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Wie weit verbreitet ist der Produktschwindel in Deutschland?

Die Foodwatch-Kampagne "abgespeist.de" testet in regelmäßigen Abständen Produkte aus Supermärkten nach Qualitätsstandards und deckt dabei immer wieder Fälle von Schwindel auf. Normale Waren werden dabei häufig zu teurer Premiumware, so der Vorwurf von Anne Markwardt von Foodwatch.

Als Beispiel nannte die Lebensmittelexpertin einen Fruchtaufstrich. Als Günstigware kostet ein Kilogramm zwischen 2,90 und 3,90 Euro, ein Premiumprodukt gerne auch mal 8,40 Euro. Selbst die Hersteller geben zu, dass sowohl Billig- wie auch Premiumware die gleiche Herstellungsart aufweisen.

Auch die Bezeichnungen auf den Premiumprodukten wie "besonders erlesen" oder "Original-Rezeptur" seien keineswegs gesetzlich festgelegt. Und so wiederholt Markwardt eine Forderung, die schon lange im Raume steht. Verbraucher benötigen mehr Informationen über die angebotenen Lebensmittel.


WebReporter: Ralph_Kruppa
Rubrik:   Wissenschaft
Schlagworte: Deutschland, Deutsch, Produkt
Quelle: www.n-tv.de

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16 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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27.10.2008 09:23 Uhr von Raptor667
 
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is doch bekannt gleicher Inhalt-anderes Etikett und gleich mal doppelt so teuer..z.B Bärenmarke Kaffeemilch...in der gut und Günstig is das gleiche Zeug drin wie in der Bärenmarke...kostet aber nur 0,51€ statt wie Bäremarke über n Euro...
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27.10.2008 09:27 Uhr von lennoxx80
 
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Na, wer für "besonders erlesen" oder "Original-Rezeptur" auf der Verpackung teils 5 Euro mehr für ne Marmelade ausgeben möchte, soll davon nicht abgehalten werden.
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27.10.2008 10:21 Uhr von uhlenkoeper
 
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Schlecht gewähltes Beispiel: Das Beispiel mit dem Fruchtaufstrich wurde extrem schlecht gewählt:
>>Als Beispiel nannte Markwardt einen Fruchtaufstrich, der als No-Name-Produkt pro Kilogramm 2,90 bis 3,90 Euro koste. Als Konfitüre etikettiert, gelange die gleiche Ware für 5,80 Euro und als Premiumprodukt für 8,40 Euro pro Kilo in den Handel. "Laut Hersteller haben alle drei dieselbe Herstellungsart. Es ist daher nicht nachzuvollziehen, warum das Premiumprodukt deutlich mehr kostet." Teuer bedeute nicht unbedingt gut und billig nicht schlecht. <<


Die Bezeichnungen "Konfitüre" und "Fruchtaufstrich" sind nach der Konfitürenverordnung der EG (die es ja inzwischen für fast alle Lebensmittel gibt) eindeutig differenziert. So unterschiedet sich dann zwar oft der eigentliche Herstellungsprozeß -wie von den Herstellern zu Recht angegeben- nicht oder kaum, dafür aber sehr wohl die inhaltliche Zusammensetzung des Produktes.
Im Falle von Konfiture und Fruchtaufstrich heißt das schlicht, dass der Anteil von Frucht zu Zucker u.a. Inhaltsstoffen bei einer Konfitüre weitaus höher sein muß, als bei einem Fruchtaufstrich ! Ebenso ist die Menge der "Beifrüchte" klar definiert und begrenzt.
Und genau das macht auch eine Marmelade (was korrekt betrachtet wieder eine andere Definiton dieses Produktes ist, nämlich nur für Zitrusfrüchte zugelassen) auch mehr oder minder teuer: je höher der Fruchtanteil, desto höher der Preis.

Ein anderes Beispiel:
besonders bekannt sind die sog. Tiefkühlgemüse bei Frosta. Frosta liefert nicht nur unter seinem eigenen Namen aus, sondern auch sog. No-Name-Produkte. Dort variiert der Anteil von höherwertigen und weniger teuren Inhalten. Z.B. bei einer Paella: bei einem Markenartikel ist weitaus mehr A-Ware an Meeresfrüchten enthalten, bei einem No-Name-Produkt ist mehr B-Ware und mehr günstiger Gemüseanteil (also weniger hochwertige Gemüse, mehr günstigeres "Füllgemüse") enthalten.

