08.11.08 11:44 Uhr
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Schulgesetz von Mecklenburg-Vorpommern soll verfassungswidrig sein

Das zumindest ist die Meinung des ehemaligen Richters Ludwig Renck, der das Schulgesetz des nordöstlichsten Bundeslandes unter die Lupe nahm. Das Gesetz enthalte "schwere Verstöße gegen gängiges Recht", so Renck, der zuvor als Richter am Bayerischen Verwaltungsgerichtshof gearbeitet hat.

Im Artikel 4, Abs. 1 des Grundgesetzes legt die Verfassung den Grundsatz der Bekenntnisfreiheit fest. Und genau hiergegen verstößt das aktuelle Schulgesetz, so Renck. Kinder aus nicht gläubigen Familien müssen in Mecklenburg-Vorpommern einen Religionsunterricht besuchen oder sich dort abmelden.

Auch an anderen Stellen weise das Schulgesetz Schwächen aus. Das Gutachten liegt dem Bildungsausschuss des Landtages seit dem gestrigen Freitag vor. Unterdessen lehnte die CDU einen ähnlich lautenden Antrag der Linken in Thüringen zurück. Der Antrag sah eine Abschaffung des Religionsunterrichts vor.


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WebReporter: Ralph_Kruppa
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Mecklenburg-Vorpommern
Quelle: www.fr-online.de

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23 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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08.11.2008 11:53 Uhr von ZTUC
 
+13 | -12
 
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abmelden: Wenn man sich abmelden kann, dann ist das doch in Ordnung.
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08.11.2008 12:02 Uhr von Ralph_Kruppa
 
+10 | -5
 
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ZTUC: Bitte den Wortlaut richtig wiedergeben.

Es heißt nicht "kann" sondern "muss".
Ein kleiner, aber verfassungsrechtlich außerordentlich bedeutsamer Unterschied.
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08.11.2008 12:06 Uhr von Great.Humungus
 
+9 | -17
 
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Genau das was wir brauchen, noch ein Rentner mit zuviel Freizeit. Hätte er sich mal früher überlegen solln was er mit seiner Freizeit anfängt bevor er auf Kosten des Steuerzahlers in Frührente geht.
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08.11.2008 12:31 Uhr von gaudete
 
+14 | -6
 
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Recht so: Prof. Dr. Ludwig Renck ist Honorarprofessor an der Juristischen Fakultät in Augsburg - soviel zum Rentnerdasein.
Insgesamt finde ich es wichtig und richtig, dass kompetente Leute sich über Verfassung und Gesetzgebung Gedanken machen...
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08.11.2008 12:36 Uhr von r0n2
 
+9 | -4
 
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So ein Antrag ist doch schon längst überfällig... die sollten lieber Lehrer für Nachhilfe etc bezahlen als für Religionsunterricht. Das sollen mal schön die entsprechenden Kirchen machen.
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08.11.2008 12:57 Uhr von rhrh
 
+7 | -4
 
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wo ist das problem? ist hier in NRW auf meiner schule bis zur 9. klasse auch so.
es gibt kath. und evangelischen religionsunterricht, wer dort nicht hinmöchte muss sich von seinen eltern abmelden lassen.

wie soll das denn anders funktionieren?
wenn das nicht irgendwie geregelt wäre, würden alle nur noch gehen wenn sie grade lust haben. so kann man sich dafür oder dagegen entscheiden und gut ist, aber nicht von stunde zu stunde wechseln o.Ä.. und dass die eltern das entscheiden, und nicht die kinder, ist ja wohl auch richtig. sonst würde ebenfalls niemand mehr in den unterricht gehen, ne freistunde ist ja schon cooler...
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08.11.2008 13:05 Uhr von Nervender_Teenager
 
