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Deutscher Auswanderer darf trotz Behinderung seines Sohnes in Australien bleiben (Update)

Einheimische erklärten sich solidarisch mit dem deutschen Arzt Bernhard Möller, Politiker stellten sich hinter ihn und seine Familie und internationaler Protest zeigte auch Wirkung. Die australische Einwanderungsbehörde nahm ihre Entscheidung zurück - er und seine Familie dürfen bleiben.

Möllers Sohn leidet unter Trisomie 21, dem Down-Syndrom, weshalb der Familie trotz allgemeinen Ärztemangels in dem Land das dauerhafte Aufenthaltsrecht zunächst verweigert wurde. Die Behörde fürchtete "bedeutende und dauerhafte Kosten für die australische Gemeinschaft", ShortNews berichtete.

Einwanderungsminister Chris Evans revidierte nun die Entscheidung, er sagte: "Doktor Möller leistet einen sehr nötigen Beitrag in seiner Region, seine Familie ist sehr gut integriert. Ich bin froh, dass sie Australien zu ihrer Heimat erwählt haben." Möllers leben und arbeiteten in Horsham, Victoria.


WebReporter: vostei
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Deutsch, Update, Australien, Behinderung, Auswanderer
Quelle: www.spiegel.de

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10 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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26.11.2008 09:31 Uhr von vostei
 
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Beamte: Überall gleich. Gute Entscheidung, wenn auch ein wenig spät. Australien hat schließlich auch einen Ruf zu verlieren, den für Weltoffenheit...
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26.11.2008 10:33 Uhr von Dangermaus
 
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Vom grundprinzip finde ich das ganze okay was das Aufenthaltsrecht betrifft, aber im einzelnen muss doch abgewägt werden was besser ist.
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26.11.2008 11:12 Uhr von El Indifferente
 
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Das ist unser System, da braucht sich keiner wundern. An erster Stelle steht immer das Geld. Nur wenn man Gefahr läuft in der Öffentlichkeit als herzlos und unmenschlich da zu stehen wird das Geld kurzfristig zurückgestellt, denn mit einem schlechten Ruf entgehen einem viele zukünftige Möglichkeiten Geld zu machen.
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26.11.2008 11:51 Uhr von Ing.Tro
 
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Jeder sollte: selbst entscheiden dürfen wo und wie er lebt. Allerdings solle auch jeder dazu verpflichtet sein, sich den Örtlichen gegebenheiten anzupassen. Dem kleinen gehts dort sicher besser als in Germany. Ich freu mich für ihn, dass seine Eltern trotz seiner Behinderung den schweren Schritt der Auswanderung durchgezogen haben.

Geld is nun mal nicht alles im Leben!!!
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26.11.2008 15:02 Uhr von Schwertträger
 
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@El Indifferente: Logisch, was sollte sonst dort stehen?

Mit Geld bezahlst Du das Leben Diener Bürger, also ist Geld auch das Wichtigste, weil es ALLES andere nach sich zieht.

Würde man jetzt, mal übertrieben, 5000 junge Menschen mit Down-Syndrom importieren, könnte das zehn Jahre später dazu führen, dass in den Krankenkassen vor Ort ein Finanzierungsproblem auftritt. In Folge dessen werden Bürgern Leistungen gestrichen. Die murren und sagen "wir zahlen so viel für unser ystem, und nur, weil bei der Einwanderung nicht aufgepasst und Geld verschleudert wird, bekommt mein Kind jetzt nur einen Teil seiner Medikamente bezahlt".
Unzufriedene eigene Bürger kommen aber nun mal vor unzufriedenen fremden Bürgern.

Somit ist zwar das Geld das Werkzeug, aber im Wesentlichen geht es darum, dass die eigene Zufriedenheit vor fremder Zufriedenheit kommt.
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26.11.2008 21:16 Uhr von El Indifferente
 
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@Schwerträger: Ich weiss nicht wie das in Australien ist aber bei uns gibt es ein Gesetz, dass niemand wegen einer körperlichen Behinderung anders behandelt werden darf als ein nicht behinderter.
Hätte der Junge kein Down-Syndrom, dann hätte es die Debatte gar nicht gegeben.