Mit den restlichen Argumenten (z.B. nicht deklarationspflichtige Zusatzstoffe) hat die Foodwatch-Dame recht. Ist aber eigentlich nicht so wirklich neu ...
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27.10.2008 11:08 Uhr von rolf.w
 
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@uhlenkoeper: Wenn ich es richtig verstehe geht es um gleiche Artikel und nicht um vergleichbare. Eine Konfitüre als Fruchtaufstrich zu deklarieren ist nicht verboten, umgekehrt schon. Man könnte es also wörtlich auch als Etikettenschwindel bezeichnen. Ein anderes Label und der gleiche Artikel suggeriert höhere Qualität und rechtfertigt einen höheren Preis.
Neu ist daran nichts.
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27.10.2008 11:23 Uhr von Bluti666
 
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Letztendlich wird der Verbraucher von Gesetzgebern und eben solchen Kampagnen-Vereinen mal wieder als komplett unmündig und dumm hingestellt. Wer meint, ein teureres Produkt sei besser und dafür auch mehr bezahlt, ist doch selber Schuld, wenn er nicht zum günstigeren Produkt greift! Es ist allein Verbraucherentscheidung, welches Produkt letztendlich gekauft wird, nichts anderes und schon garnicht die Schuld der z.B. Lebensmittelindustrie!
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27.10.2008 12:18 Uhr von eini1
 
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Bezeichnungen gesetzlich geregelt? >>Bezeichnungen auf den Premiumprodukten wie "besonders erlesen" oder "Original-Rezeptur" seien keineswegs gesetzlich festgelegt<<

Was soll man da auch regeln?
Das sind nichtssagen Ausdrücke - soll man den ganzen Duden regeln?
Da hilft einfach nur Hirn einschalten.
Was soll denn an "besonders erlesen" für Premium stehen?
Das heißt nur das es speziell ausgesucht wurde. Das kann genausogut der letzte Mist sein, der für die normale Produktion aussortiert wurde.

Mehr denken, weniger aufregen!
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27.10.2008 12:32 Uhr von skipjack
 
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Im Westen nichts neues: werden sich die Brüder Aldi bei diesen Schlagzeilen denken...

>Ich empfehle dafür das Buch, über Aldi, wer liefert was...

>>Auch mit Bier ist es leider ein alter Hut...
-Nicht überall wo Kronen drauf steht, ist auch Kronen drin...
So gibt es eine Marke, die zwar billig verkauft wird, auch kein Kronen Emblem trägt, jedoch dieselben Abfüllstandorte hat...

>>>Weiterhin ein gutes Beispiel ist Mineralwasser Ardey...
Da unter der Postleitzahl 44329 nur ein Abfüllstandort vorhanden ist, erklärt sich von allein, wer die knapp 3,00€ billigere Kiste abfüllt...

Bleibt nur zu hoffen, zwar in einer anderen Verpackung, dieselbe Marke zu bekommen und nicht die, die zum Reinigungslauf genommen wurde...
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27.10.2008 13:25 Uhr von Cybertronic
 
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Bei uns im EDEKA: kommts noch dicker.

Preise für Kunden sind deutlich niedriger als tatsächlich wochenlang an der Kasse abgezockt werden. Nicht nur Sonderangebote ( mit Preistafel ) fallen drunter , sondern Preissteigerungen von bis zu 15% bei gängigen Gütern sind Masche.

P.S. Er ist der Einzigste Markt in der nahen Region .
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27.10.2008 13:33 Uhr von uhlenkoeper
 
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@rolf.w: >>Wenn ich es richtig verstehe geht es um gleiche Artikel und nicht um vergleichbare. Eine Konfitüre als Fruchtaufstrich zu deklarieren ist nicht verboten, umgekehrt schon. Man könnte es also wörtlich auch als Etikettenschwindel bezeichnen. Ein anderes Label und der gleiche Artikel suggeriert höhere Qualität und rechtfertigt einen höheren Preis.
Neu ist daran nichts.<<


Hmm, grade DAS geht aus dem Artikel aber eben nicht hervor, wobei ich davon ausgehe, dass die irrtümliche Handhabung der Bezeichnungen durch den Artikelautor entstand und nicht durch die Mitarbeiterin von Foodwatch.