+5 | -2
 
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@rhrh: Stimmt, das ist auf meiner Schule (ebenfalls in NRW) auch so. Da ich aus ethischen Gründen nicht am Religionsunterricht teilnehmen wollte, musste ich ein Schreiben in der Schule abgeben in dem ich meine Beweggründe darlegen musste, warum ich stattdessen lieber in den Philosophieunterricht gehen würde.
Ich verstehe nicht wo hier der Unterschied zur Regelung in Mecklenburg-Vorpommern sein soll.
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08.11.2008 13:18 Uhr von rhrh
 
+3 | -2
 
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warum ein minus? mit 14 ist man in Deutschland religionsmündig, 14 wird man in der 8 klasse (in der regel). also hat das schon seinen sinn, dass die eltern den zettel schreiben.

bei uns ist es übrigens so dass man auch keinen grund angeben muss, warum man nicht teilnehmen möchte. und in der news steht auch nix davon, also frage ich mich was in M-V falsch sein sollte.
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08.11.2008 13:19 Uhr von kleiner erdbär
 
+8 | -2
 
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@ rhrh: ich glaub, das hast du ein bisschen falsch verstanden...
es geht nicht darum, dass jeder in den religionsunterricht kommen oder nicht kommen kann, wie er grade lust hat, sondern darum, dass kinder, die konfessionslos sind, trotzdem in den unterricht gehen müssen, es sei denn, die eltern melden sie ab!
und selbst dann haben diese kinder ja keine freistunde, sondern statt dessen ethik-unterricht!!!

finde ich persönlich auch ziemlich bescheuert, hier in bayern haben kinder, die nicht katholisch oder evangelisch sind, immer ethik - und zwar ohne sich erst irgendwo abmelden zu müssen! (wow, wer hätte gedacht, dass bayern ausgerechnet bei diesem thema eine liberalere einstellung hat...?! *g*)

aber ganz grundsätzlich finde ich ja eh, dass religionsunterricht an schulen nichts zu suchen hat!!!
die kinder sollten lieber alle einen allgemeinen ethik-unterricht bekommen, wo ihnen gesellschaftliche werte & normen vermittelt werden ... das wär viel wichtiger & sinnvoller!!!
wenn eltern wollen, dass ihre kinder in religion unterrichtet werden, dann sollen sie sie in die kirche (oder moschee, oder tempel oder was auch immer ^^) schicken!!!
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08.11.2008 14:02 Uhr von rhrh
 
+1 | -0
 
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bis zur 9. gab es bei uns freistunden statt reli: und es waren pro klasse vielleicht 2 kinder die nicht zu reli gegangen sind. so klar ist die wahl dann wohl doch nicht ;-)

ab er 9. klasse gibt es die wahl zwischen philosophie, evangelisch und katholisch.
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08.11.2008 14:08 Uhr von Raron
 
+5 | -2
 
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Religionsunterricht: gehört abgeschafft.
Es kann einfach nicht sein, dass Kinder ständig einer religiösen Indoktrination unterliegen.
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08.11.2008 14:30 Uhr von httpkiller
 
+4 | -2
 
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Ich bin auch der Meinung Religion komplett zu streichen und lieber für alle Ethik und oder Philosophie zu unterrichten. Da hat man im Endeffekt mehr davon.
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08.11.2008 14:38 Uhr von Nic83
 
+1 | -0
 
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ich hab dort meine schule gemacht, weil ich dort aufgewachsen bin. und ich hab noch NIE gehört (auch meine Mom nicht) mich für den Religionsunterricht ab,elden zu müssen. Bei uns gab es das gar nicht an den Schulen...
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08.11.2008 14:58 Uhr von Pfennige500
 
+3 | -0
 
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wtf: bei uns (Sachsen) ist das denke ich mal am besten und gerechtesten gelöst: Es gibt gleichzeitig Ethik und Religionsunterricht und jeder kann wählen, was er will. Man kann auch als Atheist Religion wählen, bzw als Christ Ethik. Und in der Grundschule kann man sogar nach einem Schuljahr wechseln.
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08.11.2008 15:15 Uhr von Pitbullowner545
 
