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Nordrhein-Westfalen entzieht Privatuni Witten/Herdecke Förderung - Pleite droht

Das Land Nordrhein-Westfalen will die Privatuniversität Witten/Herdecke nicht länger bezuschussen. Die Behörden fordern sogar bereits gezahlte Gelder zurück. Vom 31,1 Millionen Euro großen Etat bezahlte Nordrhein-Westfalen 4,5 Millionen Euro.

Die "rechtlichen Voraussetzungen für die Gewährung von Landeszuwendungen" seien nicht gegeben, begründet das Wissenschaftsministerium. Es fehlen eine "ordnungsgemäße Geschäftsführung" sowie ein zukunftsweisender Wirtschaftsplan. Der Privatuni Witten/Herdecke droht womöglich jetzt die Pleite.

Kooperationen mit privaten Geldgebern erwiesen sich für die älteste Privatuni Deutschlands als Fehlschlag. Zunächst finanzierte sich die seit 1982 anerkannte Einrichtung komplett aus privaten Mitteln. Seit gut zehn Jahren muss das Land jedoch die Finanzlöcher stopfen.


WebReporter: no_trespassing
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Nordrhein-Westfalen, Pleite, Förderung, Witten, Herde
Quelle: www.spiegel.de

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6 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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18.12.2008 15:59 Uhr von no_trespassing
 
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Eine Privatuni ist sowieso eine fixe Idee, die hauptsächlich ein Geschäft für die Betreiber ist. Wenn man die Lehre von staatlichen und privaten Einrichtungen vergleicht, dann sind staatliche Unis den Privaten oft Lichtjahre überlegen.

Mich würde mal interessieren, wieviele wissenschaftliche Publikationen in Witten im Vergleich zu staatlichen Unis
veröffentlicht wurden.

Eine Uni ist so kostenintensiv, dass sie sich niemals selbständig tragen würde.
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18.12.2008 17:27 Uhr von funeraldiner
 
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guter kommentar: allein das Wort "Privatuni" ist ein widerspruch in sich.
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18.12.2008 18:00 Uhr von Lmax1
 
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Gutes Wirtschaften will gelernt sein: Wenn eine wirtschaftswissenschaftlich orientierte Uni es nicht schafft, ihr eigenes Geschäft zu führen, fragt man sich schon, was sie ihren Studenten beibringen. Und wer dort den Studenten etwas beibringen möchte. Scheint also kein Verlust für die deutsche Ausbildungslandschaft zu sein.

Ansonsten gibt es in den USA Beispiele genug für Unis, die auch ein recht ansehnliches Vermögen erwirtschaften konnten. Prinzipiell scheint es also nicht zwangsläufig so zu sein, dass die hohen Kosten den Betrieb einer Uni unprofitabel machen.
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18.12.2008 19:15 Uhr von JRec
 
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Wie kommt man darauf zu sagen private Hochschulen wären sehr viel schlechter als staatliche? Das ist purer Unsinn- nicht umsonst bezahlt man immense Semesterbeiträge. Dort geht man nämlich hin, wenn man es sich leisten kann, weil sie BESSER sind . Teilweise gibt es private, bei denen über 90% der Absolventen schon im ersten Jahr in eine Führungsposition einsteigen etc.
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18.12.2008 19:21 Uhr von JRec
 
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Deutschland: Deutsche Privathochschulen nutzen nur ihre Freiheiten zu wenig, sodass sie oft gar nicht besser sind als ihre staatlichen Konkurrenten. Aber schlechter? Ja klar, es geben viele Menschen Geld aus um schlechtere Leistung zu erfahren, als es kostenlos möglich wäre.. super Geschäftsidee.
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18.12.2008 19:54 Uhr von no_trespassing
 
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@JRec: >>Wie kommt man darauf zu sagen private Hochschulen wären sehr viel schlechter als staatliche? Das ist purer Unsinn- nicht umsonst bezahlt man immense Semesterbeiträge.
------------

Von diesen Semesterbeiträgen kann aber eine Uni nicht existieren. Neben den Professorengehältern (die teilweise noch höher sein müssen, als an staatlichen Unis), sind Räumlichkeiten und Gelder für die Forschung aufzuwenden.

Gerade im Physik- und Biologiebereich - ein Elektronenmikroskop kostet mal eben 350.000 EUR.
Dann die laufenden Kosten, Personal, Strom, usw.

Eine echte Uni kann nur vom Staat bezahlt werden. Oder man braucht einen Milliardär als Stifter.

>>Dort geht man nämlich hin, wenn man es sich leisten >>kann, weil sie BESSER sind .
--------------------

Und genau das sind sie meistens nicht. Sonst könnten die privaten Unis ja mal Unterlagen ihrer Lehre im Internet veröffentlichen, so wie das bei staatlichen Unis fast jede Fakultät bzw. fast jeder Lehrstuhl macht.
Skripte, Vorlesungsunterlagen, Klausuren, usw.
Ich durfte schon mal einen Einblick in so manchen Reader bzw. in Klausuren von solchen Privatunis nehmen. Eine echte Lachnummer! Stoff auf niedrigstem Niveau.

>>Teilweise gibt es private, bei denen über 90% der >>Absolventen schon im ersten Jahr in eine >>Führungsposition einsteigen etc.
-------------------------

Die sie aber nicht aufgrund ihrer Leistung, sondern aufgrund von Vitamin B bekommen. Networking und der ganze Blödsinn kommt eine höhere Bedeutung zu, als das, was die super Privatstudenten aufs Papier gebracht haben. Außerdem muss die Illusion, eine Privatuni sei soviel besser, ja gewahrt bleiben. Deshalb helfen die Einrichtungen gezielt nach. Verkaufen wohlwollende Expertisen, Studien und andere wissenschaftliche Leistungen an jene Unternehmen, die
sich entsprechend der Uni verbunden fühlen. Entweder durch Geldzahlung oder durch Jobbörsen für die eigenen Absolventen.

Es ist eine einzige Klüngelei, man könnte ganze Bücher über diesen Schwindel schreiben. Nur fast jeder fällt drauf rein, weil auch fast jeder an "elitärer" Bildung partizipieren will. Gerade in heutigen Zeiten, wo auch im Job mehr Schein als Sein zählt und wichtigtuerische Berufsbezeichnungen schon den Hauch des Lächerlichen abbekommen.

Umso besser, wenn man differenzieren kann, was wirklich niveauvolle Bildung und was Schaumschlägerei ist. Ich für meinen Teil bin zum Schluss gekommen, dass zwar staatliche Unis baulich nicht auf dem besten Stand sind (um das mal milde auszudrücken), aber von der Lehre her den privaten Emporkömmlingen Lichtjahre voraus sind. Allein schon auf dem Gebiet der Forschung.

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