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Neuroforscher entschlüsseln allmählich das Placebo-Rätsel

Damit eine pharmazeutische Firma ihre Produkte auf den Markt bringen kann, muss sie nachweisen, dass diese besser wirken als ein Placebo-Medikament. Beim Placebo-Effekt werden allein durch den Gedanken an Heilung bei Verabreichung eines Medikaments die Krankheitsbilder gelindert.

Ein schwedischer Psychologe hat 108 Patienten untersucht, die unter der Angst leiden, von anderen bewertet zu werden. Ihre Amygdala (Hirnareal, das Angstreaktion reguliert) ist besonders aktiv. Einem Teil der Probanden wurde ein Medikament verabreicht, den anderen eine Zuckertablette.

Nach Wochen wurden die Hirnaktivität und das subjektive Angstempfinden analysiert. Es zeigte sich, dass die Placebo-Probanden niedrigere Amygdala-Aktivität aufwiesen und zudem bei ihnen ein Gen aktiviert wurde: Tryptophan-2-Hydroxylase-Promotor - also eine Reaktion auf eine Scheinbehandlung.


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WebReporter: ingwer
Rubrik:   Gesundheit
Schlagworte: Rätsel, Placebo
Quelle: sciencenow.sciencemag.org

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12 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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05.12.2008 09:20 Uhr von karsten77
 
+15 | -1
 
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Ungeahnte Möglichkeiten! Die Heilung durch Plecebos ist hinreichend nachgewiesen. Es geht also darum, den Patienten glaubhaft zu vermitteln, daß das verabreichte Medikament (Placebo) das Mittel der Wahl ist und in einer großen Anzahl von Fällen erfolgt dann eine Heilung - ohne Nebenwirkungen...
Eine Methode, mit denen auch sog. Geistheiler überraschende Erfolge erzielen. Stellt sich also nur die Frage, wie man den Kranken die Wirksamkeit der Arznei glaubhaft vermittelt, um den Tryptophan-2-Hydroxylase-Promotor zu aktivieren.
Arme Pharmaindustrie :)
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05.12.2008 11:33 Uhr von mfgnemesis
 
+16 | -1
 
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Sinn: Sinn der ganzen Sache ist glaub eher den Tryptophan-2-Hydroxylase-Promotor künftig künstlich zu aktivieren.
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05.12.2008 11:54 Uhr von seto
 
+15 | -2
 
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@mfgnemesis: ja, damit die wirtschaft auch was von hat.

Natürlichkeit und Selbstheilung ist einfach nicht profitabel genug ;)


mtg
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05.12.2008 12:10 Uhr von ohne_alles
 
+15 | -0
 
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die kraft der gedanken ist riesig.

sie kann einen sowohl ins grab bringen als auch von krankheiten befreien.

danke für diese interessante news.
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05.12.2008 12:21 Uhr von ThomasHambrecht
 
+5 | -1
 
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Bei manchen psychischen Problemen mag dies helfen, vor allem wenn der Patient seine Störung z.B. Ängste selbst verursacht, sicher auch noch bei Patienten die sich einbilden dauerhaft Kopfschmerzen zu haben.
Spätestens wenn ein Patient einen Gichtanfall und Schmerzen im grossen Zeh hat fliegt jedes Placebo auf.

Verwirrung kann man ja schon anstiften, wenn man Gästen alkoholfreies Bier im Glas serviert und im dazu eine falsche leere Bierflasche mit normal alkoholischem Bier daneben stellt und auf eine neu entdeckte gute Biersorte verweist. Dieser prüft sichtlich wann die Wirkung einsetzt und ist verwirrt.
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05.12.2008 13:40 Uhr von Mr.ICH
 
+2 | -0
 
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Placebos: Ich höre in letzter Zeit soviel von Placebos das ich merkwürdigerweise immer, wenn ich ausnahmweise mal Tabletten einnehme davon ausgehe eins erwischt zu haben. ;-)
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05.12.2008 14:31 Uhr von Erixon
 
+3 | -0
 
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schweinerei: dass dann placebos genauso teuer sind wie echte medikamente =(
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05.12.2008 16:08 Uhr von firmus
 
+1 | -0
 
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Sonst würd´ man ja merke dass es ein Placebo ist ;)
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05.12.2008 17:23 Uhr von Pumpskin
 
+2 | -1
 
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ThomasHambrecht: "Spätestens wenn ein Patient einen Gichtanfall und Schmerzen im grossen Zeh hat fliegt jedes Placebo auf."

Schmerz ist ein Signal, dass im Gehirn zu einem Gefühl umgewandelt wird.
Schmerzmittel verhindern das Weiterleiten der Information "Schmerz", bzw schwächen sie ab.
Das ist genauso durch Gedanken möglich, wenn man weiss wie, alles pure Willenskraft, bzw durch Hormone bedingt.

Beispiel: Stresssituation Krieg, man wird angeschossen --> der Körper blockiert das Schmerzsignal. Man merkt vielleicht, dass man getroffen wird, es tut aber kaum bis garnicht weh.

Das ist mit jeder Art Schmerz möglich, man muss nur seinen Körper zu nutzen wissen.
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06.12.2008 07:24 Uhr von SaxenPaule
 
+1 | -0
 
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Was ich nur komisch finde ist, dass die Placebos angeblich besser wirken als das Medikament.

Dann müsste das Medikament ja kontraproduktiv sein. Denn auch beim normalen Medikament müsste der Placeboeffekt im gleichen Maße wirken + oder - die Wirkung des Medikaments (oder halt +-0, wenns gar nichts mehr bringt).

Oder seh ich da was falsch?
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06.12.2008 11:30 Uhr von freax89
 
+0 | -1
 
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Das würde ja heißen, dass ein Pharmakonzern in Zukunft einfach nur eine nette Zuckerpille nehmen müsste, und dafür ein furchtbar raffiniertes Marketingkonzept erstellen müsste, damit das ganze Ding gut ankommt....

Oder hab ich das jetzt was falsch verstanden ? ;)
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06.12.2008 22:20 Uhr von DerBibliothekar
 
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Und ich meine gelesen zu haben, Dass jedes Placebo maximal 60% der Wirkung eines Echten Medikaments erreichen kann.

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