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Forschung: Das Gehirn verliert keine Erinnerungen, es deaktiviert sie nur

Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Neurobiologie haben nachgewiesen, dass einmal Erlerntes nicht verloren geht, sondern lediglich auf Abruf abgelegt wird.

Bei Bildung neuer Informationen erzeugt unser Gehirn feine Fortsätze der Nervenzellen. Haben zu einer Informationsauswertung diese neu gebildeten Zellen noch keine Verbindung zu ihren Nachbarzellen, bilden sie die fehlenden Verbindungs-Fortsätze und erzeugen mittels einer Synapse die Kontaktstelle.

Dieser Kontakt wird jedoch wieder aufgelöst, wenn die entsprechende Information nicht mehr verwendet wird. Die aber bereits gebildeten Nervenfortsätze bleiben zum größten Teil alle erhalten und können somit bei Bedarf wieder einen Kontakt herstellen.


WebReporter: Corazon
Rubrik:   Wissenschaft
Schlagworte: Forschung, Gehirn, aktiv, Erinnerung
Quelle: www.wissenschaft-aktuell.de

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24 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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13.11.2008 12:17 Uhr von Corazon
 
+0 | -0
 
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Allerdings nur zum größten Teil, also bleiben einige Erfahrungen bzw. Erinnerungen doch verloren. Vielleicht kann das Gehirn auch unterscheiden, was "Einweg-Informationen" sind und lässt die entsprechenden Nervenfortsätze sofort wieder zurückbilden.
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13.11.2008 13:13 Uhr von Knochenmann2.0
 
+65 | -4
 
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Freud sagte schon: dass das Gehirn nicht vergessen kann. Es legt Informationen im Unterbewusstsein ab.
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13.11.2008 13:17 Uhr von Arbitrarius
 
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Und wie: ist es bei Dingen die im Rausch geschehen?
Werden die auch abgespeichert und es kann nur nicht darauf zugegriffen werden oder verhält es sich dabei anders?
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13.11.2008 13:23 Uhr von Seelenkrank
 
+15 | -11
 
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Wieso wurde Knochenmann nen minus gegeben??? das war auch der erste Satz, der mir dazu eingefallen ist...
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13.11.2008 13:24 Uhr von Knochenmann2.0
 
+23 | -2
 
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@ Arbitrarius: Vom medizinischen her weiß ich es nicht.
Freud jedoch sagt, dass man alles was man mal erlebt hat unter Hypnose wieder hochholen kannst aus dem Unterbewusstsein. Demnach aus das im Rausch passierte. Manchmal denkt man ja man hat was vergessen, dann erzählt dir jmd was du peinliches gemacht hast und es fällt dir wieder ein ;-)
Ähnliches aber vereinfachtes Prinzip.
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13.11.2008 13:29 Uhr von Midas_W.
 
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Und was ist mit Menschen die das Gedächtnis verloren haben? Sind diese Informationen auch nur "deaktiviert"? Ich erinnere mich an nichts vor meinem 14. Lebensjahr was durch einen Unfall ausgelöst wurde - es gibt Bilder, Videos, tausende Dinge die belegen, was ich dort alles angestellt habe.
Es existieren somit unzählige Beweise die das Hirn sofern diese Forschnung recht hat, wieder zum Denken anregen müssten, den Schund wieder aktivieren, und das schon vor Jahren.
Ich glaubs´ nicht so richtig...
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13.11.2008 13:37 Uhr von Hirnfurz
 
+10 | -0
 
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Das ist wirklich: sehr schön zu wissen.
Trotzdem müsste ich Dinge aus der Berufsschule (Politik o. ä.) wieder erlernen, da ich viel vergessen habe. Oder gewisse Mathematik-Rechnungen usw. Wie steht es damit? Das wäre doch auch mal interessant zu wissen.
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13.11.2008 13:39 Uhr von DerBibliothekar
 
+10 | -1
 
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Das Problem ist: Das das Gehirn auch aktiv vergisst, und äusserst effizient darin ist, traumatische Erlebnisse nie wieder zurückkehren zu lassen. (Versucht, euch an Schmerz zu erinnern und vergleicht die Gefühle mit der Erinnerung an irgendetwas Schönes) Daher: wenn das Gehirn sich nicht erinnern WILL ist es egal, ob die Erinnerung noch grundsätzlich da oder vergessen ist.
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13.11.2008 13:40 Uhr von DerBibliothekar
 
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Erinnern an gelerntes, Crashkurs: Macht es einfach wieder, Neurophysiologisch sollte das zur "Erinnerung" führen.
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13.11.2008 13:45 Uhr von ciller
 
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@Arbitrarius: im rausch kommen bestimmte informationen garnicht erst im gehirn an, daher kommt auch der begriff filmriss, weil man sich nur noch an ganz wenige sachen erinnern kann. medizinisch gesehn wird das was man sieht und macht nicht zu 100% vom gehirn verarbeitet und so kann es auch nix abspeichern
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13.11.2008 14:39 Uhr von skipjack
 
+5 | -2
 
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Dankbar für Hilfe: bin ich jedem, der mir, zumindest in meiner Lage, zu diesem Thema einen Tipp geben kann...

