03.11.08 15:07 Uhr
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Wirtschaftskrise: Weltweiter Seehandel bricht um 90 Prozent ein

Ein Großteil des weltweiten Handels wird über die Schifffahrt abgewickelt. Der führende Index auf diesem Gebiet ist der Baltic Dry Index (BDI), welcher die See-Frachtraten auf den wichtigsten Schifffahrtswegen der Welt beschreibt.

Genau dieser Index ist nun seit seinem Höchststand von knapp 12.000 Punkten im Mai 2008 auf gegenwärtig ungefähr 1.000 Punkten abgerutscht. Das bedeutet, dass der weltweite Transport auf dem Seewege in den letzten fünf Monaten um 90 Prozent zurückgegangen ist.

Betroffen sind vor allem Kohle, Getreide und Metalle. Der BDI spiegelt ausschließlich Massengüter wieder, keine Containerfracht.


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WebReporter: :raven:
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Wirtschaft, Prozent, Wirtschaftskrise
Quelle: www.marktundmittelstand.de

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26 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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03.11.2008 15:21 Uhr von JCR
 
+12 | -10
 
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Kann eigentlich nicht sein. Die Weltwirtschaft hängt noch immer unmittelbar von diesen Seewegen ab, weil 90 Prozent des Im- und Exports über selbige laufen.
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03.11.2008 15:35 Uhr von trinito
 
+13 | -6
 
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@JCR: Weil nicht sein kann, was nicht sein darf????

Der Index knallt komplett weg. Die Quelle ist bereits vier Tage alt. Inzwischen ist der BDI unter 880 Punkten. Nur weil hier nichts großartig in den Medien kommt, heisst das leider nicht mehr, dass es nicht stimmt. Fünf Minuten "googeln" reichen aus, um zu erkennen, dass die Seefracht im Vergleich zum Frühjahr nun fast zum erliegen gekommen ist.
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03.11.2008 15:43 Uhr von rolf.w
 
+7 | -4
 
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tcha: Wenn es denn so weitergeht werden in Deutschland die stillgelegten Zechen wieder auf gemacht und heimische Kohle profitabel gefördert.
Aber wahrscheinlich ist es nur eine vorübergehende Erscheinung und alles bleibt beim alten.
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03.11.2008 15:47 Uhr von Mi-Ka
 
+5 | -5
 
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Das sind die Kosten: und nicht die Anzahl der bewegten Güter.

Aus der Quelle:
Im Mai 2008 erreichten die Preise für Schiffsraum ihren Höchststand: 11.793 Punkte. Inzwischen liegt er bei nur noch knapp über 1.000 Punkten.
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03.11.2008 15:57 Uhr von KillA SharK
 
+56 | -2
 
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Kurt Tucholsky: schrieb 1930 (zur letzten grossen Weltwirtschaftskrise)
folgendes Gedicht, erstaunlich aktuell:

Wenn die Börsenkurse fallen,
regt sich Kummer fast bei allen,
aber manche blühen auf:
Ihr Rezept heißt Leerverkauf.

Keck verhökern diese Knaben
Dinge, die sie gar nicht haben,
treten selbst den Absturz los,
den sie brauchen - echt famos!

Leichter noch bei solchen Taten
tun sie sich mit Derivaten:
Wenn Papier den Wert frisiert,
wird die Wirkung potenziert.

Wenn in Folge Banken krachen,
haben Sparer nichts zu lachen,
und die Hypothek aufs Haus
heißt, Bewohner müssen raus.

Trifft´s hingegen große Banken,
kommt die ganze Welt ins Wanken -
auch die Spekulantenbrut
zittert jetzt um Hab und Gut!

Soll man das System gefährden?
Da muss eingeschritten werden:
Der Gewinn, der bleibt privat,
die Verluste kauft der Staat.

Dazu braucht der Staat Kredite,
und das bringt erneut Profite,
hat man doch in jenem Land
die Regierung in der Hand.

Für die Zechen dieser Frechen
hat der Kleine Mann zu blechen
und - das ist das Feine ja -
nicht nur in Amerika!

