nicht mehr die DM haben, ist er heute halt unser Präsi. In dieser Funktion hat er schon viele verfassungswidrige Gesetze unterschrieben (BKA-Gesetz, Pendlerpauschale, aktuell Erbschaftssteuer) und weiß natürlich am allerbesten, daß sich jede Firma arm "rechnen" kann, aber der Horsti will ja nur jedem sein bester Freund sein..... da seine Freunde von der Bank ja jetzt 500.000.000.000 von den deutschen Steuerzahlern ja zur Verfügung gestellt bekommen, muß man halt dem Büttel mal nach dem Mund reden...
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28.12.2008 16:11 Uhr von Shakotai
 
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@Corazon: Man sieht, dass du dich mit der Thematik noch nicht wirklich auseinandergesetzt hast. Für einen Arbeiter in Deutschland ist das sicher verzeihlich.

Allerdings solltest du erfolgsabhängige Bezahlung im Sinne von Provisionen nicht mit Beteiligung am Unternehmenserfolg verwechseln. Das sind zwei Paar Schuhe. Jedoch, um dein Beispiel mal aufzugreifen: Angenommen, das Unternehmen des Vertreters, Maklers (oder was auch immer) macht gute Erfolge, z. B. einen Gewinn von x %. Es würde nun hingehen und einen Teil des Gewinnes nach einem Beteiligungsschlüssel an die Mitarbeiter ausschütten. Das wäre eine echte Beteiligung am Unternehmenserfolg. Und so ist es auch vom Bundesköhler gemeint. Und so wird es beispielsweise auch bei uns umgesetzt.

Grundsätzlich hast du in jeder Branche die Möglichkeit auf diese Art Mitarbeiter am Unternehmenserfolg teilnehmen zu lassen. Aber das würde bedeuten, dass die Mitarbeiter oder deren Bevollmächtigte eine relativ starke Einsicht in die Unternehmensfinanzen bekämen sowie ein Mitspracherecht. Und gerade dies ist etwas, das vielen Vorständen nicht schmeckt.

Auf der anderen Seite hat dieses Vorgehen den Vorteil, dass der Mitarbeiter klar sehen kann wie gut das Unternehmen gerade steht. Und er sich selber klare Gedanken machen kann, wie man das Unternehmen aus roten Zahlen befreien kann. Und, und das halte ich für einen großen Vorteil, hebt es die Schranken zwischen Unternehmern, Angestellten und Arbeitern auf. Man zieht gemeinsam an einem Strang. Und es kommt nicht mehr zu differenzierenden Sprüchen wie „Die da aus dem Krawattenbunker“. (Gemeint war das Bürogebäude, in dem Verwaltung und Leitung ihren Sitz hatte.)
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28.12.2008 17:22 Uhr von Ursusmaritimus
 
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Ein Pessimist ist ein Optimist mit Erfahrung: Meine Erfahrung von dreissig Berufsjahren sagt hierzu; die Mitarbeiterbeteiligung am Unternehmenserfolg wird immer dann lautstark verkündet wenn es nichts oder wenig zu verteilen gibt. Wenn es dann wieder überbordende Gewinne und Verteilungsspielraum gibt will niemand mehr über Unternehmensbeteiligung sprechen, denn der Mitarbeiter trägt ja nicht das unternehmerische Risiko!

@corazon
Ich habe schon viele so reden und schreiben gehört wie dich. Das ging dann meistens bis zur nächsten Kündigungswelle und/oder Betriebsverlagerung. Dann haben diese Mitarbeiter sehr laut und verzweifelt nach Betriebsvereinbarung, Sozialausgleich und Gewerkschaft gerufen.

MfG Ursusmaritimus
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28.12.2008 17:25 Uhr von Ursusmaritimus
 
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@Shakotai: Entschuldigt den Fehler, ich habe mit meinem zweiten Absatz Shakotai und nicht Corazon angesprochen.

MfG Ursusmaritimus
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28.12.2008 18:42 Uhr von skipjack
 
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Als Kanzler: wäre er sicherlich noch besser...

Recht hat er doch, mit der Beteiligung der AN an den Firmen, so verdienen alle x mit und der Aufschwung kommt auch beim Volk x an...

>Und die BWLer werden bestimmt zustimmen, wenn ich behaupte; gute Motivation steigert die Produktivität und senkt den Krankenstand, führt zu Innovationen...

