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Türkei: Besuch des armenischen Außenministers

Der Außenminister Armeniens, Nalbandian, ist am Montag zu Gesprächen in Istanbul eingetroffen. Dort sind Gespräche mit seinem türkischen Amtskollegen geplant. Die "Hürriyet" meldete die türkische Bereitschaft, einen Botschafter nach Armenien zu entsenden.

Als Gegenleistung solle sich Armenien dazu bereit erklären, den Vorwurf des Genozids an den Armeniern in den Zeiten des Osmanischen Reiches in einer Kommission, zusammen mit der Türkei, zu untersuchen.

Bis dato unterhalten Armenien und die Türkei keine Beziehungen diplomatischer Natur. Armenien verlangt von der Türkei die Anerkennung der Vorfälle 1915 als Genozid. Damals sind, Schätzungen zufolge, bis zu rund zwei Millionen Armenier getötet worden. Von 200.000 Opfern geht die Türkei aus.


WebReporter: onkelbruno
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Türkei, Türke, Besuch, Außenminister, Außen
Quelle: www.nzz.ch

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6 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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24.11.2008 17:13 Uhr von onkelbruno
 
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Endlich reden die beiden miteinander. Aber Zweifel sind an der Kommission angebracht. Das die Türkei den Genozid nun vielleicht doch irgendwie, irgendwann anerkennen sollte, sehe ich noch nicht.
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24.11.2008 17:24 Uhr von coolio11
 
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Jeder Schritt der Annäherung: zwischen den beiden Ländern ist eine feine Sache.

Was eine Kommission der beiden Länder zu den Vorgängen von 1915-17 an Gemeinsamkeiten hervorbringen kann, muss man abwarten. Aber schon die Tatsache, dass man an einem Tisch zusammen sitzt, ist etwas Besonderes.
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24.11.2008 20:38 Uhr von memo81
 
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@Autor: "Das die Türkei den Genozid nun vielleicht doch irgendwie, irgendwann anerkennen sollte, sehe ich noch nicht"

Woher nimmst du dir die Sicherheit das mit dem Genozid zu wissen??? Ist es so schwer zu akzeptieren, dass da wahrscheinlich doch kein Genozid stattfand, sondern die Türken einfach zurückgeschlagen haben?
Türkei wollte das schon öfter von neutralen Wissenschaftlern untersuchen lassen, wurde jedesmal abgelehnt, aber irgendwie pochen hier immer noch welche darauf rum, dass die Türken es zugeben sollen, ohne einen klaren Beweis oder überhaupt Ahnung davon zu haben.
Das Einzige, was du weißt ist "Genozid, Armenien, Türkei, nicht zugeben".

Keiner fragt nach einem Genozid in Irak, der immer noch stattfindet, aber nee, das sind ja die Amis, bei denen muss das stimmen, die sind ja soooo zivilisiert, die sind ja auf unserer Seite, das heißt heutzutage "Kollateral-Schäden"...
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24.11.2008 23:39 Uhr von coolio11
 
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@memo81: Für dich und alle Interessierte, die zum vielschichtigen Thema Türkei-Armenien mehr erfahren wollen.
Deutschlandradio Kultur und Deutschlandfunk brachten im Zusammenhang mit der Frankfurter Buchmesse in den zurückliegenden Monaten eine Reihe von Beiträgen zum Thema. Hier sei nur auf zwei Punkte hingewiesen.

Zum einen geht es um ein m. E. sehr aufschlussreiches Interview, das mit dem Autor Recay Halay über Hrant Dink geführt wurde. Hrant Dink hatte sich für die Aussöhnung zwischen Türken und Armeniern eingesetzt und war 2007 von türkischen Nationalisten erschossen worden. Näheres siehe
http://www.dradio.de/...

Zum zweiten wurde bei einer Buchbesprechung vorgestellt das Buch von Fethiye Cetin mit dem Titel „Meine Großmutter“. Die Autorin berichtet darin über das Schicksal ihrer Großmutter während der Pogrome 1915-17 gegen die Armenier. Dieses Buch hat demnach in der Türkei für großes Aufsehen gesorgt. Näheres siehe unter
http://www.dradio.de/...
(Das Buch wurde aus dem Türkischen bisher leider nur in die englische Sprache übersetzt. Sobald es in deutscher Übersetzung auf den Markt kommt, kauf ich es mir.)

Und schließlich wurde in der Wochenzeitung „Die Zeit“ im Jahr 2005 ein sehr ausführliches wie bemerkenswertes Dossier abgedruckt, das hier nachgelesen werden kann
http://www.zeit.de/...
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26.11.2008 06:59 Uhr von coolio11
 
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@memo81: Hast du die von mir genannten Quellen mal überflogen?

Hältst du deine Auffassung aufrecht, "dass da wahrscheinlich doch kein Genozid stattfand, sondern die Türken einfach zurückgeschlagen haben?"

Zu deinem Begriff "Zurückschlagen" ist m. E. noch zu sagen, dass es sich bei den Menschen, die den Pogromen 1915-17 zum Opfer gefallen sind, fast ausschließlich um Frauen, Kinder und alte Menschen gehandelt hat (siehe z. B. das genannte Buch von Fethiye Cetin).
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28.12.2008 21:34 Uhr von guslan
 
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@coolio11: Es gibt viele Wissenschaftler, die bezweifeln, dass ein Genozid gegen Armenier stattfand. Wenn es 100 % nicht geklärt ist, wieso soll die Türkei (Osmanische Reich) was zugegeben, welches sie nicht begangen hat. So eine Kommission wurde von Armenien, Frankreich usw. immer abgelehnt. Wieso?` Wollen die was verbergen?

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