+2 | -1
 
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also: im normalfall wird im religionsunterricht kein Sektentypisches Verhalten gepredigt, das wär nämlich ebenso gegen gesetze, dort wird über die bibel oder so nen anderes märchenbuch geredet..

weiss ich nicht mehr genau, ich war schon im 5 Schuljahr in Religion immer am Schlafen, daher auch die 5 auf dem zeugnis :D

im 7 schuljahr wurd ich dann abgemeldet, lustigerweise hatten wir KEINEN Ethik unterricht sondern freistunde bzw freitags wars die letzte stunde, da waren am ende nurnoch 3 schüler in religion, tja..
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08.11.2008 16:56 Uhr von ZTUC
 
+2 | -0
 
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@Ralph_Kruppa: Bitte selber richtig lesen, dort steht:

"oder sich dort abmelden."

Damit kann man sich vom Religionsunterricht abmelden. So lang dies möglich ist, sehe ich da kein grundsätzlich Problem weshalb die Regelung verfassungswidrig sein soll.

BTW: Hab seinerzeit an der Schule Ethik besucht, allerdings wurden wir strenger benotet als die Reli-Typen, das war auch schon die einzige Ungerechtigkeit.
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08.11.2008 18:55 Uhr von BIitzer
 
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Abmelden: "Damit kann man sich vom Religionsunterricht abmelden. So lang dies möglich ist, sehe ich da kein grundsätzlich Problem weshalb die Regelung verfassungswidrig sein soll."

Es geht ja nicht primär darum, ob man sich überhaupt abmelden kann. Der Staat ist ja laut Verfassung weltanschaulich neutral. Deswegen kann der Staat in öffentlichen Schulen die andersgläubigen und konfessionslosen Schüler nicht einfach zum kirchlichen/christlichen Religionsunterricht verpflichten bzw. verlangen, dass diese sich erst einmal dort abmelden müssen.
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08.11.2008 18:56 Uhr von uhlenkoeper
 
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Komische Aufregung: Ehrlich gesagt verstehe ich das Problem wie einige andere hier auch nicht :
bei uns in Niedersachsen wird das auch so gehandhabt. Hier kann man sich zwischen Religion (ev. oder kath) oder Ethik (nennt sich glaube ich jetzt "Normen und Werte")-Unterricht entscheiden.

Den Religionsunterricht btw. das Wahlfach Ethik ganz abzuschaffen halte ich für nicht gut. In diesen Fächern können Schülern auch noch gesellschaftliche Werte unseres Staates vermittelt werden, die sie sonst im Unterricht nicht vermittelt bekämen.
Zudem halte ich es für sinnvoller, Religionsunterricht durch mehr oder weniger objektive Lehrkräfte erteilen zu lassen, als durch "Berufstheologen" wie Ordensleute oder Priester (wie ich es in meiner Schulzeit "genießen" durfte). Bei uns wurde weniger klassischer Religionsunterricht gemacht im Sinne von: "jetzt lernt mal das Vater-unser", sondern es wurde viel und heftig über ethische Werte wie Sterbehilfe u.ä. diskutiert. Das komplett aus den Schulen zu verbannen halte ich nicht für gut.
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08.11.2008 19:02 Uhr von uhlenkoeper
 
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@Terrostorm: >>Meiner Ansicht nach hat Religionsunterricht generell nichts zu suchen in der Schule, denn der Staat hat neutral zu sein. <<

Also ich kann aus eigener Erfahrung nicht behaupten, dass wir religiös indoktriniert wurden oder die Schule da nicht neutral war. Im Gegenteil: grade in der Schule wurde "unsere" christliche (und die anderen Weltreligionen) durchaus ziemlich kritisch und auch unter historischem Bezug unter die Lupe genommen und bearbeitet. DAS ist für mich auch der Sinn von Religionsunterricht.