Und wenn Kurse wieder steigen,
fängt von vorne an der Reigen -
ist halt Umverteilung pur,
stets in eine Richtung nur.

Aber sollten sich die Massen
das mal nimmer bieten lassen,
ist der Ausweg längst bedacht:
Dann wird bisschen Krieg gemacht.
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03.11.2008 16:10 Uhr von flushbox
 
+3 | -2
 
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@Mi-Ka: Stimmt. Allerdings stehen beide Werte in direktem Zusammenhang. Durch die extrem gestiegene Nachfrage aus Ländern wie China und Indien ist der BDI 2006 nach oben explodiert, denn: hohe Nachfrage = hohe Frachtkosten. Nun crasht der BDI, denn: kaum oder keine Nachfrage = niedrige Frachtkosten. Der BDI ist wohl der einzige Marktindex, der sich nicht durch "künstliche Schönheitsoperationen" korrigieren läßt. Die Nachfrage nach Kohle, Eisenerz und Getreide ist massiv eingebrochen, daran besteht kein Zweifel. Was das über die Gesamtwirtschaft aussagt, kann sich jeder selbst ausmalen...
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03.11.2008 16:17 Uhr von medru
 
+4 | -2
 
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ist doch gut noch ne spekulationsblase weniger...

genauso wie bei den immobilienpreisen waren die preise für nen m³ fracht in den letzten jahren durch die decke gegangen.

ein anderes schönes beispiel für leerhandel (also handel ohne jeglichen realwirtschaftlichen nutzen) sind die rohstoffbörsen.

an den ölbörsen wurden z.b. zeitweise das tausendfache der eigentlich verfügbaren ölmenge gehandelt und somit wurde der preis in die höhe getrieben. händler verkauften öl dass sie nie hatten und kauften öl, dass ihr handelspartner nie hatte... nur um die an den finanzmärkten vagabundierenden mrd. gewinnbringend unterzubringen... dies führte jedoch zu einem aderlass der realwirtschaft.....

vorallem in den usa kann man sehen wie die produzierende industrie durch diese schauspiel nahezu zerstört wurde...

aber die leute haben am ende wirklich geglaubt, es läge daran, dass ihre löhne zu hoch sind ^^
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03.11.2008 16:17 Uhr von cyrus2k1
 
+3 | -1
 
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@KillA SharK: Am Beunruhigsten ist die letzte Strophe. Aber vieleicht finden sie ja diesmal einen anderen Weg wie die Gründung der Nordamerikanischen Union. Den Globalismus in der heutigen Form gab es ja 1930 noch nicht. Das könnte uns alle retten.
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03.11.2008 16:23 Uhr von anderschd
 
+3 | -2
 
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Nicht vergessen, hier geht es um Massengüter. Wie viel Prozent vom weltweiten Seetransport macht das aus?
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03.11.2008 16:25 Uhr von anderschd
 
+3 | -2
 
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Nachtrag. Weil die Überschrift doch suggeriert, dass der gesamte Seehandel abgestürzt ist. Was ja nun mal nicht stimmt.
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03.11.2008 16:59 Uhr von groovetoast
 
+4 | -2
 
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@KillA SharK: such doch mal bitte etwas genauer.. nur weil jemand sagt das gedicht wär von tucholsky, muss es nicht auch direckt so sein!

dieses gedicht ist devinitiv nicht von ihm, sondern von oli klemm!

http://www.sudelblog.de/...
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03.11.2008 17:04 Uhr von groovetoast
 
+6 | -2
 
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auch falsch der eigentliche autor dieser zeilen, scheint ein gewisser Richard G. Kerschhofer zu sein, der diese unter dem pseudonym Pannonicus veröfentlichte.

sicher ist nur, von tucholsky ist es nicht!

lg
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03.11.2008 18:06 Uhr von JCR
 
+1 | -1
 
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@ trinito: Stimmt schon, aber ein derartiger Absturz erscheint, trotz Wirtschaftskrise irgendwie....übertrieben?

