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GB: Zehnjähriges Mädchen mit Asperger-Syndrom stellt richtige Selbstdiagnose

Nach der Lektüre des Buches "Little Rainman: Autism - Through the Eyes of a Child" diagnostizierte die zehnjährige Rosie K. bei sich selbst das Asperger-Syndrom. Ihr Bruder ist autistisch und hat ebenfalls das Asperger-Syndrom, ihre Schwester leidet am Kabuki-Syndrom.

Nach der Selbstdiagnose ließen ihre Eltern sie von Spezialisten untersuchen, die die Diagnose bestätigten. Das Asperger-Syndrom ist eine autistische Störung, die zu Kommunikationsschwierigkeiten und emotionalen Problemen führen kann.

Rosie sieht ihre Krankheit positiv, sie ist froh etwas Besonderes zu sein, möchte aber möglichst bald einen Film drehen und später Erfinderin werden. Sie ist auch kunstinteressiert, hat schon elf Bücher geschrieben und hilft gerne bei der Betreuung ihrer Geschwister.


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WebReporter: veggie
Rubrik:   Kurioses
Schlagworte: Großbritannien, Mädchen, Syndrom
Quelle: www.telegraph.co.uk

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20 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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18.11.2008 08:23 Uhr von veggie
 
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Gut, dass die Kleine es so positiv sieht - und hoffentlich wird wirklich alles gut für sie.

Merkwürdig finde ich nur, dass sich die Eltern anscheinend noch nicht untersuchen ließen - bei zwei Kindern mit solchen Krankheiten ohne Untersuchung noch ein drittes zu bekommen, ist vielleicht ein bisschen verantwortungslos.
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18.11.2008 11:04 Uhr von Ice_Cream_Man
 
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Was ich mich immer Frage Wenn man schon ein behindertes Kind hat (wobei ich das nicht diskriminierend meine) man noch das Verlangen nach weiteren Kinder hat.

Ich könnte das weder emotional noch finanziell gescheige denn vom Zeitaufwand leisten.
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18.11.2008 11:35 Uhr von Illiana
 
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@Ice_Cream_Man: nicht bei jeder Krankheit kann man davon ausgehen, dass das zweite Kind auch behindert wird ;)

was ich allerdings auch verantwortungslos finde, wenn ich Familien anschaue, die 3 und mehr behinderte Kinder haben und sich noch weitere "zulegen" möchten (hab so was in der Nachbarschaft)
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18.11.2008 11:56 Uhr von XxSneakerxX
 
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...habe vor einiger Zeit Quarks & Co gesehen über Autismus. Da war auch eine Frau mit Asperger-Syndrom. Es gibt ja zig verschiedene Autismus-Syndrome....
Da ist diese Art noch eine der "harmlosesten"...
Die Frau in besagter Sendung hatte einen sehr hohen IQ, studiert Pharmazie, schreibt auch viele Bücher und ist als Wissenschaftsjournalistin tätig. Also im Grunde einen 20h Job...
Sozial gesehen hat sie natürlich die Probleme, welche der Autismus so mit sich bringt...leider!
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18.11.2008 12:53 Uhr von Loewebln
 
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meine Hochachtung vor der kleinen Rosie!
Sie wird ihren Weg gehen. Es ist ja vielfach so, dass solche Menschen auf speziellen Gebieten ausserordentlich begabt sind. Und sie bereichern ebenso unser Leben!
Viele Krankheiten lassen sich heute ja schon VOR der Geburt durch Vorsorgeuntersuchungen am ungeborenen Menschen im Mutterleib feststellen. Und wenn Eltern sich dann trotz einer Krankheit FÜR das Kind entscheiden, sollte man sie nicht dafür verurteilen.
Ich denke, es gibt viele Eltern, die sich ein Kind mit der Intelligenz der kleinen Rosie wünschen!
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18.11.2008 13:52 Uhr von Chaoscats
 
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@ice_cream_man das kann ich dir erklären, warum.
Weil man (Frau) sich fragt, warum?. Ich habe nichts falsch gemacht und meine Gene sind auch in Ordnung! Ich möchte bitte noch ein Kind, das kann doch nicht alles sein.
Ein autistisches Kind ist von der ersten Minute an Autist. das eine hat Kanner Syndrom das andere Asperger Syndrom. Mein Sohn hat Asperger.
Man lebt also ab der 1.Minute mit der Krankheit und von Jahr zu Jahr wird es einfacher damit umzugehen. Man braucht viel Geduld und ein gesundes Kind, wo das autistische immer von lernen kann. Ich habe es nicht bereut, auch wenn die Chance mit 1% da gewesen ist, das auch mein zweites autistisch werden könnte.
Heute ist mein Sohn 11 Jahre und ich würde ihn NIE eintauschen wollen.
Grüßle Chaos^^
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18.11.2008 14:41 Uhr von korem72
 
