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Bayern: "Scharia-Interview" führt zu Streit zwischen den Koalitionspartnern

Die "Scharia" (Islamisches Recht) ist schon häufiger Anlass zu hitzigen Debatten gewesen. Nun hat ein Interview des FDP-Politikers Georg Barfuß, Mitglied der Landtagsfraktion und damit Koalitionspartner der CSU, für eine erste handfeste Auseinandersetzung zwischen beiden Regierungsparteien geführt.

Barfuß hatte dafür plädiert, den verfassungskonformen Teil der Scharia in bayerisches Recht zu übernehmen. Offenbar ist er damit aber einen Schritt zu weit gegangen. CSU-Innenminister Joachim Herrmann reagierte schnell und mit deutlichen Worten. "Niemals" werde das eintreten, konterte der Minister.

Allerdings räumte auch der Innenminister ein, dass Bayern auch zu Toleranz und Weltoffenheit stehe, nur eben christlich-abendländisch geprägt. Barfuß sprach anschließend von einem "Missverständnis". Der FDP-Politiker war bis zu diesem Vorfall als "Integrationsbeauftragter" vorgesehen.


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WebReporter: Ralph_Kruppa
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Bayern, Bayer, Streit, Interview, Koalition, Scharia
Quelle: www.spiegel.de

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17 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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30.10.2008 23:47 Uhr von Ralph_Kruppa
 
+0 | -0
 
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So schnell kann's gehen. Kaum hat man etwas Falsches gesagt und mit "bösen Begriffen" wie "Scharia" hantiert, war's das mit der politischen Karriere. Allerdings sollte sich Herr Barfuß demnächst wärmere Schuhe und vor allem Socken anziehen, bevor er sich auf das kalte Parkett der Integrationspolitik wagt. Diesen Steilpass aufgrund seines Namens musste ich einfach aufnehmen.
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31.10.2008 09:00 Uhr von csu-mitglied
 
+6 | -1
 
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Will ich auch mal hoffen, dass der liebe Herr Barfuß von einem Missverständnis gesprochen hat. Wo kämen wir denn da hin, wenn wir (nicht nur in Bayern) generell in der BRD Teile der Scharia einführen würden. Ich bin zwar für angemessene, in unsere Kultur passende Moscheen etc. aber das geht echt zu weit!
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31.10.2008 09:01 Uhr von Katzee
 
+10 | -1
 
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Die Scharia: ist ein "Gesetzesbuch", dass die niedrigsten Gelüste der Menschen befriedigt - Rachsucht, Blutgier und Sensationslust. In Deutschland, wo Gerechtigkeit vor Rache rangieren sollte und körperliche Strafen bereits vor längerer Zeit abgeschafft wurden, hat so ein "Gesetzteswerk" in der Rechtsprechung nichts zu suchen.
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31.10.2008 09:03 Uhr von Shakotai
 
+5 | -1
 
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England machts vor und wir dackeln hinterher? Das ein solcher Vorschlag bei aller ´Islamistenangst´ in Deutschland nach hinten losgehen musste, hätte sich der werte Herr Barfuss im Vorfeld denken können. Auch wenn unsere Gesetzgebung sicherlich nicht perfekt ist, ist sie doch um über tausend Jahre weiter entwickelt wie die der Scharia.

Persönlich halte ich eine derartige Diskussion über die Einführung der Scharia in westlichen Ländern für einen Kotau vor religiösen Eiferern. Eine politische Unfähigkeitserklärung.
Sinnvoller wäre eher eine Stärkung der Säkularität als eine Schwächung.

Sinnvoller wäre eine frühere intensivere und vor allem säkulare Ausbildung. Wenn man Schopenhauer glauben darf, hat sich diese immer noch am Besten gegen religiöse Wahnvorstellungen und deren Folgen bewährt.
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31.10.2008 09:06 Uhr von Major_Sepp
 
+12 | -1
 
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Und: das sagt ein "Integrationsbeauftragter".

In welche Richtung sollte eine Integration nochmal funktionieren? Sorry, habs vergessen....
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31.10.2008 09:12 Uhr von oneWhiteStripe
 
+10 | -2
 
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Scharia: was sollen wir mit diesen sandaffen-gesetzen? reichen unsere sinnlosen denn noch nicht aus?

die scharia hat verfassungskonforme seiten? das ist mir neu...
[edit; eckspeck]
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31.10.2008 09:17 Uhr von DeputyJohnson
 
+7 | -2
 
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Purer schwachsinn. Wenn man sich mal überlegt, dass da nur ein Teil der Scharia übernommen wird, fragt man sich doch: Mit welcher Religion haben wir es denn da zu tun? Mit dem Islam natürlich. Und dieser duldet kein Zwischending... ist nunmal so. Entweder ganz oder tot... Damit meine ich nicht jeden Moslem, aber insgesamt kann man das schon so sehen!!
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31.10.2008 09:39 Uhr von ciller
 
+1 | -2
 
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führt zu Streit zwischen den Koalitionspartnern: nicht nur dort wie man hier sehen kann
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31.10.2008 12:35 Uhr von DeputyJohnson
 
+4 | -1
 
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Ein Gesetz, dass nur Teile der Scharia übernimmt, führt den Sinn des Islams ad absurdum.
Von daher: Ganz oder garnicht wie MikeBison schon sagte... Wir würden weder uns, noch den Muslimen einen gefallen tun... christlich-abendländisch geprägt... scheint mir so wie David Beckhams schwulster hetero News...
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31.10.2008 12:41 Uhr von ciller
 
+3 | -3
 
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Wiedersprüchliches: Der Integrationsbeauftragte regt an, die Scharia darauf hin zu überprüfen, in wie weit sie mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Prompt schallt es von der CSU, dass in Deutschland die Steinigung eingeführt werden soll. Denkt die CSU, die Steinigung sei mit dem Grundgesetz vereinbar.