>>Doch hier herrscht ja immer noch Master and Servant:
Brot und Peitsche, doch dafür über eine schwache Binnenkonjunktur jammern.
-Hinzu kommt eine Kanzlerin, mit der 3 Monkee-Politik:
>>Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen, auch wenn sie manchmal doch Phrasen ins Volk wirft
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28.12.2008 20:25 Uhr von Shakotai
 
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@Corazon: „Ich MUSS mich sogar täglich damit auseinandersetzen ;-)“

Ist es dann so ratsam, mangelnde Fachkenntnisse derart darzustellen?

„Auch Provisionen sind Beteiligungen am Erfolg, das sie ja einen gewissen Prozenzsatz des Umsatzes darstellen; sie richten sich ja (in der Regel) an den Abschluß.“

Nur, sie als ‚Unternehmenserfolg’ darzustellen trifft nur auf eine verschwindend geringe Anzahl von Unternehmen zu, ich denke ausschließlich bei selbständigen Außendienstlern ohne Downstruktur und als Alleinunternehmer. Muss ich also annehmen, dass du – nachdem du Provisionen hier mehrfach anführtest - zu den Versicherungsvertretern gehörst?

Auch dein Schlusswort zeigt, das du dich mit der Thematik doch noch einmal intensiv auseinandersetzen solltest. Beteiligung von Mitarbeitern heißt nicht, diesen ein tarifliches Gehalt zu zahlen und darüber hinaus noch die Gewinnbeteiligung am Unternehmen. Es heißt eher, ein Grundgehalt zu erhalten, das die Kosten deckt. So beträgt das Grundentgelt bei uns durchschnittlich etwa 20 % des Monatsentgeltes, die restlichen 80 % bestehen aus der Beteiligung. Damit ist der Mitarbeiter nicht nur am Unternehmenserfolg, sondern auch am Misserfolg beteiligt. Allerdings sollte ich noch hinzufügen, dass etwa 65 % unserer Belegschaft aus Betriebswirtschaftlern, Ingenieuren, Rechtsanwälten und Steuerberatern besteht. Der ‚Rest’ sind Kaufleute, zum Teil diplomiert, und Fachangestellte.

Mir ist völlig klar, das ‚unser’ Konzept sich nicht 1 : 1 auf andere Firmen übertragen lässt. Gerade produzierende Unternehmen haben mit anderen Problemen zu kämpfen als Beratende. Auch sind Bildung und Qualifikation der MA ein Punkt den es zu beachten gilt. Persönlich kann ich es mir zum Beispiel nicht unbedingt vorstellen, mit einem Arbeiter vom Band zu diskutieren, warum ich diese Investition gerade jetzt durchführen muss, und das Geld nicht ausschütten will. Mit einem Stb. oder BWLer fällt dieses durchaus leichter.

Dennoch, Unternehmensbeteiligungen sind grundsätzlich in jedem Unternehmen mit angepassten Modi möglich. Allerdings müssen sich zunächst Unter- wie Arbeitnehmer von der Lagermentalität verabschieden, Unternehmer mehr Einsicht und Mitsprache gewähren, und Arbeitnehmer bereit sein auch auf ‚Sicherheiten’ zu verzichten.
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28.12.2008 21:02 Uhr von Shakotai
 
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@ Ursusmaritimus: Sicher haben schon einige diese Konzepte, gerade in Notzeiten, als Notnagel ‚genutzt’, oft genug um marode Unternehmen vordergründig zu retten. Amüsiert hat mich dabei eine Aktion in den 80ger Jahren, als ein Unternehmer im Ruhrpott sein marodes Unternehmen für eine symbolische Mark an die Mitarbeiter verkaufte und diese es innerhalb von 5 Jahren zu einem ‚Fast-’ Marktführer in ihrem Segment ausbauten.

Zumeist scheitern derartige Projekte jedoch nicht an Betriebsauslagerungen und Entlassungen, sondern schon wesentlich vorher. Nur wenige Arbeitgeber haben das Vertrauen in ihre Mitarbeiter, sie an Betriebsentscheidungen teilhaben zu lassen. Persönlich kann ich es mir auch nur schwer vorstellen mit einem Bandarbeiter über die Notwendigkeit von Anschaffungen oder Investitionen zu diskutieren. Auf der anderen Seite gilt der Arbeitgeber als jemand, der den armen Arbeiter doch nur ausnutzen will. Und diese Einstellungen werden von den Interessenverbänden beider Seiten auch heftig geschürt wie gefördert. Schlechte Voraussetzungen für eine gemeinsame Unternehmung. Das daraus entstehende Misstrauen spricht auch aus deinen Zeilen. Und auch aus meinen Erfahrungen bei der Mitarbeitergewinnung. :-)