Wenn es nach dem Wortlaut des Artikels ginge, dann geht es um einen Fruchtaufstrich, der als Konfitüre und als "Premiumprodukt" ("Konfitüre extra" ?) deklariert in den Handel gelangte. DAS wäre in der Tat Etikettenschwindel und ein Verstoß gegen die Konfitürenverordnung. Somit also problemlos strafbar ! Im umgekehrten Falle wäre das schlicht das "Problem" des Herstellers, der ein wirkliches "Premiumprodukt" mit entsprechend teurer Herstellung weit unter Wert als reinen Fruchtaufstrich verkauft. Im letzteren Falle würde ich mich als "Fruchtaufstrich-Käufer" im Gegenteil doch darüber freuen, dass es so wäre ...

Denn wie Sie schon richtig bemerkten, darf der Hersteller zwar eine Konfitüre im Zweifelsfall als schlichten Fruchtaufstrich verkaufen, nicht aber einen Fruchtaufstrich als Konfitüre (da Konfitüre eine gesetzlich definierte Qualitätsbezeichnung ist, deren Bedingungen ein einfacher Fruchtaufstrich nicht unebdingt erfüllen muß).

Insofern ist die parallele Handhabung dieser Begrifflichkeiten schon problematisch, um das Problem zu benennen.

Ansonsten kann ich Ihnen und allen anderen hier nur zustimmen, dass es unsinnig ist, sich über Begrifflichkeiten wie "erlesen", "besondere Auslese", "originale Rezeptur", "erlesen" etc. als Käufertäuschung aufzuregen. Diese Begriffe sind nun einmal nicht gesetzlich geschützt und daher werberelevant einsetzbar. Wer darauf hereinfällt, ist schlicht selbst schuld.
Dafür eine gesetzliche Regelung anzustreben, würde den Reglementierungswahnsinn doch nur auf die Spitze treiben.
Nur weil auf einer Verpackung eine braune Kuh auf einer Almwiese zu sehen ist, glaube ich ja auch nicht, dass die Milch aus meiner Packung nicht doch von einer Schwarzbunten aus einem Stall stammt ...
Oder glaubt wirklich jemand, dass der Teddybär die Milch melkt und in Kannen füllt (Bärenmarke-Werbung) oder die Milka-Kühe wirklich lila-weiß sind ?
Ergo rege ich mich auch nicht darüber auf, wenn der Hersteller mit einem "Originalrezept"-Aufdruck auf seiner Packung wirbt. Original kann so ziemlich alles sein ...

;-))
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27.10.2008 13:42 Uhr von uhlenkoeper
 
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@cybertronic: >>Preise für Kunden sind deutlich niedriger als tatsächlich wochenlang an der Kasse abgezockt werden. Nicht nur Sonderangebote ( mit Preistafel ) fallen drunter , sondern Preissteigerungen von bis zu 15% bei gängigen Gütern sind Masche.<<


Wenn ich das richtig verstehe, sind die Waren günstiger ausgezeichnet, als sie an der Kasse eingelesen werden ?

Dann ein kleiner Tipp:
wenn am Produkt oder am Regal ein niedrigerer Preis angegeben ist, als die Kasse ausdruckt, dann hast Du einen rechtlichen Anspruch auf den niedrigeren Preis.
Setzt aber voraus, dass Du den Kassenbon direkt kontrollierst und das reklamierst.
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27.10.2008 16:23 Uhr von skandale
 
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is doch alte news ....
brauch man nur mal hersteller beachten wie z.b. bei lätte oder so ... dann guckt man mal bei aldi oder lidle und findet den gleichen hersteller wieder bloss das profdukt is preiswerter ... man bezahlt doch och z.b. bei lätta den namen mit deswegen is das produkt dann teuerer
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27.10.2008 22:30 Uhr von rolf.w
 
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@uhlenköper: "wenn am Produkt oder am Regal ein niedrigerer Preis angegeben ist, als die Kasse ausdruckt, dann hast Du einen rechtlichen Anspruch auf den niedrigeren Preis."