Auf deine Frage was in einer Gesellschaft an erster Stelle stehen sollte, wenn nicht Geld, fallen mir ja gleich dutzende Werte ein, die ich persönlich höher einstufen würde. Wie wäre es mit Nächstenliebe oder vieleicht Solidarität oder evtl. Hilfsbereitschaft.

Bei deinem Kommentar musste ich sontan an den Film "Sie leben" denken, wo sie erst mit einer speziellen Brille sehen können, was auf den Geldscheinen steht. Da steht "I`m your god".
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26.11.2008 23:34 Uhr von Schwertträger
 
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Solidarität und Hilfsbereitschaft zieht aber in diesem Fall nicht, weil Vater und Sohn ja Ausländer sind. Und bevor man Ausländer als Nächsten liebt und sich mit ihnen solidarisch zeigt, müssen sie schon extrem nützlich sein. So wie jetzt dieser Arzt.
Und diese Nützlichkeit kannst Du jetzt in mehr versorgten Patienten, weniger Ausbildungsnot, oder sonst irgendetwas ausdrücken. Letztendlich wirst Du aber auf der Suche nach einer vergleichenden Größe beim Geld landen.

Man soll sich vom Geld nicht beherrschen lassen, das ist richtig (tue ich übrigens auch nicht), aber man kann so gut wie alles in Geld umrechnen. Auch Solidarität und Hilfsbereitschaft. :-)

Diese australische Haltung kann man übrigens, wenn man es denn nicht in Geld ausdrücken möchte, auch noch anders, sehr unschön, ausdrücken: "Wir wollen hier keine fremden Kranken. Jahrzehnte lang Auffangstation für britische Kriminelle gewesen zu sein, reicht uns". Da ist doch der Umweg über´s Geld ein wenig höflicher.
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26.11.2008 23:44 Uhr von Schwertträger
 
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Ich bin übrigens keineswegs ausländerfeindlich: (bevor jetzt dieser Verdacht aufkommt) und ich persönlich habe auch nicht ganz so hehre Anforderungen an zuwandernde Ausländer (Kranke würde ich jedoch auch nicht unbedingt bevorzugen), aber die Australier sehen das anscheinend momentan so.

Und die Werte, die Du höher einstufst, sind alles interne Werte, die man, jedenfalls nicht unbedingt, Fremden entgegenbringt, wenn einem die eigenen Leute erstmal näher sind.

Du sagst, wenn der Junge kein Down-Syndrom gehabt hätte, hätte es die Debatte gar nicht gegeben. Richtig, dann hätte sie ja auch keinen Grund gehabt, denn die Aussies hätten ihre junge, nachwachsende Arbeitskraft gehabt, die sie gerne hätten.
Und wäre der Vater kein nützlicher Arzt gewesen, sondern, sagen wir, Hilfsarbeiter, hätte sich kein Einheimischer hinter ihn gestellt. Soviel dann zu Solidarität.


Nun noch zu Deinem hiesigen gesetz, nachdem ein Behinderter nicht anders behandelt werden darf, als jemand ohne Behinderung. Woher, würdest Du sagen, haben wir denn die Möglichkeit, einen nicht mal 30% so produktiven Behinderten sozial gleich zu behandeln? Ganz einfach, weil wir ein reicher Staat sind. Reich an offenen Herzen, dass auch, ja, aber auch reich an .... Geld.

Und schon jetzt werden viele Behinderte nur deshalb eingestellt, weil die Nichterfüllung der Quote richtig Geld kostet, und somit teurer ist als der Leistungsverlust. Da bedeutet Geld auch Überleben eines Unternehmens und Dach und Brot für viele Familienväter.

Das sagt sich immer alles so schön, aber letztendlich muss man sich - in jeder Lebenslage - Hilfsbereitschaft auch leisten können.
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29.11.2008 16:47 Uhr von Eis-Tee
 
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Naja: das wäre auch ein Skandal gewesen wenn es nicht so wäre ich finde es trotzdem eine Unverschämtheit überhaupt drüber nachzudenken ob man die Familie "ausweist".
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30.11.2008 21:21 Uhr von Schwertträger
 
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@Eistee: Wieso? Könntest Du die Ansicht näher ausführen?

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