Naja, abwarten, wie sich das noch entwickelt.
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03.11.2008 19:00 Uhr von brillance08
 
+4 | -1
 
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haha: so....um den Spekulationen über das Gedicht ein Ende zu setzen

http://www.shortnews.de/...

hab grade erstmal kräftig lachen müssen :D
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03.11.2008 19:15 Uhr von Montauk
 
+2 | -2
 
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inwieweit der einbrechende seehandel: den realen verlauf der wirtschaft wiederspiegelt, erkennt man z.b. bei volvo (auf der firmeneigenen seite sogar nachlesbar):

die folgende aussage betrifft den europäischen absatzmarkt...
weltweit haben die aufträge im vergleich zum vorjahr etwa 75 prozent abgenommen.

zitat:

"Vor allem Volvo schockte die Märkte mit der Meldung, dass Konzernchef Leif
Johansson den derzeitigen Auftragseingang auf "praktisch Null" beziffert. Dies
habe die Aufmerksamkeit der Anleger noch stärker gebunden als das schwächer als
erwarte Quartalsergebnis, kommentierte ein Analyst, der nicht namentlich genannt
werden wollte. Ein Börsianer äußerte sich dazu ebenfalls bestürzt. "Man muss
sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen: Im dritten Quartal hat Volvo
gerade einmal 115 Neubestellungen erhalten - im Vorjahr waren es in diesem
Zeitraum fast 41.970. Und das ist kein Schreibfehler."

http://www.boerse-frankfurt.de/...


ich habs schon öfter gesagt, erwähnt, bereitet euch vor, solange es noch geht.

wie brutal die große weltweite depression war müssten interessierte wissen.

was bald kommt übersteigt alles bisher bekannte an not und elend.

nein, ich übertreibe nicht.

woher ich das willen will?

spielt keine große rolle...die leute die jetzt handeln können es bereits spüren und glauben den beruhigungspillen der medien schon lange nicht mehr.
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03.11.2008 22:33 Uhr von nituP
 
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Das ist doch nur der wert: Was apssiert wenn das wirklich so ist und nur 10 prozent der container aus china hier ankommen? Dann sind unsere regale lehr kleinigkeiten kosten das 10 fache. Unrealistisch.
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03.11.2008 22:57 Uhr von Lornsen
 
+0 | -0
 
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das gilt nur: für Stückgutfracht. Wenn ich Geld zum Anlegen hätte, würde es in die Containerfracht fließen.
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03.11.2008 23:33 Uhr von veggie
 
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@lornsen: Nicht für Stückgut - Stückgut wird in Containern transportiert, und Containerschiffe fahren meist im Linienverkehr.
Der Index gilt für Massengüter, die im Charterverkehr transportiert werden.

Zwischen den beiden gibt es so gut wie keine Überschneidungen, der Index sagt also nichts über den Import von Computer, Fernsehern, Möbeln etc. aus China aus, sondern nur über die Preise für Rohstofftransporte wie Erze, Kohle, Getreide etc.

Gewichtsmäßig kommen Öltanker auf einen Anteil an der welweiten Bruttotonnage in Höhe von 31% und Massengutfrachter auf knapp 29%.
Wertmäßig und von der Anzahl der Schiffe her dürfte es aber ganz anders aussehen.
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03.11.2008 23:44 Uhr von Lornsen
 
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@veggie ich danke Dir für diese Information. Ich hatte wohl noch die Bananendampfer im Hinterkopf. Die mit den Auslegern.

Lach jetzt nicht!!
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04.11.2008 00:03 Uhr von veggie
 
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@ Lornsen: Auch diese Bananendampfer gibt es noch!
Die transportieren aber eher Stückgüter als Massenware (viel zu klein für echte Massenware!).

In Südostasien, Afrika und Südamerika sind die sicher noch zu Tausenden unterwegs und versorgen die kleineren Häfen, die keine Containerschiffe abfertigen können.
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04.11.2008 00:59 Uhr von Lornsen
 
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Bei: denen, Veggie, möchte ich Kapitän sein, rumschlutern, ausverkaufen, Postfahrten machen. Gebe mir ein Kommando.

