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Eine Veränderung chemischer Vorgänge im Gehirn könnte Selbstmorde auslösen

Eine kanadische Forschergruppe hat beim Vergleich von zehn Gehirnen, die Menschen entnommen wurden, die an einer natürlichen Todesursache starben, mit zehn Gehirnen, die Selbstmördern entnommen wurden, Fehler in der Regulation der Genexpression beim Prozess der Methylierung entdeckt.

Methylierung bezeichnet den in einer Zelle stattfindenden Prozess, unerwünschtes DNS Material zu deaktivieren, indem sich eine Methylgruppe anheftet, um den betreffenden Teil zu blockieren. Dies ist nötig, damit sich undifferenzierte Zellen zu dem Zelltyp entwickeln können, der benötigt wird.

In den Gehirnen der Selbstmörder wurde eine zehnfach höhere Methylisationrate entdeckt. Es wurden Gene deaktiviert, die bei der Regulierung von Verhalten eine Rolle spielen. Da Gehirnzellen sich nicht teilen oder verändern ist dieser Regulationsprozess überraschend und eröffnet neue Therapieansätze.


WebReporter: El Indifferente
Rubrik:   Wissenschaft
Schlagworte: Selbstmord, Gehirn, Veränderung
Quelle: news.bbc.co.uk

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9 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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27.10.2008 08:36 Uhr von El Indifferente
 
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Ich bin gespannt, was Gehirnforscher noch herausbekommen. Interessant wäre mal, wenn mir einer sagen könnte, wie ich die 90% meines Gehirnes, die brachliegen nutzen kann, bzw. was die wirklich machen, denn ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass die Natur 90% eines so tollen Organs nicht nutzt und die Energie einfach so ins Nichts verpufft.
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27.10.2008 09:09 Uhr von nightfly85
 
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Man kann: ja viele Handlungen chemisch, physisch oder anders erklären. Aber bei der Entscheidung, einen Selbstmord zu begehen, spielen tausende kleiner Faktoren mit. Depression, keinen Ausweg sehen, sich nutzlos fühlen.

Ich spreche aus Erfahrung und eine so folgenschwere Entscheidung durch eine chemische Reaktion zu erklären ist für mich Blödsinn.
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27.10.2008 09:19 Uhr von Raptor667
 
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vorallem muss bedacht werden das die Veranlagungen zu Depressionen die zum Selbstmord führen oft Genetisch bedingt sind...ich habe eine Bipolare störung die ich von meiner Oma "geerbt" habe und habe auch einen Suizidversuch hinter mir. Allerdings wars wohl eher ein "Hilferuf" da man mich gefunden hat und ich unbewusst so agiert habe das man mich findet...
Die Psyche is so komplex da kann man noch Jahre forschen und findet dann doch nicht alles herraus...
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27.10.2008 09:32 Uhr von El Indifferente
 
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@nightfly85: Sicher spielen verschiedene Faktoren eine Rolle bei einem Selbstmord. Allerdings ist es doch verblüffend, wenn ALLE 10 Gehirne der Selbstmörder dieselbe Veränderung aufwiesen, während ALLE 10 Gehirne der anderen dies nicht taten.

Vieleicht kommt es durch Einflüsse aus dem sozialen Umfeld und durch unglückliche Lebensumstände zu diesen Veränderungen im Gehirn.

Sollte allerdings auf Basis dieser Entdeckung ein Medikament entwickelt werden können, dass diese "Über-"Metylierung Rückgängig macht, wird das das Lebensgefühl einiger Selbstmordgefährdeter vieleicht stark verbessern.

...und wenn man es aus einer rein wissenschaftlichen Sicht sieht, werden alle unsere Reaktionen erstmal durch chemische Prozesse im Gehirn ausgelöst. Gäbe es diese Prozesse nicht, könnten wir in der Früh nicht mal unsere Augen aufmachen - das wäre aber egal, weil wir eh schon erstickt wären. ;-)
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27.10.2008 09:40 Uhr von Raptor667
 
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ist nicht das Stammhirn für die Atmung,Herzschlag usw zuständig?
Korregiert mich wenn ich mich irre aber gehts hier nicht ums Großhirn? Das würde meine Theorie, das Depressionen eine art Gendefekt sind, erhärten...
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27.10.2008 09:55 Uhr von El Indifferente
 
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@Raptor667: Deine Theorie, dass es genetisch bedingt ist bekommt dadurch zumindest auftrieb.

In dem Artikel wird leider nicht auf die Gehrinregion eingegangen aber da unser Verhalten stark vom lymbischen System geprägt wird nehme ich an, dass es darum geht - um einen Teil des Grosshirns.

Mit dem Satz "wären wir eh schon erstickt" wollte ich nur auf die Steuerung unseres Körpers durch chemischen Reaktionen im gesamten Gehirn hinweisen.
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27.10.2008 10:35 Uhr von El Indifferente
 
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nochmal @nightfly85: Es gibt ja auch Menschen in ähnlichen Lebensumständen. Z.B. Millionenbetrug, Frau und Kinder weg, Jahrelange Haftstrafe und dann noch Schulden in Millionenhöhe. Hab jetzt extra mal ein Schicksal genommen, wo man von wirklich von Aussichtslosigkeit sprechen kann.

Jedes Jahr gehen ein paar solcher Leute ins Gefängnis. Ein paar wenige bringen sich deswegen auch um, allerdings bei weitem nicht die meisten. Was unterscheidet jetzt die, die sich umbringen von denen, die sich nicht umbringen? Könnte da wirklich die "Chemie im Kopf" auf gar keinen Fall eine Rolle spielen, wie du mit deinem Kommentar "eine so folgenschwere Entscheidung durch eine chemische Reaktion zu erklären ist für mich Blödsinn." behauptest?
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27.10.2008 10:43 Uhr von Knochenmann2.0
 
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Diese News gabs schonmal: http://www.shortnews.de/...

nämlich von mir vor meiner Sperrung^^
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27.10.2008 11:10 Uhr von El Indifferente
 
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@Knochenmann2.0: Ist nicht dieselbe news aber evtl. hätte man ein update dazusetzen können.
Aus der Quelle:

"Previous research has suggested that changes to the methylation process can be caused by a combination of genetic and environmental factors called epigenetics."

und genau auf diese "Previous research" bezog sich deine News.

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