Auch bei uns entstand der Gedanke der Mitarbeiterunternehmensbeteiligung nicht aus einer wahnwitzigen Idee, Idealismus oder ähnlichem, sondern ausschließlich aus Sachzwang. Es gab bei Unternehmensgründung eine Idee, die es umzusetzen galt, aber es gab nicht das Backgroundkapital um Fachleute mit den entsprechenden Qualifikationen anzustellen und deren Salär zu puffern, bis der Laden lief. Auf der anderen Seite hätte die Akquirierung gleichberechtigter Partner eine Verwässerung der Idee bedeutet; auch keine Lösung. So musste eine andere Alternative her, und die bestand nun mal in der Beteiligung. Der Erfolg gibt uns recht, wir sind in den letzten Jahren geradezu explodiert.

Allerdings zeigen sich jetzt auch die Schattenseiten unseres Konzeptes: Bei der Gewinnung von neuen qualifizierten Mitarbeitern. Ein Steuerberater (Dipl. Finanzkaufmann) z. B., der gerade von der der Uni/FH kommt, hat Gehaltsvorstellungen, die sich im Bereich von 2500 bis 3000 € brutto bewegen. (Manche noch höher) Die bekommt er jedoch bei uns nicht. Unser ‚ältester’ Stb. hat ein vertragliches Gehalt von 2000 € brutto, geht aber keinen Monat unter einem 5stelligen Einkommen nach Hause, unserem ‚Jüngsten’ – er ist jetzt 8 Monate dabei – geht es nicht anders. Allerdings sind nur sehr wenige bereit auf Ihre Fähigkeiten zu vertrauen und sich einem derartigen Konzept zu unterwerfen.

Bei einem produzierenden Unternehmen, in dem vorwiegend ungelernte Kräfte oder Kräfte mit geringerem Bildungsstand tätig sind, ist diese Hürde natürlich noch höher. Dem Fachmann fällt es schwer für ihn notwendiges in für den Arbeiter verständliche Worte zu fassen, dem normalen Arbeiter externe Geschehnisse ohne besondere Erklärung zu verstehen. Und beide sind im überlieferten Misstrauen (wenn auch nicht unberechtigt) befangen.
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29.12.2008 00:51 Uhr von Shakotai
 
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@Corazon: Wenn es deinem Selbstbewusstsein gut, tut doch ´auf alle Fälle recht zu behalten´, will ich dem nicht im Wege stehen. :-) Auch wenn die Argumente dabei vor Schmerz aufschreien.
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29.12.2008 06:18 Uhr von Ursusmaritimus
 
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@ Shakotai und wie glaubst du dieses Misstrauen zu überwinden? Du selbst schreibst ja das du mit einfachen Arbeitern nicht diskutieren kannst da sie ja die "unternehmerische" Entscheidung nicht verstehen.

Für den Arbeiter bleibt dann nach deinem Konzept die Zielvereinbarung und ein Hungergehalt mit möglicher Provision.

Leider sehe ich hier nur ein hehres Ziel welches bei der Umsetzung verwässert würde und zum Schluss als Waffe gegen den "einfachen" Arbeiter verwendet wird.

Vor meinem inneren Auge erscheint hier das Bild eines Sklaven welcher sich selbst mit der Peitsche zu höheren Leistungen antreibt. Du selbst schreibst hiervon als du in einem frühen Posting die Unsitte der 35-40 Stunden Woche anprangerst. Der letzte welcher dieses Zitat öffentlich benutzte war Franjo Poth....

MfG Ursusmaritimus
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29.12.2008 10:38 Uhr von Shakotai
 
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@Ursusmaritimus: @Ursusmaritimus

Lege mir bitte keine Worte in den Mund, die du vielleicht hören willst, aber von mir nicht kamen. Auch Polemik ist nicht sonderlich geeignet eine basierte Diskussion zu führen. Eher deutet sie auf Mängel in der Recherche oder in der Person des Polemikers hin. Willst du dich diesem Verdacht aussetzen?

Wenn du meine früheren Zeilen liest, wirst du feststellen, das von ‚Nicht gehen’ und von ‚einfachen’ Arbeitern keine Rede war. Es wurde lediglich festgestellt, dass ich es für einfacher halte, mit einem betriebwirtschaftlich Vorgebildeten ein solches Konzept zu entwickeln und umzusetzen, nachdem vieles nicht erklärt werden muss. Zudem stellten wir nach Vorbildern für unser System fest, dass es diese bereits recht häufig gibt, auch mit den so benannten ‚einfachen’ Arbeitern.