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Jede Art von Autismus: äußert sich anders. Selbst bei der gleichen Unterart, wie hier Asperger Syndrom, gibt es Unterschiede. In der Quelle kann man erfahren, dass der Bruder ganz andere Symptomatiken aufweist obwohl es die gleiche Art des Autismus ist.
Von daher stelle ich mir das Leben mit drei autistischen Kindern sehr anstrengend aber auch sehr interessant vor.´- und habe den allergrößten Respekt vor den Eltern !
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18.11.2008 16:57 Uhr von Knubbel
 
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@Chaoscats: Da hast Du aber anderen Asperger-Eltern einiges vorraus.
Asperger Autismus zeigt sich erst ab ungefähr dem dritten Lebensjahr. Vorher entwickelt sich das Kind, genauso wie unser Sohn auch Asperger Autist, ganz normal.
Könnte Asperger bereits ab dem 1ten Tag diagnostiziert werden, wäre für die betroffenen vieles einfacher.

Durch die Symptomähnlichkeiten zu ADHS ist es mehr als schwer, Asperger zu diagnostizieren.

Ich will damit jetzt nicht unterstellen, dass Dein Sohn kein Asperger ist. Bitte nicht verkehrt verstehen.

Den Eltern von Rosie ist es sehr wahrscheinlich noch nichteimal aufgefallen, dass Rosie auch Asperger hat. Sehr wahrscheinlich wird sie sich nicht viel von ihren Geschwistern unterschieden haben.

Allerdings ist es traurig, dass der Kinderarzt keine Verhaltensauffälligkeit festestellt hat udn das Mädel erst 10 werden mußte, um sich dann selber zu diagnostizieren.

Aber Hut ab vor den Eltern, 3 behinderte Kinder im Haus sind nicht das reine Zuckerschlecken.
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18.11.2008 17:18 Uhr von Chaoscats
 
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@Knubbel: ich bin Mutter eines Asperger Autisten mit der Kennziffer
( ICD_ 10:F84.5), lese bitte nach unter mach dich schlau p

Wenn mein Sohn NUR ein ADS oder ADHS Kind wäre, wer das für mein Leben ein Hauptgewinn^^

Ich habe ein 80%iges Behindertes Kind und Pflegestufe 2

Ich wohne in BW Baden Württemberg also sprich in Karlsruhe, dort bin ich im Autismus Karlsruhe e.V tätig und Mitglied.
Nein Autismus wird nicht ab den ersten Tag diagnostiziert, und das ist ein Problem, denn es könnte sich um frühkindlichen Autismus handeln oder eben um das reine Syndrom. Da dieses erst ab dem 3.Lebensjahr in Form eines Gutachten erstellt wird, haben viele Eltern 3 Jahre Qualen.
Denn niemand hilft diesen Eltern.
Ich wußte auch nicht das es Autismus ist, aber ich wußte er ist anders und ich bin von Arzt zu Arzt ... Die Hilfe ist mager, aber glaub mir Hase, wenn mein Sohn NUR ADS hätte wäre ich glücklich^^
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18.11.2008 17:19 Uhr von heliopolis
 
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Aha: Ich leide unter Ataraxie. Das habe ich zunächst selbst diagnostiziert, was später durch Ärzte und Psychologen als richtig bestätigt wurde. Bekomme ich jetzt auch eine eigene News und werde zu Talkshows eingeladen?!
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18.11.2008 18:17 Uhr von minnimotzer
 
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@heliopolis: Warum ? Bist du denn auch erst zehn Jahre alt?

Ich finde es schon erstaunlich, dass ein so junges Kind selber auf so einen Gedanken kommt!
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18.11.2008 19:13 Uhr von medru
 
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@icecream-man: die kinder leiden alle nur unter leichten formen des autismus. die kleine scheint ausserdem nicht auf den kopf gefallen zu sein, wenn sie schon mit 10 jahren sachbücher über autismus liest^^

warum also sollten die eltern sich veranlasst sehen in zukunft keine kinder mehr in die welt zu setzen...

generell sei hier die frage gestellt.... wer seit ihr, dass ihr glaubt zu wissen, wie sich das leben dieser kinder entwickelt, ob es ihnen gefällt, ob sie spass haben...
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18.11.2008 19:39 Uhr von Loewebln
 