>Manch Name, Formel oder Vokabel habe ich leider vergessen, kann mich jedoch, auf Nachfrage, an einen Müll erinnern, den ich nicht wirklich brauche...

>>Frage:
Wie bringe ich mein Hirn dazu, den überflüssigen Müll zu löschen und somit quasi Platz behalte, für die wirklich wichtigen Dinge...

Ich meine eine Mischung aus "Festplatte" reinigen und "defragmentieren", gerne von Neurologen oder Psycholgen...
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13.11.2008 16:14 Uhr von BW-MAN
 
+3 | -2
 
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@skipjack: gute frage, aber dazu müßte man erst mal wissen wie viel auf unsere festplatte (gehirn) paßt.

man müßte erst mal definieren, wie groß z.b. ein bild ist ?

wenn ich also ein bild auf dem pc angucke was z.b. 1 mb hat, dann "speichere" ich ja schon dieses bild im gehirn.
nu die frage ist, welche informationen sind vom bild noch vorhanden, wenn ich es nicht mehr sehe ?
viele deteils gehen verloren, ich sage jetzt mal so 50% der "daten" wurden nicht im gehirn gespeichert.

z.b. ein auto fährt in paris über eine brücke. auto, brücke und eifelturm ist im gehirn, aber wie sah die laterne an der brücke aus ?

und wenn man das ergebnis jetzt mal umrechnet, sind sozusagen nur 500 kb im gehirn gespeichert worden.

kann man das aber so rechnen ? vielleicht hat das gehirn ja eine bessere kompression und braucht nur 100 kb ? oder genau umgedreht und braucht 2 mb dafür ?

ob wir das noch rausfinden werden, wie viel speicherplatz so ein gehirn hat ? ich weiß es nicht.

ich denke aber mal, die zahl wird gewaltig sein.
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13.11.2008 16:14 Uhr von Schulpsychologe
 
+4 | -0
 
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@skipjack: Du musst dir keine Sorgen machen. In deinem Gehrin ist noch genug Platz.
Viele Dinge "vergisst" man scheinbar, weil nicht gehirngerecht gelernt wurde. Umso mehr es gelingt, neue Informationen in Vorwissen einzubetten und/oder Bezüge zum realen Leben herzustellen, desto besser "merkt" man sich die Sachen auch. Leider ist so mancher Schulunterricht und so manches Schulbuch nicht so aufbereitet, dass zum "gehirngerechten Lernen" eingeladen wird.
Wenn man nicht die Zeit hat, sich mit einem Thema intensiv zu beschäftigen, da man zum Beispiel in kurzer Zeit für eine Prüfung lernen muss, sind einige Mnemotechniken sehr nützlich, die z.B. mit Visualisierung arbeiten. Literatur gibt es dazu noch und nöcher. Da ich aber annehme, dass Schleichwerbung hier nicht erlaubt ist, erwähne ich keine Autoren.
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13.11.2008 16:19 Uhr von KingPR
 
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skipjack: Du musst nichts vergessen um etwas neues zu lernen, wie man z.B. an dem Typ sieht der mit dem Baseball getroffen wurde und seitdem ein fotographisches Gedächtnis besitzt (und sich also an jede Einzelheit seines Lebens erinnert).
Du kannst nur neue Dinge lernen oder alte Widerholen.

Aber wenn du unbedingt etwas vergessen willst kannst du es ja mal mit einer Hypnotherapie versuchen, auch wenn ich davon abraten würde da sämtliche Informationen, egal wie unnütz sie dir erscheinen mögen, zur Persönlichkeitsbildung beitragen und du, wenn du sie (also auch dein Unterbewusstsein) vergessen würdest, nicht mehr du selbst wärst.

P.S.: Bin aber weder ein Neurologe, Psychologe oder Arzt, also kann es sein das ich mich irre.
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13.11.2008 16:31 Uhr von Rödelhannes
 
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@abitrarius: naja, wenn man beispielsweise einen alkoholrausch hat, dann werden ja auch die rezeptoren beeinflusst und einige dinge, die durch die sinnesorgane wahrgenommen werden, erreichen gar nicht erst das gehirn. somit denke ich, dass auch einige erinnerungen unwiderruflich verloren gehen bei einem rausch bzw gar nicht erst gemacht werden
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13.11.2008 17:32 Uhr von Python44
 
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@ Midas: Erstaunlicherweise betrifft eine Amnesie meist nur den persönlichen Teil des Erinnerungsvermögens - einmal erlernte Fähigkeiten wie Essen mit Messer und Gabel, Sprechen, Laufen, Bedienen von Geräten, aber auch Fremdsprachenkenntnisse bleiben jedoch erhalten, selbst wenn der Betroffene keine aktive Kenntnis mehr davon hat.