Auch deine Übersetzung ‚Für den Arbeiter bleibt dann nach deinem Konzept die Zielvereinbarung und ein Hungergehalt mit möglicher Provision.’ ist sachlich falsch wie unsinnig. Übertragen auf uns: Ein neuer Mitarbeiter arbeitet ab dem ersten Tage aktiv und produktiv mit. Es gibt keine ‚Zielvereinbarung’. Das heißt auch, dass er bereits ab dem ersten Monat seinen Anteil für die erbrachte Leistung erhält. Wie viele Systeme kennst du, bei dem du effektiv nach deiner Leistung bezahlt wirst?

Sicherlich kennst du Entlohnungssysteme, bei denen nach Betriebszugehörigkeit bezahlt wird. Leistet Jemand, der länger bei einem Unternehmen ist, automatisch mehr wie du? Wäre es dir nicht lieber, wenn du nach deiner Einarbeitungszeit die Chance hast genauso viel oder mehr zu verdienen wie dieser? Für das Unternehmen zählt die Leistung, die du erbringst, nicht jedoch die Zeit, der du ihm angehörst.

‚Leider sehe ich hier nur ein hehres Ziel welches bei der Umsetzung verwässert würde und zum Schluss als Waffe gegen den "einfachen" Arbeiter verwendet wird.’

Wo siehst du dieses? Unternehmensleitung wie Büroangestellte unterliegen dem gleichen Schlüssel. Wenn der ‚Arbeiter’ weniger hat, haben die Anderen auch weniger. Das Unternehmensergebnis wird durch alle erzielt. Wie ist es bei anderen Gesellschaften? Die Angestellten und Arbeiter verzichten auf Monatslöhne und die Führung streicht riesige Boni ein?

‚Vor meinem inneren Auge erscheint hier das Bild eines Sklaven welcher [ … ] Du selbst schreibst hiervon als du in einem frühen Posting die Unsitte der 35-40 Stunden Woche anprangerst. Der letzte welcher dieses Zitat öffentlich benutzte war Franjo Poth....’

Hier kam ich wirklich nicht mehr umhin breit zu grinsen. Versuchst du wieder mir Aussagen zu unterstellen? Oder Worte im Munde umzudrehen? Ich sprach ausschließlich von der Unsitte seine Zeit in der Firma abzusitzen, nach Ablauf dieser Zeit alles stehen und liegen zu lassen und zu gehen. Zahlt dich dein Arbeitgeber für deine Arbeit oder für die Zeit, die du in der Firma sitzt?

Nur ein paar andere Eckdaten: Seit Gründung hat sich unsere Mitarbeiterzahl mehr als verzehnfacht, ‚verloren’ haben wir bisher einen Mitarbeiter in den Ruhestand. Der durchschnittliche MA verdient bei uns zwischen 18 und 24 % mehr als in der Branche üblich, Aufträge sind im Schnitt 10 bis 15 % schneller erledigt als im Branchendurchschnitt. Mobbing ist bei uns ein Fremdwort. Spricht das für oder gegen unsere Konzeption?

Wie ich schon an anderer Stelle betonte, 1 : 1 übertragen lässt sich unser Konzept nicht, es muss auf jede Branche oder Firma angepasst werden. Aber wir haben damit mehr als gute Erfahrungen gesammelt, wie auch andere zuvor. Eindeutige Verlierer bei solchen Konzepten sind natürlich jene, die zur Arbeit gehen um dort ihre Zeit abzusitzen. Sich für Anwesenheit bezahlen lassen wollen. Aber willst du dich wirklich auf eine solche Stufe stellen?
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29.12.2008 16:49 Uhr von Ursusmaritimus
 
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@Shakotai: Ich unterstelle dir jetzt mal einen wirklich guten Willen und die Überzeugung den richtigen Weg zu gehen.

Allein mir fehlt der Glaube....

So wie du den Weg eines positiven Miteinander beschreibst und auch überzeugend vertrittst sehe ich überall Tretminen und Fallen welche gegen einen benutzt werden.

Die Wahrheit werden wir hier nie schriftlich finden können in diesem Sinne wünsche ich dir ein schönes Restarbeitsjahr 2009 und Glück im Leben.

MfG Ursusmaritimus
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29.12.2008 20:19 Uhr von Punzelchen
 
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Genau, der Bundestag hats erhört !

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