Das ist ein Ammenmärchen und schlichtweg falsch. Die Preisauszeichnung ist eine reiner Kaufanreiz und nicht verbindlich. Deinen Kaufvertrag schliesst Du erst an der Kasse ab, indem Dir der Kassierer die Ware zu einem Preis XXX (den aus der Kasse) anbietet und Du ihn akzeptierst. Es steht Dir frei, den Preis abzulehnen.
Zwar wird kaum ein Händler anders verfahren, aber er ist gesetzlich nicht an die Auszeichnung gebunden und es ist tatsächlich seine Kulanz, Dir den ausgezeichneten Preis zu berechnen. Und es ist auch reine Kulanz, wenn Du erst nach dem Bezahlen reklamierst.
Es ist ein Paradoxum, dass es in Deutschland eine Auszeichnungspflicht gibt, der Händler aber nicht daran gebunden ist.
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27.10.2008 23:55 Uhr von DoncoJones
 
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@ rolf: leider fallen bei dem "angebot" der handlungs-und erklärungswille auseinander, keine "einigung" über die essentialia negotii.
natürlich muss der kunde das raffen, und wenn die sich das über jahre gefallen lassen, dann sind se selber schuld^^
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28.10.2008 05:37 Uhr von scippy
 
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Schwindel: Ich war jahrelang in einer Fabrik(Schweizer Nahrungsmittel Konzern) als Maschinenschlosser tätig,dort wurden für mehrere Handelsketten Nahrungsmittel hergestellt uns das einzige was anders war ,war die Verpackung ,und nichts anderes.Dafür haben die Sachen im Handel kaum mehr als die hälfte gekostet
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28.10.2008 08:56 Uhr von rolf.w
 
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@DoncoJones: Es hat schon seinen Sinn, so zu verfahren. Wie will man sich sonst vor Auszeichnungsfehler schützen? Jeder kann und sollte an der Kasse genau prüfen, was er für welchen Artikel berechnet bekommt. Aber in einer Zeit, wo sich nach heruntergefallenen 2 Cent-Stücken niemand mehr bückt und die Kunden nur noch wie die Lemminge durchs Kaufhaus rennen merken sich die wenigsten noch die ausgez. Preise.
Da ich in diesem Bereich arbeite bekomme ich so einige Dinge mit, wo man selbst als Angestellter sich fragt, wie blöd muss der Kunde sein um nicht zu bemerken, dass ihm für über 1000 Euro Waren zuviel berechnet wurde. Und das ist kein ausgenommener Einzelfall.

Ist übrigens interessant, dass man mit Minus bewertet wird, wenn man einen Sachverhalt richtig darstellt.
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28.10.2008 10:21 Uhr von uhlenkoeper
 
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@rolf.w: O.k., dann habe ich mit den Händlern bislang andere Erfahrungen gemacht, denn bei uns hieß es seitens des Händlers dann immer: der am Regal befindliche Preis gilt ...
Aber ich lerne ja gern dazu. Danke !

Theoretisch hast Du auch sicherlich recht, dass der Kaufvertrag an der Kasse geschlossen wird. Nur die Kaufvertragsbedingung "Kaufpreis" muß eben auch dort verhandelt werden. Und in der Regel erfolgt das über den an der Ware befindlichen Preis. Befindet sich an der Ware selbst kein Preis und an der Kasse wird nicht darauf hingewiesen, dass der am Regal ausgewiesene Preis nicht stimmt, dann hat meines Wissens der Käufer das Recht, bei ungeöffneter Ware auch nach Zahlung noch vom Kauf zurückzutreten. Ist dann eine Sonderform der Wandlung.Und Wandlung ist KEINE Kulanz, wie es Händler oft gerne verkaufen, sondern ein gesetzlich verankertes Recht des Kunden ...

Genau deshalb habe ich ja darauf hingeweisen, dass man den Kassenbon umgehend konrtollieren soll (ich selbst kontrolliere schon auf der Anzeige beim Eintippen mit).

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