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@heliopolis zuerst wollte ich Dich bedauern... dann habe ich nachgeschaut und nun den Verdacht, dass Du Dich über die news lustig machst:

Die Ataraxie („Unerschütterlichkeit“, altgriechisch ataraxía"????????", von a-tárachos: „unerschütterlich“) ist die Bezeichnung der Epikureer und Pyrrhoneer für das Ideal der Seelenruhe. Sie bezeichnet als seelischen Zustand die Affektlosigkeit und die emotionale Gelassenheit gegenüber Schicksalsschlägen und ähnlichen Außeneinwirkungen, die das Glück des Weisen (Eudaimonie) gefährden.
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18.11.2008 20:36 Uhr von atheismo
 
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Schaut Euch diesen Film an: "Mozart and the Whale"
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18.11.2008 22:24 Uhr von schwarzerSchlumpf
 
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11 Bücher: geschrieben?? wow das ist mehr als mancher Mensch bisher gelesen hat *g*

im ernst respekt respekt das so positiv zu sehen ist auch für 10 jahre recht erstaunlich
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19.11.2008 20:35 Uhr von GenerX
 
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Nicht ganz so "schön". Leider ist die Story eine Art "Betrugs".
Das Mädchen leidet zwar, aber an etwas ganz anderem. Die Geschichte mit der Selbstdiagnose, so wie sie hier steht, ist ganz falsch.

Vorläufig bin ich knapp an der Zeit um ins Detail zu gehen. Wenn es Interesse gibt, postet mir hier oder per PM und sobald ich kann, gibt es Details.
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21.11.2008 11:57 Uhr von GenerX
 
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Um den vorigen Beitrag zu begründen: (Ich versuche mich nicht zu kurz, nicht zu lang, nicht zu fachlich auszudrücken.)

Das Mädchen leidet nicht an einem Asperger-Syndrom (das eine Untergattung des Autismus ist).
Entweder imitiert es bewusst das Krankheitsbild (daher erwähnte ich den Betrug) oder es geschieht unbewusst unter Einwirkung des Umfelds und es handelt sich so um eine Psychose.

NÄHER:
Warum nicht Asperger-Syndrom?
AUTISMUS heisst:
-Selbstbezogenheit
-gestörter zwischenmenschlicher Kontakt
-eingeschränkte Aktivität und Interessen
-absonderliche Rituale und Bewegungsmuster
-ungewöhnliche "flache" Sprache und auffälliges Verhalten
ASPERGER heisst:
-eigenartige, sonderliche, gezierte Sprache
-seltsamer, auffälliger Gebrauch von Körpersprache, Mimik und Gestik
-ungewöhnliche Interessen
-Störungen im Blickkontakt und Sprachgebrauch
-unfähig zum natürlichen altersgemäßen Kontakt
-ferner Blick, abgezogen von der aktuellen Situation, ungeschickt und seltsam
-abgeschränkte, einseitige wiederholte Aktivitäten und zwangshaftes Verhaltensmuster
-tiefgreifende Entwicklungsstörungen
-begrenzte Fantasie
-lebt in den eigenen Gewohnheiten und Mustern, ist den Anforderungen des Alltags nicht selbstständig gewachsen
-viel seltener bei Mädchen (Junge zu Mädchen = 8:1)
-Diagnose im Alter von 3-6
-Talent in gedächtnis-bezogenen oder künstlerischen Begabungen, nicht aber in soziell-bedingten.
-im Autismus gibt es familiären Anfall (mehrere betroffene Kinder), aber nicht im Asperger-Syndrom.

Die Beschreibung des 10-jährigen Mädchen und dessen Begabungen stimmen nicht in EINEM EINZIGEN Punkt überein, vielmehr ist sie in meisten eher das Gegenteil.
Soziell, intellektuell, begabt, verantwortungsvoll, hilft und pflegt die Geschwister und kümmert sich um sie usw.
Weiters könnte sie mit so einem Krankheitsbild (das die Eltern vom kleinen Bruder aus schon seit 4 Jahren kannten) kaum in der Familie und der Schule unauffällig bleiben.