Dieser Forschungsansatz bietet somit vielleicht eine Lösung dafür, wenn der Schlüssel gefunden wird, welcher das unkontrollierte Vergessen auslöst. Die bisherigen Lösungsansätze sind meist nicht mehr als ein Gestocher im Dunkeln, da man von den Mechanismen des Gedächtnisses immer noch so gut wie nichts weiß...
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13.11.2008 17:57 Uhr von DerBibliothekar
 
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Skipjack: Das Gehirn wird, wenn du gesund bist nie voll:
(Sieh den "Kimputer" http://de.wikipedia.org/...)
der ist Krank und hat noch nicht die Grenze der Kapazität gesprengt.
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13.11.2008 17:57 Uhr von Azeruel
 
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hmm Erstmal muss ich den freud fanatiker am anfang belehren (nein ich kann es mir einfach nicht verkneifen)

Es kommt so rüber als ob das eine Erkentniss von Freud gewesen wäre(vllt. irre ich mich da auch), ich will nur anmerken dass es das definitiv NICHT war. Freud hat jedoch anhand der Forschungen mittels der posthypnotischen Suggestion von irgendeinen Franzosen desen namen ich mir niemals merken werde (Hypolyte irgendwas) die Erkentnis gezogen, dass es ein Unterbewustsein geben muss.

Seine eigentliche Arbeit liegt dann aber wiederum in der Psychoanalytik (deren Ursprung mittlerweile jedoch größtenteils veraltet ist). Diese hatte sogar den bahnbrechenden Erfolg das ebend KEINE hypnose mehr notwendig ist.

Aber das geht jetzt zu weit.

@ News: War es nicht schon lange bekannt das nix vergessen wird?!? Oder war das nur ne pseudoerkentnis ohne wissenschaftlichen/neuronalen bezug?!?

Ich habe bereits vor jahren gelesen, das Information aufgrund von abstraktionsketten abgerufen werden. Je mehr verfügbar, desto schneller ist die information auch abrufbar. Ist keine einzige abstraktion verfügbar, ist die Information zwar noch vorhanden, es fehlen aber quasi die Wege zur Information (ich dachte bisher das dies eine quasi schöngeredete Version der obrigen news ist)
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13.11.2008 19:01 Uhr von t4nis
 
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schöner neurobiologischer nachweis: der einige weitergehende theorien derzeitiger Gedächtnisforschung stützen dürfte.
@autor: das gehirn "entscheidet" wohl weniger automatisch was zurückgebildet wird und was nicht... sollte dich das Thema interessieren solltest du dir mal die Netzwerkmodelle aus dem Bereich der Gedächtnis-Psychologie durchlesen.
@ viele: Derzeit nimmt man zumindest an, dass das Gedäcthnis eine unbegrenzte Kapazität für "Langzeitinhalte" besitzt, aber einen direkten Nachweis gab es hierfür nicht, nur die schon angesprochenen Amnesiepatienten stellen Beweise hierfür dar, bzw Savants wie der schon erwähnt Kim Peek
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13.11.2008 20:28 Uhr von Ricci92
 
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Ist aber auch schon vorher bewiesen wurden.
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13.11.2008 21:21 Uhr von tim0
 
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udn wie isses bei kiffern ? ^^
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13.11.2008 22:16 Uhr von Lornsen
 
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die: deaktivierten Erinnerungen heißen eckphorische Werte.

Sie sind ganz tief im Gehirn vergraben. Bei persönlichen Empfindungen tauchen sie wieder auf. Egal, ob ein halbes Jahrhundert oder mehr dazwischen liegen.

Der Mensch wird wieder in die alte Zeit versetzt und vergleicht sie mit der Heutigen.

Freud sich, oder ist sehr traurig.
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13.11.2008 23:37 Uhr von KillerEngine
 
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schön: mal zu lesen, wie leute sachlich über vernünftige und interessante dinge diskutieren und nicht nur über diese behinderten smash news.

musste ich einfach gerade mal anmerken.
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14.11.2008 09:41 Uhr von t4nis
 
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@autor: leider gibt es bisher noch nicht die Möglichkeiten irgendwas in der Richtung ganz genau nachzuweisen... immerhin gibt es zu wenig technische Möglichkeiten.
und theoretisch ist man schon laenger beim Versuch etwas nachzuweiesen, doch das kann noch laenger dauern, da es in der Richtung noch viel zu viele Fragen gibt, immerhin ist diese Forschungsrichtung noch recht jung :>

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