Insofern finde ich ,dass Religionsunterricht grade in die Schule gehört, wenn Schülern dadurch die Möglichkeit gegeben wird, sich kritisch und (relativ) objektiv mit dem Thema ihrer eigenen oder anderer Religion auseinander zu setzen ? Ihre eigene Religion oder Nicht-Religion auch hinterfragen zu dürfen ?
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08.11.2008 22:16 Uhr von uhlenkoeper
 
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@Terrorstorm: Hmm, ich hätte dazu schreiben müssen, dass diese Vater-unser-lernerei und Co. in der Grundschule stattfand, als wir von Ordensschwestern und dem Ortspfarrer unterrichtet wurden (übrigens in NRW).
Im Gymnasium war das dann anders: da waren die Lehrer dann nicht mehr vom "Berufsverband der Trachtenträger" und schwupps: der thematische Unterricht war klasse. Nach dem Umzug nach Niedersachsen ging es dort in dem gleichen Tenor weiter, sogar noch etwas kritischer.

Also ich kann das nur empfehlen ...


Übrigens: Dein Lehrer an der Berufsschule konnte nicht so einfach just for fun und aus eigener Entscheidung den Unterrichtsstoff ändern. Die Unterrichtsinhalte sind zwingend durch die Curricula vorgegeben und werden auch kontrolliert.
Versuch mal, Dich über den Bildungsserver Deines Bundeslandes schlau zu machen, was die Curricula für Religion an den Schulen besagen, dann kannst Du entscheiden, ob Religionsunterricht paßt oder nicht.

Und wie gesagt: gezwungen wird niemand, am Religionsunterricht teilzunehmen. Es sei denn, man ist unter 14 und die Eltern wollen,dass man dran teilnimmt !
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09.11.2008 16:56 Uhr von Noseman
 
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Eltern: die ihre Grundschulkinder nicht religiös indoktrinieren lassen wollen, haben aber oft keine andere Wahl.

Sie stehen ja auch unter ökonomischen Druck.

Wer meldet sein 6jähriges Erstklässlerkind vom Religionsunterricht ab, wenn dieser in den ersten oder letzten beiden Stunden liegt und die Eltern dann schon auf Arbeit sind?
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09.11.2008 18:26 Uhr von uhlenkoeper
 
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@Noseman: Auch das ist in Niedersachsen kein Problem, da es hier die sog. "verläßlichen" Grundschulen gibt. Das heißt, in diesen Schulen ist die Betreuung der Kinder von der 1. bis zur 5. Stunde garantiert

Darüber hinaus sollte der Betreuungsaspekt nun wirklich kein Grund dafür sein, sein Kind zum Religionsunterricht zu schicken oder nicht.
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09.11.2008 18:31 Uhr von uhlenkoeper
 
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@Terrorstorm: Ob Du es glaubst oder nicht: ich glaube Dir sogar. ;-)

Allerdings vor allem deshalb, weil sogar an den meisten Schulen Religionsunterricht in der Wertigkeit noch nach dem Musikunterricht angesiedelt ist. In vielen Schulen, die unter Lehrermangel leiden, wird als erstes in der Regel der Religionsunterricht gestrichen. Und die meisten Religionsstunden werden von sog. "fachfremdem" Personal unterrichtet, das heißt von Lehrern, die gar nicht Religion als Fach studiert haben. Daher kann ich mir gut vorstellen, dass bei einem als so unwichtig betrachteten Fach wie Religion auch die Schulleitung schnell mal alle Hühneraugen zukneift ...

An den Berufsschulen ist es noch schärfer: dort steht Religion zwar sowohl in der Schulfachtafel und auch im Zeugnis. Allerdings wird es in den meisten Schulen gar nicht unterrichtet. Dann steht im Zeugnis lapidar: "wurde nicht erteilt". Und keiner regt sich ernsthaft darüber auf. Schon gar nicht die Lehrbetriebe.

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