Habe auf der Gorch Fock gedient.
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04.11.2008 07:19 Uhr von Götterspötter
 
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Die Lösung aus Berlin Merkel beschliesst das der Müll aus Deutschen Haushalten und die Stasiakten einfach ein paarmal über die Weltmeere geschippert werden müssen, um den in die Krise geratenen Seefracht-Logistic-Branche aus der Krise zu helfen .....

Rechnungsempfänger --> das dumme deutsche Volk :)
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04.11.2008 09:03 Uhr von brianzecke
 
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Ich denke auch, daß da noch viel mehr Krise auf uns zu kommt.
Da nützt es wahrscheinlich auch kaum, mal hier mal dort etwas mit riesigen Geldspritzen anzukurbeln.


Das Problem liegt sehr wahrscheinlich an unserem Geldsystemsystem. Der größte Blödsinn unserer und vieler anderer Regierungen war es, die Geldschöpfung an Kreditinstitute zu übergeben - gegen Zins...und Zinseszins


Jedes Kind bekommt die Zinseszinsformel beigebracht, nach der Vermögen exponentiell wachsen, aber daß dabei sich jemand auch genausosehr verschulden muss wird dabei verschwiegen.
Exponentielles Wirtschaftswachstum könnte theoretisch die exponentielle zinslast tragen, doch ist exponientielles Wachstum wirklich auf Dauer möglich?

das geht niemals... deshalb muss die Zinslast irgendwann -bei stagnierendem Wachstum - die Schulden ins Unermeßliche treiben und eine Krise auslösen...

Tja..ist alles nicht so einfach..

Schade daß der Kandidat US Präsidentschafts Don Paul nicht mehr im Rennen ist...Er wollte u.a. die Federal Reserve abschaffen :-(
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04.11.2008 10:04 Uhr von ZTUC
 
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Kommentar: @brianzecke

"gegen Zins...und Zinseszins"

Und wer würde ohne Zins und Zinseszins noch Geld verleihen oder z.B. zur Bank bringen? Zins und Zineszins funktionieren schon seit Jahrhunderten.

@bonsaitornado1

Wo sind denn für die die Grenzen des Wachstums? Solange noch geforscht wird und aus der Forschung Wohlstand erwächst, wird es auch Wachstum geben.

Achja, Immobilien, wo siehst du da in Deutschland ein Problem, hier gibt es keine Immobilienblase. Häuser sind und bleiben wertstabil. Das Problem in den USA war ja, dass sich jeder Hinz und Kunz ein Haus gebaut hat und nun pleite ist. Die Situation ist daher vollkommen anders in Europa. Nebenbei kann man auch an fallenden Kursen verdienen.
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04.11.2008 10:17 Uhr von brianzecke
 
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@ZTUC

Sicherlich werden Kreditgeschäfte benötigt für Investitionen usw...
doch wozu muss sich der Staat Geld leihen?
Wenn er in geregeltem Maße seine Banknoten drucken könnte, wäre uns die Zinslast wenigstens erspart.

Ich bin der Meinung, daß wir Staatsbürger..unsere Rohstoffe..unsere Schaffenskraft das Kapital des Staates sind..
Da braucht man keine Kredite bei zentralbanken aufzunehmen...


Wachstum kann nur stattfinden, wenn Märkte nich nicht gesättigt sind. Wo führt es hin, wenn ewig Wachtum stattfinet?
Zu noch mehr künstlich angeregtem Konsum.. zu wachsenden Müllbergen dadurch bedingt. verknappung von Ressourcen usw..

warum Wachstum?

Kann nicht mal etwas KONSTANT bleiben und dennoch gut sein?
Wenn eine Firma läuft ..einen konstanten Gewinn erwirtschaftet, so daß alle gut Versorgt ist und Ihre Arbeit behalten?

Warum Wachstum?

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