Als Schwester eines geistesbehinderten Kinder muss so ein Kind leider viel einstecken:
-erlebt die Bevorzugung des Geschwistern von den Eltern, da sie sich um das leidende Kind viel mehr kümmern müssen
-Konfrontiert sich sehr früh mit Krankheitsbildern und Leid
-muss selbst Rücksicht nehmen und seine Eigenverantwortung ausbauen
-das gesunde Gleichgewicht zwischen Streit und Schwesterliebe bleibt aus
-fühlt sich überfordert, glaubt meist große Verantwortung tragen zu müssen
-kann Schuldgefühle entwickeln
All das, besonders der ausbleibende oder mangelhafte Kontakt zu den Eltern kann zu Neid führen und/oder zu Versuchen einen Anteil der Aufmerksamkeit wiederzugewinnen

Und genau dieser letzte Punkt führt zum Problem.
Es muss erwähnt werden:
Kinder können - viel besser als Erwachsene - Krankheiten vortäuschen, sich erbrechen, epileptisch-ähnliche Anfälle vortäuschen, sogar "psychogenes" Fieber erzeugen, sind also nicht zu unterschätzen.
Das Mädchen erlebte das "Problem" beim kleinen Bruder, zum Teil war es für ihn verantwortlich. Es ist sehr leicht für ein - durchaus intelligentes - Kind dieses Krankheitsbild zu imitieren, in solchem Maße, dass es so glaubhaft wirkt, dass es manchmal sogar sich selbst hineinziehen kann.
Im anderen Fall imitiert es die Krankheit im Bewusstsein, die anderen reingelegt zu haben, also sozusagen "Betrugsbewusst".

Dieser letzte Fall heisst in der Psychiatrie "MÜNCHHAUSEN-SYNDROM". Einen Anlass diesen zu entwickeln hat das Kind durchaus, wenn man sein familiäres Umfeld betrachtet.

Der Fall bei dem sich das Kind unwillig hereinzieht, in anderen Worten "ansteckt" vom geisteskranken Geschwisterteil, beschreibt sich als induzierte Psychose/psychotische Epidemie, bekannter als "FOLIE A DEUX" (ausgesprochen follii a döö). Dabei übernimmt eine geistesgesunde aber seelisch labile Person von einer mitlebenden, meist Verwandten Person dessen Wahn und überzeugt sich allmählich von ihm.
In meiner Ansicht sieht es hier genau danach aus, ein "Folie a deux" Fall, der früh genug diagnostiziert gehört um das noch einigermaüen gesunde Mädchen zu helfen.
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21.11.2008 12:02 Uhr von GenerX
 
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Korrektur: 1. drittletzte Zeile, "dessen" sollte "deren" heißen
2. letzte Zeile, Tippfehler bei "einigermaßen"

Danke.
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24.11.2008 17:21 Uhr von my_own_world
 
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An GenerX: Du kennst weder das Mädchen noch ihre Familie persönlich und daher bitte ich dich die Ferndiagnostik samt Küchenpsychologie zu unterlassen. Dafür gibt es studierte Fachkräfte und genau denen solltest du das überlassen. Du weißt eben nicht alles über das Asperger-Syndrom nur weil du die ICD-Kriterien gelesen hast. Bis man annährend das Asperger-Syndrom verstanden hat, muss man sich lange Zeit mit diesen Thema beschäftigen.
Ich empfehle mal Tony Attwood zu lesen.

Eine Asperger-Autistin
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26.11.2008 02:22 Uhr von GenerX
 
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@ my_own_world: Mit Respekt zum "Weg", über dem du das Wissen in diesem Thema gewonnen hast, bin ich dennoch gezwungen, dir einigermaßen zu widersprechen.

Mir ist das Mädchen tatsächlich unbekannt.
Diagnosen über fremde Personen zu stellen, nur anhand klinischer Symptomatologie, ist weltweit üblich (z.B. Ferndiagnostik), auch die mündliche Prüfung der Medizinstudenten erfolgt zum großen Teil so. Also ist dies von allein kein Kritikpunkt gegenüber meinem Beitrag.
Die Ferndiagnostik hat sich in den letzten Jahren in der modernen Medizin dermaßen etabliert, dass auch hier nicht viel zu widersprechen ist.

Der Psychologie a la Dr.Oetker will ich vollkommen geschont bleiben, sowohl dem Teil "Psychologie" als auch dem Teil "Küche".
Die Küche überlasse ich gern meiner geliebten Gattin. Dass du meinen Beitrag derartig eingestuft hast, ist dein wohles Recht.
ABER es wäre zu schön, wenn der Durchschnittslaie:
-Ein Krankheitsbild aus einer Tabelle ablesen könnte (mit ICD hatte ICH nichts zu tun)
-Demnach einen beschriebenen Fall argumentativ widerlegen könnte
-Aus der Unzahl der seelischen Erkrankungen die geeigneten aussuchen könnte, um eine Differentialdiagnostik zu leisten.