In dem Streit zeigt sich ein erschreckendes Halbwissen. Erstens weiss niemand so ganau, was noch so in der Scharia steht, ausser Steinigungen. Zweitens scheinen auch viele nicht zu wissen, dass gegen Regelungen, die mit dem Grundgesetz vereinbar sind, nichts einzuwenden ist.

Die Forderung der FDP verlangt eine kritische Betrachtung aller Religionen. Jede Religion muss sich in unserem Staat, der seine Wurzeln in der Aufklärung und weniger unmittelbar im Christentum hat, an den Grundrechten messen lassen. Dass dies in der Praxis nicht immer funktioniert, zeigen die Bedingungen von Arbeitnehmern bei der katholischen Kirche oder die Reaktionen auf die Kruzifixe in den Klassenzimmern.

Eine Überprüfung der Scharia auf Regelungen, die mit dem Grundgesetz konform sind, kann daher nur dazu beitragen, den Islam, aber auch die eigene Religion, sachlicher und realistischer zu sehen.
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31.10.2008 13:43 Uhr von Superhecht
 
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Scharia: wer unter ihr unbedingt leben möchte, soll sich in eins der paradiese auf erden verkrümeln, wo sie gilt

ich finde es gut, dass mir für das schreiben des letzten satzes nicht die finger angehackt werden können.
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31.10.2008 13:45 Uhr von arielmaamo
 
+3 | -1
 
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Ciller: Was ist an der Scharia grundgesetzkonform ?
In keinem Land wo die Scharia gilt (z.B Saudi Arabien..), gibt es Religionsfreiheit.
Minderheiten werden unterdrückt bzw. allenfalls geduldet, mit Abgabe einer Schutzsteuer.
Für den "Abfall" vom Islam gibt es die Todesstrafe usw. usw.
Wenn es einem Moslem nicht passt, kann er einen Nichtmoslem der Beleidigung des Propheten verklagen, worauf die Todesstrafe gilt.Wehren kann sich der andere nicht, weil die Aussage eines " Ungläubigen" nichts bzw. weniger gilt, als die eines Moslems usw. usw.
http://www.igfm.de/...
Von Unterdrückung der Frauen ganz zu schweigen.
http://www.rawa.org/...
Du verteidigst ein unterdrückendes, menschenverachtendes steinzeitliches Rechtssystem.
http://www.zoomer.de/...
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31.10.2008 14:05 Uhr von zoc
 
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Verfassung ?? Na die haben Sorgen ....
Viel wichtiger wäre es, das wir endlich in Deutschland eine Verfassung bekommen, von dem Volk gewählt und unterschrieben ... aber dann wäre ja die "politische Klasse" gefährdet.
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31.10.2008 14:15 Uhr von cyrus2k1
 
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Wer will noch?! Vielleicht auch noch eigene Gesetze für Scientology, oder die Mormonen, oder die Zeugen Jehovas. Wer hat noch nicht wer will noch mal?!
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31.10.2008 19:00 Uhr von Hawkeye1976
 
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Unwissen PUR! Es gibt gar keine einheitliche Schari´a. Die Schari´a variiert je nach Region und Land, zudem haben auch lokale Traditionen Einfluss auf die Schari´a genommen.

Weite Teile der Schari´a, die das Zusammenleben regeln, sind sogar GG-konform. Somit stellt sich die berechtigte Frage, warum man die Teile der Schari´a, die mit unseren Gesetzten konform sind, blindlings verteufelt, ohne sie zu kennen.
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31.10.2008 20:25 Uhr von Shakotai
 
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@Hawkeye1976: Vielleicht sollte man die Angelegenheit mal aus einer völlig anderen Sicht betrachten.
1. ) Deutschland versteht sich laut Grundgesetz als säkularer Staat. Dennoch nehmen in Deutschland die Religionen Rechte in Anspruch, die teilweise hart am Rande der Legalität liegen. Hier müsste es heissen - wenn man die grundgesetzliche Säkularität erhalten und das GG nicht pervertieren will - eher (rechtlich) raus aus der Nähe der Religion, nicht aber rein.
2.) Egal welche Version der Scharia du nehmen willst, sie entstammen allesamt der jüdischen Thora aus der Zeit von vor Christus. Ausserdem vertreten sie ein Menschenbild und auch Menschenrechte (Wenn man dieses Wort in diesem Zusammenhang verwenden kann) die in keinster Weise mit unserer modernen westlichen Menschensicht übereinstimmt. Willst du wirklich dafür plädieren über tausend Jahre humanistischer Weiterentwicklung in die Gosse zu kicken?
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31.10.2008 21:19 Uhr von Shakotai
 
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@facedings: Mmmmh, Mickey Mouse als Kanzler???
Wie lange gibt es den schon? 60 Jahre? Und über die ganze Zeit keinerlei Skandale?
Welcher sonstige Kandidat kann vergleichbares von sich sagen??? :-)

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