Mein Beitrag hat sich keineswegs mit Psychologie beschäftigt. Das dort erwähnte ist Objekt der aktuellen Psychiatrie.
Die Psychologie ist der intellektuelle Weg sich den Seelenleiden anzunähern, ein eher philosophischer Blick, der vieles dem menschlichen Kontakt überlässt und sich hauptsächlich mit Ratschlägen behaupten lässt. Sie kann in leichteren Fällen (Neurosen und Verhaltensstörungen) Hilfe leisten, weiter kommt sie aber kaum. Die Psychologie als Wissenschaft (mit Ausnahme vielleicht der Klinischen Psychologie / Psychotherapie, die die medizinische Arbeitsweise adoptiert hat) ist über die Jahre her dermaßen umstritten, dass sie viele Menschen - auch Wissenschaftler - sogar als Scharlatanismus (!) bezeichnet haben.

Über Dr.Attwood habe ich schon einiges gehört, er hat sich mit diesem Thema intensiv auseinandergesetzt und - erwartungsgemäß - breites Wissen gesammelt und sich zum Spezialisten aufgearbeitet. Dennoch hat auch er lange Zeit, vor allem am Anfang, mit Psychiatern kooperiert und sich später das Fach der Klinischen Psychologie angelegt.
Ich bevorzuge dennoch Krankheitsfragen an Ärzten und nicht an "Human-Philosophen" zu stellen. Meine Quellen sind exklusiv medizinische, die ich jedem Interessenten nur weiterempfehlen könnte (z.B. MayoClinic.com, medscape.com).

Was ich (andere auch) an Dr.Attwood auszusetzen habe, ist dass er die Definition dieser Krankheit extrem ausgedehnt hat und (oder vielleicht "um" ?) viele Menschen umfasst hat, die nach den Richtlinien von Dr.Asperger - und der modernen Psychiatrie - vollkommen NORMAL sind. Nach Dr.Attwood sind auch weniger auffallende Menschen, die sich intensiv mit einem Thema auseinandersetzen und sich dem zu Liebe einige Zeit zurückziehen, potentielle Krankheitsfälle - da wären die meisten von uns betroffen. Die Wahrheit ist, dass ein Mensch, der eine soziale Kompetenz gegenüber gleichaltrigen zeigen kann, sich mit ihnen unterhaltet und Beziehungen aufbaut und wahrt, NIE an diesem Syndrom leiden kann.
Auf seiner Heimseite (rechte Spalte) zitiert Dr.Attwood in kurzem einige der (seiner Meinung nach) Hauptmerkmale des Syndroms, um dem Leser ein abgerundetes Allgemeinbild zu bieten. Ich muss GANZ ERNST gemeint gestehen, dass ich diesem Bild zu etwa 80 % übereinstimme - trotzdem glaube ich nicht ein Asperger-Patient zu sein.

Im Fall des Mädchens habe ich Informationen aus 5 weiteren Quellen geschöpft, um ein abgerundetes Bild zu formen. Alle Indizien sprachen für das, was in meinem Beitrag steht. Vielleicht würde für dich von Interesse sein, Infos über "Folie a deux" zu finden bzw. mit dem Stichwortpaar "Geschwister - Behindert" bei Google zu suchen.
Falls du irgendeinem Punkt widersprechen willst, kannst du dich gerne spezifisch auf ihn beziehen und ihn argumentativ und überzeugend ablehnen.

Dass mein Beitrag einigermaßen vereinfacht sein sollte, um auch dem Laien nah zu stehen, hatte ich von Anfang an erwähnt. Vergessen wir nicht, dass dies keine Fachseite ist. Deshalb finde ich auch Bemerke wie:
"Dafür gibt es studierte Fachkräfte und genau denen solltest du das überlassen" oder
"Du weißt eben nicht ALLES über das Asperger-Syndrom"
äußerst unangemessen. Dem letzten Punkt nach würdest du selbst viele Psychiater zum Schweigen bringen.

Der Blickpunkt einer Patientin, die ihr "Problem" durchlebt und mit Hilfe eines Psychologen zu verstehen und bewältigen wagt, ist ein sehr interessanter Blickpunkt, bei weitem aber nicht der einzige. Bedenke, erst aus dem All sieht man, dass die Erde tatsächlich rund ist.
Wenn die Psychiatrie und Psychologie sich über vielem noch streitig sind, sowohl in Diagnose als auch in Therapie, ist es kaum zu erwarten, dass wir beide uns einig sein sollten.
Jedenfalls wünsche ich dir von Herzen ein angenehmes Leben.

Ein Fachmediziner

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